Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Wettbewerbe / Contests => Thema gestartet von: Hg am 06 Jan 14, 13:44

Titel: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Hg am 06 Jan 14, 13:44
Hallo,

nachdem wir im vergangenen Jahr bereits den besten Eigenfunden gekürt hatten, möchte ich wieder einen Wettbewerb starten, in dem der beste Eigenfund des gesamten abgelaufenen Jahres präsentiert werden kann. Als Eigenfund können Mineralen und Fossilien eingereicht werden.

Schwerpunkt soll hierbei wirklich auf den Fund gelegt werden (am Besten mit der Geschichte dazu) und weniger auf das Bild zum Fund.
Das beste Fundstück kann mit 4 Bildern präsentiert werden. Aber bitte hierbei auf wirklich nur ein Fundstück einschränken, so schwer das vielleicht auch sein mag.

Funddatum bitte angeben!

Laufzeit: bis Sonntag, den 09. Februar 2014

Ich hoffe darauf, dass sich möglichst viele mit guten Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligen.
Beiträge ohne Fund (Unterhaltungen und Diskussionen) werden aus dem Thema gelöscht, da hierdurch der Wettbewerb nur unschön zerrissen wird.


Grüße,
Andreas
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Hg am 13 Jan 14, 17:05
Hallo Leute,

nachdem der Fundwettbewerb jetzt schon eine Woche läuft und sich noch keiner getraut hat einen Beitrag einzureichen, mache ich eben mal einen Anfang.....ich hoffe doch, dass noch ein paar von euch folgen  ;)


Zusammen mit meinem Strahlerfreund Christian entschlossen wir uns an einem Sonntag (28. April) nach Graubünden zu fahren nachdem wir ein geplantes Wochenende im Tessin witterungsbedingt absagen mussten.

Treffpunkt war bei Christian um 7 Uhr (für mich aufstehen um 5:30 Uhr  :P) und dann die Fahrt in die Alpen nach Graubünden. Das Wetter war eigentlich ganz gut für unser Vorhaben; trocken und nicht zu warm oder zu kalt. Am Parkplatz angekommen begannen wir den Abstieg über einige Höhenmeter hinunter zum Bach (Abstieg ca. 30 Min.; für den Aufstieg sollten wir am Nachmittag dann eine gute Stunde brauchen). Unten dann ein beherzigter Sprung über den Wildwasserbach (auf dem Weg zurück ging’s dann fast knietief quer durch den Bach zurück und mit Wasser in den Schuhen den sehr steilen Berg wieder hoch  :-X).
Christian arbeitete an der Kluft während ich die Funde (hoffentlich) gut einpackte. Immer wieder kam aus der Ecke ein lautes "Wow" oder "Juhu!!" und das soll bei seinen Ansprüchen schon etwas bedeuten.
Nach der harten Arbeit durfte ich das Steuer auf dem Rückweg übernehmen. Bei mir dann noch kurzes Umladen und weiter ging’s für mich ganz nach Hause.
Der Tag endete für mich nach guten 18 Stunden, etwa 800 km Autofahren und schon Krämpfen in den Beinen. Der anschliessende Muskelkater quälte mich eine gute Woche  :-X
Die gefundenen Stücke wurden bei nächster Gelegenheit begutachtet und aufgeteilt.
Aber irgendwie hat’s sich die ganze Schinderei doch gelohnt....mein Beitrag ist ein Quarz (Größe: 5,5 x 4,5 cm).

Zum Abschluss noch ein paar Bilder

1) unten am Bach angekommen....der musste am Ende durchschritten werden
2) die Kluft
3) kopfüber in der Kluft
4) der für mich schönste Quarz von dem Tag

Grüße,
Andreas
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: oliverOliver am 15 Jan 14, 15:09
Traut sich immer noch niemand ? Nach dem ersten Beitrag von Andreas sollte doch die Hemmschwelle schon deutlich geringer sein ……
Na gut, dann mach halt ich weiter – allerdings ungern, denn das soll ja schließlich kein reiner Moderatoren-Wettbewerb werden !

Heuer war die Auswahl ziemlich schwierig – ich hatte schon erwogen, diesmal gar nicht teilzunehmen. Ich hab zwar einige interessante bzw. „gute“ Stücke gefunden, aber es war kein so eindeutiger „Spitzenfund“ dabei wie im Vorjahr.
-- Eventuell einen der beiden „Frühlingsfunde“ aus der Laa-Formation ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg254508.html#msg254508 ) Das sind zwar meine bisher besten Hölzer von dort, andererseits aber auch nicht wirklich umwerfend.
-- Oder schon wieder einen Astabgang, wenn auch diesmal aus dem Pannonium ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg256175.html#msg256175 ) Auch nur mäßig aufregend, und vor allem im Vergleich zu den Altfunden in den Museen etwas mickrig.
-- Vielleicht eines der beiden Hölzer aus den Eggenburgium-Brandungszonen ? (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,33634.0.html) Das sind zwar echte Raritäten, aber wahrlich keine Prunkstücke. Also auch nur für die extreme Minderheit interessant, die sich ausgerechnet für Hölzer aus ausgerechnet diesem Gebiet und diesem speziellen Zeitabschnitt interessiert.
Also hab ich mich für eine kleine (im doppelten Wortsinn) Besonderheit entschieden – das Stück mit den Steinkernen von Eintagsfliegenlarven-Wohnbauten auf einem Limonit-Holzabdruck aus dem Pannonium (nähere Infos und weitere Fotos siehe: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg260679.html#msg260679 ). Das ist zwar auch nicht weltbewegend, aber in der HMF anscheinend doch selten, und zudem mein erstes Stück in dieser Art. Für mich ist`s also was besonderes, und die Kombination von Holz und Lebensspuren mag ich ohnehin sehr, weil sie auch was über die damaligen Lebensgemeinschaften aussagt. Ist also diesmal nicht nur was für die botanisch Interessierten, sondern gleichzeitig auch was für die Zoologie- bzw. Insektenfreunde – und für die Liebhaber von Spurenfossilien auch. Ob allerdings der Limonit bei den Mineralienfreunden gut ankommen wird – na ja, da hab ich so meine Bedenken …   :D
Das dritte Foto zeigt die Fundstelle am Fundtag.

