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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: naabtalschmied am 03 Feb 13, 13:42

Titel: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 03 Feb 13, 13:42
Hallo miteinander,

Ich heisse Ingo, bin 35 Jahre alt und komme aus der wunderschönen Oberpfalz.  Aus der nördlichen Region, nähe Oberfranken. Im Osten, nur ein paar km entfernt, liegt die tschechische Stadt Eger.

Ich wende mich an Euch, da ich auf der Suche nach Hilfe bin, genauer gesagt, auf der Suche nach Eisenerzen.
Ich benötige das Erz, um damit prähistorisches Eisen bzw. Stahl herzustellen. Dafür benötige ich Eisenerze mit einer Wertigkeit von ca 70-80% Fe.  Hämatit bzw. Magnetit wären bevorzugte Erze.

Auf der Suche nach Erzen stieß ich auf eine Fundstelle. Den Eisernen Hut an der Bayerwald Mine in Waldsassen/Mitterteich. Nicht weit von der Stadt Eger, dennoch in Deutschland gelegen.  Allerdings ist dort das Sammeln von Mineralien strengstens Verboten. Ein mitgenommenes Pröbchen ergab jedoch einen sehr schwachen Anteil von ca 35% Fe. Das ist für meine Vorhaben jedoch nicht ausreichend.

Kann mir jemand bezüglich des Vorkommens von Erzkonzentrationen im Raum der nördlichen Oberpfalz bzw. angrenzenden Gebieten helfen? Die Erze sollten Lokal in einer brauchbaren Konzentration vorkommen.

Mir wurden bereits die Vorkommen im Fichtelgebirge nahe dem Schaubergwerk empfohlen, dort soll es reichlich Hämatit Vorkommen geben. Kann hier jemand die durchschnittliche Konzentration der Erze beschreiben?
Auch wurde mir berichtet das es in der Oberpfalz Magnetitvorkommen geben soll. Weiss jemand wo und in welcher Konzentration, lukrative Gebiete wären?

Ich wäre auch sehr dankbar, wenn jemand Fotos vorzeigen könnte, wie die Erzvorkommen aussehen, Adern oder Ablagerungen im Gestein, da ich bis jetzt eigentlich nur industriell aufbereitete Erze verwendet habe und mir diese Quelle leider versiegte.

Wäre sehr schön, wenn mir jemand helfen könnte.

Danke schon mal


Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: uwe am 03 Feb 13, 15:06
Die ehemalige Eisengrube im Vogtland bei Neumark wäre eine Möglichkeit. Vor allem in den Bingen im angrenzenden Wäldchen (rechts im Bild) ist Eisenerz in der Art Minett-Erz zu finden.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Krizu am 03 Feb 13, 18:47
Hallo,

die 70%-80% Fe sind schon heftig, reinsterer Hämatit enthält rechnerisch weniger als 70%. Das Problem sind die Einheiten, oftmals wird so etwas als  gew% Fe2O3 gerechnet und als % Fe weitergegeben.

Meines Wissens nach sind auch die Magnetite nicht so leicht im Rennofen zu verwerten, wie die schwammartigen Raseneisenerze oder gar Walzzunder.

MfG

Frank
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 03 Feb 13, 20:07
Danke für die Tips.

Das mit dem Fe2O3 is schon richtig. Evtl hab ich da etwas schlampige Angaben gemacht. Sorry nochmal. Es handelt sich beim Fe2O3 ums Eisenoxid.
Ich denke aber mal, das es bei uns (Nordoberpfalz) mit dem Raseneisenerz eher schlecht aussieht.

Mein Problem ist dazu noch, das ich die Erzgesteine bei der Bestimmung vor Ort, nicht zuordnen kann. Da ich ja bis jetzt nur das aufbereitete Erz verwendet habe. Ein mir bekannter und erfahrener "Rennofenfahrer" aus Luxemburg, hat mir Bohneisenerz aus Luxemburg geschenkt. Das war aber schon gemalen und geröstet. Also nix mit lernen durch anschaun! Auch das brasilianische Roherz, welches ich bekommen habe, ist schon fein gemalen und geröstet. Da geht auch nix mehr  mit optischen Merkmalen....
Es ist halt schwer für jemanden, der keinerlei Vorwissen besitzt, beim Fund, Aussagen zu treffen.

