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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Leonardus am 06 Nov 12, 17:33

Titel: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: Leonardus am 06 Nov 12, 17:33
Hallo,

Anbei einige Bilder von einer Witherit Stufe.
Die Stufe ist 4 x 3,5 cm und besteht aus derben Witherit mit teilweise in Drusen schöne kleine Witherit Kristalle bis 3 mm. Die Stufe stammt aus der Sammlung des in 2010 verstorben Dipl. Ing Karl Götzendorfer vom Oberösterreichisches Landesmuseum und soll laut Etikett aus den Strontianitgruben von Drensteinfurth im Münsterland stammen. Es ist ein sehr interessantes und gutes Stück von einer Klassische Deutsche Fundstelle, aber es gibt da etwas was mich stört; es gibt nirgends wo, nicht auf MineralienAtlas oder auf Mindat und auch nicht in die ältere Literatur (zum Beispiel das Artikel von Georg Unland in Emser Hefte von Dec. 1986) irgendwo ein Hinweis auf das vorkommen von Witherit im ehemalige Strontianit Bergbaugebiet rundum Drensteinfurth.
Vielleicht das irgend einer hier im Forum mir da etwas mehr über erzählen kann.

Schöne Grüße,
Leon.
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: Leonardus am 06 Nov 12, 17:35
Noch einige Bilder.
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: smoeller am 06 Nov 12, 18:12
Hallo,

Die Matrix und die helleren Kristalle sind Calcit, wie das auch sonst bei den Ascheberger Funden der Fall ist. Die glänzenden Kristalle würde ich eher für Strontianit halten, Witherit ist mir aus ganz Deutschland nur aus Sachsen bekannt (v.a. Schlema).

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 06 Nov 12, 19:08
Mir ist ebenfalls kein Witherit aus dem Münsterland bekannt.

Zum Fundort siehe auch auch http://www.mindat.org/loc-156332.html
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: Leonardus am 06 Nov 12, 21:07
Stimmt, die hellere Kristalle sind Calcit Kristalle und auch ein teil des Matrix besteht aus Calcit.
Die glänzende Kristalle könnten der Form her vielleicht als Witherit gehalten werden wenn es dieses Mineral im Münsterland geben würde, aber ich hatte selbst auch noch nie von Witherit aus die Gegend gehört und das hat mich neugierig gemacht.
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: raritätenjäger am 07 Nov 12, 11:25
Hallo,

entweder das ist Strontianit oder Calcit. Ich als Deutschlandsammler kenne Witherit von dort jedenfalls auch nicht. Aus dem Fichtelgebirge soll es aber mal welchen gegeben haben.

Gruß
Andreas
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: smoeller am 07 Nov 12, 12:10
Hallo,

Soweit man das von den Bildern erkennen kann, ist es sowohl Calcit als auch Strontianit. Die aufgewachsenen, hochglänzenden Kristalle haben rhombische (nicht rhomboedrische!!) Symmetrie, siehe 4. Bild (Bildmitte), sind leicht cremefarben und sehr hochglänzend, auf dem 1. Bild scheint sogar ein pseudohexagonaler Drilling (oberhalb der Bildmitte) zu sein. Das spricht für ein Mineral der Aragonitgruppe. Das einzige derartige Mineral im Münsterland ist der Strontianit. Das weiße darunter ist Calcit.

Wenn man es genau wissen will, braucht man entweder ein Handspektroskop oder einen Bunsenbrenner (sehr reine Probe). Barium im Witherit zeigt eine Flammenfärbung im Grünen Bereich, tw. mit gelbem Saum (entspricht Absorption im Roten), während Strontium (Strontianit) eine knallrote Flamme erzeugt (Absorption im gelben und im blauen Bereich).

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: raritätenjäger am 07 Nov 12, 12:31
Das wird einfach jemand verwechselt haben. Funktioniert bei den beiden Mineralien ja auch ganz gut...
Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: Krizu am 07 Nov 12, 13:46
Wenn man es genau wissen will, braucht man entweder ein Handspektroskop oder einen Bunsenbrenner (sehr reine Probe). Barium im Witherit zeigt eine Flammenfärbung im Grünen Bereich, tw. mit gelbem Saum (entspricht Absorption im Roten), während Strontium (Strontianit) eine knallrote Flamme erzeugt (Absorption im gelben und im blauen Bereich).

Hallo,

du hast bei diesen Proben eine Flammenemission, die nichtleuchtende Flamem leuchtet dann. Absorptionen wie bei der AAS spielen hier keine Rolle. Dafür spricht auch das Linienspektrum. Beispiele für Lineinabsorption findest du im Sonnenspektrum in Form der Fraunhofer-Linien und den Luftabsorptionen.

MfG

Frank

Titel: Re: Witherit aus dem Münsterland
Beitrag von: cmd.powell am 10 Nov 12, 23:10
Das wird einfach jemand verwechselt haben. Funktioniert bei den beiden Mineralien ja auch ganz gut...

Denke ich auch mal: Typische pseudohexagonale Drillinge - kann nur Witherit sein. Das auch der Strontianit das "hinbekommt", soweit wird nicht gedacht. Cerussit kann das auch ganz gut und ebenso der Aragonit. Flammenfärbung ist sicher der einfachste Weg um Klarheit zu erlangen.