Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: Harzsammler am 19 Feb 13, 00:07
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Hallo,
ich nutzte zum Mikroskopieren ein MBS-10, bin auch sehr zufrieden damit, was Schärfe und Farbwiedergabe beim Betrachten mit dem Auge betrifft.
Ein Problem ist das Erstellen von Fotos durch das Mikroskop. Ich hab ja keinen Fototubus dran, so dass ich mir einen Adapter für das Okular gebaut habe. Fotos möchte ich mit einer FUJI Finepix F500 EXR bzw. mit einer Rollei RCP machen.
Heraus kommen Bilder, die absolut nicht die natürliche Farbe wiedergeben, alles ist sehr gelbstichig. Egal, ob ich Tages/Sonnenlicht oder Kaltlicht oder Halogenlicht verwende.
Die Schärfe ist eine andere Sache, aber solange ich nicht farbechte Bilder machen kann, brauch ich ja nicht mit Stacking anzufangen.
Seltsamerweise kann ich nur bei grünen Mineralien einigermaßen brauchbare Bilder durch das Mikroskop erstellen.
Jetzt ist meine Frage, ob mein Equipment dafür nicht geeignet ist, oder ob ich grundsätzlich etwas falsch mache.
In der Natur- und bei der MAKRO-Fotografie bin ich durchaus in der Lage mit den Kamaras gute Bilder zu machen.
Hier einige Beispielbilder:
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Versuch's doch mal mit einem Weissabgleich.
Aktion: Weißes Blatt Papier unters Mikroskop. Mit der Beleuchtung anleuchten die du nachher benutzen willst. Nachschauen wie der manuelle Weissabgleich mit der jeweiligen Kamera funktioniert, Manuellen Weissabgleich mit der auf dem Mikroskop montierten Kamera ausführen, und los gehts.
GA
Elmar
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Oder versuche es, wenn an Deiner Kamera kein manueller Weißabgleich möglich ist, mit einer individuellen Tonwertkorrektur bei der Bildnachbearbeitung. Das bringt zwar nicht absolut farbechte Bilder, ist aber am Original näher dran (Stelle doch mal eins dieser extrem gelbstichigen Bilder hier ein?)
Glück Auf!
A.B.
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Hallo Michael,
welche Beleuchtung verwendest du denn an deinem Mikroskop?
Gruß
René
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Hallo,
erstmal Danke für Eure Antworten!
Hier ist das Ergebnis von Heute:
Das Bild soll einen stahlblauen Anatas (0,5mm) auf graugrünen Chlorit mit Quarz vom Gabbrosteinbruch zeigen.
Kamera: Rollei, MAKRO Modus, ISO 64, Belichtung mittenbetont, Weißabgleich manuell, Qualität+Schärfe+Sättigung = Max, Auflösung 3200x2400
MBS-10 mit 20 facher Vergrößerung, Beleuchtung 2x 20Watt Halogenstrahler seitlich in weißer Box (mit Sonnenlicht oder LED kommt im Prinzip das gleiche Ergebnis raus)
Das eine Bild zeigt das Orginal das Andere ist bearbeitet, aber es lässt sich nicht viel rausholen.
Kann es sein, dass die Linsen des MBS-10 einen Teil des Lichtspektrums filtern, so dass man in einer anderen Farbe beleuchten muss?
P.S. habe noch einen goldglänzenden Pyrit und einen silbergrauen Safflorit von Hasserode angehangen, jeweils roh von der Kamera, Einstellungen wie oben. (Vergr. 10x)
Viele Grüße,
Michael
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Hallo,
an einen Linsenfehler mag ich nicht glauben. Optische Gläser sind seit der Zeit von Schott klar und farblos. Siehst du einen Farbstich durch das Mikroskop? Vermutlich nicht. Da das Vergleichsbild scheinbar auch nicht farbrichtig ist (Gelbstich) gehe ich von einer Kameraeinstellung aus.
