Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Aufbewahrung, Präsentation / Presentation, Keeping => Thema gestartet von: futzi am 27 Oct 12, 09:46
-
Hallo,
sagt mal gibt es noch die Gläser mit Schliffverschluss als Boden für Steinsalz? Sind die überhaupt nötig? Ich habe ein Stück schon Jahre zu stehen ohne das er sich zersetzt. Ich habe nun aber ein sehr schönes Stück bekommen und habe sorge, er könne doch hygroskopische Bestandteile enthalten.
Gruß Futzi
-
Gibts bestimmt im Laborhandel , manche salze sind mehr hygroskopisch manche weniger bis kaum spürbar .
-
Hallo Arco,
was genau meinst du denn mit "Steinsalz"? Falls es um irgendwelche Gesteine geht, so habe ich keine Ahnung, inwiefern ein Schutz nötig ist. Falls du aber kristallisierten Halit meinst, da passiert in der Regel nichts. Ich hatte mehrere Stücke, alle ganz normal in der Sammlung aufbewahrt, die haben sich nie auch nur minimal verändert. Nur halt nicht unbedingt die Vitrine im Bad oder der Sauna aufstellen :P
Gruß
Tobi
-
Jo ist richtich das bei Halit nüscht passiert , habe aber Carnallit gehabt der ist selbst in ner nicht ganz dichten Plastebüchse zerflossen .
So ne Schliffstopfenflasche ist gar net so ne schlechte Idee . . .
-
Ich kenne mich wie gesagt mit Salzmineralien und -gesteinen nicht groß aus, aber in meiner Anfangszeit hatte ich auch mal ein paar solche Stücke, die trotz Eindosung innerhalb von paar Jahren zerflossen waren. Für Härtefälle gibt es doch auch noch diese kleinen Tabs, die Feuchtigkeit entziehen ...
-
Hallo Futzi
ja, die Gläser gibts noch. Sind aber sehr teuer. Etwas billiger, aber genauso verwendbar, sind Wägegläser mit Schliff, allerdings nur bis 10 cm Höhe und 10 cm Durchmesser.
Schau mal:
http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/katalog_php/1_995727484085_1175281088790_1102757026156/1007471453788/Ausstellungs-Schauglaeser.html (http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/katalog_php/1_995727484085_1175281088790_1102757026156/1007471453788/Ausstellungs-Schauglaeser.html)
http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/katalog_php/1_995727484085_1030342896125_997507597810_1117179870328/1007470038744/Waegeglaeser-.html (http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/katalog_php/1_995727484085_1030342896125_997507597810_1117179870328/1007470038744/Waegeglaeser-.html)
Gruß
collector
-
Hallo,
Carnallit habe ich schon seit tw. 10 Jahren, ohne dass es sich verändert. Habs einfach in Speiseöl in ein Marmeladenglas getan. Da kann kein Wasser ran. Das Öl wird mit der Zeit fest wie Honig, riecht leider etwas, aber man sollte die Gläser eh geschlossen halten.
Alles andere schlug fehl, selbst Eingießen in Kunstharz.
Ansonsten: Silicagel hilft auch. Gibts häufig in kleinen Päckchen zu neuen Elektrogeräten.
Beim Steinsalz kommt es auf den geringen , aber häufig vorhandenen Gehalt an Erdalkalihalogeniden (v.a. MgCl2, aber auch CaCl2 an, die extrem hygroskopisch sind.
Glück Auf!
Smoeller
-
Geht um das Stück. Wäre schade wenn es zerfließt.
Futzi
-
Hallo,
Salzkristalle aus Polen sind ziemlich stabil. Meine Stufen sind auch nach Jahren nicht zerflossen.
Glück Auf!
Smoeller
-
Schönes Stück sieht nach Halit aus und sollte eigentlich stabil sein .
Pack es sicherheitshalber in ne normale Klarsichtdose zusammen mit son paar Päckchen Silicagel und klebe sie mit Tesa ab .
Und nat. immer mal kontrollieren.
-
mit son paar Päckchen Silicagel
Reiskörner erfüllen übrigens den selben Zweck. Hat in meiner Vitrine wunderbar funktioniert :)
-
Geht um das Stück. Wäre schade wenn es zerfließt.
Ich wiederhole gerne, was ich gestern schon sagte und schließe mich damit Smoeller und Pseudonym an: Diesen Stufen passiert bei "normaler" Lagerung in einer Vitrine nichts, keine Sorge.
-
mit son paar Päckchen Silicagel
Reiskörner erfüllen übrigens den selben Zweck. Hat in meiner Vitrine wunderbar funktioniert :)
Jo das stimmt , hab ich gar nicht dran gedacht !Der gute alte Reis.
-
Hallo,
ob eine Hallit-Stufe stabil ist hängt meines Wissens vom MgCl2-Gehalt ab. das ist das hygroskopische am Salz...
MfG
Frank
-
ob eine Hallit-Stufe stabil ist hängt meines Wissens vom MgCl2-Gehalt ab. das ist das hygroskopische am Salz...
oder vielleicht das CaCl2 ?