Gefunden hab ich das Stück Anfang Mai 2013 im Weinviertel östlich von Hollabrunn, an einem allerdings ganz und gar nicht frühlingshaften Tag mit intensivem Dauerregen und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Meine Freundin ist ohnehin nach kürzester Zeit gleich zum Auto zurückgegangen, und auch ich war nicht sonderlich begeistert (aber eben doch vom Jagdfieber gepackt), und habe einfach alles, was irgendwie verdächtig oder fossilartig aussah, in den binnen Minuten lehmverschmierten und triefnassen Rucksack geschmissen – wirklich „entdeckt“ hab ich die Insektenspuren dann erst zuhause beim Waschen und Sortieren der Funde. Da war die Freude aber dafür umso größer.
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: guefz am 16 Jan 14, 23:11
Hallo,

nachdem ich jetzt weiß, was ich am 21.04.2013 im Steinbruch Feuerberg in der Eifel gefunden habe, kann ich es auch hier in den Wettbewerb stellen  ;)

Nachdem ich 2012 schon einige interessante Stufen mit für die Fundstelle neuen Mineralen finden konnte, ist mir dies in 2013 noch einmal gelungen. Ein Stück einer Kluftfläche im Basalt sah vor Ort schon sehr verdächtig nach der in den anderen Steinbrüchen bekannten Ba-Paragenese aus und zu Hause unter dem Bino bestätigte sich dann auch der Verdacht: es waren winzige braune Täfelchen zu sehen. Auf den meisten Teilstückchen des Brockens sind die Kriställchen frei zwischen den anderen Mineralen der Kluftparagenese aufgewachsen. Bei einem Teilstück war allerdings derber Calcit über alles gewachsen. Als der Rest schon eingedost war, habe ich dann doch noch den Calcit mit Zitronensäure entfernt und das Ergebnis ist im zweiten Foto zu sehen. Es ist das beste Stüfchen aus diesem Fund.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1389905783.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1389905783.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1389906393.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1389906393.jpg)

Zur Bestimmung habe ich von etlichen xx Raman Spektren aufgenommen, was allerdings kein eindeutiges Ergebnis liefern konnte, da von den in der Eifel in den letzten Jahren neu beschriebenen Mitgliedern der Lamprophyllit-Gruppe keine mir bekannten Referenzspektren existieren. Ich konnte damit aber feststellen, dass die gemessenen Kristalle in ihren Spektren sehr gut übereinstimmten und daher wohl alle das gleiche Mineral darstellen. Mittlerweile konnte ich auch eine EDX-Analyse machen lassen, deren Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit Lileyit ist.
Zitat
EDX 1, saubere Fläche (evtl. Spaltfläche): 16.4% F, 16% Na, 7.2% Mg, 31.1% Si, 2.2% K, 1.6% Ca, 13.9% Ti, 0.6% Mn, 2.5% Fe, 8.6% Ba
EDX 2, Bruchfläche?: 15.4% F, 14.7% Na, 8.6% Mg, 32.4% Si, 0.5% Cl, 2.1% K, 1.8% Ca, 9% Ti, 0.4% Mn, 3.7% Fe, 6.8% Ba

So, und jetzt hoffe ich, dass noch viele andere Beiträge für den Wettbewerb kommen.

bis denn

Günter
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Conny3 am 17 Jan 14, 09:20
Hallo,

im vergangenem Jahr gab es bei mir an den immer wieder regelmäßig aufgesuchten Fundstellen einige bemerkenswerte Funde. Sie sind auch hier schon vorgestellt wurden (oder im Atlas). So zum Bsp. Hartmannsdorf/Osterzgebirge (Achat), Thierbach (Epidot), Rüdersdorf/Berlin: Coelestin (nur im Lexikon), Tillenberg (Saphir), Siebenhitz (Fund vom April 2013-hier vorgestellt), Plößberg (Beryll), Großschönbrunn (Wavellit) u.a.. Andere Funde waren zwar reichlich möglich (zum Bsp. Lazulith von Krieglach/Steiermark oder Schachten: Amethyst), heben sich aber nicht außergewöhnlich ab.
Ein Fund wurde bisher nur im Atlas und auf meiner Seite vorgestellt. Diesen werde ich nun als besten Eigenfund vorstellen:
Es ist die Coelestindruse von der Fundstelle Jena-Lobeda vom 31.10.2013. Eine Fundstelle (sozusagen die "Hausfundstelle"), die auch in der Vergangenheit (bis 1990) immer mal wieder etwas brachte (s. meine Seite http://www.geojena.de/index.php?page=fundstelle-himmelreichsgraben und im Lexikon). Was aber am 31.10.13 dort in einer Kluft zum Vorschein kam, verschlug mir doch glatt die Sprache, denn in den letzten Jahrzehnten gab es dort kaum etwas zu finden. Es war eigentlich nur eine "Wanderung mit Hammer". Und wie es der Zufall so will, kam beim Abschlagen eines Calzitkluftharnisches die Druse mit klaren, blauen Coelestinkristallen zum Vorschein. Eine solche Qualität war mir von dieser Fundstelle seit 1979 noch nicht unter dem Hammer gekommen. Vergleiche mit Madagaskar oder anderen Coelestinvorkommen will ich aber hier nicht ziehen. Es ist der beste Eigenfund für die Fundstelle seit 1979 und im vergangenem Jahr für mich. :D