Sry + MfG
Frank
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Hallo,
Dieser Farbfehler ist aber wirklich schwer einzugrenzen ! ???
Ich hatte zuerst auf die Mikroskop-Beleuchtung getippt, aber stutzig machte mich dann das Vergleichsbild,
das ebenfalls einen Farbstich hat.
Bliebe die Kamera, da Du aber von 2 Kameras sprichst, wird es schwierig.
Ich habe für ein Anatas-Rohbild und das Vergleichsfoto das Histogramm nach RGB-Verteilung angesehen.
Es ist mir mit allen Tricks nicht gelungen, die Kurven anzugleichen.
Beim Vergleichsbild wird blau garnicht vollständig erfasst.
Jeweils oben Deine Vorlage, darunter mein misslungener Bearbeitungsversuch.
Danach habe ich zum Vergleich von mir einen (gestackten) Anatas rausgesucht, bei dem kaum Farbe zu sehen ist, um zu sehen,
wie das RGB-Histogramm dort eigentlich aussieht.
Ich bin gespannt, ob jemand das Geheimnis Deiner Farbfehler lüften kann.
Gruß
Norbert
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Hallo Norbert,
erstmal Danke!
Ich habe hier noch zwei Vergleichsfotos; aufgenommen mit der FUJI-Kamera im MAKRO-Modus bei Tageslicht. Sie sind nicht durchs Mikroskop fotografiert und nur geschnitten.
Diese Kamera liefert mit dem Mikroskop genauso unbrauchbare Bilder.
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Hallo,
Das Bild soll einen stahlblauen Anatas (0,5mm) auf graugrünen Chlorit mit Quarz vom Gabbrosteinbruch zeigen.
Mein Bearbeitungsversuch im Anhang.
Meine Foto-Erfahrungen mit dem MBS-10 liegen zwar schon einige Jahre zurück (steht seit der Anschaffung des Zeiss-Stemi 2000c bei mir unbenutzt in der Ecke).
Die optische Leistung im Fototubus ist nicht der Hit, folgende Feststellungen:
- die Ausspiegel-Prismen für den Fototubus habe eine sehr starke blaue Vergütung - im Druchblick wirkt das Bild schon gelb (wie durch eine schwache Sonnenbrille betrachtet).
- die betenfalls erreichbare Auflösung reicht nicht mal für ein 1Megapixel Bild. Mit steigender Vergrößerung sinkt die Qualität extrem.
- die schwache Vergütung und schlechte Farbkorrektur führt zu rot-grünen Farbsäumen um Spitzlichter
- Streulicht im optischen System führt zu flauen Kontrasten.
- scheinbar fluoresziert der Linsenkitt ?
Was kann man machen:
Beleuchtung mit Halogen-Lampen (mit UV-Stop) ist optimal, den notwendigen Weißabgleich aber nicht (ohne Bino) mit weißem Papier machen sondern die Farbtemperatur in °K in der Kamera einstellen (ca. 1000° niedriger als die Angabe auf den Lampen - Experimente erforderlich). Mischlicht unbedingt vermeiden.
Im RAW-Mudus die Bilder aufnehmen (da ggf. hier eine höhere Farbtiefe vorhanden ist)
Nachbearbeitung:
Farbkorrektur: Soweit noch notwendig in erster Linie den Blau-Gelb über Kurven anpassen (auf die RAW-Bilder anwenden und in diesem Schritt gleich den Farbraum auf 24 Bit stauchen/zuschneiden).
Die rot-grünen Farbsäume mit (z.B. mit Purple Fringing-Plugin im Gimp) rausrechnen
Zur Schärfe helfen nur stacking-Verfahren. Einmal für jede Ebene (also ohne Tiefen-Verstellung) "Superresolution" (SR)-Technik (ca. 40 % mehr Auflösung ist realistisch machbar), für mehr Schärfentiefe dann (aus den SR-gerechneten) Bilderebenen via stacking-Software (Helicon, combinez, ...) zum Endbild. Farbkorrekturen -besonders Purple Fringing-Rechnung- unbedingt für jedes Einzelbild vor dem Stacking ausführen.
