Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Erledigte Diskussionen - Bilder => Thema gestartet von: Lexikon am 09 Feb 13, 11:30
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Hallo,
bei den 10.000 Ritter-Stücken handelt es sich nicht um Stinkspat, oder?
Gruß Philip
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Gute Frage ... ich habe gerade als letzten Neuzugang einen bekommen - aber ich will jetzt nicht drauf herum kloppen ;)
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Sind die innen nicht meist honigfarben und würde das dem Stinkspat nicht widersprechen?
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Bei meinem, den ich sowieso gerade fotografiere und genauestens betrachte, sind auf der Rückseite ein paar kleine Kristalle verwittert bzw. zerbrochen, ich kann also gerade "live" mitten aus dem Kristallinneren eines schwarzen 10,000-Ritter-Fluorites berichten:
In der Tat sind sie innen nicht schwarz, sondern sehen aus wie gelb/lila-zonierte Kristalle, wie man sie ja auch von dort kennt ...
Ich habe keine Ahnung, wie genau die Definition von Stinkspat ist - aber wenn er komplett schwarz sein muss, dann sind die aus Frohnau KEIN Stinkspat.
Gruß
Tobi
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Hallo!
In der Tat ist das etwas kompliziert.Der Begriff Stinkspat ist ja nun einmal ein Begriff,welcher sich aufgrund der bergbaulichen Tätigkeit entwickelt hat.Praktisch gesagt "Volksmund".
Ich nehme an,das es mehr Stinkspäte gibt,als man glaubt. ;D
Hier ist eher nicht von der Farbe auszugehen,sondern man muß den Fluorit zerschlagen ;D ;D ;D ;D ;D (und hinterher fotografieren) ;D ;D ;D
Gruß Jens
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Die 10.000 Ritter-Fluorite sind innen gelb und nur oberflächlich tiefstlila (und somit schwarz wirkend). Stinkspat ist eigentlich nur der, der stinkt ;) und welcher durch Einwirkung von Strahlung schwarz geworden ist.
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Hallo,
Die 10.000 Ritter-Fluorite sind innen gelb und nur oberflächlich tiefstlila (und somit schwarz wirkend). Stinkspat ist eigentlich nur der, der stinkt ;) und welcher durch Einwirkung von Strahlung schwarz geworden ist.
Zustimmung. Stinkspat ist ein radiolytisch zersetzter Fluorit: Das enthaltene frei Fluor "stinkt" bei Bearbeitung, das fein verteilte Ca führt zu der tiefschwarzen Farbe, siehe 1). Eine mineralogische Definition für Stinkspat findet sich in 2). typischerweise ist Stinkspat tiefschwarz, undurchsichtig, matt und bröselig. Große glänzende Stinkspat-Kristalle kenne ich nicht.
Gruß
Berthold
Literatur:
1) SCHMEDT AUF DER GÜNNE, J., MANGSTL, M. und KRAUS, F. (2012) Elementares Fluor F2 in der Natur – In-situ-Nachweis und Quantifizierung durch NMR-Spektroskopie. Angew. Chem. doi: 10.1002/ange.201203515 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201203515/abstract (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201203515/abstract)
2) DILL, H.G., WEBER, B. (2010) Accessory minerals associated with and included in fluorite and their implication concerning the environment of formation in the Wölsendorf fluorite district, SE Germany –With special reference to fetid fluorite (“Stinkspat”). Ore Geology Reviews - 37: Issue 2, S. 65-86
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Berthold: liegt das "fein verteilte " Calzium auch elementar vor??
Matthias
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Hallo,
Berthold: liegt das "fein verteilte " Calzium auch elementar vor??
ja, allerdings als Nanopartikel (vermutlich topotaktisch im Fluorit-Gitter).
Gruß
Berthold
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Abgesehen davon muss man sich fragen, ob diese Stufe überhaupt blau ist ... (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5847.msg246365.html#msg246365)
Aber selbst wenn sie in natura schwarz ist, dann handelt es sich wohl nicht um Stinkspat, siehe Link von Sebastian.
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Hallo,
Trifft der historisch geprägte Begriff des Stinkspats/Antozonits aufgrund des Geruchs beim Zerschlagen allgemein auf Fluorite mit diesen Eigenschaften zu oder beschränkt er sich nur durch die Historie auf das Wölsendorfer Revier?
Im Lexikon sind ausschließlich Wölsendorfer Stufen.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Stinkspat
Hier noch ein FAZ-Artikel
http://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-chemie/mineralologie-elementares-fluor-in-stinkspat-11816170.html
Oder wurden die Untersuchungen nur an Wölsendorfer Stufen durchgeführt?
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201203515/abstract
Anbei noch aus meiner Sammlung
1. Fluorit ( Var. Stinkspat) mit Baryt, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, 108x65x35 mm
2. Fluorit mit schwarz-violetter Oberfläche und gelbem Kern, Grube 10000 Ritter, Frohnau bei Annaberg, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland, Bildbreite 65 mm
Gruß
Norbert
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Trifft der historisch geprägte Begriff des Stinkspats/Antozonits aufgrund des Geruchs beim Zerschlagen allgemein auf Fluorite mit diesen Eigenschaften zu oder beschränkt er sich nur durch die Historie auf das Wölsendorfer Revier?
Typlokalität, wenn man das so sagen darf, ist sicher Wölsendorf, aber ich denke schon, dass man alle entsprechenden Fluorite als Stinkspat bezeichnen darf.
Im Klockmann wird sowohl 1912 (5. Aufl.) als auch 1942 (12. Aufl.) ausdrücklich nur auf Wölsendorf Bezug genommen, eben weil es ganz sicher der bekannteste Fundort war. Übrigens spricht Klockmann von "Stinkfluss", nicht "Stinkspat".
Gruß,
Klaus
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Hallo,
Trifft der historisch geprägte Begriff des Stinkspats/Antozonits aufgrund des Geruchs beim Zerschlagen allgemein auf Fluorite mit diesen Eigenschaften zu oder beschränkt er sich nur durch die Historie auf das Wölsendorfer Revier?
Nein, auch historisch nicht nur Wölsendorf. Allerdings ist Wölsendorf die Typ-Lokalität und wohl beste Fundstelle für Stinkspat. Details zum Stinkspat siehe hier: http://www.berthold-weber.de/stinkspat.htm (http://www.berthold-weber.de/stinkspat.htm)
Gruß
Berthold
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Schwarzer Fluorit, welcher bei Zerschlagen den typischen Geruch freigibt ist z.B. auch auf der Halde 139 häufig. Dort kommt er, wenn auch selten, in Würfeln vor.
Uwe
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Ich sehe hier keine offenen Fragen mehr und denke das Thema kann in die Ablage verschoben werden.