Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: Rudolf Hasler am 17 Dec 12, 16:23

Titel: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 17 Dec 12, 16:23
Hallo,
ich hab noch vor der Zeit der Digitalfotografie gelernt, dass man keinesfalls einen Kristall von 2 entgegengesetzten Seiten gleich stark ausleuchten soll, weil das nicht dem natürlichen Sehen entspräche.
Ist man inzwischen anderer Meinung? Diese Frage stellt sich mir, da sogar unlängst ein wahrer Meister der Mineralienfotografie, dem wir unzählige Spitzenbilder verdanken, diese Technik bei dem Wulfenit aus Griechenland verwendete und damit eine höhere Bewertung als mit manchen seiner absolut genialen Fotos erreichte.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1285437481.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1285437481.jpg)

Gruß
Rudolf
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Embarak am 17 Dec 12, 16:59
Hallo Rudolf,

Meiner Meinung nach ist hier das Licht von rechts stärker als von links. Entweder wurde die linke Seite tatsächlich mit einer 2. Lampe
schwächer beleuchtet (mehr Abstand oder geringere Leistung) oder es wurde gezielt nur eine Lampe und ein Reflektor zur Reflexion des Lichts von rechts eingesetzt, um harte Schlagschatten durch den Einsatz von nur einer Lampe zu vermeiden.

Ich knipse zwar in letzter Zeit mit 2 Lampen, habe aber auch schon mit Erfolg mit nur einer Lampe und
einer Styroporplatte oder auch einem großen Handspiegel als Reflektor auf der anderen Seite experimentiert.
Bin aber davon abgegangen, da mir zum Halten des Spiegels, verändern des Makroschlittens und Bedienen der Kamera
dann doch eine Hand fehlte...   :D

Gruß
Norbert
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: sapphire am 18 Dec 12, 09:58
Hallo Rudolf,

was zählt, ist meines Erachtens nach die subjektive Wirkung des Betrachters. Mein spontaner Eindruck ist zunächst, dass das Ganze recht natürlich aussieht.

Beim zweiten Eindruck wirkt dann aber auf mich die linke Fläche auch zu hell.  Du wirst schon damit Recht haben, dass hier von beiden Seiten entwa gleich beleuchtet wurde, denn die kleinen Flächen in der oberen Kristallmitte sind in etwa so hell wie die rechte Fläche. Die linke Fläche wirkt nur deshalb weniger hell, weil sie uneben ist und vermutlich auch einen anderen Winkel zum Betrachter hat.

Was Norbert schreibt, halte ich für gängige Praxis - ist aber mit Vorsicht zu geniessen. Im konkreten Beispiel ist das für mich schon ein Grenzfall - wie gesagt, ich darf mir das Bild nicht zu lange ansehen  ;)

Was mich übrigens am Bild mehr stört, ist der überbelichtete rechte Bildbereich.

Viele Grüsse
Andreas
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 18 Dec 12, 13:49
Hallo Norbert, hallo Andreas,
die Bewertung von Bildern bleibt, so glaube ich, letztlich immer sehr subjektiv.
Ich habe heute ein Photo in "Mineralienbilder" gestellt. Dieses Bild, dachte ich, ist mein bestes bisher.
Es wurde inzwischen 4 mal bewertet (davon einmal mit 9 von mir), und steht momentan auf 7. Damit wäre
es also mein schlechtestes Bild.

Grüße
Rudolf
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Tobi am 03 Jan 13, 15:41
Ich denke, wenn ein Bild nicht dem natürlichen Sehen entspricht, dann nimmt unser Auge (und unser Gehirn) es auch als irgendwie falsch oder fremd wahr. Um mal auf das Ausgangsbild oben zurückzukommen: Für micht sieht das absolut natürlich aus und ist insgesamt ein atemberaubend tolles Bild, von daher würde ich da auch nichts als unnatürlich bezeichnen. Je nachdem, wo und in welchem Licht man eine solche Stufe betrachtet, kann der Kristall durchaus genau so aussehen wie auf dem Bild.
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: uwe am 03 Jan 13, 16:58
Ich halte des Bild für sehr gelungen, da hier die Struktur, die neben der Farbe gerade bei Kristallen sehr wichtig ist  hervorragend wiedergegeben ist.

Der Begriff "natürlich" ist bei Mineralen ohnehin grenzwertig, da in Ihrem natürlichen Umfeld, als in Drusen im geschlossenen Gestein, Minerale ohnehin keine Farbe haben. Farbe entsteht nur im Licht und ist auch vom Frequenzbereich des Lichtes abhängig (Alexandrit, Uranglimmer).