Gruß
Berthold
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Hallo,
vielleicht ist wirklic hirgendwo ein Corex-D-Filter oder etwas vergleichbares eingeschoben?
MfG
Frank
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@Berthold,
einen Fototubus habe ich gar nicht dran, ich nutze einen Adapter für ein Okular. Dabei finde ich auch nachteilig, dass ich die Kamera sehr weit aufzoomen muss, um das Bild formatfüllend zu bekommen. Evtl. liegt in dieser Methode schon der Fehler.
Mit welcher Software hast Du mein Bild bearbeitet?
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Hallo,
damit ich den Strahlengang richtig verstehe:
-Objektiv vom MBS-10
-Galilei-System (Vergrößerungs-Wahlschalter)
-Tubuslinse(n)
-Prismenpaar
-Okular (? - ist das auch noch dran oder ersetzt das Kamera-Objektiv das Okular?)
-Zoom-Objektiv der Kamera
-Sensor der Kamera
Das ist ein Haufen "Zeugs". Bei meiner Adaption fällt Okular und Kamera-Objektiv weg, statt dem Prismenpaar (4 Relexionen) steht der Strahlenteiler (2 Reflexionen). Jede Linse und jedes Prisma hat eine Vergütung und wirkt sich ggf. farbverändernd aus. Bezüglich der Schärfe ist zu beachten dass möglichst viel des (runden) Zwischenbildes im rechteckigen Ausschnitt des Kamerasensors landet.
Mit welcher Software hast Du mein Bild bearbeitet?
GIMP (unter Linux)
Gruß
Berthold
PS: für alle, die eine deutsche Anleitung zum MBS-10 vermissen: http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/MBS-10 Bedienungsanleitung.pdf (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/MBS-10 Bedienungsanleitung.pdf)
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Hallo,
GIMP (unter Linux)
Die software ist nicht alles. Berthold wusste offensichtlich besser als ich, wie die Stufe auszusehen hat. :)
Die RGB-Histogramme der zwei Vergleichsfotos mit der FUJI-Kamera im MAKRO-Modus sind übrigens sehr gleichmäßig und gut.
Da fehlt nur noch eine Tonwertkorrektur (https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,27150.0.html).
@Berthold. Ich habe chromatische Aberration bisher nur bei einzelnen Fotos beseitigt, nicht bei stacks.( mit Lightroom bzw. Camera Raw)
Warum die Empfehlung, purple fringing schon vor dem Stacken bei den Einzelbildern zu beseitigen, statt am gestackten Bild?
Klingt nach mehr Arbeit. Wird der Farbsaum beim gestackten Bild soviel breiter?
Gruß
Norbert
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Hallo,
Warum die Empfehlung, purple fringing schon vor dem Stacken bei den Einzelbildern zu beseitigen, statt am gestackten Bild?
Klingt nach mehr Arbeit. Wird der Farbsaum beim gestackten Bild soviel breiter?
Ja, mehr Arbeit. Aus einer Kantenlinie werden durch einen Farbsaum zwei Kantenlinien, auch weitghend unscharfe Kanten geben so zwei relativ scharfe Farbkanten. Punktförmige Spitzlichter werden durch Unschärfe größer - und durch die Farbsäume nochmals größer. Das Stacking führt dazu, dass nicht (immer) die schärfste Ebene die Kante ins Endbild liefert sondern zufällig eine bliebige Ebene durchschlägt.
Gruß
Berthold
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Hallo,
damit ich den Strahlengang richtig verstehe:
-Objektiv vom MBS-10
-Galilei-System (Vergrößerungs-Wahlschalter)
-Tubuslinse(n)
-Prismenpaar
-Okular (? - ist das auch noch dran oder ersetzt das Kamera-Objektiv das Okular?)
