die Zillertaler Granate werden erwähnt!
Die abgebildeten Granate sind meiner Meinung willkürlich oder parallel verwachsene Kristalle und keine Zwillinge.
Bei einem Zwilling müsste doch die Symmetrie erhöht sein ...
Und - bitte vergesst nicht und / oder verzeiht mir - ich bin weder Mineraloge noch Kristallograph -
nur ein Mineraliensammler mit Spaß an Mineralien-Journalismus und Freude daran, alle Facetten, die Geschichte und die besten Vorkommen eines Minerals zu entdecken und zu beschreiben.
Hallo Peter
Ein sehr interessantes gutes Portrait, da muss man öfters reinschauen.
Dir und Deinem Team vielen Dank dafür.
Ich kann auch noch was Interessantes zeigen.
Da Granat muschelig bricht, war er eigentlich wenig geeignet in Fibeln und Schmuck, von der Antike bis zur Merowingerzeit verarbeitet zu werden. Es wurde lange von Archäologen nach einem Schleifzentrum gesucht und nicht gefunden. Aber es gibt eine Fundregion in Indien, Rajmahal, in welcher Granate zu finden sind, die sich in dünne Plättchen spalten lassen.
Dies war schon in der Antike bekannt und wurde durch Händler über das Römische Reich bis zu unseren Vorfahren gebracht.
Bei einem sensationellen Fund 2005 in Unterhaching nahe am Hachinger Bach, wurden Familiengräber aus der Zeit um 500 n. Chr. freigelegt. Dies war die Epoche, in der sich der Stamm der Bajuwaren zu formieren beginnt.
In Grab 5, ein Frauengrab wurden neben andern wertvollen Grabbeigaben, auch zwei ca. 6cm große Scheibenfibeln von einmaliger Schönheit gefunden.
Diese zeigen vier Adler deren Flügel aus Granat, die Brust und der Kopf aus Malachit und darin eine Perle, das Auge und der Schnabel sind aus Glas. Das ganze auf einer vergoldeten Bronzeplatte. Durch Untersuchungen konnte die Herkunft der Frau und Ihrer Tochter auf Oberitalien festgelegt werden. Sie war wahrscheinlich eine Tochter oder Enkelin des Ostgotenkönigs Theoderich, welcher gute Beziehungen zum frühbajuwarischen Adel hatte und hierher verheiratet war.
Der Granat aus diesen Gräbern konnte durch Analysen einwandfrei dem Granat aus Rajmahal zugeordnet werden.
Alle Funde sind in der Archäologischer Staatssammlung München untergebracht.
Die nachfolgenden Bilder zeigen.
1. Eine Scheibenfibel im Original, gereinigt.
2. Eine Scheibenfibel als Replik
3. Den Granat aus Rajmahal, der die gleiche ch. Zusammensetzung wie die der Fibeln hat.
Schöne Feiertage
Manfred
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1356264626.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1356264626.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1356264671.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1356264671.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1356264845.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1356264845.jpg)
Der Granat aus diesen Gräbern konnte durch Analysen einwandfrei dem Granat aus Rajmahal zugeordnet werden.
Eine systematische Untersuchung der Granate und ihrer Einschlüsse mit der Raman-Spektroskopie wurde bei der LMU in München durchgeführt. Bei dieser Methode wird monochromatisches Laserlicht, welches auf ein Volumen von etwa 1 mm³ fokussiert werden kann, inelastisch an Molekülen oder kristallinen Festkörpern mit kovalenten Bindungsanteilen gestreut und ein charakteristisches Spektrum erzeugt. Damit lassen sich nicht nur winzige mineralische und fluide Einschlüsse zerstörungsfrei identifizieren, es können auch die chemischen Hauptkomponenten des Wirtskristalls bestimmt werden.
Ich schaffe es mit meinem Raman-Spektrometer z.B. nicht einen Almandin von einem Pyrop zu unterscheiden :-[
welches Gerät verwendest du für diese Messungen? Durch ein Mikroskop oder eher ein Gerät fürs Grobe?
Bei dieser Methode wird monochromatisches Laserlicht, welches auf ein Volumen von etwa 1 mm³ fokussiert werden kann, inelastisch an Molekülen oder kristallinen Festkörpern mit kovalenten Bindungsanteilen gestreut und ein charakteristisches Spektrum erzeugt. Damit lassen sich nicht nur winzige mineralische und fluide Einschlüsse zerstörungsfrei identifizieren, es können auch die chemischen Hauptkomponenten des Wirtskristalls bestimmt werden.Ich weis nicht was Raman leisten kann, ich habe obige Aussage aus dem Buch zitiert.
Jetzt geht es generell darum weitgehends alle Garanatfunde des frühen Mittelalters, Fundstellen zuzuordnen, um Licht in die Handelswege dieser Zeit zu bringen. Dazu müssen aber fast noch alle in Frage kommende Fundstellen untersucht werden , ich denke das dauert noch.
Zum Granat; Es wurden die Einschlüsse bestimmt und man kann doch aus der Art und Menge der Einschlüsse im Vergleich dann den gefundenen Granat einer Fundstelle zuordnen. Darum geht es bei diesem Projekt.Volle Zustimmung, das funktioniert sicher gut.