Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Italien / Italy => Thema gestartet von: vanderheide am 23 Dec 12, 22:56
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Verehrte Mineralienkenner
Kennt jemand dieses Gestein?
Fundort: „Valle Vigezzo“ von Malesco nach Finero etwa auf 900 Meter, nebst der einzigen starke Rechtsnadelkurve, im Gelände
Koordinaten/ Google Earth: Breite 46° 6'52.79"N Länge 8°31'41.51"E
Geodaten Swisstopo: 684233, 107565
Grösse: 110 X 85 X 80 mm
Es scheint mir aus vier Mineralien zusammengesetzt
Aufnahmen:
1. Bild und 2. Bild
A besteht aus:
1 ein graues Material
2 mit metallisch glänzenden Partikeln
B ist ein helles, gelblich oder rötliches Material
C sind besonders dunkle Einschlüsse
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Microaufnahmen:
A je nach Lichteinfall erscheinen sehr kleine Partikel metallisch glänzend
Der Stein zieht einen Magneten an. Habe ich es hier mit Magnetit zutun?
B das rosafarbene Material – sieht etwas körnig aus – ist das Plagioklas?
C die dunkle Flecken – ich habe keine Ahnung
Vielen Dank für Hinweise
Gruss
Hans
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und hier noch der Rohstein
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Hallo,
Für die genaue Bezeichnung des Gesteins gibt es andere, die das beantworten werden. Die metallisch glänzenden Teile können in dieser Gegend Magnetit und/oder Chromit sein.
Günter
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Lieber Günter,
Besten Dank für Deine Reaktion. Tatsächlich zieht dieser Stein mein Magnet zu sich. Da wird es wohl Magnetit drin sein. Was es sonst ist? Nach allen Beschreibungen, die ich von anderen Steinen erhielt, glaube ich es hier mit Amphibolit zu tun zu haben. Ich dachte zunächst es war Gabbro. Diese Gegend ist für Spezialisten sogar schwer. Ich traf kürzlich einen Geologen, der sich wirklich gut auskennt. Da gestand er mir, dass in der unmittelbaren Nähe der Insubrische Linie, die Steine so metamorph sind, dass eine Bestimmung manchmal nicht möglich ist. Vielleicht hörte ich deswegen nichts mehr.
Gruss
Hans
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Hallo Hans,
entsprechend der Aufnahmen scheint es so (besonders auf der zweiten Aufnahme oben gut zu erkennen), als ob einige der Anhäufungen dunkler Minerale aus etwas heller erscheinendem Pyroxen bestehen, der von schwarzem Amphibol umkränzt ist. Es ist gut möglich, dass die Anhäufungen heller Minerale im Wesentlichen aus Plagioklas bestehen. Die feine Granulierung der hellen Minerale könnte ein Hinweis auf eine metamorphe Überprägung des Gesteins sein.
Viele Grüße
Sprotte
PS: Sind unter Umständen staubfeine Körner von Granat erkennbar?
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Hallo,
Ganz leicht ist es nicht diesmal. Das hellere der dunklen Minerale ist Pyroxen, das dunklere dürfte Amphibol sein. Der helle Anteil ist überwiegend Feldspat (Plagioklas). In dem Gebiet stehen basische Gesteine der Ivrea- und Sesia-Lanzo-Zone an. Könnte demnach entweder ein basischer Metamorphit (Amphibolit oder basischer Granulit) oder ein (Meta-)Gabbro sein.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo Sebastian,
an basischen Granulit (mafischen Granulit) hatte ich auch gedacht (daher meine Frage nach Granat). Ich habe mehrere Geschiebe von mafischem Granulit aus Südwestschweden vor mir liegen, die alle von Amphibol umkränzten Pyroxen enthalten. Die Amphibolcorona ist dabei ein Produkt einer retrograden Metamorphose.
Viele Grüße
Sprotte
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Hallo,
@Sprotte: Diese Grt-Px-Teile kenne ich auch. War 2004 in der Ivrea-Zone und Sesia-Lanzo-Zone und hab da auch so was gesehen. Dort gibt es allerdings auch Orthopyroxen, der retrograd in Amphibol umgewandelt ist.
Am sichersten wäre vermutlich, das gezeigte Gestein hier als Amphibolit zu bezeichnen, gleich, ob es ein durch prograde Metamorphose entstandener Amphibolit ist oder ein retrograd aus Granuliten oder durch Metamorphose aus Gabbro entstandener ist. Alles wäre von der Lage her möglich.
Glück Auf!
Sebastian