Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: Lylsony am 02 Aug 13, 19:40
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hallo ihr lieben. ich habe diesen Stein an der Elbe gefunden und bin mir sehr sehr sehr sicher dass es nur ein moldavit sein kann. trotzdem interessiert mich brennend die Meinung anderer vollblutsammler und steinliebhaber. ;) also was sagt ihr dazu??? ich hoffe das foto ist aussagekräftig und man kann die tranzparenz und die scheene grüne farbe gut erkennen. danke schonmal.
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Hallo Liane,
das Foto ist leider zu klein um das zu erkennen - bitte ein größeres !
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...
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Hallo,
schaut für mich stimmig aus. Bin aber mehr der Laie, was Moldis angeht.
Gruß
Andreas
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für mich auch ;D
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Hallo,
Auf den ersten Blick sehr verdächtig.
Ich würde den mal hier vorstellen: http://www.jgr-apolda.eu
Dort sind einige Moldavitfachleute vertreten, auch welche aus der Lausitz.
Glück Auf!
Sebastian
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Sollen ja in der Elbe durchaus zu finden sein , wenn ich richtig informiert bin .
Wäre ein schönes Stück !
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Für mich ist es leider nur Glas..Erfahrungswerte..
VG
Julian
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Glas mit so vielen Blasen? Farbe, Struktur und Transparenz lassen schon auf einen abgerollten Moldavit bzw. Tektit schließen.
Uwe
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Glück Auf!
das Stück sieht verdammt sehr verdächtig nach einem Tektit aus. Ich habe schon einige Lausitzer Tektite in der Hand gehabt. Die Form, Farbe, abgerollte Oberfläche, Verteilung und Ausbildung der Dellen an der Oberfläche von dem hier gezeigten Stück passen sehr gut dazu.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo,
ich dachte zuerst auch an Glas, aber nach den neueren Bildern muss ich zugeben, dass es schon sehr große Ähnlichkeit hat mit Moldavit. Zudem wenn mit bestehenden Bildern verglichen wird
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MediaDataShow?rockid=515&backlink=Moldavit
Müsste sich das nicht über die Härte klären lassen? Glas 7, Moldavit 5-6?
Gruß Philip
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Dort sind einige Moldavitfachleute vertreten, ....
hier ja auch - zumindest minpol. Ich hoffe er wirft mal einen Blick drauf .....
meine (laienhafte) Einschätzung nach dem neuen Foto: zwiespältig.
Auf den ersten Blick dachte ich ja, auf den zweiten Blick doch Zweifel - vor allem was die Oberflächenstruktur betrifft. Einzelne große Mulden / Blasen, dazwischen ziemlich glattgeschliffen - da hab ich so meine Bedenken. Bei abgerolltem Moldavit sollten die "Grübchen" (unterschiedlicher Dimension) dicht an dicht liegen.
Den Link zum Lexikon hat ja Philip schon gegeben, hier noch ein anderer:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,32773.0.html
Vergleicht selber .....
p.s.:
die Oberfläche des hier gezeigten Stücks erinnert mich sehr an diejenige des angeblichen Moldis auf ebay, über den hier kürzlich diskutiert wurde, und der sich dann anscheinend als (Glas-)Schlacke herausstellte.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,33298.msg253922.html#msg253922
Das ebay-Stück sah aber auch insgesamt weniger "moldi-mäßig" aus als dieses hier ...
und hier auch noch ein Thema mit unechtem / echtem Moldavit im Vergleich:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,24091.0.html
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Müsste sich das nicht über die Härte klären lassen? Glas 7, Moldavit 5-6?
Hallo!
Das stimmt so nicht so richtig. ;)
Gruß Jens
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Hallo,
Müsste sich das nicht über die Härte klären lassen? Glas 7, Moldavit 5-6?
Hm, ich habe jedenfalls mal gelernt, dass Glas eine Mohs-Härte von 5,5 bis 6,5 hat. Damit wäre dann der Unterschied zu Moldavit wohl nicht so richtig gegeben.. Würde mich auch wundern, denn Moldavit ist letztlich ein Silikatglas.
