Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Messgeräte, Detektoren / Measuring devices, Detectors => Thema gestartet von: Roadrunner am 05 Jan 13, 17:22

Titel: Messgerät gebaut - Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 05 Jan 13, 17:22
Hallo Leute,

hab mir einen Strahlungsmesser gebaut und suche geeignete Teststrahler wie zum Beispiel kleine Belegstücke von Pechblende, Tobernit, Autunit oder solche Sachen. Kann mir jemand hierbei helfen, ich wollte dieses Jahr mal nach Schlema, aber vorher wollte ich den Strahlungsmesser mal testen.
Wenn jemand Teststufen übrig hat, bitte melden.
Danke
Glück auf
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: pseudonym am 05 Jan 13, 21:38
Schreib mir mal ne Pn ,Kannst bissel Urancircit kriegen .
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: limestone am 05 Jan 13, 21:46
Hallo Mark,
Strahlungsmesser gebaut, interessant.
Schreib doch mal ein paar Einzelheiten zu dem Teil.
Glück Auf
Ralf
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 06 Jan 13, 18:46
Hallo Leute,
ich hab euch beiden mal ne PN geschickt.
Zu dem Strahlungsmesser gibts nicht viel zu sagen. Ist ein Bausatz von Elektor und arbeitet mit PIN Fotodioden BPW 34. Ich hatte allerdings etwas Anfangsschwierigkeiten damit. Erst eine falsche Lötbrücke, und dann als größtes Problem die Abschirmung. Die Diode(n) müssen absolut Licht und HF dicht sein und der Vorverstärker hört im wahrsten Sinne des Wortes das Gras wachsen. Erst eine RC Kopplung zwischen Vorverstärker und Zähler brachte die Sache zum laufen. Mit einer Diode hab ich eine Hintergrundstrahlung von 0,33-0,66 Imp./Min. bei Level 9. Mit 5 Dioden hab ich aktuell zwischen 14-22 Imp./ Min bei Level 3.
Das Teil lässt sich mit dem PC über USB verbinden und dort kann man auch den Level (Signal Rausch Abstand) einstellen. Kostenpunkt war 39,95 € für den Strahlungsmesser und 15 € für die USB Platine zzgl. Versand.
Hab alles in einen alten DVD Brenner (PC Laufwerk) eingebaut, da ich in Sachen Gehäusebau ne ziemliche Niete bin.
Sieht nicht schön aus, funktioniert aber.
Siehe auch www.elektor.de unter "Strahlungsmesser"
Bin aber auch am überlegen ein Zählrohr zu bauen, mal sehen was daraus wird. Die Dinger sind aktuell sowas von teuer geworden, Fukushima sei Dank.
Bis dann und Glück auf
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Glück auf am 07 Jan 13, 19:07
Hallo!  Hab das selbe Angebot wie pseudonym für dich:Schreib mir mal ne Pn ,Kannst bissel Urancircit kriegen .
Es sei der es zuerst wollte, meldet sich noch mal.  Weist du dich vor der Strahlung zu schützen?
 Gruß Klaus :)
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 26 Jan 13, 17:10
Hallo Leute,
vielen Dank an "Pseudonym" für den "Teststrahler". Hab das Paket heute erhalten und auch gleich mal probiert.
Auf Wunsch einzelner ;D hab ich mal ein paar Fotos gemacht. Ich muss sagen das Ding ging ganz schön ab, mehr als ich dachte :D.
Auf den Bildern ist folgendes zu sehen, hoffe das mit den Anhängen funktioniert auch.
Bild 1 der Strahlungsmesser von oben. Die Anzeige zeigt folgendes an:
oben Links der Level 3 (Empfindlichkeit welche sich per USB einstellen lässt),
darunter die gesamte Zeit der Messung,
Rechts oben die Impulse gesamt,
Rechts unten die Impulse pro Minute.
Der Zähler rechnet automatisch nach jeder Minute die Impulse pro Minute aus.
Langzeitmessungen sind möglich. Hier zu sehen ein Nulldurchlauf ohne Testobjekt mit 16 Impulsen pro Minute.
Bild 2 ist der Strahlungsmesser von vorn zu sehen mit den 5 Pin Fotodioden (original nur eine), welche in Alufolie eingewickelt sind (Abschirmung ist hier sehr schwer hinzubekommen)
Bild 3 ist das Ergebnis mit Testobjekt und nun satte 599 Imp/min!!!
Das ist meiner Meinung nach ein ziemlich eindeutiges Ergabnis, oder?
Bis dann
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: pseudonym am 26 Jan 13, 17:57
Na das sieht doch gar nicht schlecht aus ! Gute Arbeit -  und Prototypen sind nunmal noch net perfekt ,keine Sorge  .

