Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: seisteff am 22 Dec 13, 15:01
-
Glück auf
Dieses Sekundärmineral hat sich erst bei mir im Keller gebildet, in einem Zeitraum von ca. 4-6 Monaten. Wo ich dieses Stück frisch zerschlagen habe, war das Mineral noch nicht zu erkennen.
Frage: 1 Kann das sein?
2 Was ist es für ein Mineral? (evtl. Ferrimolybdit)
Das Stück stammt von P’grün im Vogtland (Wolframitgrube)
Das Mineral sitzt am Saalband eines Quarzganges (Übergang zum Greisen) mit etwas Molybdänit und hat eine gelbgrüne Farbe.
Größe der Kristalle ist ca. 0,5mm.
Im Quarz befindet sich auch noch Pyrit.
Mein USB - Mikroskop macht die Farbe blasser als sie wirklich ist.
Kann mir einer helfen?
-
Hallo,
Evtl. ein Eisensulfat. Die bilden sich gern in der Sammlung, wenn das Material geringe Mengen an Markasit oder Pyrit enthält. Von den möglichen Mineralarten her herrscht da eine recht große Vielfalt. Könnte was wie Szomolnokit oder Rozenit sein.
Glück Auf!
Sebastian
-
Danke Sebastian für deine Antwort!!!
Pyrit ist auf jeden Fall vorhanden!
Ich habe dieses Mineral hier schon öfters beobachtet!
Aber was das ist???
-
Hi
Wenn Pyrit/Markasit in der Nähe ist, könnte es auch Copiapit oder eines der anderen Copiapitminerale sein. Auch Minerale der Jarositreihe können sich im Laufe von Jahren schonmal im Keller bilden. Die Möglichkeiten sind - leider - vielfälltig und Analysen lohnen sich meistens nicht.
-
dakor, copiapit :)
sozusagen eine sekundäre "Haldenneubildung" :)
-
Hallo,
von der Struktur her würde ich das eher für Römerit halten, aber bei solchen Bildungen ist es ohnedies mehr ein Ratespiel.
Gruß
Andreas
-
Glück auf
Ich habe es an diesem Stück noch nicht Probiert.
Ich glaube aber, es ist nicht Wasserlöslich. (mach ich nächste Woche)
Kann man es dann eingrenzen?
Danke seisteff
-
"Kann man es dann eingrenzen?"
Ohne Röntgenbeugung ist hier nichts zu machen.
(Römerit ist übrigens aufgrund der Farbe auszuschließen.)
-
Glück auf
Das muß ich euch noch mal zeigen!!!
Das gleiche Sekundärmineral auf einem anderen Stück. (Greisen)
Habe das im September im Keller eingelagert, und heute (25.1.2014) schau ich mir das gute Stück an, und sie Da.
In nicht mal 5 Monaten gebildet.
Ich glaub ich kann hier auch Pilze züchten!!!
Es ist wasserlöslich
Grüße
-
Hallo.
Mit was reinigst du deine Stufen ??
Ich kenne Sammler, die auch manchmal Korega Tabs oder ähnliche Mittelchen zum Reinigen benutzen,
Da habe ich solche Sachen auch schon gesehen, wenn danach nicht gut genug gewässert wurde !
Loismin
-
Hallo,
ist der Keller eher trocken oder vielleicht feucht? Ich meine nicht nass, sondern eine erhöhte Luftfeuchte. Bei Pyrit und vor allem bei Markasit ist ein massiver Zerfall der Stufen innerhalb von nur ein paar Wochen bis zur völligen Zerstörung der Stufe möglich!
Ich selbst habe einmal Markasitknollen aus der Asche eines Heizhauses (zu DDR Zeiten) gefunden. Diese waren teilweise Faustgroß aber ich konnte den Zerfall bereits nach einer Woche beobachten und auch riechen. Ich hatte damals meine Stufen in einer Vitrine gelagert und mich gewundert weshalb der Schrank immer beim öffnen so komisch nach Schwefel roch. Als zu guter letzt die Halterungen der Einlegeböden, welche aus Eisen waren, massiv zu rosten anfingen hab ich mich auf die Suche gemacht und die Stufen eine nach der anderen angehoben. Bei den besagten Markasitknollen blieb ein gelblichweißes Pulver liegen und die Stufen haben stark schweflig gerochen. Recherchen ergaben ein freisetzten von H2SO4 beim Zersetzungsproßess, was den besgten Geruch und zum rosten meiner Halterungen führte. Und das bereits nach einer Woche in einem beheizten trockenem Raum!
Jetzt stell dir den Proßess in einem zwar ungeheitzten aber feuchten Raum vor, was die Sache ungemein beschleunigt.
Ich hab die Beobachtung gemacht das die Zersetzung über mehrere Stufen abläuft, von gelblichweiß über grünlich bis zum Schluß nur ein weißes Pulver übrigbleibt.
Bis dann und Glück auf!
Roadrunner
-
Ich kann Marks Beobachtung bestätigen.
Vor vielen, vielen Jahren habe ich mal eine Stück mit Markasit von einer Ronneburger Spitzhalde (bin damals als Jugendlicher durch den Zaun gekrochen) auf die Fensterbank gelegt, zum Glück in eine Glasschale. Die in relativ kurzer Zeit ablaufende Veränderung war sehr interessant. Ich kann mich noch gut erinnern, des es hat mich stark beeindruckt. Es bildeten sich fabrlose Locken, weiße pulvrige Pusteln, gelbe Kristalle und kleine schwarze Kügelchen sowie jede Menge schweflige Säure.
