Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Zeugen des Bergbaus / evidence of mining => Thema gestartet von: Tobi am 21 Jun 13, 15:50
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Hallo,
als ich eben im englischsprachigen Web ein paar Dinge über meinen geliebten Galenit recherchiert habe, landete ich zwischendurch mal auf Wikipedia. Dort erfuhr ich, dass es in den USA ganze zehn Orte namens Galena (engl. für Galenit) gibt, ebenso ein paar Seen und Flüsse; auch in Kanada kommt dies vor (http://en.wikipedia.org/wiki/Galena_%28disambiguation%29).
Da fiel mir dann ein, dass es natürlich alles andere als ungewöhnlich ist, dass Orte nach dem Bergbau bzw. seinen Produkten benannt sind - besonders wenn es Orte sind, die nur deswegen gegründet wurden oder bekannt/berühmt wurden. Mich würde eine Auflistung interessieren, wieviele solcher Gegenden/Städte/Orte es insgesamt gibt (wahrscheinlich mehr, als man denkt ...). Spontan fallen mir ein:
- Bad Bleiberg in Österreich
- Zinnwald im Erzgebirge
- Diamantina in Brasilien
Ich denke, auf der ganzen Welt wird da einiges zusammenkommen ...
Gruß
Tobi
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Eisenerz/Österreich
Grüße Michael
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Goldbach/Oberlausitz
Gruß Sebastian
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Seifen im Erzgebirge, geht auf die Zinnsteingewinnung durch das seifen zurück. Außerdem besteht bei einigen Heimatforschern die Ansicht, daß der Namen Auerbach/Vogtland nicht auf die Flußaue sondern auf Aurum zurück geht und auf den Goldgehalt des Gewässers hindeutet.
Uwe
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Hallo,
Da gibt es alleine eine ganze Reihe, die auf Salzbergbau oder -handel zurüvkgehen, so alles mit Sulz und Salz (Salzdetfurth, Salzuflen, Sulz a.N., auch das Salzkammergut), vor allem aber auch auf das altdeutsche und griechische hal(s) bzw. hall für Salz, so Halle, Hallein, Hallstatt, Reichenhall, Hall in Tirol, auch Halsbrücke bei Freiberg (an einer alten Salzstraße).
Dann Silberberg (Bergname bei Davos, bei Fahl/Todtnau im Schwarzwald usw.).
Kupferberg im böhmischen Erzgebirge (heute Medenec), Bleibach bei Freiburg im Schwarzwald, Eisenbach im Schwarzwald (bzw. das nahe gelegene Hammereisenbach).
Glück Auf!
Sebastian
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Als Ergänzung zum bömischen Kupferberg möchte ich noch das schlesische Kupferberg im Riesengebirge (poln. Miedzianka) erwähnen. Der Ort gehört heute zu Jannowitz im Riesengebirge (Janowice Wielkie), ist aber weitgehend abgerissen. Es ist übrigens die kaum bekannte Typlokalität für das Uranmineral Uranophan!
Glück Auf!
Frank
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Hallo,
nicht ganz so bekannt: La Calamine (Kelmis) in Ostbelgien. Calamine ist die französische Bezeichnung für Galmei.
Und wo wir gerade in der Gegend sind: Ein paar Kilometer NW liegt Plombières, von plomb = Blei.
Gruß,
Klaus
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Auf Sardinien gibt es z.Bsp. die Orte ,, Ferronia,, und ,,Ferrara,, benannt nach Ihren Minen sowie eine Insel namens ,, Plumbea ,, darauf den Ort
,,Metalla,,
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Hallo!
In der Eifel sind Bleialf und Bleibuir zu nennen
Gruß
Thomas
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Na da fällt mir doch "Nikel und Apatity" auf der Halbinsel Kola ein!
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Gelten Bergnamen auch? Dann nenne ich mal die Cima Miniera in der Ortlergruppe (Magnetitvorkommen in der Kontaktzone des Königspitzplutons).
Volkmar
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Korbach - ( Stadteil ) Goldhausen, am Westhang des Eisenbergs, Waldeck-Frankenberg
Ruppach - ( Stadteil ) Goldhausen, Westerwald
Goldkronach - Fichtelgebirge
Erzhäuser - Gemeinde Bodenwöhr, Oberpfalz
Gruss Micha
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Meine Geburtsstadt Eisenach im Thüringer Wald - kommt von Eisen Ache. Dort wurden wohl Eisenerze aus der näheren Umgebung auf Boote zum Weitertransport verladen.
GA
Detlef
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@stoanklopfer
Auch Bergnamen erzählen Bergbaugeschichte: Goldzechenkopf, Silbereck in Kärnten.
Oder Flurnamen als Zeugen früher Rohstoffsuche in Oberösterreichs Voralpen.
Glückauf!
Schlacke
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Im übrigen gibt es im Erzgebirge in fast jeder Ortschaft eine Eisenstraße oder Eisenweg. Im Erzgebirge war nämlich entgegen weitläufiger Meinung das Eisenerz das Haupterz, während dort Silber die (geschätzte) Ausnahme war.
Uwe
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Gelten Bergnamen auch?
Es gilt ALLES Topographische; ganz gleich, ob Stadt, Dorf, Berg, Wiese, Fluss, See oder Bauernhof ;)
Von daher kann man das Erzgebirge auch allgemein erwähnen.
Gruß
Tobi
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Dann gibt es auch viele Goldbäche in Sachsen.