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1383470600.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1383470600.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1383418746.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1383418746.jpg)

Gruß Conny

(Anm: Das zweite Bild unten zeigt natürlich nicht die ehemalige Druse, sondern nur die Kluft, in der die Druse(n) vorkamen. Die meisten Drusen waren allerdings schon sehr ausgelaugt. Nur diese eine [und das Gegenstück] waren in dieser Qualität.)

Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: skibbo am 18 Jan 14, 08:17
Hallo,

rückblickend war das Jahr 2013 für unser Sammler"grüppchen", hauptsächlich dank eines fleißigen, umtriebigen Bienchens, ein recht erfolgreiches. Wir haben verschiedene interessante Fundstellen besuchen können und es gab kaum eine Tour, die wir mit leeren Händen beendet haben. Zu einem guten Jahr zählen neben guten Funden natürlich auch die vielen Eindrücke, die man im Gelände aufnimmt und das Kennenlernen neuer netter Sammlerkollegen. All das hatte 2013 zu bieten. Leider endete es mit dem Verlust eines guten Sammlerfreundes.

Als "besten" Eigenfund schicke ich eine, im Juni gefundene Calcitstufe aus Brilon (http://www.mineralienatlas.de/?l=12612 (http://www.mineralienatlas.de/?l=12612)) ins Rennen, die -für das Sauerland gesehen- auf den ersten Blick sicher kein Hingucker ist, deren Aufbau ich jedoch sehr interessant finde. Es handelt sich um einen knapp 6,5 cm großen Kristall, der von einer zweiten Generation Calcit komplett, teils parkettiert, überwachsen ist. Das interessante daran ist, dass der primäre Kristall aufgelöst und als Hohlform erhalten ist. Was zwangsläufig zu der Frage führt: Perimorphose von Calcit nach Calcit, wie ist es möglich einen Kristall aufzulösen ohne dessen Umhüllung mit identischer Zusammensetzung zu zerstören?
Was bei meiner Entscheidung für dieses Stück ebenfalls eine Rolle gespielt hat sind die tollen Fundumstände. Wie oft sitzt (oder liegt) man beim Sammeln in einem, mit Kristallen ausgekleideten Hohlraum?
Weitere Bilder zu diesem Fund und einen ausführlichen Bericht über die Fundstelle findet ihr in Lapis Heft 9/2013.

Glück auf an alle aktiven Teilnehmer des MA und auf ein erfolgreiches 2014!

Stefan



Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Sebastian am 20 Jan 14, 16:42
Nachdem der Wettbewerb immer noch nicht so richtig ins Rollen gekommen ist,
werde ich nun ein meinen Beitrag dazu leisten. Mein Beitrag soll sein: Mein schon vorgestellter Smaragd aus dem Habachtal.

Zur Fundgeschichte:
Anfang Juli war ich eine Woche im Habachtal. Nachdem ich die ersten Tage recht erfolglos eine Lettenschicht bearbeitet hatte, (Nur Krümel)
bekamen mein Kollege und ich die Chance am letzten Tag eine sehr fündige Schicht in Angriff zu nehmen. Nicht lang darauf fanden wir diesen Smaragd. Davon angestachelt suchten wir weiter und fanden idealerweise noch eine schöne Stufe, sodass wir beide mit zwei guten Stufen den Heimweg antreten konnten. Besser konnte es nicht laufen, da nun beide einen schönen Smaragd mit nach Hasue nehmen konnten.
Gruß Sebastian
P.S. Ich hoffe auf weitere Teilnehmer!!

 (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1390232326.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1390232326.jpg)
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Rudolf Mehnert am 22 Jan 14, 12:01
Hallo,

ich bin mal neugierig was ein typisches Fossil von einer weitbekannten Fundstelle so reißen kann.

Zur Geschichte:

Oktober 2013 ein ganznormal Herbsttag im Steinbruch Ludwag. Am Rande der Bankgruppe des Malm Gammas war ich wiedermal im unzähligem Schutt auf der Suche nach einem kleinen Fundstück für meine Fossiliensammlung. Das übliche hatte ich schon wieder in Behältern vorsortiert. Gastropoden, Seesternene und natürlich Schwämme  :P
Als ich nach ca. 2 Stunden in der zweiten Ebene endlich am rechten Ende der Bankgruppe eingetroffen war, war ich müde und wollte eigentlich nach Hause fahren. Mein Bruder aber drängelt wie immer noch mal ein paar Stunden und noch ein paar Seeigel (Komischerweise hatten wir dort in diesem Monat nichts von einem Seeigel gefunden. :( ).