Aus dem Grund nimmt man ja auch CaCl2 als Trocknungsmittel für viele Lösungmittel in der präparativen Chemie. In der Natur (Halit) wird es wohl beides sein ;)
Grüße,
Andreas
-
Hallo,
@Hg: Meines Wissens (siehe ein paar Beiträge weiter oben) ist es tatsächlich Magnesiumchlorid. Leider hab' ich die Literaturangabe gerade nicht mehr im Kopf, war aber ein Mineralogiebuch.
Calciumchlorid geht aber auch ganz gut. Am extremsten ist meines Wissens Tachyhydrit (von griech: schnell wässernd), CaMg2Cl6*12H2O. Das Zeug ist so hygroskopisch, dass es praktisch untertage gleich an Ort und Stelle in ein wasserfreies Vakuum verpackt werden müsste. Einmal anhauchen im Salzstock in situ reicht und es zerfließt, trotz geringster Luftfeuchtigkeit im Stollen und tonnenweise Salz drum rum.
Glück Auf!
Smoeller
-
Hallo,
ich bin zwar neu hier will aber auch mal meinen Senf dazu geben
Um eine Stufe dieser Größe aufzubewahren kommen nur Präparategläser oder Aquariengläser in betracht
Präparateglas:in dieser Größe Preis ca. 300€
Aquarienglas: Preisgünstig,in jedem Zoohandel in verschieden Größen erhältlich
Ich verwende hauptsächlich Aquariengläser.
Vorbereitung:Zurechtschneiden eines passenden Abdeckglases, Silikon essigvernetzend aus dem Baumarkt
Stufe langsam!!! im Backofen auf 65-70*C erwärmen,Dauer:etwa 45 min
danach die Stufe sofort im Aquarium mit Silikon befestigen, auf den Aquarienrand Silikon auftragen-Abdeckglas drauf-fertig
Ich übernehme keine Garantie dafür das die Stufe im Ofen nicht zerspringt!
Gruß
Salzhase
-
Hallo
Ich weiss, dass früher Präparate oft in Schliffgläsern aufbewahrt wurden. Leider sind diese Schliffe kaum gasdicht (die neuen Normschliffe zwar etwas besser, die alten jedoch ganz schlecht). Zumindest müsste man beim Verschliessen dieser Schliffgläser Silkonfett (z.B. solches für Exsikkatoren) in den Schliff geben.
Ich würde solche Mineralien in einer Klarsichtdose aufbewahren und den Boden versiegeln, z.B. mit Silikon. Von essigsäurevernetzendem Silkon würde ich aber abraten. Man hat dann in der Dose eine saure Essigsäure-Atmosphäre. Wie sich das auf Dauer auf das Mineral auswirkt kann ich nicht sagen, aber optimal ist es nicht.
Erwärmen würde ich das Mineral nicht. Beim Erwärmen kann es neben den sowieso auftretenden thermisch-mechanischen Spannungen auch noch zu unerwünschter Dehydratation von Kristallwasser aus Verbindungen kommen. Da sich dadurch auch das Kristallgefüge ändert kann das zum Zerspringen von Kristallen und/oder Veränderung an der Matrix führen.
beste Grüße
Goldzwerg
-
Ich würde solche Mineralien in einer Klarsichtdose aufbewahren und den Boden versiegeln
Jau,
meine Salze liegen seit 28 Jahren in leeren Marmeladen- und Gurkengläsern - mit den normalen Schraubdeckeln ohne weitere Abdichtung - stabil vorsichhin. Nicht gerade schön, aber praktisch und unglaublich preiswert. Entscheidend ist hier die trockene Lagerung innerhalb normaler Wohnräume.
Kluftknacker
-
Hi
Für normale Salzstufen ist ein Aufbewahren in Luftdichten Dosen meist nicht nötig, besonders, wenn sie eh schon einige Zeit ohne Schutz in der Vitrine o.ä. gestanden haben. Die abgebildete Salzstufe sollte sicher sein. Wenn ein Salz hygroskopisch ist, hat man in kurzer Zeit einen schmirigen Film auf den Kristallen. In trockenen Räumen können sogar Carnallitstufen offen gelagert werden, allerdings würde ich das nicht empfehlen, da an regnerischen Tagen die Luffeuchte leicht mal den kritischen Wert übersteigen kann und dann hat man Pfützen.
Die Normschliffe sind zwar schon recht gut, aber leider auch nicht wirklich dicht. Ohne Silikonfett kann man die Stücke auch gleich draußen stehen lassen ! Für extrem hygroskopische Minerale hilft auf dauer eh nur Einschmelzen in Glaskolben oder Lagerung über Silikagel. Aber Achtung: Das Silikagel muß regelmäßig gewechselt werden, am Besten gleich solches mit Feuchtigkeitsindikator nehmen, dann sieht man, wenn ein Wechsel nötig ist.