Gruß Sebastian
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- Minas Gerais ("allgemeine Minen"), Brasilien
- Magnitogorsk ("Stadt am magnetischen Berg"), Russland
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Hallo Tobi,
Es gilt ALLES Topographische; ganz gleich, ob Stadt, Dorf, Berg, Wiese, Fluss, See oder Bauernhof
Von daher kann man das Erzgebirge auch allgemein erwähnen.
wenn du alles nehmen möchtest, dann schreiben wir in 10 Jahre noch hier :). Es gibt alleine Unmengen an Flurnamen oder auch Strassenbezeichnung wie Kohlenstrasse oder Kohlenhof, An der Erzwäsche etc. ... 'n bissl sollte man das schon noch eingrenzen ;D
Netten Gruss
Micha
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Ok, dann bleiben wir im Wesentlichen bei Städten/Orten und Regionen :)
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Saalfelden im österr. Bundesland Salzburg hat zwar nie einen eigenen Salzbergbau besessen, der Name steht aber in direkter Verbindung mit dem Salzbergbau um Bad Reichenhall. Über die Saalach durch Saalfelden wurde das Holz aus den "Saalforsten" nach Norden verbracht, mit dem die Siedeöfen betrieben wurden. Die "Bayrischen Salforste" besitzen übrigens noch heute einen großen Teil der Wälder in dieser Region.
Volkmar
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- Ametista do Sul, Brasilien
- Argentinien (lat. argentum = Silber)
- Bleiwäsche, NRW
- Kupfergürtel, Afrika
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- Knappenrode in der Lausitz
- Stadt Asbest im Oblast Swertlowsk
- Caminau und Camina in der Lausitz (kommt von Camen=Stein)
- Burghammer in der Lausitz bekam seinen Namen vom Eisenhammer, hier wurde Raseneisenerz verhüttet
- Boxberg heist im sorbischen Hamor und kommt ebenfalls vom Hammer/Eisenhammer
- Lauchhammer in der Lausitz ebenfalls vom Eisenhammer
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Na, Freiberg. Und Freital bei Dresden.
Das Seufzergründel im Elbsandsteingebirge (kommt nicht von seufzen, sondern von Seife).
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Da wären noch: Kalkstraße, Kalkweg und Kalksteig
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Hallo!
Ziemlich alle Orte mit Schmiede.... und Hammer.... deuten auf Eisen hin.Bei Orten mit ....mühle können auch Gesteinsmühlen dabeisein.
Die Silberstraße vergeßt mal nicht ;)
Gruß Jens
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Neben der reinen Aufzählerei von derartigen Namen - die man beinahe endlos fortsetzen könnte - wäre es doch schön, wenn zumindest in wenigen Sätzen eine kurze Erläuterung zur Herkunft des jeweiligen Namens und/oder ein Hinweis auf den zugehörigen Bergbau oder Hüttenbetrieb gegeben werden könnte. Fände ich etwas interessanter als eine reine Namensliste...
Volkmar
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Neben der reinen Aufzählerei von derartigen Namen - die man beinahe endlos fortsetzen könnte - wäre es doch schön, wenn zumindest in wenigen Sätzen eine kurze Erläuterung zur Herkunft des jeweiligen Namens und/oder ein Hinweis auf den zugehörigen Bergbau oder Hüttenbetrieb gegeben werden könnte. Fände ich etwas interessanter als eine reine Namensliste...
Ich teile deine Ansicht, allerdings erfüllen viele das doch schon in diesem Thread; und immer kennt man ja nicht unbedingt die Erklärung ...
Gruß
Tobi
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Im Siegerland deuten die Ortsnamen
- Eiserfeld
- Eisern
daraufhin, dass das Eisenerz das Mark der berge gebildet hat. Eiserfeld wurde 1292 erstmals erwähnt und gilt als erster namentlicher Beleg für die Eisensteingewinnung im Siegerland. In der Umgebung von Eiserfeld befanden sich mehrere große und sehr alte Erzgruben wie Eisenzecher Zug, Brüderbund und Gilberg. In der Umgebung von Eisern ist am Berg Eisernhardt ebenfalls schon seit dem Mittelalter Bergbau in vielen kleinen Gruben umgegangen (später konsolidiert als Eisernhardter Tiefbau oder Eiserner Union).
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Hallo,
da werfe ich doch auch mal ein paar Orte aus dem Bereich Erzgebirge ins Rennen:
- Edle Krone bei Tharandt (wie der Name des damaligen Bergwerkes)
- Seifersdorf und Seifen bei Dippoldiswalde (Gold-Seifen)
- Schmiedeberg bei Dipps (Eisenverarbeitung)
- Kalkwerk bei Marienberg (Kalkwerk im Ort)
- Altenberg (Ort uff´n alten Berg)
- Reichenau (vermutlich(!) durch Gewinne aus Bergbau)
- Freiberg und Zinnwald wurden ja schon genannt
- ...
Uwe
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Hallo,
Berggießhübel in Sachsen (alter Eisenerzbergbau auf Skarnlagerstätten), Kopparberg in Schweden (Kupferbergbau, siehe hier: http://www.mineralienatlas.de/?l=6443), Malmberget in Schweden (schwedisch Malm = Erz, heute ein wichtiges Eisenerzfördergebiet (Magnetit)).
Etwas wird immer unterschätzt: Wasser als Bodenschatz!
Schon die Römer haben Orte danach benannt, z.B. Civitas Aquensis (Aquae), das heutige Baden-Baden (der Name kam erst im 19. Jhd. auf, zur Unterscheidung des Landes Baden und der Stadt Baden-(Baden)), ebenso Badenweiler im Südschwarzwald, wo Thermalwässer auf geologischen Spalten aufsteigen. In Baden-Baden sind die Quellen tw. durch das Vorantreiben von Stollen (also bergmännischer Arbeit) zur besseren Ausbeute gefasst.
Glück Auf!
Sebastian