Am Ende der besagten Bankreihe hatten bereits Bäume und Sträucher ihre kleinen Ästchen und dunklen Nadel (oder was das auch immer sein mochte) verloren und man sah mehr "Grünzeug" als Gestein. Ich wuselte gerade wieder von Oben nach Unten von Links nach Rechts und fand mal eine Nucleata nucleata und dann sah ich ihn. Ich dachte erst es sei ein Belemit aber die geringe Größe und Krümmung hatte ich nur 1 mal zuvor gesehen. Da hatte ich ihn nun den Haizahn (Orthacodus).

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1383405961.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1383405961.jpg)
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Fluoritxx am 22 Jan 14, 16:39
Eigentlich wollte ich hier nichts dazu schreiben da das letzte Jahr aus verschiedenen Gründen sehr mager war was die Sammeltätigkeit angeht.
Ich bin eigentlich nur ein paar mal dazu gekommen.
Im Frühjahr März / April 2013 war ich in Freiberg und bei der Gelegenheit habe ich unter anderem auch einen Abstecher zur Reichen Zeche gemacht und war auch an der Halde.
Viel hatte ich nicht erwartet.Wenn ich in Freiberg bin gehe ich immer mal wieder ein paar Halden ab und ab und zu findet man doch hin und wieder etwas worüber man sich freuen kann.
So wie zum Beispiel diesmal diesen Galenitbrocken von ca. 10 x 6 cm.
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Nathan am 22 Jan 14, 18:16
Hallo zusammen!
Im letzten Jahr war ich etwas weiter weg und habe auf der schönen Insel Sao Miguel nach schönen Stufen gesucht.
Schon seit vielen Jahren hatte ich den Wunsch Schwefelkristalle auf der Azoren-Insel zu finden. Diesen Wunsch habe ich mir letztes Jahr erfüllt.
Bei den Calderas (heiße Quellen) nahe Furnas ging ich auf die Suche. Schon von weiten sah man die Dampfwolken aufsteigen.
Es fiel leicht die ersten Kristalle zu finden, doch diese waren klein und sehr zerbrechlich. Also suchte ich weiter. Die Dämpfe rochen nach faulen Eiern und es war an den Austrittsöffnungen sehr heiß. Nach wenigen Minuten fand ich allerdings recht gute Stufen, die ich vorsichtig aus dem getrockneten Schlamm löste. Dann verpackte ich sie behutsam und suchte weiter.
Calderas:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1390410778.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1390410778.jpg)

Schwefelstufe:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1386265457.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1386265457.jpg)

Ich denke zwar nicht, dass ich gegen eure Stufen eine Chance habe, aber das Mitmachen zählt.

Gruß
Philipp   
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Steinjäger am 25 Jan 14, 16:28
Hallo!

Am 4. September 2013 schaute ich auf dem Rückweg von einer anderen Fundstelle noch am westlichen Tagebau der Grube Fortuna bei Oberbiel, Lahn-Dillkreis, Hessen (heute ein sehenswertes Besucherbergwerk) vorbei. Im Waldboden am Rande des Tagebaues hatte der Regen ein Stück Brauneisenstein an einer Ecke freigelegt das "verdächtig" aussah. Ohne jeglichen Werkzeugeinsatz konnte ich daraufhin die unten abgebildete Stufe bergen. Eine Nachsuche zusammen mit einem Kollegen einige Tage später brachte noch ein paar weitere recht hübsche Stücke. Dieser unerwartete Überraschungsfund war eines meiner schönsten Fundstücke des Jahres 2013.

Gruß und Glück auf!

Uwe
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Brodi69 am 26 Jan 14, 15:24
Hallo

Im August 2012 habe ich mit Schülern einer Sonderschule eine Mineralienexkursion ins Graubünden geführt. Das Zielgebiet war und ist eines meiner bevorzugten Strahlergebiete, in das mich mein in diesem Jahr verstorbener Strahlerfreund eingeführt hatte. So habe ich anlässlich dieser Exkursion ihm eine kleine Gedenkstätte errichtet. Im Anschluss daran habe ich mit den Kindern begonnen, neue Klüfte auszumachen. Ein Murmeltier hatte einen Versuch gestartet, einen Bau zu graben. Im Aushub lagen Splitter und einzelne Spitzen. Welch eine Freude für die Kinder, welch ein Erfolg für das Klassenlager, alle, aber restlos alle hatten Kristalle und waren zufrieden. Damals habe ich nur zwei Stück behalten, die mir aber sagten, da muss noch mehr sein.

Im Oktober 2012 bin ich mit einem guten Freund wieder dorthin. Als erstes bei der Gedenkstätte vorbei, ein Räucherstäbchen für meinen verstorbenen Freund und dann 100 m weiter zur vermeintlichen Kluft. An diesem Tag haben wir nach mehrstündiger Arbeit meine grösste je gefundene Kluft geöffnet. Doch der Schnee kam früh im Jahr 2012 und blieb lange im Frühjahr 2013.

Im Juni 2013 habe ich mit vielen Helfern die Kluft 10 Tage bearbeitet. Im August dann nochmals ein paar Tage wobei das mir mein bester Eigenfund gelang. Nicht der Grösste, nicht der Klarste aber im Aufbau und der Einzigartigkeit herausragend. Hier also mein bester Eigenfund 2013, ein Quarz-Doppelender mit Chloriteinschlüssen, genau mittig auf Matrix.