Schön das mein Strahler endlich angekommen ist .

Nun kannst du ja am Design arbeiten  ;D , ich hätt das mit den Elektronickram nich hinbekommen !

Bei Conrad gabs früher mal Gehäuse zu kaufen , schau mal rein vielleicht gibts die noch . . .
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 26 Jan 13, 18:05
500 Impulse sind doch voll in Ordnung. Wenn du mal 50.000 hören willst:

http://www.youtube.com/watch?v=vZ0JsSwMQD4 (http://www.youtube.com/watch?v=vZ0JsSwMQD4)

Anmerkung: das gute Gerät wird pro Skala eine Ecke leiser.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 26 Jan 13, 18:55
Hallo,

@Pseudonym: Danke sehr, aber ich denke den Elektronikkram hättest Du auch hinbekommen ;D. Vieleicht sogar besser als ich :).

@Alcest: Wow, das Ding geht ja voll ab. Die Pechblebnde ist aber auch eine Megastufe. In der Größe würd ich die mir nicht in die Sammlung stellen, das ist mir dann doch etwas zu stark strahlend. Interressant wäre hier nur ob das Zählrohr ein Mantelzählrohr ist und somit alle Arten (Alpha, Beta und Gamma) misst. Durch die Abschirmung meiner Fotodioden aus Alufolie und das Plastikgehäuse der BPW 34 sind Alpha's leider nicht messbar. Alpha's werden leider bereits von einem Blatt Papier oder dünner Alufolie effektiv abgeschirmt, natürlich auch abhängig von ihrer Energie. Da diese aber die größte Energie haben und auch bei Pechblende und dergleichen sehr stark vertreten ist kann es sein das die Ergebnisse mit einem Fensterzählrohr in Größenordnungen abweichen können.
Es gibt zwar auch Möglichkeiten mit PIN Dioden Alpha's zu messen, aber hier ist wieder die Abschirmung gegen Licht und elektrische Felder das Problem. Ginge also nur in einer lichtdichten Dose oder ähnliches.
Der einzige Vorteil der Messung mit Halbleitern ist die nicht benötigte Hochspannung für das Zählrohr und zeitens der Preis der Komponenten (Zählrohre sind momentan sowas von überteuert)!
Bis dann
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 26 Jan 13, 19:07
Das ist übrigens diese Stufe:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1346660113.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1346660113.jpg)

So riesig ist die gar nicht. Mittlerweile hat sie schon den Besitzer gewechselt. Dafür, dass das Stück nur einen recht dünnen Pechblendeüberzug hat, knallt es aber wirklich heftig.

Ausgelegt ist das Messrohr für Beta+Gamma. Vor dem Fenster lässt sich eine Metallblende anbringen, dann gehen die Impulse schon ein ganzes Ende runter.

Ich bin technisch wohl nicht so versiert wie du, doch was ich sehr interessant finde ist diese App für Smartphones, die Strahlendosen misst. Ich hab davon mal ein Video mit Vergleich zum großen Dosimeter gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=uX-IusrJdmc (http://www.youtube.com/watch?v=uX-IusrJdmc)
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 26 Jan 13, 19:37
Hallo Alcest,

Diese Stufe ist von Dir? Die hab ich bereits bei der Halde 309 im Anhang (Mineralienatlas) gesehen und fand sie sehr interessant. Sag mal kann man dort solche Minerale einfach finden, oder ist es recht schwer bzw. selten zu finden?
Ich wollte die Halde bzw. die 310 im Frühjahr besuchen. Kannst Du mir eventuell einen Tipp geben auf was ich achten sollte (Gangarten, Gesteine, Minerale ect.)?
Hab nicht vor kiloweise Uranminerale zu suchen, aber einige kleine Stüfchen wären schon schön. Von den anderen Mineralen mal ganz abgesehen.
Bis dann
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 26 Jan 13, 19:47
Die Stufe war gekauft. Ich glaube, die Wismuthalden sind nicht mehr ergiebig und größtenteils rekultiviert. Solche Stufen sind wohl noch Relikte aus aktivem Abbau und seit den 90ern nicht mehr zu finden.
Ich habe verschiedene Videos gesehen, wie Sammler mit Sonden inklusive riesigen Zählfenstern nach den Uranmineralen gesucht haben, um überhaupt was zu finden.