-Zoom-Objektiv der Kamera
-Sensor der Kamera
Das ist ein Haufen "Zeugs". Bei meiner Adaption fällt Okular und Kamera-Objektiv weg, statt dem Prismenpaar (4 Relexionen) steht der Strahlenteiler (2 Reflexionen). Jede Linse und jedes Prisma hat eine Vergütung und wirkt sich ggf. farbverändernd aus. Bezüglich der Schärfe ist zu beachten dass möglichst viel des (runden) Zwischenbildes im rechteckigen Ausschnitt des Kamerasensors landet.
genauso ist mein Aufbau. Scheint also ungeeignet zu sein.
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Hallo,
Scheint also ungeeignet zu sein.
so (hart) würde ich das nicht sagen. Die Ursache der Farbabweichung ist aber nicht sicher auszumachen - möglicherweise liegt es am Zusammenspiel der vielen Vergütungen. Eignung/Nichteignung ist immer eine Frage der Ansprüche die man stellt. Meine fotografischen Ansprüche hat das MBS-10 leider nicht annähernd erfüllt obwohl ich alles mögliche probiert habe. Aus einem Ackergaul kann man eben kein Rennpferd machen. Nachbearbeitung (auch stapel-Techniken wie SR und DMF) haben irgendwo ihre Grenzen - leider.
Gruß
Berthold
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Hallo,
ich glaube, dass ich mit dem MBS-10 in dieser Richtung nicht mehr recht weiterkommen werde. Ich habe sehr viele Micros von alten Harzer Fundstellen in meiner Sammlung, die ich gerne in guter Qualität ablichten möchte.
Eine Frage habe ich noch:
Kann man sich mit dem CANON Lupenobjektiv MP-E 65 1:2,8 den Umweg über das Mikroskop sparen und die Stüfchen direkt fotografieren?
Dass man dann die nötige Technik und die Software beherrscht setze ich mal voraus.
Entschuldigt, wenn ich eine Weile nicht antworte; ich bin ab morgen leider offline.
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Glück Auf Michael,
eine Frage die so einfach nicht beantwortet werden kann!In welchen Maßstabsbereich soll es den gehen,welche Qualität erwartest Du!?Mit diesen Lupenobjektiv gute Bilder zu machen,ist nicht einfach und braucht viel Zeit und Übung!!!
Da gehört vieles mehr dazu,Beleuchtung,es darf da nichts wackeln,selbst der Pulsschlag ist da zu spüren!Hast Du Dich mit der Makrofotografie schon mal eingehend befasst!?
Aber natürlich kann man (Frau) mit diesen Lupenobjektiv die Stüfchen ablichten,bis zu einen bestimmten Maßstab natürlich!
Denke, ist aber aufwendiger wie übers Bino!
Glück Auf
Lutz
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Hallo,
Der Schritt von einer Kompakten auf Vollformat mit Lupenobjektiv ist schon sehr groß, mal ganz abgesehen vom Preis.
Die Einwände von Lutz Zu Beleuchtung und Erschütterung sind berechtigt.
Letzteres bekomme ich schon mit EF-S 60 Makro mit Zwischenringen zu spüren, besonders wenn ich dann noch stacken will.
Im Mikroskopie-Forum und beim traumflieger sind ein paar interessante Erfahrungen mit dem MP-E 65 1:2,8 und weitere Anregungen.
Die dort empfohlenen speedlite-Sklaven-Blitze kommen für Mineralien weniger in Frage.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11246.0
http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_65/overview.php
Zum Einstieg vielleicht eine Nummer kleiner?
http://www.digitalkamera.de/Objektiv/Canon/MP-E_65_mm_2_8_Lupenobjektiv_/10028/10003/25620433667429136.aspx
Gruß
Norbert
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Hallo,
ja nach Bilddiagonale verwende ich
- über 4 cm Tamron 90mm Macro
- 4 cm bis 8 mm Canon Lupenobjektiv MP-E 65 1:2,8
- unter 8 mm Zeiss Stemi 2000c (mit Vorsatzobjektiv 1.4x)
jeweils im mit meiner Canon 5d Mark II.