Wenn noch jemand Tips auf Lager hätte, wegen Lagerstätten in meiner Region, würd ich mich sehr freuen.

Walzzunder schließe ich komplett aus. Weil ma da nur das erhält, was der Zunder vorm verzundern mal war. Und es für mich dann die Bedeutung verloren hat.

Danke nochmal ;-)

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Krizu am 03 Feb 13, 20:40
Hi,

also von der "echten" Sorte ;-) Aber Wiederverwertung war früher auch schon gross geschrieben...

Aber im Ernst zurück zu deinem Problem: Es gibt hier ein Lexikon :-)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Bayern/Oberpfalz

Da sind die Fundstellen gelistet. Das Problem ist, dass du vermutlich ca 50kg Material brauchst, oder?
Vielleicht meldet sich noch ein lokaler Sammler, der die eher helfen kann.
Zum Rennofen etc kann dir vielleicht der Pit helfen, der sollte auch noch Erz haben:
http://www.peter-broich.de/

MfG

Frank
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Kluftknacker am 03 Feb 13, 21:05
Hallo,
schon mal den Raum Auerbach (Grube Leonie u.a.) gecheckt? Vielleicht gibt es da noch unverhofft ganz versteckt einige Reicherzhalden im Unterholz. Vielleicht auch mal das ehem. Gelände der Maxhütte "abgrasen" ... Aber 70% bringen die auch nicht.

GA
Kluftknacker
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 03 Feb 13, 21:13
Servus,
für diese Konzentrationen halte ich weder die Bayerland noch die Leonie (beides Limonit) für geeignet. Magnetit in der Oberpfalz: ja, den gibt es: an der Rohrmühle in Erbendorf (als eingewachsene Oktaeder - um hier 1 kg zusammenzubringen, bist du aber sehr gut und vor allem lange beschäftigt) und als schmale Gänge im ehemaligen Bruch "Dürrer Schlag", ebenfalls bei Erbendorf. Kannst du also vergessen.
Ich war gestern im Diabasbruch Stadtsteinach östlich KU. Beim letzten Schuss vor der Winterpause wurde ein Hämatit-Magnetitgang angeschossen, der vielleicht interessant wäre. Hier bringst du auf jeden Fall einige kg gutes Erz zusammen. Dieses Material kommt dort übrigens immer wieder mal raus, wenn das das richtige ist, kannst du dich regelmäßig gut versorgen.
Wo bist du eigentlich genau her???
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Jochen1Knochen am 03 Feb 13, 21:21
Hallo!
Mal ne Frage-kann man da nicht Grauguss in so einem Ofen wieder aufschmelzen?Oder so richtig verrostete Bleche,welche bröselig wie Kuchen sind?Muß das unbedingt Erz sein?
Gruß Jens
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 03 Feb 13, 21:31
Hallo,

historisch wurden in der nörlichen Oberpfalz an vielen Orten (wohl über 100 Gruben) Eisenerze abgebaut. Allerdings -soweit mir bekannt- nie mit einem wirklich hohen Eisengehalt, also "Armerze". Auch der Abbau von Raseneisenerzen ist belegt (z.B. bei Pleystein). Die neuzeitlichen Gruben: Bayerland bei Pfaffenreuth Waldsassen (Pyrit und Magnetkies) und die Kreide-Eisenerzgruben Erzberg Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Auerbach (Limonit und Siderit) kommen zwar auf höhere Eisengehalte aber wohl auch nicht in die von Dir geforderte Größenordnung.   

Gruß
Berthold
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 03 Feb 13, 22:41
Also der Peter Broich, ist mir wohl bekannt. Durch das Schmiedefroum. Aber ich will die Erze selbst sammeln. Ich könnte ja auch auf die Oxidfarben zurückgreifen und diese für die Verwendung im Rennofen behandeln. Das will ich aber nicht. Auch die Anfrage bei diversen Kollegen, ist nicht ganz so mein Ding. Die Sache hat ideologischen Wert.

Für eine Fahrt im Rennofen, benötige ich ca 20 Kg Erz. Grössere Öfen werde ich aus Gründen der Brenndauer nicht bauen.