Gruß
Uwe
-
Hallo,
merkwürdigerweise sind davon aber nicht alle Markasite betroffen.
In meiner Sammlung befinden sich auch sehr alte Exemplare, die absolut keine
Veränderung durchgemacht haben.
Es würde mich mal interessieren, was Markasite von bestimmten Fundstellen so
haltbar macht, während andere schon nach kurzer Zeit ins Nirvana abrauchen.
Gruß
René
-
Habe irgendwo auch 2 halbe Kugel von Ronneburg liegen , sind unverändert .
-
Ja, die kugeligen Aggregate sind recht stabil, nur der im schwarzen Schiefer eigesprengte zerfällt. Die Stufe auf dem Bild liegt bereits seit 1982 unverändert in der Sammlung.
Uwe
-
Hi
Zum Thema "Stabilität von Markasit" kann ich sagen, das nach meiner Erfahrung Markasite mit großen Kristallen stabiler sind als fein- bis mikrokristalline Aggregate. Meine Beobachtung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Markasite die in den Mergelgruben rund um Hannover recht häufig zu finden sind. Es gibt auch noch eine Fundortkomponente, so sind z.B. die höveraner Markasite am wenigsten haltbar, jedoch sind auch hier die Stücke mit den großen Kristallen stabiler als die Feinkristallinen. Jedoch gehen die feinkristallinen Hövermarkasite praktisch mit 100%iger Gewissheit kaputt (leider meist auch die Grobkristallinen), bei vergleichbaren Aggregaten aus Misburg oder Wunstorf-Kolenfeld kann man schon mal länger was von den Stücken haben. Die Aggregate mit großen Kristallen sind bei mir schon z.T. seit Jahrzehnten in der Sammlung und sind bisher stabil (also Misburger und Kolenfelder, die Höveraner sind alle im Markasithimmel - - - oder der Markasithölle >:D ). Dafür habe ich etliche Höver-Markasite wegen der z.T. doch recht üppigen Sekundärparagenese behalten; das geht über Copiapit, Halotrichit und Voltait bis zu Rozenit und allen möglichen anderen Eisensulfaten und hin zum ged. Schwefel sowie wahren Schwefelsäurepfützen - echt ätzend ;)
Von anderen Fundstellen bzw. weltweit scheinen die feinkristallinen Varianten bzw. fein in der Matrix verteilter Markasit ebenfalls eher vom Zerfall betroffen zu sein als massive Stücke, jedoch habe ich hier - leider ::) - meist nur Einzelstücke und kann somit keine qualitative Aussage machen.
Ich vermute (!) mal, das feinkristalliner Markasit recht schnell ausgefällt wurde, wodurch es zum Einen zu mehr Kristallbaufehlern kommt, die einen Kristall anfälliger gegen Verwitterung machen und zum Anderen ist natürlich schon aufgrund der Menge der einzelnen Kristallindividuen die Oberfläche viel Größer und somit gibt es auch eine potentiell größere "Angriffsfläche". Hinzu könnte noch kommen, das die feinen Gefüge ein gewisses Porenvolumen haben, in dem sich Wasser halten kann, was ebenfalls eine Verwitterung begünstigen würde. Gestützt wird diese Vermutung durch die Beobachtung, das, falls mal eine Stufe mit relativ großen Kristallen verwittert, die Verwitterung immer an den Kontaktflächen der einzelnen Kristallindividuen statt findet und dagegen nur eher selten direkt auf den einzelnen Kristallen. Häufig liegen nach der Zersetzung (von den Hövermarkasiten bleiben oft nur Häufchen auch Sekundärmineralen und Markasitresten zurück) die größeren Kristalle noch recht unzersetzt in den Sekundärmineralen und zeigen dann nach dem Abspülen kaum Anzeichen von weiterer Zersetzung.
Neben den offensichtlichen Sekundärmineralen ist der typische, hier ebenfalls beschriebene schweflige Geruch ein Merkmal für die (beginnende) Zersetzung. Nach dem Aussäuern (anders kann man die Markasite aus den Mergel kaum rauspräparieren) und Wässern mache ich immer die Geruchsprobe - riecht ein Stück verdächtig, kommt es zusätzlich noch für ca. eine Woche in ein Bad aus verd. Ammoniak (inzwischen mache ich das pauschal mit jedem ausgesäuerten Stück). Wenn es danach immernoch riecht, ist es wahrscheinlich eh verloren, meist riechen die Stücke nach dieser Behandlung jedoch nicht mehr und genau solche Stufen liegen schon seit Jahren bis Jahrzehnten in meiner Sammlung.
-
Glück auf
Ich Danke euch für die vielen Antworten!!!
(Mein Keller ist schon feucht!)
Alle Stücke wo das Mineral auftritt, sind von mir frisch zerschlagen worden.
Jetzt mach ich mal ein Experiment! Ich säubere dieses Stück nochmal mit Wasser und lege es wieder in meinen Keller, mal sehen ob das Mineral wieder kommt.
Oder ist jetzt das Pulver schon verschossen?
Ich bin mal gespannt.
Grüße seisteff
-
Glück auf
Hab schon wieder eine Neubildung aus meinem Keller!
Vor ca.45 Minuten (21.15) war ich im Keller um einige Bruchstücke vom letzten Jahr zum betrachten für mein USB- Mikroskop zu holen.
Mach die Plastikdose auf, und da Schaut mich dieses Gebilde an. (Wahnsinn, dachte erst eine Spinne) !
Die lange Nadel links im Bild hat eine länge von ca. 1,5cm.
Ist das evtl. Halotrichit ?
Grüße seisteff