Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Geschiebe / Glacial erratic => Thema gestartet von: Klamottenputzer am 21 Oct 12, 18:24

Titel: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Klamottenputzer am 21 Oct 12, 18:24
Hallo Alle miteinander!

Habe einen Kalkstein 5 x 4 cm auf einem Kieshaufen gefunden, der äußerlich mit schwarzen Adern und Einschlüssen versehen war, erst beim Aufschlagen zu Hause , habe ich bemerkt, das die schwarzen Einsprenglinge im frischen Gestein sich als grüne Mineralien abzeichneten. Auch innen sind noch schwarze glänzende Einzellkristalle zu erkennen. Ist das Augit ?? - der sich langsam zu Fluorit umwandelt und später wieder als Verwitterungsprodukt schwarz zerfällt. Wer kann helfen. Es ist zwar eine mineralogische Frage, aber es ist ein Geschiebe - Silur oder Ordov. Skandinaviens.

Mit freundlichem Sammlergruß  Klamottenputzer
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Breker am 21 Oct 12, 18:36
Hallo,

das ist ein Schichtsilikat...

Glück Auf!

A.B.
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Sprotte am 22 Oct 12, 09:36
Hallo Klamottenputzer,

bei deinem Geschiebe handelt es sich sehr wahrscheinlich um Marmor (in der Geschiebeliteratur oft auch als "Urkalk" bezeichnet), also metamorphem Kalkstein. In diesen treten Schichtsilikate ("Glimmer") haufig auf. In Marmorgeschieben sind allerdings Pyroxene ebenfalls typisch (und teils auch Amphibole). Nähere Informationen findest du in: W.A. Bartholomäus, M. Schliestedt: Marmore als Urkalkgeschiebe. In: Archiv für Geschiebekunde, Band 5, Heft 1/5. Hamburg, Greifswald (2006), S. 27 - 56.

Viele Grüße
Sprotte
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Breker am 22 Oct 12, 11:41
Hallo Sprotte,

ich dachte zwar eher an einen Ceratopygekalk mit dem üblichen Glaukonit, aber bei den kleinen und unscharfen Bildern ist das ohnedem ein bestimmungstechnischer Eiertanz. In dem von Dir zitierten Artikel von meinem alten Freund Werner ist eigentlich (wenn ich mich recht erinnere) kein Marmor abgebildet, der dem Steinchen auf den Briefmarkenbildern im Eingangsposting ähnelt.

Glück Auf!

A.B.
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Sprotte am 22 Oct 12, 14:55
Hallo Breker,

in der Tat ist die Aussagekraft der Bilder leider zu gering, um wirklich etwas dran fest machen zu wollen. Allerdings würde der gegebene Hinweis auf "schwarze glänzende Einzelkristalle" gegen das alleinige Vorhandensein von Glaukonit sprechen. Aber zuerst sollten natürlich größere und (vor allem) schärfere Bilder gemacht werden.

Viele Grüße
Sprotte
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Klamottenputzer am 22 Oct 12, 15:10
Hallo nocheinmal!

Heute nocheinmal ein größeres Bild. Durch Brekers Erwähnung eines Schichtsilikates, habe ich im Lexikon mir einmal den Eintrag dazu angesehen und bemerkt wie viele Mineralien in dieser Gruppe vertreten sind. Da ist dann eine Bestimmung für einen Laien unmöglich.
Ich habe heute nochmal eine Säurepr. gemacht - es ist Kalk.Unter dem Bino erkenne ich neben den Grünen Mineralien, schwarze, glänzende, rhomboedrische Mineralien die dann in die Grünen übergehen - da wird Sprotte schon recht haben das es Glimmer ist.
Heißt das dann das es bei schwacher Metamorphose zu einer Umwandlung der Mineralien kommt?
 
Gruß Klamottenputzer
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Breker am 22 Oct 12, 15:41
Hallo Sprotte,

Neben Glaukonit (der von hellgrün über blaugrün bis fast schwarz sein kann) gibt es in diesen Kalken ja auch noch (dunklen) Calzit, Pyrit und anderes. Und jemandem der oben erwähnte Verwitterungsreihe (Augit->Fluorit->Schwarzes Pulver (Manganoxid?)) zusammenphilosophiert (nichts für ungut, Thomas) dem traue ich durchaus schon eine Fehlbestimmung beim Erkennen einzelner Eigenschaften oder der Zuordnung dieser zu einzelnen Mineralen zu. Es gibt in Südskandinavien ja eine ganze Reihe paläozoischer Karbonatgesteine, die Glaukonit in Nestern enthalten. Bei den Marmoren und Skarnen in Südschweden ist Glaukonit eher nicht vertreten.


Hallo Thomas,

rhomboedrische Glimmer? Kannst Du davon ein Bild machen? (Brausen diese Glimmer auch mit Salzsäure? Wieviel Spaltbarkeiten kannst Du erkennen? Sind die Kanten dieser "Kristalle" leicht abgerundet? Glänzen sie golden/metallisch wenn man mit einer Nadel daran kratzt? Oder entsteht dabei ein braunes oder blaugrünes Pulver?)

Glück Auf!

A.B.
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: smoeller am 22 Oct 12, 15:56
Hallo,

Es gibt, insbesondere im Süden Finnlands auch kristalline Kalke, die sich durch den Gehalt an Amphibolen auszeichnen. Dazu zählt u.a. der häufig grüne Pargasit (nach dem FO Pargas in Südfinnland). Auch Tremolit kann diese Farbe durchaus habe. Amphibole sind deutlich härter als alle Schichtsilikate, die sich häufig sogar mit dem Fingernagel ritzen/abkratzen lassen. Verwitterte Amphibole zeigen gern dunkle, bräunliche bis schwarzen Farben.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Mineral im Kalkstein
Beitrag von: Klamottenputzer am 22 Oct 12, 16:05
Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten
Ich bin jetzt erstmal mit einer Nadel an die grünen ran gegangen und siehe da, sie lassen sich problemlos abheben und zerdrücken - ebenso die schwarzen, also keine stabilen Mineralien, fast wie Talk.

Trotzdem nochmal vielen Dank

Gruß an Alle Thomas