Letztlich hängt das alles vom Mineral ab, welches gelagert werden soll. Hier hilft nur Literatur wälzen oder ausprobieren und regelmäßige Kontrolle. Manche Mineral ziehen sehr langsam Wasser und wandeln sich entsprechend langsam um; Da sieht man nach einer Woche noch nichts, aber nach einem Jahr ist die Stufe hin (z.B. die Fumarolenmineral vom Tolbachik).
-
Hallo
@cmd.powell ,,in trockenen Räumen kann man sogar Carnallitstufen offen lagern" Was ist ein trockener Raum? In Wohnräumen schwankt die
Luftfeuchte zwischen 40-70% . Hier mal ein paar Werte zur Deliqueszenzfeuchte verschiedener Salzmineralien
Halit: ca. 75%
Bischofit:33%
Sylvin:84%
Epsomit:91%
Kieserit:42%
Carnallit:ca.50%
Diese Werte beziehen sich auf reine Mineralien.
Besteht die Salzstufe aus reinem Halit gibt es bei offener Lagerung kein Problem,die Stufe auf die sich Ausgangsfrage bezog hat eine Matrix
aus Halitit und das ist das Problem.Ist Kieserit enthalten kommt es zu Ausblühungen von Epsomit-die Matrix zerfällt. Bei Carnallit-feucht werden- die Matrix löst sich auf. Im schlimmsten Fall ist beides drin
Dauerhafte Lagerung über Silikagel nur für Salze ohne Kristallwasser, sonst Dehydrierung.
Carnallit- langsam aber sicher,weiß ich aus eigener Erfahrung
Epsomit und Pikromerit dehydrieren schon bei offener Lagerung in Wohnräumen
@Kluftknacker: für Proben von Salzgesteinen mag das gehen, aber wie bekomme ich eine Stufe mit 50 cm Länge in ein Gurkenglas? ;D
Gruß
Salzhase
-
aber wie bekomme ich eine Stufe mit 50 cm Länge in ein Gurkenglas? ;D
gehe zum Großhandel 8)
-
@Salzhase: Hast Du ja schon im Prinzip selber geschrieben: In Wohnräumen Luftfeuchte zwischen 40-70%, alles unter 50% ist trocken, unter 40% sehr trocken. In Räumen mit viel Holz (z.B. Vertäfelung) die geheizt werden, kann die rel. Feuchte sogar unter 20% sinken. Natürlich sind diese Werte niemals feste Größen, schon die Anzahl der Personen im Raum kann die Luftfeuchte sprunghaft ändern, daher würde ich auch eine Carnallitstufe niemals dauerhaft offen stehen lassen. Allerdings hab ich in meinem Arbeitsraum zeitweise so eine geringe Luftfeuchte, das ich eine Carnallitstufe mehrere Zage offen stehen lassen konnte, ohne das sich irgendwelche Lösungserscheinungen zeigten. Inzwischen steht die Stufe aber sicher in meinem Trockenschrank über Silikagel.
Pikromerit und Epsomit lassen sich nur im Exsiccator über der Mutterlösung lagern, die benötigen einen definierten Luftfeuchtebereich.
Ich hatte mit einer Salzstufe auch mal das Problem, das die Matrix hygroskopisch war. Ich hab mir dafür eine passende Plexiglasdose bauen lassen - hat ca. 30 Euro gekostet und die "Dose" sieht echt edel aus. Es gibt solche teilweise recht großen Plexiglasdosen auch im Handel. Die müssen dann nur mit Silikon abgedichtet werden, was jedoch bei sehr hygroskopischen Salzen nichts auf Dauer ist.
-
Hallo :)! Hab noch mal ne Frage dazu, vieleicht war die Antwort auch schon dabei. Habe ein größeres Regal in der Schlafstube ( besitze nichts Radioaktives) dort z. b. auch Sylvin xx . Dort wird natürlich auch gelüftet, die xx sind in einer normalen Sammeldose, was denkt ihr, kann da viel passieren...? Alles Gute! :) Klaus
-
Ich habe auch einen Teil meiner Sammlung im Schlafzimmer, schlafe aber selbst im Winter bei angekipptem Fenster! Da sollte nix passieren! Bei geschlossenen Fenstern würde ich die Sammlung in andere Räume verbannen!
Glück Auf!
Frank
-
Hallo,
ich habe nicht mit so vielen Reaktionen gerechnet. Sehr interessant!
Ich möchte hier auch noch ein Salzstück zeigen das ich aus dem Salar de Atacama mitgebracht habe. Leider weiß ich nicht was das für ein Salzgemisch ist. Aber er zerfließt auch nicht.
Nur ist der nicht so schön wie der Andere.
Gruß
Futzi
-
Hallo,
@ Glück Auf: Wie ich schon geschrieben habe, Sylvin ist beständig bis 87% Luftfeuche darüber löst es sich auf.
Langzeitaufbewahrung: 80 Jahre+x nur in mit Paraffin versiegelten Präparategläsern
siehe Bild
-
Vielen Dank :)!! Gruß Klaus