Das MP-E 65 1:2,8 liefert in dem vorgesehenen Vergrößerungsbereich (1x bis 5x) wirklich gute Qualität, von 1x bis 3x allerbeste Qualität. Versuche mit Zwischenringen, Vorsatzlinse oder/und Teleadapter hier in deutlich stärkere Vergrößerung vorzustoßen blieben weitgehend erfolglos. Wichtig ist: lieber Stacking als weiter abblenden als 5.6.
Gruß
Berthold
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Hallo Michael,
das MP-E 65 ist sicher kein schlechtes Objektiv, es gibt aber günstigere Alternativen.
Eine gute Seite mit Tests verschiedenster Objektive für den Makrobereich ist:
http://coinimaging.com/Lens_tests.html (http://coinimaging.com/Lens_tests.html)
Ich verwende derzeit bis 2:1 ein El-Nikkor 50mm 2,8 N (ab 1:1 in Retrostellung)
von 2:1 bis 4:1 ein 4X 0.10 oo/0 Mikroskopobjektiv von Nikon
bei 5:1 ein Seibert 5x 0.18 160/0
bis 10:1 ein Nikon E-Plan 10x/0.25 LWD
darunter ein 25x/0.4 von Leitz
mit Balgen (und falls unendlich korrigiert mit 120-200mm Tele als "Tubuslinse") an einer Olympus E-510
Falls ich mit jetzt eine Kamera kaufen würde, nähme ich eine mit elektronischem Verschluss, da die Vibration von einem mechanischen Verschluss bei kleinen Bildbreiten eine große Rolle spielt. Die Olympus OM-D hat z.B. diese Möglichkeit. Ich behelfe mir, um dieses Problem zu umgehen, mit einem manuellen Blitz zum Beleuchten.
Der Vorteil von den teuren Lupen-Objektiven wie Luminar, Photar, Mikrotar usw. ist der, dass diese im vergleich zu manchen Mikroskopobjektiven sehr wenig Farbfehler haben.
Es gibt sehr gute Fotos bis 1 mm Bildbreite, die durch Stereo-Mikroskope gemacht wurden. Es sind aber durchweg moderne High-End-Mikroskope wie Zeiss Discovery V12, Leica S8 Apo oder Nikon SMZ1500 die für die Mineralienfotografie nötige Auflösung und Farbfehlerfreiheit leisten. Meinen Versuch mit dem für das betrachten sehr guten Zeiss SV11 habe ich schnell aufgegeben, da ist sogar das Lomo 8x/0.20 um Klassen besser (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,22051.msg226272.html#msg226272 (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,22051.msg226272.html#msg226272)).
Grüße Josef
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1308826607.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1308826607.jpg)
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Hi Harzsammler
Ich habe auch das MBS-10 und auch schon ein wenig damit Fotografiert - mit einem vergleichbaren Aufbau wie Du. Den Farbfehler konnte ich dank manuellem Weißabgleich problemlos korrigieren. Ich habe den Verdacht, das die seltsame Verfärbung, wie von einigen schon vermutet, aus dem Linsensystem kommt. Ich kann diese Verfärbung auch mit dem Auge wahrnehmen, wobei man hier hinzufügen muss, dass das menschliche Gehirn hier gerne mal eine "Autokorrektur" vornimmt, wodurch der Farbfehler weniger ins Gewicht zu fallen scheint. Man muss schon recht gründlich die Farbwiedergabe ohne und mit Mikroskop beachten, um den Unterschied wirklich sehen zu können. Na, wie dem auch sei, der Farbfehler ist, wie schon gesagt, mit einem manuellen Weißabgleich beherrschbar. Schwieriger ist die Bekämpfung der Farbsäume, welche sich bauartbedingt durch den erzwungenen "Astigmatismus" ergeben: Das Mikroskop besitzt eine Objektivlinsengruppe und macht aus diesem Strahlengang irgendwo bei der Vergrößerungswalze zwei Strahlengänge, welche dann natürlich immer außerhalb der optischen Achse liegen. Man schaut quasi immer durch zwei Prismen (die Ränder einer Linse sind nichts anderes) und hat somit immer Farbsäume. Abhilfe schafft hier nur ein drastischer Eingriff in die Konstruktion des Mikroskops: Ich habe eine ca. 10 mm starke Aluplatte zwischen Objektiv und Linse gebracht, welche mit einer entsprechenden Ausfräsung versehen ist. Mit dieser Adapterplatte kann ich die Objektivlinse horizontal um einen Zentimeter verschieben, wodurch sie mittig zu Strahlengang eines Okulars liegt. Damit ist natürlich der Binoeffekt futsch, aber auch der Farbsaum ! Leider bin ich durch den Neubau meiner Mikroskopbeleuchtung noch nicht weiter zum Testen gekommen (Fotografie hat eh immer ein niedriges Zeitpensum), aber erste Versuche hatten einer merkliche Verbesserung ergeben. Zudem verwende ich eine Spiegelreflexkamera von Canon (EOS 20D) und ersetze die mikroskopeigenen Okulare durch ein hochwertiges astronomisches Okular (das Okular hat mehr als das Mikroskop gekostet - hab ich noch liegen aus meiner aktiven Hobby-Astronomenzeit). Der Kontrast und die Bildfeldebnung ist mit dem ast. Okular um Größenordnungen besser als mit den Standard-Okularen. Fazit: Wenn man nicht die Möglichkeit zum Umbau hat (Fräse o.ä.), keine Kamera mit man. Weißabgleich besitzt und nicht rein zufällig noch ein paar astronomisch teure Astronomieokulare rumliegen hat, ist das MBS-10 für die Mineralienfotografie nicht so der Hit - in der Astronomenscene nannten wir so was gerne "Quarktaschen".
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Hallo Markus, was für Okulare aus dem Astro-Bereich nutzt Du? Teurer als das Mikroskop klingt wie Pentax XW oder Tele Vue Nagler? ;D Ich hatte mal mit einfachen Plössl-Okularen von TS rumprobiert, die waren nicht besser als die originalen vom Mikroskop.
Glück Auf!
Frank
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Hi
Das sind Okulare aus der "Ultima"-Serie von öööh, Celestron ? Leider gibt es die inzwischen nicht mehr bzw. es gibt eine Neuauflage. Naja, ich meine mich zu erinnern, das ich pro Okular so um die 500 DM bezahlt habe, für das MBS-10 hab ich "nur" 300 DM gelöhnt. Puh, das ist ja alle schon über 20 Jahre her...
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Hallo Markus, die Ultima gibt es wirklich nicht mehr! Ich werde noch mal ein Paar Super-Plössl bei Teleskop-Service bestellen und ausprobieren.
Viele Grüße!
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Hallo,
Danke für Eure Antworten!
Wie mache ich nun weiter? Ich werde zum Mikroskopieren weiterhin das MBS-10 verwenden - dafür reicht es mir.
Mittelfristig möchte ich mir eine Spiegelreflex zulegen und dann mal in der Microfotografie experimentieren. An ein Balgengerät kann ich evtl. herankommen, mal sehen was sich machen lässt.
Ich möchte, wenn möglich den Kauf eines Mikroskopes umgehen und direkt mit der Kamera + Lupenobjektiv oder Balgengerät arbeiten.
Erstmal werde ich meine Klein- und Handstufen ablichten und mich mit Stackingsoftware befassen.
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Mach mal bitte deinen Adapter und die Augenmuschel ab , stell auf Macro ohne Blitz , Af bleibt an , dann setzt du die Kamera direkt aufs Okular , musst langsam bissel hin und herschieben bis der Ausschnitt passt .