Grüessli
Christian


Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Brodi69 am 26 Jan 14, 15:24
noch zwei Fotos:
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Axinit am 28 Jan 14, 19:22
Servus allerseits,
diesmal möchte ich mich auch mit einem – zumindest für unsere Gegend – nicht alltäglichen Fund – beteiligen.
Südlich von Grenoble, um den Ort Vizille, in den bewaldeten Ausläufern des Belledonne-Massivs zwischen den Gemeinden Vaulnaveys-le-Haut und Vizille gibt es zahlreiche Relikte des Altbergbaues auf Eisen, Blei und Zink. Die Mineralisation ist an hydrothermale Quarz/Siderit-Gänge gebunden, die hier den Glimmerschiefer durchschlagen. Je nach Örtlichkeit können diese Gänge ausser den Gangarten  auch beibrechende Buntmetallerze  wie Bleiglanz und Zinkblende sowie sehr untergeordnet Bournonit und Chalkopyrit enthalten.  Die letzte aktive Bergbauperiode endete um 1920, vielfach sind die noch vorhandenen  Bergbau-Spuren auch  älter. Im Herbst und Winter, wenn die alpinen Fundstellen metertief im Schnee versunken sind, stellt dieses ehemalige Revier ein leicht erreichbares und meist schneefreies Betätigungsfeld dar.

Die meisten Sammler interessieren sich hauptsächlich für die dort vorkommenden Quarzkristalle (Dauphiné-Habitus und die seltenen Zwillinge des La Gardette-Typs), während Erze und deren Sekundärminerale eher ein Schattendasein fristen. Vor einigen Jahren gelang einem Sammlerkollegen und mir in einem Stollen der ehemaligen Konzession Pierre Plate, der Fund des seltenen Polymorphs  Brochantit 2M2.

Im Frühjahr letzten Jahres entdeckte ich auf dem Haldenmaterial in der Nähe eines Stollenmundlochs der ehemaligen Grube Montjean (Pb/Zn) , gleichfalls Konzession Pierre Plate, blaue und grüne Krusten auf dem tauben Material. Eine genaue Nachsuche erbrachte einige wenige Handstücke mit intensiv blauen, mit dem blossen Auge erkennbaren Kristallen, ein für die Örtlichkeit eher ungewöhnlicher Fund eines sekundären Cu-Minerals.

Da sich der Ursprung der Fundstücke nicht zweifelsfrei klären liess (Fremdmaterial ?), beschlossen mein Sammlerfreund Mickael und ich den Stollen zu erkunden. Einer Befahrung im Mai 2013 wurde nach ungefähr 80 m durch einen Blindschacht, den wir nicht überwinden konnten, ein Ende gesetzt. Die Suche nach dem blauen Mineral gestaltete sich sehr mühsam, obwohl die Stollenwand vor dem Blindschacht intensive blaue Ausblühungen zeigte. Schliesslich gelang es doch, aus einer Weitung einige wenige kleine Belege des gesuchten blauen Minerals, teilweise auf Bleiglanz sitzend, zu bergen.

Härtetest und Säuretest machten das Vorliegen von Azurit wenig wahrscheinlich. Eine Bestimmung von Zellparametern und Atompositionen (S-XRD) sowie eine EDX-Analyse ergaben eindeutig das Vorliegen von Linarit, ein  erstmaliger Fund dieses Minerals in unserer Gegend.

GA

Harald


Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Lausitz am 02 Feb 14, 15:34
Hallo, auch wenn ich nur Geröllachate und Hölzer aus dem miozänen Flußsystem der Elbe sammle, möcht ich mir hier trotzdem beteiligen. Diesen Rhyolitkern mit immerhin ca 6cm DM fand ich am 28.12.13 im Kieswerk Lauta, als ich im abgelagerten Überkorn noch ein wenig "nachsuchte". Also was andere Sammler für mich liegen gelassen haben. Ausgewitterte Rhyolitkerne sind in den Lausitzer Kiesen,vor allem in dieser Größe,recht selten!

Noch kurz als Erklärung: Bei diesen Bildungen handelt es sich um Kugelfüllungen ( meist achatisch) die beim Flusstransport völlig freigewittert wurden. Die Herkuft ist nicht geklärt.
Gruß aus der Niederlausitz
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Harzsammler am 02 Feb 14, 16:47
Hallo,

die ersten beiden Septemberwochen 2013 lieferten in einem Steinbruch (er baut im Unteren Muschelkalk) in Nordthüringen Coelestin in XX bis 3cm.

Für mich kam dieses Vorkommen sehr überraschend, da ich in all den Steinbrüchen der Region in den letzten 25 Jahren kein einziges Mal Coelestin finden konnte.
Das Vorkommen beschränkte sich nicht nur auf eine nur 15 cm hohe Schicht über der Terebratelbank beta sondern war auch nur auf ein Areal von ca. 20x20 Meter begrenzt. Nach zwei Wochen war das Vorkommen schon wieder erloschen.

In diesen zwei Wochen besuchte ich natürlich jeden Abend die Fundstelle und konnte insgesamt 43 Stufen bergen.

