Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Gecko am 30 Sep 13, 19:09
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Guten Tag, liebe Gesteinsprofis!
Ich würde gerne für unsere Schule eine Gesteinssammlung anlegen. Zum Baustoffhändler zu fahren, ist natürlich viel zu einfach, selbst sammeln ist doch viel schöner!
Soweit die Idee. Bei näherer Betrachtung fiel mir aber auf, dass ich zwar die geologische Karte von Deutschland aufmalen könnte (an Theorie mangelt es also nicht ;)), aber wo es tatsächlich Aufschlüsse gibt, in denen man jeweils eine kleine Kiste voll Handstücke sammeln kann, ohne ein Naturdenkmal zu zerstören oder aber in einen laufenden Abbaubetrieb zu geraten, da fällt mir erstmal wenig ein.
Kann mir da jemand mit Tipps aus der Praxis helfen?
Beginnen würde ich wollen mit den "Basics": Granit - Basalt - Rhyolith - Gabbro, Sandstein - Tonstein - Kalkstein, Gneis - Schiefer,
danach kann erweitert oder spezialisiert werden.
Als erste Anlaufstellen kommen der Harz und Franken in Frage (deswegen habe ich den Marmor mal weggelassen...).
Über Hilfe würde ich mich freuen!
Vielen Dank, Gecko
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Als erste Anlaufstellen kommen der Harz ...
Ja, vor allem, wenn man aus HH kommt. Nimmt man das Harzvorland im Norden noch dazu, dann gibt es eine Menge unterschiedlicher Gesteine abzuschleppen. Stichwort: Quadratmeile der Geologie. Schon im Umfeld von Bad Harzburg hast Du Gabbro, Schiefer, Harzburgit, Kalk, Granit, Grauwacke u.a.
Gruß
Kluftknacker
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Genau, die Ecke hatte ich im Kopf! Ich kenne auch immerhin schon mal den Harzburger Gabbrobruch, aber kann ich da als Privatperson hingehen, anklopfen und um ein paar Steine bitten?
Wie komme ich da ran, wenn's weder verboten noch lebensgefährlich sein soll?
Ich habe ja schon Diverses gesammelt, was mir "immer mal so" begegnet ist, aber bei diesem systematischen Projekt weiß ich plötzlich nicht, wo ich anfangen soll. Zumal ich bei der Idee, je Gesteinsart 12-15 Handstücke einzupacken, auch nicht wie sonst stundenlange Wanderungen machen kann, bei denen mal was Besonderes in den Rucksack kommt.
Gerade recht ratlos (oder stehe ich nur auf der Leitung?)
Gecko
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Es gibt einen gesteinskundlichen Wanderpfad in St. Andreasberg. Da bekommt man schon einmal eine Übersicht, wo was möglich ist. Aufgebaut hat diesen die "Bergbau-Harzkoryphäe" W. Ließmann. Er bietet auch Exkursionen an. Ich schlage Dir deshalb vor, Du setzt Dich mal mit ihm in Verbindung; er hat bestimmt den absoluten Durchblick und hilft Dir sicherlich weiter.
Kontakt z.B. über http://www.lehrbergwerk.de/content/view/276/105/ (http://www.lehrbergwerk.de/content/view/276/105/)
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Hallo.
Ich habe einen Freund, der seine Gesteinssammlung hergeben möchte wegen Alter !!
Der war auch Lehrer und ich glaube daß er da sicher nichts, oder nicht viel verlangen würde !
Bei Interesse halt mal ne PM !!
loismin
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Hallo Gecko,
warum Harz? - Der einfachste Weg für einen Hamburger zur Anlage einer Gesteinssammlung für schulische Zwecke sollte doch in der Auswahl der im Norden überall vorhandenen Geschieben bestehen. Alle gewünschten Gesteine (Granit, Basalt, Rhyolith, Gabbro, Sandstein, Tonstein, Kalkstein, Gneis, Schiefer) kommen in mannigfaltiger Ausprägung im Geschiebe vor - und sogar Marmor ...
Viele Grüße
Sprotte
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Also ich würde mal höflich bei den Steinbruchbesitzern anfragen, ob ich für eine Schulsammlung ein Handstück aus seinem Bruch bekommen kann. Außerdem gibt es an jedem Acker Lesesteinhaufen, die einen guten Überblick über die dort vorkommenden Steine bieten. Selbst an Felsen herumklopfen sollte man als realtiver Laie nicht, denn man könnte zu leicht an ein sogenanntes Geotop geraden, wo der Naturschutz dann etwas gereizt reagieren wird.
Gruß
Uwe
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Außerdem gibt es an jedem Acker Lesesteinhaufen, die einen guten Überblick über die dort vorkommenden Steine bieten.
Genau, und außerdem biete sich von Hamburg aus auch eine Exkusion zu einer x-beliebigen Steilküste der deutschen (oder dänischen) Ostseeküste an. Im Spülsaum sind die Geschiebe leicht zu erkennen und Aufsammlungen für Sammlungszwecke absolut unproblematisch.
Viele Grüße
Sprotte
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Hallo!
Sollte es Sie doch mal in den Harz verschlagen,dann kommen Sie doch ein Stückchen südlicher und ich könnte mit u.a.Kupferschiefer behilflich sein.Bei interesse ruhig melden.Notfalls ginge Versand!
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Vielen Dank für die guten Ideen!
Geschiebe, Geschiebe - klar, Geschiebe geht immer, aber im Moment reizt es mich, etwas aus dem Anstehenden in Händen zu halten.
War in den letzten Tagen auch schon unterwegs: An Lesesteinhaufen hatte ich vorher noch gar nicht gedacht, genial einfach! Und im fränkischen Buntsandstein habe ich einen frisch gezogenen Straßengraben gefunden, wie für mich gemacht! Aber auch im Basaltbruch in der Rhön hatte ich mit netter Anfrage Erfolg und konnte zwischen Kippern und Ladern durchfahren bis zum Haufen mit den größeren Handstücken. So kann`s weitergehen!
Viele Grüße vom Gecko auf Reisen
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So, noch ein kurzer Bericht:
Da ich ja wirklich auf dem Basis-Niveau angefangen habe und das Typischste vom Typischen wollte, hat mir folgende Literatur über Fundstellen und Aufschlüsse sehr weitergeholfen:
Peter Rothe, Die Geologie Deutschlands,
Meyers Naturführer Harz,
und ganz besonders von Hartmut Knappe "Wackersteine, Wald und Wüste" aus der Reihe Wanderungen in die Erdgeschichte.
Auf der Karte "Geotourismus im Harz" fand sich noch eine Liste der aktiven Steinbrüche, die mit einer guten Wanderkarte auch schnell aufzuspüren waren.
So bin ich immerhin binnen kürzerer Zeit zu Klassensätzen an den wichtigsten Magmatiten und Sedimentiten gekommen.
Für die Gneise greife ich vorerst doch auf die vorhandenen Geschiebe zurück. ;) Muss ja nicht alles auf einmal.
Vielen Dank für alle hilfreichen Tipps!