@ Berthold

Ich stamme ursprünglich aus Waldthurn, kennst du als weidner bestimmt. Pleystein kenn ich gut und auch die Umgebung. Kannst du genauere Ortsangaben machen, über den Abbauort? Ob man da heut noch fündig wird????

Kurz mal zum Vorgang im Rennofen:

Es wird nicht geschmolzen! Das einzige schmelzende bei dem Vorgangn ist die Schlacke. Daher hat der Ofen seinen Namen: Rennofen. Weil die Schlacke herausrinnt. Das Eise bzw. der Stahl, was abhängig ist von der Ausgangsbeschaffenheit der Erze unter anderem durch Phosphorgehalt..... wächst im Ofen zu einer Art schwammigen Masse, die im Idealfall nicht Schmilzt! Der korrekte Vorgang im Ofen wird als Reduktion benannt. Das Eisenoxid wird reduziert von z.B. Fe2O3 zu Fe. Der Vorgang läuft durch die Entstehung von Co bei der Verbrennung direkt und durch das restlich aufsteigende Co im Ofenschacht ab. Hierbei wird dem Erz der gebundene Sauerstoffanteil entzogen und zurück bleibt ein "Eisenschwamm". Grob erklärt, das Ganze.
Darum kann man keinen Guss verwenden. Dieser hat zuviel Kohlenstoff und lässt sich deshalb auch nicht verschmieden. Man müsste in einem aufwändigem Verfahren durch z.B. einblasen von Sauerstoff den Kohlenstoff verbrennen.

Wir haben mal Proben aus verschiedenen Fundstücken des Erzes an der Bayerwald Mine gemacht. Die Konzentration betrug durchschnittlich ca. 30% - wie schon erkannt, zu wenig. Eine Konzentration von etwa 70% aufwärts (Fe2O3 z.B.) sollte schon vohanden sein. Beispiel: 20 Kg Erz, Wertigkeit 75% Fe2O3 = 15 kg Fe2O3. Der Idealfall einer Ofenreise bringt zwischen 25-30% Fe als Ertrag aus dem gesamten Fe2O3 des Erzes, zum Vorschein. Also in etwa 4 Kg. Bei der Verarbeitung des Eisens bzw. des Stahls gehen noch einige Prozent verloren, durch abbrand und verzunderung..... Also würde ein minderwertigeres Erz, sich nicht mehr rentieren.

@ Wolfi,

Klingt gut mit dieser Ader die dort freigelegt wurde. Kannst du mir da genauere Angaben geben? Wird da abgebaut oder was betreibt man dort? Ist das ein Steinbruch???? Kann ma da einfach hinfahren?

Ich wohne in Windischeschenbach, dort wo das KTB Bohrloch ist. Kennst sicher? Stadtsteinach kenn ich auch. Aber nicht ortskundig genug, um dort die Stelle zu finden. Also wär ne Wegbeschreibung evtl gut. Das Erz gibt es dort also immer wieder? :-)

Mein Problem ist, das ich die Erze beim Finden nicht einschätzen kann, da ich ein totaler Anfäger bin, was diesen Bereich betrifft. Ein ortskundiger Führer mit den entsprechenden Kenntnissen wäre von Vorteil....


Ingo


Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 04 Feb 13, 00:33
Hallo Ingo,

in Pleystein gab es in den Jahren 1738 und 1739 ein Eisenbergwerk im Kreuzberg. Das Stollenmundloch ist noch zu sehen und ich war da auch schon zu Forschungszwecken drinnen (Foto im Anhang). Eisenerz würde ich da nicht abbauen, es ist nur ein mit vielen Fe-Mineralien gefärbter/durchtränkter Quarz.

Raseneisenerz wurde vermutlich am Zottbach nahe der Pingermühle abgebaut, nach alter Literatur waren dort vor ca. 100 Jahren noch Halden zu sehen. Heute ist dort nichts mehr zu holen, man würde mit einer Grabung nur Flurschaden anrichten und die Fundchancen sind gering. Gelegentlich werden durch Hausbau oder Tiefbau eisenführende Horzizonte (auch mit Blaueisenerz, also Vivianit) angeschnitten, darauf beruht mein Wissen.

