Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Collector am 22 Oct 12, 18:05
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Hallo
ich habe am Mont Canigou-Massiv in den Pyenäen einen mineralisierten Gang in Gneis aufgetan, kann die Mineralien (oder Gesteine) darin aber nicht bestimmen.
Es handelt sich um dick-massive, schwärzlich-rotbraune Massen, deren Äußeres sich in Form langgestreckter glänzender rostrotbrauner bis rotgelber-goldrotgelber Kristalle bis ca. 15 cm Länge darstellt. Die Kristalle sind gebogen, bzw. tektonisch konvex und konkav verzerrt.
Es sind keine einzelnen Kristalle, eher ein Gestein, welches sich aus diesen Kristallen zusammensetzt. Eine Kristallform ist nicht erkennbar. Auffallend ist der relativ hohe Glanz der Kristallflächen. Die Härte dürfte zwischen 5 1/2 bis 6 liegen.
Die Aggregate ähneln Basaltsäulen in Miniaturformat (welche jedoch keine Kristalle sind).
Mein Verdacht geht in Richtung von Amphibolen; aber auch einer Turmalinvarietät. Es kann sich auch um ein Gestein, zuasmmengesetzt aus ??? handeln. Eindeutig ist, dass das/die Mineral/ien silikatisch ist/sind und nichts metallisches.
Bin für jeden Hinweis dankbar.
Besten Gruß
collector
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Hallo Peter,
evtentuell stark angewitterter Cordierit?
Glück Auf!
A.B.
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Hallo,
hmm, Cordierit in der Form habe ich noch nicht gesehen. Ich denke eher in Richtung Aktinolith. Haben die Kristalle ein grünlichen Kern?
Gruß
Berthold
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Was wäre mit Andalusit ?
Uwe
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Meine erste Idee ging ebenfalls in die Richtung Aktinolith, zumal mich die gebogenen Kristalle ein wenig an diese nicht-grobfaserigen Asbeste erinnert hat.
Mein feinfaseriger Asbest sieht an der gesägten Fläche der Unterseite vom zweiten Bild sehr ähnlich. Da das Bild jetzt aber ein wenig klein ist, kann das auch täuschen.
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Hallo,
Was wäre mit Andalusit ?
Gegen Andalusit spricht die Streifung in Wachstunsrichtung, die Farbe und der Umstand dass keine Kristallform auszumachen ist. Wenigstens rechteckige Querschnitte sollten bei Andalusit sichtbar sein.
@Peter Detailaufnahme könne weiterhelfen.
Gruß
Berthold
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HAllo Berthold
anbei 2 hoffentlich bessere Fotos.
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Hallo!
Es scheint sich um Pinit zu handeln.Ich habe auch Schörl,welcher teilweise in Pinit umgewandelt ist.
Gruß Jens
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Hallo Peter,
wieso bist Du Dir mit silikatisch so sicher?
Ich werfe mal Rutil in den Raum.
Glück Auf!
openpit
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Hallo,
also Rutil als gesteinsbildendes Mineral halte ich für ausgeschlossen. Pinit ist deutlich weicher und Ansätze für eine Pseudomorphose von Pinit nach Turmalin sehe ich nicht.
Meine Einschätzung -Aktinolith- hat sich durch die neuen Bilder verstärkt.
Gruß
Berthold
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Hallo Berthold!
Natürlich ist Pinit weicher.Ich hatte aber geschrieben,das ich Stücke habe,bei dem der Turmalin teilweise umgewandelt ist.
Wenn hier auch eine teilweise Umwandlung vorliegt,ist das Ursprungsmineral mit seiner Ursprungshärte da auch noch mit dabei!
Gruß Jens
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Servus,
mir sieht das auch - soweit sich das nach Photos beurteilen laesst - auch sehr nach (angewittertem) Aktinolith aus. Aehnliche Stuecke gab es im ehem. Steinbruch Marienstollen bei Erbendorf zu finden. Die fuer Aktinolith eher untypische Farbe koennte von der partiellen Oxidation des Fe(II) in Fe(III) herruehren.
Um ein Mineral der Turmalingruppe sicher auschliessen zu koennen, muesste man den Querbruch deutlicher sehen. Alle Turmaline enthalten Borat-ionen, die sich qualitativ sehr einfach (und bei sauberem Arbeiten auch eindeutig) durch die spezifische gruene Flammenfaerbung nachweisen lassen ;).
GA
Harald
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Ferrosilit (Hypersthen)?
Glück auf
Milo
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Hallo Milo,
Ferrosilit wäre eine Sensation. M.W.n sind von diesem Mineral nur kleine Kriställchen (bis 5 mm) bekannt, als gesteinsbildendes Mineral kommt Ferrosilit schon zweimal nicht in Frage.
Für Enstatit (also Hypersthen) sehe ich keine Anzeichen.
Gruß
Berthold
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= m. E. stark beanspruchter Turmalin als Hauptbestandteil, mit verschiedenen Eiseneinlagerungen, kommt in Sachsen an gleich mehreren Stellen so vor. Besondes der hohe Glanz spricht dafür. Pinit, Aktinolit bzw. Cordierit sind dann eher heller und nicht mit so einem hohen Glanz. Ich möchte nichts unterstellen, aber ist die Härteprobe zuverlässig gewesen? Manchmal bröselt das Zeug sehr und gibt andere Ergebnisse als stabile Kristalle. Ich vermute ähnlich wie der Sachse Jochen1Knochen, dass hier unterschiedliche Härten vorliegen könnten.
Glück Auf!
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Umwandlungsbeispiel von Schörl in Glimmer:
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und noch ein Stückerli:
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Ja ich habe auch zuerst bei den Bildern an Irfersgrün und die entsprechenden Umwandlungsescheinungen gedacht, dann kam mir aber eher das Granulitgebirge in den Sinn. Denk doch mal an die dort stark beanspruchten Schörle bei Limbach O., die passen wie die Faust aufs Auge. Oder noch besser nicht viel an den Mitweidaer Granit Bau A72 - Ganze Gänge kamnen da mit solchem Material, wie einganggs gezeigt alles Schörl mit Verkittungen, Eisen und so weiter.
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Hallo
großen Dank für die rege Beteiligung und Hilfe zur Bestimmung.
Wenngleich nicht mit Bestimmtheit zu sagen ist, um was es sich handelt, kann ich mich zumindest zwischen Aktinolith und Turmalin einpendeln.
Was meiner Meinung nach mehr zu Turmalin pendelt, ist der ungewöhnlich starke Glanz auf den Flächen.
Was mehr zu Aktinolith passt, ist die schwarzgrünliche Farbe der kristallinen Grundmasse, welche sich nur nach außen in braunroten und goldenen Kristallflächen manifestiert.
Ich werde wohl nicht umhin kommen, das Material untersuchen zu lassen und werde das Ergebnis nach Abschluss mitteilen.
Anhängend Bilder vom Fundgebiet (Massiv von Costabona in den Ostpyrenäen (2440 m), linke Flanke Spanien, rechte Flanke Frankreich; sowie vom Gestein, in welchem die o.a. Schörle / Aktinolithe auftreten.
Nochmals Dank
Gruß
Peter
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Ich werde wohl nicht umhin kommen, das Material untersuchen zu lassen und werde das Ergebnis nach Abschluss mitteilen.
hallo Peter,
gabs da ein Ergebnis ?