Uwe
 
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: kraukl am 03 Jan 13, 20:47
Hi,
auch ich halte das Foto für sehr gelungen und muss Uwe vollkommen Recht geben.

Hier stimmt nicht nur die Struktur, die sehr gut zu betrachten ist, sondern vor allen
Dingen auch die Farbe.

Daran hapert es meiner Meinung nach in letzter Zeit bei vielen Fotos, die hier eingestellt werden.
Da werden Hemimorphite und Calcite fotografiert, die sehen farblich eher wie Coelestin aus, Pyrite
die auf den ersten Blick wie Bleiglanz aussehen, Cerussite und Leiteit, die farblos sein sollen,
auf dem Foto jedoch hellgrün aussehen, weißer Dolomit und farbloser Willemit, die auch gut
als Coelestin durchgehen würden und...  und...  und...
Aber als Krönung des Ganzen finde ich, wenn durch die Bewertungen, die für solche farbverfälschten Fotos
abgegeben werden, diese Fotos auch noch als "Foto des Tages" hochgejubelt werden.

Aber vielleicht betrachten und fotografieren ja mittlerweile die meisten Menschen ihre 
Mineralien mit minderwertigen LED-Lampen und kennen nicht mehr die typische "natürliche" Farbe.

Glückauf
aus dem Ruhrgebiet
Klaus Krause








Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 03 Jan 13, 22:05
Hallo,
abgesehen davon, dass ich von Matteo Chinellatto noch nie ein schlechtes Bild gesehen habe und wir ihm unzählige wahre Meisterwerke verdanken, entspricht dieses Bild trotzdem ganz und gar nicht dem, was ich unter natürlichem Sehen verstehe. Wenn ich mit einer Wulfenitstufe ins Tageslicht gehe, werde ich niemals ein Bild wie dieses sehen - nämlich, dass 2 gegenüberliegende Flächen gleich spiegeln. Das stört mich persönlich mehr als so manche Farbverfälschung.

Glück auf
aus Bad Bleiberg
Rudolf Hasler
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: nwsachse am 03 Jan 13, 22:20
Hallo,
man würde die Stufe aber in natura sicher nicht nur stur von einer Position aus betrachten, sondern sie langsam etwas drehen und wenden, oder seine Position verändern, um auf verschiedene Kristallflächen, auch mit unterschiedlichem Lichteinfall zu blicken.
Das Bild fasst meiner Meinung nach diese Betrachtungsweise zusammen.

nwsachse
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: kraukl am 03 Jan 13, 22:22
Speziell für dieses Foto:
Wulfenit, Größe: 1,9 mm

Wenn du damit ans Tageslicht gehst, wirst du Schwierigkeiten haben, den Kristall zu sehen.
Wenn du ihn unterm Mikroskop betrachtest, kann es sehr wohl vorkommen, wie auch Tobi
schon geschrieben hat, dass er so zu sehen ist, wie auf dem Foto.

Anders die Farbverfälschungen, das betrifft schon Stufen, die man ans Tageslicht nehmen
könnte und die dann ganz anders aussehen.
Das stört mich und zwar ganz erheblich!
Soll ein Anfänger meinen, Hemimorphit ist hellblau?? - Der Eindruck entsteht hier !

Glückauf
Klaus Krause
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: nwsachse am 03 Jan 13, 22:50
Von Tageslicht hatte ich nichts geschrieben, abgesehen davon, könnte man sich ja auch mit seinem Binokular auch, entsprechende Jahreszeit, Tageszeit und Wetterbedingungen vorausgesetzt, z. B. auf den Balkon oder die Terrasse setzen.
Ich halte das für ein sehr gutes Foto und werde es nicht weiter "zerreden".

Jörg N.
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: kraukl am 04 Jan 13, 19:24
Hallo Jörg, N.

mit meinem Posting warst du nicht gemeint!

Ich halte das Wulfenitfoto ja ebenfalls für sehr gut.

Glückauf
Klaus Krause
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 09 Jan 13, 23:57
Hallo,
ich nehme an, mit dem Posting von Klaus war wohl ich gemeint. :'(
Mit den Farben hab ich stets Probleme. Kann sein, dass ich auf Grund der
verschiedenen Beleuchtungen (Mineralienschrank - Photolampen - Tageslicht) sowie
der altersbedingten Abnahme der Sehleistung unterschiedliche Farbnuancen nicht mehr
erkenne. Tut mir leid, dass einige meiner Bilder trotzdem zu Bilder des Tages hochgejubelt
wurden.