Ich mach das mit meinem Billig-Bresser , man muss bissel üben , aber man bekommt das raus , wenn man das in bestimmten Stellungen verkantet werden die Farben verfälscht .
Ich fang immer bei unscharf wegen zu großem Abstand an , und mache Bild für Bild wobei immer Stück für Stück scharf gestellt wird .
Meist passt dann eines der Bilder , wenn ich stacken könnte , müssten eigentlich halbwegs brauchbare Bilder rauskommen - kann ich aber nicht ,leider.
Muss ich mal gelegentlich lernen , hab aber gerade anders zu lernen.
Bei der Analogfotographie gibts noch dieses selten benutzte Verfahren , das ziemlich gut und mit minimalem monetärem Aufwand funktioniert - aber leider nur mit Spiegelreflex : http://de.wikipedia.org/wiki/Retrostellung
Für ganz hartgesottene geht das auch nur indem man das Objektiv einfach nur verkehrt rum an die Kamera hält , Blende weit zu , (wegen Tiefenschärfe ) ,AF aus -fokussiert wird über den Abstand je nach Objektiv so 2-10 cm ca. , maximales Licht an und loslegen .
Damit geht z.B. sowas in 9x13 , wer errät was das runde schrumpelige ist bekommt von mir kostenlos 10 Stück davon :
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Ich mach das mit meinem Billig-Bresser , man muss bissel üben , aber man bekommt das raus , wenn man das in bestimmten Stellungen verkantet werden die Farben verfälscht .
Die Farbverfälschung hat meist damit zu tun, dass die Farbkorrektur bei Billig-Mikroskopen a priori schon schlecht ist. Sogar bei teuren Stereomikroskopen ist man nicht gefeit davor. Auch wenn das Objektiv Apochromatisch ist erfolgt die finale Farbkorrektur am Okular und das wird meist umgangen wenn man eine Kamera anbringt. Das Ergebnis sind dann magenta-farbige Farbsäume antlang von hochkontrastigen Kanten. Das liegt daran, dass unterschiedliche Wellenlängen unterschiedlich gebrochen werden. Meist betrifft das den Blaukanal, der, wenn man sich die verschiedenen Farbkanaäle in Photoshop ansieht unscharf ist und, weil bei Stereomikroskopen nur einer der beiden Strahlengänge genutzt wird, auch noch nach rechts oder links verschoben ist. Dadurch entstehen dann die Farbsäume, die man aber in Photoshop wegkriegen kann (wenn man weiss wie) indem man nur den Blaukanal entsprechend verschiebt. Da die meiste Detailinformaton ohnehin im Grünkanal liegt, hat das auf die Bildschärfe kaum einen Einfluss.
Bei der Analogfotographie gibts noch dieses selten benutzte Verfahren , das ziemlich gut und mit minimalem monetärem Aufwand funktioniert - aber leider nur mit Spiegelreflex :
Ist nicht auf die Analog-Fotografie beschränkt - geht auch mit digitalen Spiegelreflex-Kameras. Und, so selten benutzt ist das gar nicht. Wenn man damit leben kann, dass die Bildqualität nicht erstklassig ist, ist das eine sehr billige Lösung um einmal den Einstieg in den Extrem-Makro-Bereich zu schaffen. Retroadapter gibt es für praktisch alle Bajonet-Typen. Man braucht dazu allerdings auch noch den entsprechenden Gewinde-Adapter der auf das Filtergewinde des Objektivs passt. Für die Methode verwendet man am besten Weitwinkel- bis Normal-Objektive (28-50mm Brennweite).