Grüße,
Michael

P.S.
Da der Fund als Ganzes, und nicht nur eine Stufe für mich etwas Besonderes darstellt, konnte ich mich bei den Fotos nicht nur auf eine Stufe beschränken.
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: gnoisi am 04 Feb 14, 12:38
Hallo,
auch von mir ein Beitrag zum Eigenfund des Jahres, der mir mit 2 Freunden während einer Grabungstour durch Marokko im November 2013 gelang. Im Hohen Atlas, Provinz Marrakesch, südwestlich von Sidi Rahal haben wir in schwer zugänglicher Region in einer Erosionsrinne kupfervererzte Kieselhölzer ausgegraben. Aufgefallen ist uns dieses Vorkommen zunächst durch grünliche "Brocken", die ein paar Zentimeter aus der Böschung herausragten. Durch Graben haben wir dann einen etwa 1,2 m langen Stamm in Segmenten frei gelegt, der außen grünlich und bläulich mit Malachit bzw. wenig Azurit mineralisiert war. Die relativ hohe Dichte war ein weiterer Hinweis auf die Kupfervererzung.
Die folgenden Fotos zeigen die Fundsituation (Erosionsrinne) und ein frei gelegtes Stammsegment, das nach dem Schneiden und Polieren den gezeigten Querschnitt ergab.
Die kupfervererzten Kieselhölzer liegen in gering mächtigen Vulkanoklastiten, die obertriassichen bis unterjurassischen (Rhaetium bis Hettangium) Vulkaniten zwischengeschaltet sind. Die primäre Verwerzung besteht aus Bornit. Es handelt sich um Gymnospermenhölzer des Dadoxylon-Typs. Da die liegenden Tuffe intensiv von ebenfalls kupfervererzten Wurzeln durchzogen waren, könnte es sich an der Fundstelle um In-Situ-Verhältnisse handeln.
Viele Grüße
Marian
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: bogeyman am 04 Feb 14, 13:35
Servus,

ich möchte auch einen Beitrag zu diesem schönen Thema beitragen.

Das Jahr 2013 war für mich bisher das beste Jahr in meiner Strahlerlaufbahn.
Ich habe schöne Touren mit guten Freunden gemacht, habe neue Gebiete kennen gelernt und die Natur genießen können.

Die Funde waren dementsprechend sehr gut, wir haben sehr schöne Mineralien gefunden. Es gab sehr schöne Kluftmineralien, Korund, große Bergkristalle, etc..

Dementsprechen schwierig war es für mich, ein geeignetes Stück für dieses Thema zu suchen.

Ich habe mich für einen Fensterquarz aus dem unteren Wallis entschieden,nicht weil es der beste Kristall aus dem Jahr 2013 ist, sondern weil die Tour ein herrlicher Abschluss der Saison 2013 war.

Ein recht spontaner Besuch bei einem guten Freund sorgte für diese schöne Abschlusstour.

Wir fuhren zu Dritt an einem frühen Sonntag morgen die gut 220 Km bis ins Unterwallis.
Das Ziel war ein Steinbruch, der für seine Fensterquarze und Zepterquarze bekannt ist.
In vergangenen Tagen wurden in diesem Gebiet bis zu 30 cm große Fensterquarze gefunden.

Mit solchen Funden im Kopf begannen wir die Suche im näheren Bruchgelände.
Da Schnee lag und es über Nacht gefroren hatte, war die Arbeit an einer vielversprechenden Stelle wegen häufigem Steinschlag unmöglich.
Wir verteilten uns in der Umgebung und jeder begann mit der Suche.

Die Fensterquarze kommen in unregelmäßigen Hohlräumen und Taschen vor, die sich kaum durch Anzeichen bemerkbar machen.

Ich begann die Arbeit an einer interessanten Stelle und musste, um den weiteren Verlauf der lehmigen Kluftfüllung zu verfolgen, zuerst größere Felsmassen bewegen. Nach gut einer Stunde harter Arbeit erschienen in einer kleinen, lehmgefüllten Tasche die ersten Quarzkristalle.
Der Kluftlehm ist sehr klebrig und fest, sodass ich alles verdächtige im Rucksack verstaute. Nach ein paar Minuten kamen 2 größere "Lehmklumpen" zum Vorschein. Bei genauer Betrachtung zeichneten sich auch hier sehr schöne Fensterquarze ab.

Leider war die Tasche nach kurzer Zeit bereits vollständig ausgeräumt und die Suche in der näheren Umgebung begann von Neuem.

Zum Ende des Tages fand mein Freund noch einen herrlichen Zepterquarz auf Matrix.

So schnell wie er begonnen hatte, verging auch dieser schöne Tag und wir traten die Heimreise an.

Gefunden wurden an diesem Tag: kleine Fensterquarze, Calcit und Zepterquarze.

Es war ein herrlicher Tag mit einem guten Freund und einem neuen Bekannten, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.

Der gezeigte Fensterquarz ist knapp 5 cm hoch.