Weiterhin ist Eisenbergbau vom Pleysteiner Sulzberg belegt. Eisenerze treten oberflächennah vielerorts in Gneisgebieten auf. Diese Fundpunkte waren aber wirklich nur oberflächlich interessant und in der Tiefe bleiben die Erze aus. Derartige Vorkommen von Raseneisenerz sind eine (häufig rezente) Erscheinung, wobei sich Eisenmineralien durch Redoxvorgänge im Zusammenspiel mit Grundwasserhorizonten in den Bodensedimenten anreichert. So dürfte es auch hier gewesen sein. Die in den alten Akten von 1627 erwähnten Versuche (6 oder 8 Klafter tiefer Schacht) waren jedenfalls nicht sonderlich erfolgreich. Der verwitterte Gneis ist -etwa beim Alten Schloß auf dem Pleysteiner Sulzberg-  durchaus eisenhaltig und teilweise rostbraun gefärbt.

Ich wundere mich immer wieder mit welchem Aufwand man früher zum Teil kleinste Vorkommen mit wirklich armen Erzen angegangen hat.

Gruß
Berthold

Literatur:

DILL, H.G., FUESSL, M und WEBER B. (2006) Phosphat- und titanhaltige Eisenschlacken bei Pleystein – Zeugnis für den Abbau von Verwitterungserzen in der Oberpfalz.- Geologische Blätter Nordost-Bayern, 56: 89-98.

DILL, H.G., TECHMER, A., WEBER, B., REGER, G. und FÜSSL, M. (2008) Neue 14C- Alter von Schlacken führenden colluvialen und alluvialen Sedimenten bei Pleystein in der Oberpfalz.- Geologische Blätter Nordost-Bayern 58: S. 59-69

DILL, H.G., FÜSSL, M., WEBER, B. (2007) Gold, Zinn und andere Erze aus den Bächen bei Pleystein: Eine historische Quelle und deren Wahrheitsgehalt aus geowissenschaftlicher Sicht, Oberpfälzer Heimat, 51: S. 89-96

DILL, H.G., FÜSSL M. und WEBER B.(2009) Der Pleysteiner Kreuzberg: mehr als nur Rosenquarz.- Oberpfälzer Heimat 54: 55-67.
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 04 Feb 13, 08:20
@ Berthold,

ja den Gang in Pleystein kenn ich! Da würd ich aber die Finger davon lassen, da er ja mit nem Gitter versperrt ist und nicht öffentlich zugängig.

Mein Gefühl sagt mir jetzt, das Pleystein also unatraktiv für mich ist. Auch der Sulzberg, welcher ja Richtung Waidhaus liegt, sofern ich mich nicht irre?

Hättest du evtl einen anderen Tip für mich? Wo die Suche evtl Sinn machen würde?

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 04 Feb 13, 10:03
Hallo Ingo,

Zitat
Hättest du evtl einen anderen Tip für mich? Wo die Suche evtl Sinn machen würde?


ja. Ich denke an die Sandgrube nördlich Atzmannsricht an der B299 (Gemeinde Gebenbach). Hier stehen mit mehreren Zehner Metern Mächtigkeit helle bis weiße feinkörnige Sande des Dogger Beta an. Seinem typischen Erscheinungsbild wird der Dogger-Eisenstandstein hier zwar nicht gerecht, jedoch durchzieht ein ca. 1/2 Meter mächtiger Erzhorizont die gesamte Grube. Vom Gefühl (Gewicht) her würde ich sagen dass das Erz hier mit die höchsten Fe-Konzentrationen in der Region hat und die Menge sollte auch kein Problem sein.

Vor Betreten der Grube aber unbedingt die Erlaubnis einholen, die Grube wird betrieben von der Firma Strobel Quarzsand ( http://www.strobel-quarzsand.de ) in Freihung. Möglicherweise geht es noch einfacher. In der Aufbereitungsanlage in Freihung gehen ca. 500.000 Tonnen Sand jährlich durch, da werden die Erzbrocken automatisch abgeschieden und landen auf einem Haufen (den man dann als Versatz nimmt).

Gruß
Berthold
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 04 Feb 13, 13:57
Danke Berthold!