Der nächste (oder ein anderer) Schritt der nicht viel kostet wäre der Einsatz eines Balgens in Kombination mit einem Vergrösserer-Objektiv (EL-Nikkor, oder Rodenstock Apo-Rodagon, etc.), oder die schon erwähnten Lupenojektive (so man eins findet). Dazu ist aber noch ein Makroschlitten zum Fokussieren anzuraten, bei sehr starken Vergösserungen am besten mit einer vertikalen Spindel die Bewegungen in mm-Bruchteilen erlaubt. Man kann übrigens auch ein WW- oder Normalobjektiv in Retrostellung am Balgen anbringen.
Bei all diesen Lösungen wird man aber um das Stacken nicht herumkommen, denn die Schärfentiefe ist (auch abgeblendet) minimal - ausser man fotografiert sehr flache Objekte. Ausserdem sollte man zu starkes Abblenden vermeiden, denn darunter leidet die Schärfe - Auflösungsverlust durch Diffraktion (=Beugungsunschärfe). Speziell bei Arbeiten mit Balgen muss man einkalkulieren, dass die effektive Blende durch die Auszugsverlängerung wesentlich kleiner ist als am Objektiv eingestellt. Da kann es durchaus passieren, dass man sich trotz Offenblende bereits jenseits der Diffraktionsgrenze bewegt.
Blende weit zu , (wegen Tiefenschärfe)
Siehe oben!
Je nach finanziellen Möglichkeiten gibt es nach oben hin praktisch keine Grenze - aber Basteln ist immer angesagt, denn bis jetzt gibt es keine all-in-one Lösung, egal wieviel Geld man bereit wäre zu zahlen. Meist ist es sogar so, dass Fertiglösungen (z.B. von Leica) den Gegenwert eines kleineren Mittelklassewagens kosten, aber in der resultierenden Bildqualität mit wesentlich billigeren Lösungen nicht im geringsten mithalten können.
Eine einfache Lösung (kostet aber ein bisschen) die mir noch einfällt - wenn man nicht viel basteln will - wäre eine Canon Spiegelreflexkamera und das MP-E 65. Eine hervorragende Optik, die Abb-Massstäbe bis 5:1 erlaubt. Ein motorisierter Makroschlitten (z.B. Cognisys Stackshot) wäre auch noch zu empfehlen. In Kombination mit der Stacking Software ZereneStacker, kann man den ganzen Ablauf dann mehr oder weniger automatisieren.
Als Nikon-User kann ich leider keine verlässlichen Tipps geben welche der billigeren Canons momentan ratsam ist.
Was man bei all dem aber nicht ausser Acht lassen sollte ist die Beleuchtung. Du kannst eine noch so tolle Ausrüstung haben, wenn das Licht ein Mist ist kommt kein ordentliches Foto zustande.
lg
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Hallo,
ich habe Heute noch mal einen Versuch mit dem MBS-10 gestartet. Fotografiert wurde nur durch das Objektiv. Das Ergebnis ist im Gegensatz zu Vorher schon mal nicht schlecht und durch Stacking sicher noch ausbaufähig. Beim schauen durch das Objektiv ist mir auch der leichte "Sonnenbrilleneffekt" durch die Linsenbeschichtung aufgefallen. Kann man so eine Beschichtung evtl. entfernen? Woraus besteht die?
Die Fotos zeigen den Aufbau sowie das Fotomotiv - ein mir unbekanntes Mineral vom Flußschacht/Rottleberode Bildbreite 6mm.
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Hi
Die "Beschichtung" ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vergütung und die solltest Du lieber nicht entfernen (außer Du bist starker Raucher, dann ist es eine Nikotin/Teerbeschichtung, die darf weg ;) - klappt ganz gut mit Wasser und etwas Spüli ). Dadurch wird die Transmission der Linsen verbessert und die Reflexion an den Oberflächen verringert. Entfernst Du die Vergütung, wirst Du nur vermehrt Streulicht und irgendwelche Reflexionen haben, die machen das Bild nicht besser. Das Zauberwort heist hier: Weissabgleich ! Den kann man sowohl bei Kameras (leider oft nur bei den etwas teureren Modellen) oder auch nachträglich mit Photoshop etc. machen.