Viele Grüße




Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Egger am 05 Feb 14, 01:47
Hallo, vom 18. - 20.05.2013 waren wir im Raum Osnabrück unterwegs. Unser erstes Ziel war der Steinbruch Ueffeln. Leider war das Wetter nicht so toll, die Funde dafür umso besser. Wir konnten in dem Matsch einige schöne Quarze bergen. Am 2. Tag waren wir in der Tongrube Wehrendorf wo einige schöne Kieselgeoden gefunden wurden. Im Anschluss waren wir noch im Steinbruch Piesberg wo wir schöne Karbon-Pflanzen gefunden haben. Am 3. Tag haben wir die Heimreise angetreten, sind aber noch nach Osnabrück in das Museum am Schölerberg gefahren. Dort fand eine Sonderausstellung der VFMG-BG Osnabrück statt. Es waren eine Menge schöner Fossilien und Mineralien aus dem Osnabrücker Land zu sehen. Mein bester Eigenfund 2013 ist ein kleines Quarzstüfchen aus Ueffeln. Die Stufe ist ca. 4 mal 3cm groß.
Gruß Christian
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: stoanklopfer am 05 Feb 14, 13:04
Im vergangenen Jahr führten mich meine Suchfahrten mehrere Male zur Fluorit-Mine in Nanshanxia in der chinesischen Provinz Fujian. Neben vielen kleinen Fluos fand ich in einem großen Block einen Hohlraum, der völlig mit braunem, klebrigem Lehm ausgefüllt war. Da ein Reinigungsversuch vor Ort erfolglos war, nahm ich das gute Stück mit nachhause. Nach langem Einweichen und vielen Bürstduchgängen kam diese Druse zum Vorschein: Chalcedon mit winzigen Quarzkristallen überzogen, und als Krönung der Fluorit mit über 1 cm Kantenlänge und einem violetten Phantom im Zentrum der Druse! Funddatum ist der 20. April 2013.


Gruß Volkmar
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: Gringo am 07 Feb 14, 15:31
Hallo, liebe Freunde,
ich fand’s eigentlich schade, dass ich hier nicht mitmachen kann, weil mich das Kristallfieber erst in diesem Jahr richtig gepackt hat - damit meine ich natürlich die Selbstgefundenen. Meine Strahlergeschichten sind also noch ziemlich jung. Dann ist mir aber aufgefallen, dass Ihr auch Fossilen akzeptiert und dazu kann ich nun auch einen Beitrag leisten, denn als richtiger Sammler steckt man ja doch immer wieder mal was Interessantes in die Tasche.

Und weil ich nun auch die Möglichkeit habe, meine Kristallkugel für die Wasseraufbereitung direkt im Meer zu baden, mache ich das fast zu jedem Vollmond, bevor ich sie zum Aufladen in die Sonne lege – deshalb weiß ich auch das Datum zu dem Tag, als ich das zum ersten Mal machte und dabei meinen Stein fand, ganz genau (19.10.13 Zai Schan - Kaohsiung, Taiwan).

Es war Wochenende und ich hatte mich schon bei meiner Frau verabschiedet, weil ich ans Meer fahren wollte. Doch dann hatte sie mich beim Rausgehen gefragt, was ich dort will – weil das Wetter doch eigentlich recht stürmisch war. Also erklärte ich ihr, was ich machen wollte und wir fuhren  dann doch zusammen am Nachmittag (zwischen 15 und 16 Uhr)  ans Meer. Dort war es sehr unruhig und wer die Küste am Zai Schan (Reisig-Berg) kennt, der weiß auch, dass es nicht so einfach ist, dort direkten Kontakt zum Wasser herzustellen. Nun waren wir aber schon einmal dort und ich wollte natürlich nicht zurück, ohne meine Kristallkugel mal in diesem Meer „geerdet“ zu haben.

Meine Frau wünschte mir viel Glück und ging zusammen mit unserer Tochter in ein nahegelegenes Restaurant. Ich stieg derweil die Klippen hinab und ließ mich von den Meereswogen einstimmen. Als mich dann die ersten Wasserspritzer begrüßten, wurde mir klar, wie gefährlich mein Vorhaben eigentlich war. Und als ich mich umsah, wusste ich auch, warum ich mich so beobachtet fühlte. Denn es gab ein paar Schaulustige, die nun natürlich genau wissen wollten, was ich da bei diesem Wetter tat.

Daraufhin machte ich mir nun Sorgen um meine Kugel, denn die wollte ich schließlich für ein, zwei Stunden dort allein lassen. Dann viel mir aber ein, dass nicht jeder so verrückt ist und sich freiwillig in solch ein Getöse stürzt. Ich fand dann auch einen Winkel, in dem ich mich ungesehen vorbereiten konnte und packte meine Kugel vorsichtig aus.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort, wo sie wenigstens zeitweise unter Wasser geriet, fand ich eine kleine Grotte, die mir als perfekt geeignet erschien. Sie hatte auf der Seite zum Meer hin auch eine kleine Öffnung, durch die die starken Wellen zumindest verzögert wurden. So fing ich also an, mich auf den Rhythmus einzustimmen und passte einen geeigneten Moment ab, um mich hinein zu begeben und meine Kugel dort abzulegen.

Als ich mich dann aber umdrehte, um so schnell wie möglich wieder ins Freie zu gelangen, musste ich mit einem riesigenen Schrecken feststellen, dass sich an den Wänden Krabben befanden, die durch meine Erscheinung in Panik geraten waren. Das lies mich explodieren und so rammte ich mit meinem linken Ellenbogen und der rechten Schulter die Felswand. Dann hörte ich schon die nächste Welle und dachte für einen Augenblick, dass ich es vielleicht noch schaffen könnte – aber es war zu spät. Ich stand nun bis zu den Knien im Wasser und fragte mich, ob es diesen Aufwand wirklich wert war.

So saß ich also mit nassen Schuhen und Unterschenkeln auch im Restaurant neben meiner Frau und dachte darüber nach, was ich da gerade gemacht hatte und dass ich die gleichen Krabben, die beim Nachbarn auf dem Teller lagen, kurz zuvor sehr lebendig sah. Und nachdem wir dort so schön gegessen hatten, holte ich mir meine Kugel wieder zurück und fand dabei diesen Stein. Er war mir aufgefallen, weil ich noch immer traumatisiert nun vorsichtiger war.