Ich werd mich mal an die Firma wenden..... Super Tip und noch ziemlich regional! Genau das was ich gesucht hab!  Kennst du die chemische Bezeichnung des Erzes? Fe2O3? oder wie lautet diese? Hast du Informationen über evtl Ansammlungen von Phosphor oder Schwefel, Mangan oder ähnliche Metalle?

Danke


Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 04 Feb 13, 14:40
Hallo,

es ist überwiegend Goethit ("Limonit" FeOOH), untergeordnet möglicherweise auch Siderit und Hämatit. Über die genauere chemische Zusammensetzung liegen mir aber keine Analysen vor.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Krizu am 04 Feb 13, 18:45
Hallo,

Mangan ist meiner Erfahrung nach eher in der Schlacke angereichert. Schwefel ist für andere Erze typischer und geht im oberen Bereich des Rennofens ab, oder? Also notfalls kannst du immer noch rösten und dann mit dem MAgneten das Erz anreichern.

Mfg

Frank

Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 04 Feb 13, 21:14
Das mit dem Schwefel stimmt so nicht ganz. Das Eisen bzw. der Stahl, nehmen den schon zum Teil auf. Mangan, wenn im Erz mit enthalten ist, wird ebso zu einem Teil vom Endprodukt aufgenommen! Ich habe Analysen gesehen, wo wirklich der Rohstahl mit Mangan angereichert war. Natürlich könnte man es in einem nachträglichen Prozess der Erschmelzung, zufügen wie auch Chrom oder Vanadium, aber es sollte so prähistorisch wie möglich ablaufen.

In der Tat werden Erze nach dem rösten auch magnetisch.

Ich werde einfach die Erze sammeln, welche ich in guten Mengen vorfinden kann und nach Luxemburg schicken. Dort werden sie analysiert und dann erfahre ich ob sie taugen oder nicht. Das Risiko einer "blinden Ofenreise" ohne genaue Werte werde ich auf Grund des sehr hohen Aufwands für einen Ofendurchgang nicht machen.

Wie ist es eigentlich mit Bohnerzen? Gibt es sowas hier in der oberpfälzer Gegend?

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Krizu am 04 Feb 13, 21:21
Hallo,

ja ein Teil des Schwefel geht in das Eisen, richtig. Beim Stahl des Rennofens sind die Analysen die ich kenne so, dass Mn deutlich in der Schlacke angereichert war. Da war beides in der REM-EDX Analyse.

Ja eine Analyse vorab kann sehr sinnvoll sein. So konnte ein Rennofen-Fahrer vor Eisenerz mit 0.3%As  bewahrt werden!

Das Erschmelzen erscheint wir wegen der Löslichkeit des C in der Schmelze wenig sinnvoll. Bohnerz sollte (ich kenne das anstehende Erz bei Dir nicht) chemisch und strukturell von den Hauptkomponenten ähnlich sein.

MfG

Frank
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 04 Feb 13, 22:10
Hallo,

Zitat
Wie ist es eigentlich mit Bohnerzen? Gibt es sowas hier in der oberpfälzer Gegend?

ja, bei uns gibt es alles  :D

In der westlichen Oberpfalz (und mehr noch in Mittelfranken) finden sich die Bohnerze in lehmigen Karstsedimenten, diese waren ab Beginn der Eisenzeit bis ins 19. Jahrhundert hier auch in Abbau. Zum historischen Bergbau wird geforscht (z.B. hier: http://www.rosenbauer.net/bergwerke/neuigkeiten ), es fehlt aber an zugänglichen Aufschlüssen.

Gruß
Berthold
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Schlacke am 05 Feb 13, 09:11

Die Eisenerzlagerstätten Bayerns sind erfasst in der: Geologica Bavarica, Bd. 77, München : 1978,  S. 45-83

Glückauf!