Grüße
Rudolf
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: uwe am 10 Jan 13, 11:11
@Rudolf,

Die Sehleistung nimmt im Alter nicht unbedingt ab, aber die Linse verfärbt sich gelbbraun. Ich habe es nicht bereut, mir neue Linsen in die Augen einsetzen zu lassen. Ich hatte es schon mal gepostet, aber der Farbeindruck danach ist phänomenal. Eine für mich vorher blassgraue Amethyststufe habe ich danach wieder in die Sammlung gelegt, denn die Farbe war plötzlich ein herrliches Veilchenblau. Übrigens, alle meine Bilder mußte ich nachträglich korrigieren.

Also, vielleicht sollte man die veröffentlichten Bilder nach Altersklassen ordnen  ;D.

Uwe
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Wegschmeißit am 10 Jan 13, 11:29


Also, vielleicht sollte man die veröffentlichten Bilder nach Altersklassen ordnen  ;D.



Supi. Dann gibt es jedes Foto demnächst viermal:
von 0-20
von 21-40
von 41-end
und einmal in Blindenschrift!  ;D

Dirk
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 10 Jan 13, 21:55
Uwe,

das mit den Linsen scheint mir sehr plausibel, denn meine Amethyste kommen mir auch immer blasser vor. Hab sogar schon mal gedacht, sie verlieren die Farbe.

Glück auf

Rudolf
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Heinrich am 12 Apr 13, 18:12
Hallo
Ich finde es ist von der Technik ein Spitzenfoto wie alle Fotos die ich von Matteo Cinellato bisher gesehen habe.
 
Das Beleuchten von Kristallen ist ein schwieriges Thema.
Jch benutze verschiedene Lampen. 1 Ringleuchte mit 70 Leds dimmbar zum betrachten ist sie super beim Fotorafiern hat sie aber ihre Grenzen
weil das Licht nur von oben kommt.
2 Ledlampen an biegsamen Armen ( alles aus dem Baumarkt und ein bischen umgebaut ) Sie sind zum Flächen ausleuchten besser geeignet
weil ich mit seitlichen Licht meistens bessere Ergebnise erreiche. Die Ledlampen sind ca 10mm im Durchmesser und somit komme ich sehr dicht an das Objekt heran.

Gruß Heinrich 
Titel: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Brodi69 am 22 Apr 13, 09:55

Ein kleiner Versuch mit neuen Mitteln, Kritik und Beurteilung erwünscht!!!

P.S.: Für diese Stufe existiert bereits ein potenzieller Käufer...

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1366617015.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1366617015.jpg)
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Glück auf am 22 Apr 13, 11:30
Hallo Christian :)!  Finde sieht doch ganz gut aus. Natürlich ist es sicher schwer so viele farblose Kristalle nebeneinander so hin zubekommen das man die Abgrenzung gut erkennen kann. Habs bei einem Ähnlichen Stück mal versucht, war nicht so gut wie deines.  Ob man es noch besser hin bekommt, weiß ich nicht,
kann dir da kaum mit Tips dienen. Scharf sieht es jedenfalls aus.   Alles Gute!  :)  Klaus
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Baryt-X am 22 Apr 13, 12:30
Hallo Christian.

Es hat mir den Anschein, als seien an den rechtsseitigen Kristallflächen doch recht starke Lichtreflexe deiner Leuchtmittel zu erkennen.
Arbeitest du mit Diffusor? Wenn nicht - ist im Allgemeinen sehr hilfreich!   ;)

Gruß Andi
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Brodi69 am 22 Apr 13, 12:52

Hallo Andi

Da hast du recht, rechtseitig am Rand ist etwas viel Licht drin. Kann sein, dass ich den Hauptspot zuwenig abgedeckt habe, denn ich arbeite grundsätzlich mit matierten Aluflächen als diffus reflektierende Lichtquellen, die müssen aber irgend wo her das Licht bekommen.

Gruss
Christian
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Xyrx am 20 May 13, 10:40
Hallo,

interessant finde ich die Methode, eine solche Stufe auf hochreflektierendem schwarzen Untergrund zu fotografieren (polierte Stahlplatte?). Für mich sehen Fotos mit ausgeschnittenen Stufen oder Kristallen, vielleicht vor farbigem eingeschnittenem Hintergrund viel zu unnatürlich aus. Da schwebt (z.B.) ein Kristall völlig schwerelos vor himmelblauem Hintergrund. Klar sind solche Fotos auch von hervorragender Qualität und machen sicher viel Arbeit. Aber eben kommt sowas mir zu künstlich rüber. Mag man sich gerne drüber streiten, jeder hat eben einen anderen Geschmack.