Er war anders als die Steine, die es dort sonst noch gab. Denn er war auf einer Seite offen, sodass man praktisch in ihn hineinsehen konnte. Das erweckte meine Neugierde und so steckte ich ihn mit in meine Tasche. Auf dem Nachhauseweg fragte mich dann meine Frau, warum ich mir meinen Ellenbogen aufgeschlagen hatte und ich antwortete ihr mit der Frage, ob sie schon mal eine Krabbe aus 20 cm Entfernung zwangsbeobachtete hat.

Als ich dann zu Hause meine Kugel wieder auf meine Glaskaraffe steckte, legte ich den Stein neben die anderen schon gefundenen Zeitzeugen unter den Tisch, auf dem die Karaffe steht - wo er bis zum heutigen Tag liegengeblieben war. Meine Frau meinte dann noch, dass die Kugel jetzt irgendwie klarer wäre, woraufhin ich sie dann so ansah, als wäre sie die Verrückte von uns.

Und nun, nachdem ich mir diesen Stein genauer ansah, kann ich schon sagen, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine versteinerte Sternkoralle mit Calzit-Anlagerungen handelt. Er stammt also allem Anschein nach aus der dritten Stufe des Pleistozäns, wo hier der Heng-Chun-Kalkstein nach der Penglai-Bewegung gebildet wurde. Denn Holozän-Schlamm, Sand und Korallen bildeten dort ein fossiles Riff, in dem ich ihn schließlich fand.

Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, das für Euch zu schreiben und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte wohl weitergehen wird.

Glück auf

Mario
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: steinfried am 08 Feb 14, 20:03
Hallo,

hier möchte ich meinen besten Fund von 2013 vorstellen. Diesen hatte ich auch schon ins Lexikon geladen.
Es ist ein Nautilus aus der Oberen Kreide von Dresden. An dem Tag, dem 5.Oktober war ich wieder auf dem Abraumhaufen des ausgebaggerten Materials aus der Flussmitte der Weißeritz zugange. Dort wird das Flussbett vertieft, und dabei wird auch Plänersandstein angeschnitten.
Ich hatte schon mehr als eine Stunde im Haufwerk gesucht und nichts anderes als Muschelabdrücke von Inoceramen gefunden.
Als ich am Haldenfuss zurück ging, sah ich ihn. Ein Brocken von 25cm Größe aus dem die Windung eines Nautilus herausragte.
Ich sah mir das Stück genauer an und erkannte einen feinen Riss der sich am Nautilus befand. Ein paar vorsichtige Schläge mit Hammer und Meisel, und die gesamte Vorderseite war freigelegt. Damit hatte ich zuletzt noch ein Spitzenstück gefunden.
Zuhause legte ich noch die Rückseite des Nautilus frei. Es ist nicht der erste Nautilus den ich dort fand. Aber der Einzige der flach im Pläner lag und der nicht vollkommen zerdrückt war. Auf den Bild 2 erkennt man das helle Stück welches aus dem Stein herausragte.

Bild 1: Fundstelle Sommer 2013
Bild 2: Nautilus Eutrphoceras cf.sublaevigatum 10,5 cm Größe,
Bild 3: Rückseite 

Gruß Torsten
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: daniel d. am 08 Feb 14, 20:49
Hallo zusammen.
Ich mache dann auch einfach mal mit.
Ich besuche eigentlich nur Sandgruben in meiner unmittelbaren Umgebung.
Dort verbringe ich meine Zeit um ein wenig abzuschalten um das ganze drumherum für einen Moment zu vergessen...
Da dort nur bis zu 5cm gewaschen wird , sind nur (relativ selten) kleine Achate zu finden.
Es ist immer wieder nett wenn nach dem schneiden, doch was nettes dabei herauskommt.

Dieses "Gemälde" ist somit mein schönster Eigenfund 2013

freundliche Grüße, Daniel
Titel: Re: Wettbewerb bester Eigenfund 2013
Beitrag von: felsenmammut am 09 Feb 14, 19:42
Glück Auf!

endlich Zeit gefunden für ein paar Fotos.

Bei einer Exkursion in den Steinbruch Flechtingen am 20.10.2013 trat in einem Resthaufwerk eine üppige Kupferkiesmineralisation auf. Der Großteil bestand aus massiven, goldgelben Kupferkiesmassen. Einige Meter weiter befanden sich zahlreiche große Brocken mit einem Quarz-Calcitgang, der außerdem zahlreiche eingestreute Kupferkieskristalle enthielt. Des Weiteren konnte auch Pyrit, Fluorit und Baryt beobachtet werden. Während der Baryt zwar kleine, aber schöne, glänzende, endflächenbegrenzte Kristalle als Rasen auf dem Quarz bildete , war der Fluorit wohl die letzte Bildung, denn er füllte die Calcitdrusen aus. Nur vereinzelt zeigte sich auch mal eine Fluoritkristallendfläche. Der Gang enthielt selber zum Fundzeitpunkt kaum freistehende Kristalle. Die Kupferkieskristalle sahen aber vielversprechend aus, dass sie nach dem chemischen Entfernen des Calcites als Einzelkristalle auf den Quarzen sitzen. Dem war dann auch so. Der große Kupferkieskristall auf dem gezeigten Stück ist 1,5 cm groß. Die zwei gepaarten Kriatalle sind etwa 8 mm groß.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut