Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Schweiz / Switzerland => Thema gestartet von: matshy am 19 Jul 13, 17:24

Titel: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: matshy am 19 Jul 13, 17:24
liebe Gemeinschaft

ich habe die drei steine auf dem Foto im selben bachabschnitt gefunden, in den voralpen. der mittlere, graue ist 20mm gross. trotz ihres differenten aussehens, haben sie etwas (für mich erstaunliches) gemeinsam: sie haben einen hohen metallgehalt, sprich das magnet zieht stark. sie sind selber nicht magnetisch.
hab ich schlicht erz gefunden? und gehe ich recht in der annahme, das es sich aufgrund der farbe, nicht um eisen handelt?

freundliche grüsse
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: Tobi am 19 Jul 13, 19:22
und gehe ich recht in der annahme, das es sich aufgrund der farbe, nicht um eisen handelt?
Hallo, um reines Eisen handelt es sich bei keinem dieser Stücke, das würdest du auch am extremen Gewicht im Vergleich zu "normalen" Steinen merken. Der kleine dunkle erinnert noch am ehesten an Eisen, aber wenn man genau hinschaut, erkennt man eine blasse Quarzader in dem Stein; auch das ist also wie die anderen beiden Stücke irgendein abgerolltes Mineral oder Gestein. Dennoch kannst du mit deiner Vermutung Recht haben: Je nach Zusammensetzung dieser Stücke kann Eisen enthalten sein bzw. es kann sich um eisenhaltige Mineralien oder gar Eisenerze handeln.

Gruß
Tobi
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: vanderheide am 16 Oct 13, 14:51
Hallo,
Wenn ich einen Hämatit an meinen Magneten halte, dann passiert gar nichts. Dabei ist ordentlich Eisen drin.
Halte ich einen Serpentinit dran, dann wird es vom Magneten angezogen. Hier nicht von Eisen sondern vom Magnetit.
Könnte Magnetit in diesen Steinen sein?
Gruss
Hans
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: smoeller am 16 Oct 13, 15:06
Hallo,

Die beiden oberen sind Gneise bzw. kristalline Schiefer (die Namensgebung Gneis und Schiefer hängt von der Art der Schichtung ab), bestehend im Wesentlichen aus Quarz, Feldspat und Glimmer. Der linke ist ein granitischer Gneis, das glitzernde darin überwiegend dunkler Glimmer (sog. Biotit). Der rechte könnte ein Schiefer (sog. Bündner Schiefer) sein, graugrüne Farbe deutet auf das Mineral Chlorit (wegen der Farbe, hat nichts mit dem Element Chlor bzw. dem Molekül Chlorit der Chemiker zu tun) hin.

Das rötlichbraune unten dürfte ein Kieselschiefer (Radiolarit) sein, eine Bildung in den ehemaligen Ozeanen, die nun aufgefaltet in den Alpen liegen.

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: vanderheide am 16 Oct 13, 22:53
Hallo:
Nun habe ich ein Problem:
Gneise bzw. kristalline Schiefer reagieren kaum auf einen Magneten. Auch mir ist die Zusammensetzung des grossen Steines aufgefallen als etwas, was eigentlich nicht auf einen Magneten reagiert. Auch Bündner Schiefer reagierte bei mir noch nie auf einen Magneten. Wie ist das hier mit dem "das Magnet zieht stark"?
Gruss
Hans
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: smoeller am 17 Oct 13, 14:42
Hallo,

Das kann ich mir auch nicht erklären. Aber von den Fotos her sind es die genannten Gesteine. Evtl. ist in den Stücken auch Ilmenit drin, der kann auch auf Nd-Magneten reagieren. Oder Magnetkies.

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: CRYSTALLOGIC am 17 Oct 13, 16:17
Hallo,

ich denke, vielen ist einfach nicht klar, dass die modernen Nd-Magnete um ein Vielfaches stärker sind, als die klassischen Ferrit-Magnete ... vielen ist wahrscheinlich nicht mal klar, mit welcher Art sie die Tests durchgeführt haben. In sofern braucht man sich gar nicht wundern, dass heutzutage auch bei Gesteinen mit eigentlich viel zu geringem Anteil an entsprechenden Mineralen ( als dass man ihn mit (damals) Haushalts-üblichen Magneten bemerkt hätte) so oft ein scheinbar recht starker, passiver Magnetismus festgestellt wird.

Gruß

edit: @ Hans - es gibt durchaus auch Hämatit, der auf Magnetkontakt sehr ´entgegenkommend´reagiert (auch bei relativ schwachen Ferrit-M.)
Titel: Re: Fund aus der Ostschweiz 2
Beitrag von: vanderheide am 04 Dec 13, 17:03
Hallo Wolfgang, Danke für den ergänzenden Hinweis, den ich jetzt erst entdeckte! Ich frage mich dann direkt weiter: warum reagiert den Hämatit unterschiedlich? Hat es dann einen Zusatz, wenn es auf Magnetismus reagiert?
Mein Hämatit (70 X 55 X30 mm) reagierte mit einem recht starken Magneten überhaupt nicht.
Gruss
Hans