Schlacke
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabtalschmied am 05 Feb 13, 10:08
@ Frank,

wenn die nachträgliche Schmelzung des Rohstahls aus dem Rennofen in der richtigen Art und Weise ausgeführt wird, unter Luftabschluss durch eine schützende Glasschicht, so kann mit dem richtigen Ausgangsmaterial, also dem richtigen Erz, sogenannter Wootz erzeugt werden. Vorrausgesetzt das die Erze Vanadium und Chrom enthalten. Auf diese Weise wurden z.B. die Materialien für den sogenannten "Kris" hergestellt.  Das kommt aber jetzt wieder schon alles vom Thema ab ;-)

@ Berthold Weder,

ich glaube wir sollten uns mal treffen. :-)

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: berthold am 05 Feb 13, 10:13
Hallo,
Zitat
Die Eisenerzlagerstätten Bayerns sind erfasst in der: Geologica Bavarica, Bd. 77, München : 1978,  S. 45-83
als pdf kostenlos zu laden: http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000009?SID=525693845&ACTIONxSESSxSHOWPIC(BILDxKEY:91077,BILDxCLASS:Artikel,BILDxTYPE:PDF)=Z (http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000009?SID=525693845&ACTIONxSESSxSHOWPIC(BILDxKEY:91077,BILDxCLASS:Artikel,BILDxTYPE:PDF)=Z)

Obwohl da 193 Vorkommnen für Bayern genannt werden tauchen viele kleinere Schürfe/Bergwerke auch nicht auf. Ich bin sicher dass wir diese Anzahl alleine für die Oberpfalz zusammenbringen würden. Die Oberpfalz war ja das "Ruhrgebiet des Mittelalters" und hier gab es schon um 1400 über 200 Eisenhämmer.

Der Bergbau wurde in der Anfangszeit oft periodisch (z.B. nur alle 5 Jahre) betrieben wobei man da so viel Erz förderte dass es für die Zwischenjahre reichte. Der Vorteil war, dass man die Bergleute nur für eine gewisse Zeit holen musste und das Erz auf Halde (dem Regen ausgesetzt) seinen Schwefelgehalt abbaute. Schön beschrieben ist das in  ERGA, K. (1960) Das Ruhrgebiet des Mittelalters. Oberpfälzer Heimat 5, S. 7-25

Gruß
Berthold
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 05 Feb 13, 20:55
Servus,
am einfachsten triffst du uns jeden ersten Freitag im Monat in Etzenricht. Siehe www.vfmg-weiden.de
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabthalschmied am 12 Jul 13, 22:08
Nabend Leute!

Lange ist es her, das wie hier Kontakt hatten. Viele Wochen gingen ins Land und ich hab nix von mir hören lassen.
Aber, wie versprochen melde ich mich wenn Ergebnisse erhalten habe.

Der Rennofen wurde noch nicht gefahren, da ich viel um die Ohren hatte.


Wolfi war damals mit mir im Steinbruch von Steinach (ich hoffe die Ortsangabe stimmt). Dort haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und trotzdem etwas von dem dortigen Erzen mitgenommen. Eine Analyse des Materials ergab einen Anteil von Fe2O3 von ca 52%! Leider aber für den Rennofen viel zu wenig. Also sollte die Suche weiter gehen.

Wolfi und ich trafen uns erneut und begaben uns nach Auerbach, wo laut seiner Aussage das begehrte Gestein in rauhen Mengen zu finden sei.

Also fuhren wir an einem Sonntagvormittag nach Auerbach.
Innerhalb kürzester Zeit, war das Auto prall gefüllt mit Eisenerzen aus der ehemaligen Leonie Mine.
Eine Analyse ergab dann den absoluten Volltreffer. Limonit mit einem Anteil Fe2O3 von sage und schreibe 86%!!!!! Volltreffer.
Das Erz wies einen Phosphorgehalt von bis zu 4% auf.
Leider fand sich in den gesammelten Stücken kein Siderit auf, so wie wir es vermuteten. Macht aber nix. Dafür ist der Gehalt in den rötlichen Brocken um ein paar % höher als im schwarzen Gestein, welches im durchschnitt ca 80% aufwies!

So Wolfi, für deine Mühen die ich dir bereitet habe, hier noch mal ein recht herzliches Danke :-)

Sobald der Ofen gefahren wurde, werde ich euch natürlich das Ergebnis präsentieren.

Achja :-) mein Mitgliedsname weicht dem von meinem ursprünglichen Konto etwas ab, Passwort vergessen und zu allem übel hat mein Emailkontoanbieter den dienst eingestellt. Also einfach neue Email geholt und neues Konto aufgemacht hier. Ich hoffe das dies kein Problem darstellt.
Sollte mich in der letzten Zeit jemand privat angeschrieben haben, so bitte ich zu entschuldigen. Hatte leider keine Möglichkeit zu antworten.