Ich kenne einen Sammler aus der Ecke, der Reicherze bis in den mSv/h-Bereich und größer als 15 cm verkauft. Das liegt dann im dreistelligen Bereich. Selbstfunde kann man wohl vergessen, selbst bei Belegen wirds kritisch.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: berthold am 26 Jan 13, 20:18
Hallo,

Zitat
Bild 3 ist das Ergebnis mit Testobjekt und nun satte 599 Imp/min!!!

hmm, das sind ca. 10 cps. Das möchte ich nun wirklich nicht als "satt" bezeichnen. Es ist einfach zu wenig um im Gelände z.B. ein Uranmineral aufzuspüren.

Nur so zum Vergleich: Ich habe mit meinem Szintillationszähler schon mehr als 40.000 cps (nicht Imp/min) in freier Natur gemessen - ohne ein Uranmineral zu sehen.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: zinnwald am 26 Jan 13, 21:09
Richtig Berthold,

das alles ist nur ein Furz !
Aus Ermangelung eines Transportmittels ist mir im Sommer 2012 eine ca. 100 kg Uranstufe auf der 371 durch die Lappen gegangen, zu schwer ! Auf 5 m Entfernung schlug der Dektor an.
Grabe mit Sackkarre im Frühjahr nach. Fundericht folgt den hier.
Gruß
Bodo
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 26 Jan 13, 21:22
Auf http://unitednuclear.com/index.php?main_page=product_info&cPath=2_5&products_id=819 (http://unitednuclear.com/index.php?main_page=product_info&cPath=2_5&products_id=819) kann man künstliche Nuklide erwerben, die angeblich 22 Millionen Zerfälle pro Minute aufweisen. Generell sind die künstlichen Kandidaten strahlungstechnisch sehr viel gemeiner als das gemeine Uranerz. So wirklich bewusst geworden ist mir das erst, als ich mal zufällig dieses Video hier gesehen habe: http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y (http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y). Man spule bis zum Ende vor - ein kleines Fragment weit unter einem Millimeter sprengt den ollen Gammascout, angeblich sind das Sievert/Stunde.

Bodo, wie kommts eigentlich, dass du hier von 100kg-Stufen Uranerz redest und mir gleichzeitig erzählen möchtest, dass ich von ein paar Sekundärmineralen sterben werde? Paradox.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 27 Jan 13, 11:59
Hallo,
@Zinnwald: Willst Du wirklich einen 100Kg schweren Brocken Pechblende in Deiner Wohnung haben, oder baust Du privat ein kleines Kraftwerk? Na ja bei den Strompreisen kann ich das ja verstehen ;D, aber 100kg, das ist ein ganz schöner Brocken. Ich glaube Pechblende hat zwar ne recht hohe Dichte, aber der Brocken sollte immer noch ganz schöne Ausmaße haben. Ich dachte die 371 sei bereits völlig saniert und abgedeckt, kann man denn dort trotzdem noch was finden?
@Alcest: Das Video ist recht interressant und macht auch nachdenklich. Wenn solch kleine Brocken solche Strahlenwerte abgeben können, das macht einem ja richtig Angst. Mein Englisch ist nicht das beste aber hab ich das richtig verstanden das das ein Fragment aus Tschernobyl war? Direkt neben einer befahrenen Straße?
Wär auch interressant zu wissen wie weit weg das Teil vom Reaktor gefunden wurde.
Bis dann
Roadrunner
P.S. Wenn wir als Menschheit nicht aufpassen, ruinieren wir uns selbst und wir sind leider bereits mitten dabei dies zu tun!
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: alihofi am 27 Jan 13, 14:07
Hallo,

stimmt, die Halde 371 ist so gut wie vollständig saniert und abgedeckt. Es werden noch von einer Fremdfirma Wege angelegt und gelegentlich wird noch Fremdmaterial auf der /II eingelagert. Demnach sind Fundmöglichkeiten sehr gering  >:(

Glück Auf
alihofi



Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Bart0815 am 27 Jan 13, 17:51
Moin,

die große Pechblende von der hier die Rede ist steht nun bei mir in der Sammlung. Die Stufe ist für eine Pechblende schon recht groß, aber nicht riesig.
Habe lange nach so einer Pechblende gesucht. Auf Börsen oder im Internett findet man nichts in der Größe.
Danke nochmal an Alcest für diese schöne Stufe!

Gruss
Christian
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Glück auf am 27 Jan 13, 18:25
Sorrry! Hast du da keine Bedenken :o? Oder haste gut gesichert?  Alles Gute!!  :) Klaus
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Bart0815 am 27 Jan 13, 18:36
Hallo Klaus,

habe bei der Stufe absolut keine Bedenken. Habe die Stufe nicht in meiner Wohnzimmervitrine. Sie steht im Keller. Beim Youtube Video hat die Stufe keinerlei Abschirmung, das Zählrohr liegt direkt auf der Stufe auf. Ich habe die Stufe gedost, dies gut zugeklebt. Das ganze dann zusätzlich in einer Luftdicht verschweißten, dicken Folie. Da sieht es schon ganz anders aus.

Ich gehe mit allen meinen radioaktiven Stufen wirklich respektvoll und vorsichtig um, aber Angst davor hab ich absolut nicht.

Gruss
Christian
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 27 Jan 13, 18:40
Hier noch ein zweites Video zu der Stufe: http://www.youtube.com/watch?v=S7xX4paj_4k (http://www.youtube.com/watch?v=S7xX4paj_4k).
Da ist die Hülle noch drum und der Abstand zum Zählrohr beträgt wenige Zentimenter. Schon da ist der Unterschied zu erkennen, wenn ein wenig Luft und Plastik vor dem Erz ist.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Glück auf am 27 Jan 13, 18:44
Das freut mich :)!  Hatte eben etwas Angst um dich ;) ;D   Glück auf!!  Klaus
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: cmd.powell am 27 Jan 13, 19:15
So wirklich bewusst geworden ist mir das erst, als ich mal zufällig dieses Video hier gesehen habe: http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y (http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y). Man spule bis zum Ende vor - ein kleines Fragment weit unter einem Millimeter sprengt den ollen Gammascout, angeblich sind das Sievert/Stunde.

Ich will ja nix sagen, aber da liegst Du 3 Zehnerpotenzen zu hoch: es sind 17 mSv/h und die Tante flüstert (wieso eigentlich, zerfallen bei höherer Lautstärke vor Schreck noch mehr Atome  ??? ) was von 17.000 µSv/h. Gesund ist der Wert jedoch trotzdem nicht...
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 27 Jan 13, 20:02
So wirklich bewusst geworden ist mir das erst, als ich mal zufällig dieses Video hier gesehen habe: http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y (http://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y). Man spule bis zum Ende vor - ein kleines Fragment weit unter einem Millimeter sprengt den ollen Gammascout, angeblich sind das Sievert/Stunde.

Ich will ja nix sagen, aber da liegst Du 3 Zehnerpotenzen zu hoch: es sind 17 mSv/h und die Tante flüstert (wieso eigentlich, zerfallen bei höherer Lautstärke vor Schreck noch mehr Atome  ??? ) was von 17.000 µSv/h. Gesund ist der Wert jedoch trotzdem nicht...

Hallo,

ich beziehe mich auf die Videobeschreibung:
"the readings on my gamma scout are far off, because the geiger-mueller tube is overflowing - thus, showing a false-low reading. the dose rate for skin contact is in the multiple sieverts per hour range."
Kurzfassung in Deutsch: die Impulse überfordern das Plastikgeschoss für 400€ und die reale Dosis soll mehrere Sievert pro Stunde betragen. Ob das nun stimmt, sei dahingestellt.

Um nochmal zum Fragment zurückzukommen: ja, so geschmolzenes Zeug wurde dort massenweise durch die Gegend geschossen. Dazu kam dann noch der ganze radioaktive Staub, der sich unregelmäßig verteilte und einzelne Stellen extrem kontaminierte. Hier mal eine Karte aus Wikipedia: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Tchernobyl_radiation_1996-de.svg/591px-Tchernobyl_radiation_1996-de.svg.png (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Tchernobyl_radiation_1996-de.svg/591px-Tchernobyl_radiation_1996-de.svg.png)

Interessant fand ich, dass bei den "wichtigsten" freigesetzten Nukliden kein Uran auftaucht. Bis ich mich sammelbedingt mit der Radioaktivität auseinandersetzte, war Uran für mich immer der Sündenbock aller Strahlungsschäden.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: smoeller am 28 Jan 13, 12:35
Hallo,

@Alcest: Das liegt daran, dass Uran von all den freigesetzten Radionukliden am unschädlichsten und in der momentanen Strahlungsbilanz am niedrigsten ist. Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Uran hat eine extrem lange Halbwertszeit. Die liegt bei U-238 (das ist fast 97 % des gesamten Urans im Brennstoff) bei 4,5 Mrd. Jahren. Und berechnet auf die Menge der Zerfälle pro Sekunde kommt da trotz der großen Menge weit weniger raus als bei Halbwertszeiten von Tagen oder Jahren

2. Uran ist ein metallischer Feststoff, der v.a. in reduzierender Umgebung (Moore Sümpfe, vermodernde Blätter) recht gut gebunden wird. Im Gegensatz zu den häufig gasförmigen oder leicht löslichen oder von Organismen leicht aufzunehmenden Stoffen wie Iod, Cs, Sr. Iod wird vom Körper nunmal zur Produktion von Thyroxin in der Schilddrüse gebraucht, da spielt es leider keine Rolle, was für ein Isotop es ist, gerade in Gebieten die weit weg sind vom Meer und oft Iodmangelgebiete. Das zerfällt dann im Körper innerhalb von Tagen. Oder radioaktive Edelgase, die sich in der Lunge zu festen Zerfallsprodukten umwandeln. Oder Sr, das gern für Ca in die Knochen eingebaut wird, oder Cs und Rb für K ins Nervensystem und Gewebe.

Es gibt da interessante Zeitkurven. Am Anfang ist die Radioaktivität (und damit Wärmeentwicklung) eines Brennelementes (bei konstanter Radioaktivität von Uran!!) deutlich erhöht, wobei es zunächst v.a. extrem kurzlebige (HWZ Tage bis wenige Jahre) gasförmige/volatile Spaltprodukte (Iod, Edelgase) sind, die die Radioaktivität ausmachen. Dann folgen Cs, Rb, Sr usw. mit HWZ von 30 Jahren an (bis zu Mio. von Jahren). Etwa in dem Bereich liegen auch künstliche Nuklide (Americium etc.). Erst langfristig kommen die langlebigen Sachen wie Uran zum Tragen. Vor allem spielt das bei der Endlagerung eine Rolle. Denn ein Material, in dem die Aufbereitungsrückstände gelagert werden muss mit der enormen Wärmeentwicklung durch hohe Zerfallsraten am Beginn ebenso überstehen und ableiten wie die Radioaktivität des Materials über Mrd. Jahre.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 28 Jan 13, 13:00
Hallo Sebastian,

das kam vielleicht doof rüber, mittlerweile weiß ich natürlich, woran das liegt (sonst wäre es auch mehr als fahrlässig, Einiges an uranigen Stufen zu horten).

Zum natürlichen Uran noch Etwas.
Unser Geochemieprof meinte, dass es im Archaikum durchaus denkbar gewesen ist, mit U-235 (kürzere HWZ also mehr Zerfälle) Werte eines "kritischen Reaktors" zu erreichen.
Nun bedeutet kritisch nach Wikipedia zitiert "Eine Anordnung ist kritisch, wenn pro Zeiteinheit ebenso viele freie Neutronen erzeugt werden, wie durch Absorption und Leckage (d. h. Verlust nach außen) verschwinden.". Für freie Neutronen durch einen natürlichen Prozess benötige ich doch die spontane Spaltung. So ist ja im Uraninit von Shinkolobwe Plutonium durch eben diese Spontanspaltung nachgewiesen worden.

Für mich würde kritisch in einer Schmelze bedeuten, dass im System U-235 mehr Neutronen emittiert werden, als dass sie absorbiert werden oder das System verlassen. Dadurch fliegt der ganze "Laden" in die Luft. Verstehe ich das soweit richtig?

Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Krizu am 28 Jan 13, 13:30
Hallo,

ja, es ist ein Naturreaktor nachgewiesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor

Uran 238 hat eine spontane Spaltung, frei Neutronen sollten also kein Mangel sein. Meines Wissens ist es beim Bau von Nuklearwaffen sinnvoll eine Neutronenquelle einzubauen, um eine Zündverzögerung durch das Warten auf das freie Neutron zu vermeiden. Beryllium und Alpha-Strahlen reichen da. Ziel ist es ja, die genau definierte Höhe über Grund zur Erzeugung der Machschen Welle zu erreichen.

Ein kritisches System:
Pro Spaltungsprozess wird mindestens ein Neutron frei, dass eine weitere Spaltung auslöst. Dazu kommt also noch der Moderator, der aus den schnellen Neutronen langsame, effektive Neutronen macht, die Geometrie und die Umgebung, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Demon_Core

Ja, in der Schmelze eines Kernreaktors hast du andere Verhältnisse als im Reaktor. Daher ist diesem (zum Glück selten vorkommenden) Material besondere Beachtung zu schenken: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritische_Masse#Kernreaktoren

In die Luft fliegt der Laden meist nicht so einfach, siehe der Demon core und die Elefantenfüsse in Tschernobyl. In der Regel wird das System meines Wissens kurz überkritisch und verteilt sich, Dampfblasen lassen die Lösung spratzen oder die Form ändert sich, weil es auf den Boden läuft. Eine tödliche Schweinerei ist es immer.

Beantwortet das deine Frage?

MFG

Frank
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 28 Jan 13, 13:44
Hallo Frank,

Danke!

Mit Schmelze meinte ich direkt eine Schmelze in einer Zeit, in der das angereicherte Uran noch "frisch" ist und sich mit Neutronen selbst in Gang halten kann.
Den Prozess als solchen habe ich schon verstanden, hätte aber nicht erwartet, dass die spontane Spaltung doch im größeren Maßstab Kettenreaktionen in Gang setzt. Wieder was gelernt.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Krizu am 28 Jan 13, 13:54
nein, du brauchst imho Wasser oder Kohlenstoff dazu. Daher ist eine Schmelze schwer kritisch zu halten.

MfG

Frank
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: smoeller am 28 Jan 13, 14:32
Hallo,

Meines Wissens fungierte das Wasser in Oklo als Moderator.

Einiges zum Thema Radioaktivität und auch Nuclear Waste findet sich in der Englischsprachigen Geochemie-Zeitschrift Elements (zu Nuclear Waste z.B. Heft Dezember 2006). Da ist u.a. diese Grafik zum Thema Strahlung verschiedener Radionuklide drin.
Eine Übersicht gibts hier: http://www.elementsmagazine.org/archives/index.html
Zugang leider nur über Mitgliedschaft in einer angeschlossenen Mineralogischen oder geowiss. Vereinigung oder über die Uni.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 28 Jan 13, 14:35
Frank, ich fasse nochmal kurz zusammen (wir scheinen ein wenig aneinander vorbeigeredet zu haben).

Sowohl U235 und U238 sind in der Lage, sich selbst spontan zu spalten. Wenn ein freiwerdendes Neutron auf U238 trifft, wird Pu239 daraus und die Reaktion ist vorbei. Trifft das freie Neutron auf U235, spaltet sich dieses in weitere Nuklide+Neutronen und die Kettenreaktion ist ausgelöst. Die Spaltungen vom U235 sind dabei die eigentliche Ursache vom "Naturreaktor", das Plutonium nur ein Nebenprodukt.
Weil es damals mehr U235 (das meinte ich mit jünger) gab, war es eher möglich.

Meine Kernfrage war, ob diese Reaktionen im großen Maßstab möglich waren oder ob es nur ein seltener Prozess war. Es war möglich ;)

Zum Link von Sebastian: Ich komm da in der Uni rein. Danke! edit: Geht auch mit VPN von meinem PC aus. Wer was braucht, möge sich bitte melden!

Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: smoeller am 28 Jan 13, 15:01
Hallo,

Es war in jedem Fall ein seltener Prozess. Natururan enthält für gewöhnlich (unabhängig vom Alter der Lagerstätte) zumindest zur heutigen Zeit 0,7 % U-235 und der Rest fast ausschließlich U-238 (mit extrem wenig U-233 und 234, im Zehntelprozentbereich).

In Oklo war mehr U-235. Zum Aufrechterhalten eines stabilen Kernreaktors braucht es meines Wissens mindestens 3 % U-235.

Ein Grund für die Seltenheit mag aber auch sein, dass sich die Erdoberfläche seit Jahrmilliarden stark verändert hat. 80-90 % der Erdoberfläche sind schlicht zu jung oder stark überarbeitet (Plattentektonik). Passende Gebiete gibt es nur in Afrika, Nord- und Südamerika, Australien, Sibirien und der Antarktis sowie Grönland. Und was hat man selbst da heute: Sand, Deckgebirge, Urwald oder schlicht Eis oder alles ist schon wieder abgetragen. Wer weiss: Vielleicht liegen solche uralten Reaktoren noch unter der Tundra Sibiriens, der Wüste Australiens oder dem Eis des Südpols, Kanadas oder Grönlands.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Krizu am 28 Jan 13, 15:04
Jupp - in meinen Augen richtig dargestellt.

Tja, schwer zu sagen, die Aussagen sind widersprüchlich.

Wie wird so ein Reaktor nachgewiesen? man schaut sich das U238 zu U235 Verhältnis an, ggf die Isotopenverhältnisse der Töchter der Spaltprodukte.

Ich meine einer der Wiki-Links führt zu einer Veröffentlichung, dass es scheinbar früher häufiger war, als nur an den beiden Stellen. Was brauchst du dafür? U235 >3% und eine geeignete Geometrie und Wasser.

Das Problem ist nur das finden und der Nachweis. Seither hat hat die Erosion fleissig gearbeitet.

MfG

Frank
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 28 Jan 13, 19:01
Hallo,
kleiner Vorschlag an alle Beteiligten.
Wir nehmen alle Uranerzstufen (natürlich nur die, welche nicht so ansehnlich sind ;D) und das ganze Wissen von Euch allen und machen ein kleine Marke Eigenbau AKW auf. So haben wir alle was davon, keine Stromrechnung mehr und wir alle verdienen uns dumm und dämlich. Wir brauchen nur noch eine gute Lobby zur Politik und nach Gorleben für den Abfall ;D. Was haltet Ihr davon?
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Alcest am 28 Jan 13, 19:41
In Kalongwe (gleiche Ecke wie Musonoi/Shinkolobwe) gibt es eine unabgebaute Uranlagerstätte. Leider mitten im Dschungel. Vielleicht roden wir den einfach und bauen professionell ab (oder lassen abbauen)? Politiker gibt es im Kongo keine und Strahlenschutzgesetze genauso wenig.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Krizu am 28 Jan 13, 19:43
Hi,

und wer reichert an? Der Rest ist das kleinere Problem, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsreaktor_Haigerloch

Zum Kongo: Entweder sind die Kosten für Wachposten hoch oder die Gewinnbeteiligungen der "Wachposten" sind hoch.

MfG

Frank
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Roadrunner am 28 Jan 13, 20:16
Manno, immer sind die Nebenkosten das Non Plus Ultra. Ich sehe also keine Zukunft für unser gemeinsames Stromprojekt. Bleibt also nur das gemeinsame Sammeln von Mineralien und das "fachsimpeln" über diese in diesem Forum oder sehe ich das falsch?
Roadrunner
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Jens Hellner am 22 Apr 13, 00:18
Hallo Mark,
Strahlungsmesser gebaut, interessant.
Schreib doch mal ein paar Einzelheiten zu dem Teil.
Glück Auf
Ralf

Einfache Schaltung unter Benutzung einer Einwegkamera mit Blitz.
Titel: Re: Teststrahler gesucht
Beitrag von: Jens Hellner am 22 Apr 13, 00:34
Teststraler?

In Flüßen und Bächen, die aus den Bergen kommen, wird man meistens fündig. Suchen sollte man an den Seifen.
Das ist das Kurveninnere wenn der Bach (Fluß) eine Kurve bildet. dort bleiben an Sandbänken schwere Mineralien liegen. Je näher an den Bergen desto erfolgversprechender.

Aber bitte vorsichtig sein. Manche Sachen sind wirklich heftig. Ich möchte sie jedenfalls nicht in der Bude haben.