Gruß,
Klaus
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so, hier bin ich nochmal. vielen dank für euer reges interesse und die vielen antworten. da hat es sich doch gelohnt, mich hier anzumelden. :) werde mich wohl doch mal drüber her machen und versuchen, härte, dichte und evtl. schmelzpunkt zu ermitteln. ist ja nicht das einzige exemplar, welches ich besitze. ;) wenn dann immernoch nicht alle zweifel ausgeräumt sind, hab ich ne seite gefunden: http://www.moldavit.de/
dort kann man kostenlos prüfen lassen. so, ich wünsch euch noch nen schicken restsonntag und mal schauen was noch so kommt. lg
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Dann halte uns bitte auf dem laufenden . . .
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Also ich bin mir sehr sehr sicher das dies kein Moldavit ist, hatte dies Lylsony auch schon bei Ihren Ebay Auktionen mitgeteilt!
Form, Farbe und Skulptur sind aber einem echtem Moldaviten fast täuschend ähnlich!
Was mich so sicher macht ist die jahrelange Erfahrung mit den lausitzer Moldaviten! In natura habe ich schon über 700 Stück gesehen und in der Hand gehalten!
Lylsony wollte mir ja auch mal ein Exemplar zur Begutachtung schicken, hat sie bis jetzt aber noch nicht gemacht ...!
Grüße
Enrico
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Hallo!
Ich bin da auch sehr skeptisch,wenn ich diese Blasen sehe,welche sich im Licht spiegeln.Zudem ist die Struktur des Stückes sehr körnig.
Gruß Jens
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Hallo,
hier mal meine Vermutung.Bin zur Zeit in der Gegend um Nova Paka.Die Calcedone aus der Gegend können ähnliche Farben und Strukturen aufweisen.Könnten auch bis nach Deutschland transportiert werden.
Grüße Heiko
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Glück Auf!
Das von achmin gezeigte Stück ist sehr sicher ein Chalcedon, da an der angeschlagenen Ecke bereits die hellblaue Färbung zum Vorschein kommt. Die Oberfläche passt auch gut zu den Chalcedonmandeln, wie sie reichlich in dieser Gegend vorkommen. Die grüne Farbe ist der Rest einer ersten Mineralbildung in dem ehemaligen Mandelhohlraum und besteht häufig aus Delessit.
Zu dem Stück von Lylsony. Es sollte vielleicht beachtet werden, dass es sich um einen Fund aus einem aktiven Fließgewässer handelt. Die meisten Tektite aus der Lausitz werden aber in Kiesgruben gefunden und lagen dort entsprechend lange Zeit am selben Ort. Die lange Liegezeit und die geringe chemische Instabilität der Gläser tragen zu dem bekannten Erscheinungsbild bei. Im Fließgewässer kann das äußere Erscheinungsbild aber eben anders aussehen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo!
Aktives Fließgewässer Elbe wird keine Tektite mehr bringen.Hier ist die Urelbe entscheidend.
Gruß Jens
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Glück Auf!
ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass das Stück den Angaben nach an der Elbe gefunden wurde und damit zwar einen kurzen, aber wohl doch die Oberfläche des Stückes beeinlussenden Transport hinter sich hätte. Als Vorraussetzung dazu müsste die Elbe fundortnah Ablagerungen der Urelbe angeschnitten haben. Die Tektite aus dem Südböhmischen Gebiet in Tschechien werden bei der langen Transportstrecke wohl eher komplett zerkleinert/abgeschliffen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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also offensichtlich habe ich es hier mit fachleuten zu tun und freue mich über das rege interesse, bzw. dass ich hier noch viel lernen kann. ich habe weder studiert noch sonst irgend nen offiziell anerkannten bildungsgrad in der tasche. nichts-desto-trotz spüre ich, seit ich denken kann, unstillbaren wissensdurst in mir und der eigenartige mineralientick begleitet mich ungefähr schon seit meinem 5ten oder 6ten lebensjahr. entwickelt sich aber mit zunehmendem alter immermehr hin zur besessenheit. *grins*
dies nur am rande, weil ich nicht ständig von vornherein als spinnerin o. betrügerin abgestempelt werden möchte. hm.
ok, also ich hab mich mal rangetastet und schon mal versucht wenigstens durch die bestimmung der härte nen unterschied zu glas zu finden. ergebnis nach nem taschenmesser-ritz-test: meine grünen steinchen sind bedeutend weicher als glas. also n gutes zeichen.