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 18 Jul 13, 23:19
Dere du Socken,

na dann, es passt ja, wenn dein Erz passt! Sag mir aber mal Bescheid, wenn dein Ofen läuft - noch besser wenn er abgelassen wird, ich schau mir das gerne mal an! Und wenn du dann noch das versprochene Seidel ausgibt, dann ist das ja eh klar! Ich drück dir die Daumen!

Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabthalschmied am 03 Aug 13, 08:06
Moin Wolfgang ;-)

die Ofenreise wird, wenn nix dazwischen kommt, am Samstag, 10.08.2013 beginnen :-)
Los gehn wird es so gegen 7:00 Uhr Morgens. Ich hoffe das ich bis Mittags fertig bin. Habe neue Infos erhalten, was den Betrieb mit mehr Luft und einer erhöhten Beschickungsgeschwindigkeit angeht. Wenn du Interesse hast, würd ich vorschlagen, so um 10 Uhr rum einzutreffen. Aber net zu spät, da ich nur 28 Kg Erz schicken werden und ich nicht weiss, wie schnell der Ofen die Opfergaben schlucken wird, bis er aufgebrochen werden kann und evtl der Eisenschwamm bereit liegt.....  Das versprochene Bier, werd ich kalt stellen! ;-)

Wolfi lass mir mal als PN deine Telefonnummern zu kommen. Find den Zettel nicht mehr :-(

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 03 Aug 13, 10:40
Servus,
schade, nächsten Samstag bin ich noch in Frankfurt, weil ich mir am Freitag Abend Pink Floyd (zumindest einen Teil davon) anschaue. Nachmittags ist Familienfest in Altenstadt, welches ich nicht absagen kann - und will. Ein ziemlicher Stress-Tag also. PM kriegst du noch, ich hoffe, es klappt dann bei deiner nächsten Schmelze!
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabthalschmied am 13 Aug 13, 21:31
Keine Angst, das Wochenende vom 30. auf den 31. August, also am Samstag Vormittag, läuft der Ofen Nummer 2. Diesmal mit brasil Erz. Sollte einen guten Stahl ergeben ;-)

Wenn du willst, komm Vorbei!

Ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 16 Aug 13, 20:56
Dere,
Termin passt nach heutigem Stand. Wann genau?
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: naabthalschmied am 22 Aug 13, 21:54
ich würd sagen wenn du um ca 9:00 uhr da bist, ist das gut. eine stunde rechnest ein, dann bist mit dabei wenn wir den ofen aufbrechen. :-) des wird a mords hitz!

mfg ingo
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 01 Sep 13, 18:46
Servus Ingo,
nochmals ein fettes Danke dafür, dass ich mir das alles gestern mal live anschauen durfte. Sagenhaft, das ist ja eine Wissenschaft für sich! Es ist echt sehenswert, wenn dann nach ein paar Stunden Holzkohle und Hämatit-Erz auf einmal in dem Rennofen ein paar Eisenbrocken von zusammen 5 kg liegen. Ein tolles Erlebnis, kann man nur jedem empfehlen! Gerne bin ich nochmals mit dabei!
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Jochen1Knochen am 02 Sep 13, 22:00
Hallo!
Mal ne blöde Frage:
,,Was wird dann daraus gemacht?"
Ich meine,wie das weitergeht!5 KG Eisen bringen auf dem  Schrottplatz ja nicht das wahre Vermögen.Oder werden da ,,Hornbach"-Hämmer draus geschmiedet?
Gruß Jens
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 03 Sep 13, 21:17
Servus,
der Naabthalschmied macht sich seine Sachen selber. Messer vor allem. Siehe auch naabtalklinge.de, da sind ein Haufen Fotos drin.
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: Jochen1Knochen am 03 Sep 13, 21:37
Aha!
Ich habe mal in die Seite reingeschaut.
Bin ja mal gespannt,wie sich das weiter entwickelt.
Gruß Jens
Titel: Re: Eisenerze in der Oberpfalz, wer kann behilflich sein.....
Beitrag von: wolfi am 04 Sep 13, 20:23
Servus,
ja, das bin ich auch! Aber echt eine coole Sache!
Servus + Glück auf
Wolfi