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Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: Schorsch63 am 21 Mar 13, 08:05
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Ich bin am Rätseln. Ich habe diesen merkwürdigen "Stein" bei einem Spaziergang gefunden. Er wurde wahrscheinlich von einem Bauern beim Umpflügen des Ackers freigelegt. Der Stein ist für die Größe (ca. 10cm x 9cm x 7,5cm) recht schwer (rd. 1950 g). Ein Magnet bestätigt die Eisenhaltigkeit. Außerdem ist er nicht porös, sondern recht hart. Man sieht bei Lichtbestrahlung kleine eingeschlossene Kristalle glitzern. In dieser Gegend gibt es allerdings solche "Steine" nicht. Da recht nahe des Fundortes ein Hügel ist, der (angeblich) von Kelten bewohnt gewesen sein soll, tippte ich auf einen Klumpen Eisenschlacke, ein Bekannter wiederum meinte, es könnte auch ein eisenhaltiger Meteorit sein... Ich bin nun hin und her am Überlegen... Vielleicht hat Jemand aus dem Forum einen Tipp. Vielen Dank im Voraus...
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Hallo,
leider muss ich dich enttäuschen, aber ein Meteorit ist es definitiv nicht ;)
(ca. 10cm x 9cm x 7,5cm) recht schwer (rd. 1950 g). Ein Magnet bestätigt die Eisenhaltigkeit.
Fundortes ein Hügel ist, der (angeblich) von Kelten bewohnt gewesen sein soll
Ob das Stück nun wirklich aus der Keltenzeit stammt, ist zwar durchaus fraglich, aber ich würde sagen, dass es eine Eisenschlacke ist.
Gruß
Daniel
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Hallo,
Das ist ein Stück Eisenschlacke, bestehend überwiegend aus Eisensilikat (Fayalit). Das Alter ist leider schlecht zu sagen, es hat in Deutschland seit 2500 Jahren Eisenbergbau und -verhüttung gegeben. Ein Alter wäre nur anhand von Holzkohleresten in der Schlacke mittels Altersbestimmung (C-14-Methode) festzulegen.
Glück Auf!
Smoeller
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Vielen herzlichen Dank für die fachlichen Antworten. In der Tat gab es mal früher Forschungen in dem Gebiet, wo man (angeblich) Siedlungsspuren der Kelten gefunden hatte (Ubier) es ist einer der alten Keltenhügel im Verbund Taunus (u.a. Altkönig) in Richtung Gießen bis Dünsberg... Es führt ebenso eine alte Keltenstraße unmittelbar daran vorbei... Insofern bestätigt das meine Vermutung. Die Kelten brachten ja die Kunst der Eisenherstellung (in Rennöfen) in unsere Gegend. Insofern ein weiterer Beleg für die Besiedlung des so genannten Hünerküppels. Als die Ubier von der Römern später umgesiedelt wurden, verfielen diese Kelten-Lager... Seitdem war diese Gegend auch nicht mehr besiedelt. Insofern bleibt hier nur die Schlussfolgerung, daß die Eisenschlacke aus der Keltenzeit stammen muss... Vielen Dank!!!
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Mit so Schlußfolgerungen würde ich sehr vorsichtig sein !!
Vorallem im Mittelalter, aber auch noch bis ins 19. Jh. wurde an allen möglichen Ecken abgebaut.
BG
Helmut
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Hallo,
dem Post über meinem möchte ich nur zustimmen. Hier sind schon einige Gartenfunde von Schlacken aufgetaucht, obwohl weit und breit keine Quelle für solche Erzeugnisse zu finden war.
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In leicht früherer Zeit ( nicht in der der Kelten) hatte fast jedes Dorf eine Schmiede.
Also Schlacke gibts überall wo Siedlungen mit einem Eisenschmied existierten.
Es fehlt der (wissenschaftliche) Beweis, das es aus der Keltenzeit stammt. Sprich: nur ein Fundzusammenhang mit anderen Artefakten läßt eine (recht Sichere) Zeitliche Stellung zu.
Alles andere ist pure Spekulation und Wunschdenken.
Nix für Ungut, aber dein Stück ist beim Schrotthändler deiner Wahl gut aufgehoben. ;)
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Man sollte erst mal die archäologischen Berichte nachlesen, sie bezeugen z. B. für den Dünsberge eine keltische Sidlung.
Eisenlagerstätten gibt es im südwestlichen Vorfeld des Dünsberges.
Schmiedeschlacken unterscheiden sich wesentlich von Schlacken aus der Eisenerzverhüttung und ohne Kenntnis der Fundsituation, Lagerstätte, Hüttenprozess bleibt vieles spekulativ.
Glückauf!
Schlacke