mein versprechen gegenüber dem moldijäger will ich auf jeden fall halten und werde dir(darf ich du sagen??) gerne ein exemplar zuschicken. wenn du so nett bist, mir ne adresse zu mailen, kanns losgehn. selbstverständlich bin ich auch weiterhin gespannt, auf alle anderen meinungen bzw. anmerkungen u. tipps. lg lilli
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Hallo,
meine grünen steinchen sind bedeutend weicher als glas. also n gutes zeichen.
keineswegs. Moldavit ist Glas, hat also etwa die gleiche Härte wie Fensterglas.
Gruß,
Klaus
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Hi Leute,
Es müsste viel härter wie normales Glas sein, im normalen Glas sind 'weichmacher' drin, um den Schmelzpunkt runter zu setzen, besteht um ca. 70% aus Sio, der Moldavit um 100 %, Silikatglas (Kaffekanne) kommt da schon eher ran.
Gruß Axel
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Hallo,
Silikatgläser sind imho alle im Haushalt.
- Flintglas mit Sr-Oxid, früher Blei
- Quarzglas bei den Halogenbirnen
- Alkali-Gläser, insbesondere das normale Glas Kalk-Soda-Glas.
- Borosilikat bei der Teekanne
Weichmacher würde ich das Erzeugen eines Eutektukums nicht nennen. Und Mg-Oxid und SiO2 ergeben auch den Talk. Aus den Randkomponenten auf Mischungen/Verbindungen zu schließen halte ich für gewagt.
Auch ist die Härte nicht schwarz weiss: Ein Ritzdiamant wird deutlich vom Saphir abgenutzt. Imho ist eine Stufe in der Ritzhärte ein Verhältnis von rund 1:100 im Abtrag.
MfG
Frank
(Nachtrag: Es kam der Hinweis, dass diese Aussage mit dem Abriebverhältnis nicht konsequent gilt, sondern die Skala recht willkürlich ist. Das ist richtig. Es ist ein nicht konstantes Verhältnis, also kann unter Umständen auf beiden Körpern ein Kratzer erkannt werden)
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Hi Leute,
Es müsste viel härter wie normales Glas sein, im normalen Glas sind 'weichmacher' drin, um den Schmelzpunkt runter zu setzen, besteht um ca. 70% aus Sio, der Moldavit um 100 %, Silikatglas (Kaffekanne) kommt da schon eher ran.
Gruß Axel
Ich geb's auf.
"Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens." (F. Schiller)
Klaus
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Hi,
Sicherheit bringt wahrscheinlich nur ne exakte Altersbestimmung, z.B. per Ka-Ar-Methode.
Gruß
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Hallo,
vermutlich reicht eine EDX erstmal, die Chemie der Moldavite sollte genau wie die Chemie der Industrie und mittelalterlichen Gläser bekannt sein.
LG
Frank
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Hallo,
die Chemie der Moldavite sollte ... bekannt sein.
ist sie. Erste Hinweise gibt's in Wikipedia, dort auch Angaben zur Primärliteratur.
Gruß,
Klaus
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Hallo allerseits,
ich habe den Link gerade erst eben gesehen (war wohl schon sehr lange nicht mehr hier drin). Also als Fachmann für Moldavite und speziell Lausitzer Moldavite kann ich Moldijägers Meinung bestätigen. Es ist definitiv kein Moldavit, obwohl es für den Laien auf den ersten Blick so aussieht. Trotzdem finde ich es gut, dass auch mal solche Stücke hier zur Diskussion gestellt werden... Bei Gelegenheit kann ich mich mal umfangreicher zu dem Stück äußern. Echtheitsprüfungen führe ich auch durch und kann ansonsten noch allerlei Spannendes zu Lausitzer Moldaviten berichten, wenn mal jemand spezielle Fragen dazu hat bzw. ein Stück begutachtet haben möchte... (PS: ich registriere alle bisher bekannten Funde in der Lausitz... es sind schon weit über 1000 Stück zusammengekommen, von denen ich die meisten selbst gesehen bzw. in Händen gehabt habe. Wer mich also noch nicht kennt und selber Lausitzer Moldavite besitzt bzw. Finder kennt, kann gerne mal mit mir Kontakt aufnehmen... würde mich darüber freuen.)
Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß hier
Micha H.
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... Echtheitsprüfungen führe ich auch durch und kann ansonsten noch allerlei Spannendes zu Lausitzer Moldaviten berichten, wenn mal jemand spezielle Fragen dazu hat bzw. ein Stück begutachtet haben möchte...
Hallo,
nach welchen Kriterien / Parametern prüfst du denn die Echtheit ?
Gruß
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Also die Echtheit eines Moldavits ist hier in erster Linie gemeint. Die Garantie für einen Lausitzer lässt sich nicht bei jedem Stück zu hundert Prozent festlegen, da es auch bei Lausitzer Moldaviten Abweichungen von typischer Form, Oberflächenbeschaffenheit und Größe gibt. Zudem sind mir Moldavite aus dem Egergebiet, aus Mähren, Südböhmen und aus Österreich bekannt, die von der Form und der Oberfläche nahezu identisch zu Lausitzer Moldaviten sind. Das ist aber durch ähnliche Umlagerungsbedingungen und Liegezeiten im Sediment erklärbar. Die Echtheit von Moldaviten kann natürlich über physikalische und chemische Methoden bestimmt werden, was leider meist mit der (teilweisen) Zerstörung des Stückes einhergeht. Daher bevorzuge ich die optischen Methoden und vertraue auf meine jahrelange Erfahrung (auch als Sammler und Finder von Moldaviten ) und auf mein erworbenes Wissen als diplomierter Mineraloge. Zudem habe ich Zugriff auf eine umfangreiche Vergleichssammlung. Die Lausitzer Moldavite sind bisher tatsächlich nur aus Altelbekiesen (auch nachträglich umgelagert) bekannt. Der Fundort ist ein erstes Kriterium. Ich schließe aber Funde in rezenten Elbkiesen nicht völlig aus. Ein Moldavit hat generell eine optisch gleichmäßige grüne bis bräunliche Farbe (Muong Nongs oder zweifarbige Moldavite mal ausgeschlossen). Es ist eben ein Glas. Selbst fast schwarz wirkende Moldavite (aufgrund von Größe bzw. erhöhtem Eisengehalt oder höherem Verhältnis von Fe3+ zu Fe2+) sind im Durchlicht mit einer Taschenlampe durchsichtig und nicht nur durchscheinend. Die Oberfläche ist durch mechanische Erosion bzw. chemische Verwitterung geformt. Lausitzer Moldavite zeigen eine sekundäre Oberfläche, also nicht die Oberfläche, die sie bei ihrer Entstehung hatten. Das gilt übrigens für fast alle Moldavite da alle (auch wenn teils nur geringfügig) umgelagert wurden und zudem chemischen Prozessen ausgesetzt waren. Reliktisch können Strukturmerkmale primärer Oberflächen bei südböhmischen Moldaviten auftreten. Bei Lausitzer Moldaviten ist derartiges nicht bekannt. Intern können symmetrisch geformte Blasen auftreten, die auch "geöffnet" an der Oberfläche liegen können. Vorsicht ist bei Immitaten aus China oder anderen Ländern geboten, die jedoch meist durch untypisch abgeflachte Formen auffallen. Ansonsten gibt es Obsidiane oder auch andere Tektite, die Moldaviten ähnlich sein können. Ich hoffe das genügt fürs erste. Zum Abschluss noch ein paar typische Merkmale Lausitzer Moldavite: Grübchen +- Striemung an Oberfläche (Ausnahme sind eiszeitlich umgelagerte Moldavite, die eher eine rauhe Oberfläche ähnlich wie Strandgläser haben). Die Formen sind meist deutlich abgerundet (Ellipsoide). Form und Oberfläche des hier abgebildeten Stücks entsprechen bis auf die in der Vertiefung glänzenden Grübchen der Form und Oberfläche Lausitzer Moldavite. Bei Moldaviten ist der Glanz an der Oberfläche gleichmäßig (Ausnahme: Druckstellen, Beschädigungen und offene Blasen). Außerdem enttarnt sich das Stück hier durch seine "Trübe"
MfG
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Danke für die Antwort !
Gruß