LG Xyrx
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 24 May 13, 13:47
2 Bilder von einem Negativzepter. Bitte bewerten. Möchte gerne wissen, welches Bild euch besser oder nicht gefällt.


(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1369395307.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1369395307.jpg) [size=78%](https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1369350327.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1369350327.jpg)[/size]


Grüße
Rudolf

Titel: Re: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Wegschmeißit am 24 May 13, 13:59
Hallo Rudolf.

Das linke Bild ist besser, weil heller!

Gruß Dirk
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Krizu am 24 May 13, 16:11
Hallo,

ja, das linke. Details sind erkennbar.

MfG

Frank
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Tobi am 24 May 13, 16:15
Ganz klar links, das rechte ist viel zu dunkel.
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Rudolf Hasler am 25 May 13, 00:42
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich habs mir gedacht, dass das 1. Bild viel besser ankommt.
Es ist verrückt, denn mir, da ich das Stück in natura kenne, gefällt das 2. besser. Wenn es zwar auch nicht die wirkliche  Brillanz des Zepters
wiedergibt, so kommt es meiner Meinung nach dem Charakter dieses Stücks näher als das erste.


lg
Rudolf
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Krizu am 25 May 13, 11:27
Hallo,

auch zur Beleuchtung gibt es im Histogramm Hinweise:
Das Histogramm der Helligkeit sollte annähernd gaussverteilt um 50%sein und den Bereich voll ausnutzen.

Schau doch auch mal bitte unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Ansel_Adams#Das_Zonensystem
das System an.

LG

Frank
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Harald Schillhammer am 25 May 13, 16:51
Hallo,

auch zur Beleuchtung gibt es im Histogramm Hinweise:
Das Histogramm der Helligkeit sollte annähernd gaussverteilt um 50%sein und den Bereich voll ausnutzen.

Schau doch auch mal bitte unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Ansel_Adams#Das_Zonensystem
das System an.

Gilt für den Optimalfall und im Fall von A.A. auf die S/W-Fotografie bezogen. In der Farbfotografie müsste man sich die Histogramme getrennt für die Farbkanäle ansehen (manche Leute wundern sich daher, dass eine Tonwertkorrektur oft zu Farbverschiebungen führt).
Gerade in der Mineralienfotografie kann es aber zu ganz wilden Luminanzverteilungen kommen wo das Zonensystem überhaupt nicht mehr greift. Hin und wieder muss man sogar (in vertretbarem Rahmen) ausgebrannte Spitzlichter in Kauf nehmen.

Rudolfs Fotopaar demonstriert sehr schön ein Problem des Fotografierens von durchsichtigen Kristallen. Entweder Fläche oder Transparenz. Das rechte Bild entspricht sicherlich mehr der Wirklichkeit, aber dann muss man sich was einfallen lassen um die verschwundenen Kristallränder wieder sichtbar zu machen. Da hilft nur viel Experimentieren, denn ein generell gültiges Beleuchtungskonzept gibt es nicht. Was bei einer Stufe wunderbar funktioniert kann bei der nächsten völlig in die Hose gehen.

lg
Titel: Re: Ausleuchten der Kristallflächen
Beitrag von: Krizu am 25 May 13, 18:40
Hallo,

es hängt vom betrachteten Farbsystem ab. Deshalb schrieb ich über den Helligkeitswert. Daher würde ich nicht im RGB-System rechnen, gerade für den Kontrast, sondern im Lab. Jede Farbe lässt sich in einen Helligkeitswert und in einen Farbort zerlegen. Darauf basiert unser Farbfernsehen. IMHO 75% der Bandbreite für den SW-Anteil und nur 25% für die FArben. Das Auge sieht Details deutlicher im Hell-Dunkel-Kontrast als im Farbraum. Nehme dir mal ein Bild und reduziere den L-Wert und des FArbrausm einzeln. Du wunderst dich wie weit du die Farben reduzieren kannst.

Einige Bildoptimierungen in Gimp sind z.B. Zerlegung in LAB, optimierung im L-Raum und zusammenführen ohne den Farbraum ab zu verändern. So werden farbige Ränder und andere Artefakte vermieden und das Bild kkommt knackiger rüber.

Auf der anderen Seite hast du Recht - Abweichungen von der Theorie sind bei Reflexen etc notwendig, aber ein Maximum um 128 und eine volle Ausnutzung des Histogramms im L-Wert sind in der Regel gute Indikatoren.

MfG

Frank