Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Embarak am 23 Feb 14, 01:33
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Hallo,
Habe gerade in einer Auktion einen Hanksit gekauft, der - noch - in gutem Zustand zu sein scheint.
Nun ist dieses wasserfreie Sulfat ( 7.BD.30 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineral-Class-Viewer?strunz9=7.BD) ) offensichtlich hygroskopisch, da es in Sammlungen schnell eine weißliche Außenschicht bekommt und verwittert.
Habe gelesen, daß einige Sammler die Stücke regelmäßig ölen oder gar vollständig in Öl lagern.
- Hat mal jemand Zaponlack ausprobiert?
- Ich würde zunächst ausprobieren, das Stück in einer größeren Josie-Dose zu lagern,
die einen kleinen Beutel Silika-Gel oder einem ähnlichen Trocknungsmittel enthält, und die Dose mit Tesafilm verschließen.
Hat das schon jemand ausprobiert?
Norbert
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Hallo,
das Thema der Aufbewahrung von hygroskopischen Mineralien hatten wir schon mal vor einiger Zeit.
Das lagern in Öl ist machbar, gibt aber eine Sauerei wenn man das Stück aus dem Öl nimmt.
Von Lack würde ich abraten, man weiß nie ob das auf Dauer dicht hält.
Kurzzeitige Lagerung in Josie- Dose mit Silka- Gel geht.
Ich bewahre meine hygroskopischen Mineralien in Präparategläsern auf.
Beim Verschluss hat man mehre Möglichkeiten. Trägt man auf den Schliff Laborfett auf, kann das Glas unproblematisch wieder geöffnet werden, nimmt man Knochenleim ist das Glas zu.
Zur Beachtung- trockene Glasschliffe sind nicht luftdicht.
Mein ältestes Glas ist von 1894, und das ist immernoch dicht.
Glück Auf
Olaf
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Hi
Ein bisschen Spät, aber Hanksit ist nicht hygroskopisch ! Allerdings ist er an feuchter Luft instabil und zersetzt sich unter Bildung von staubigen Ausblühungen (das Wort schnell ist hier relativ, es dauert schon etwa ein Jahr, bis sich überhaupt eine merkliche Schicht feinster Staub gebildet hat. Hängt natürlich von der rel. Luftfeuchte ab). Von daher reicht es aus, den Hanksit von Feuchtigkeit abzuschirmen. Meine Hanksite waren vom Finder schon mit einer dünnen Ölschicht versehen worden und die reicht tatsächlich bis heute aus. Alternativ kann man mit Sprühlack lackieren (ist nicht so toll, die Stücke sehen -logischerweise - lackiert aus) oder im Exsikkator/Trockenschrank aufbewahren. Wenns passt, kann man natürlich auch eine handelsübliche Mineraliendose nehmen (wo meine Stufen beim besten Willen nicht mehr reinpassen). Präparateglas wäre natürlich ein Traum, allerdings - - - gibt es die nicht in beliebigen Größen :'(
Etwas utopische Alternative: Da Hanksit aus wässriger Lösung kristallisiert ist er eigentlich mit Wasser verträglich. Allerdings kristallisiert er erst ab Tiefen von 10m, d.h. bei einem entsprechenden Überdruck ist er auch an feuchter Luft stabil (ist vielleicht was für ambitionierte Bastler ;D )
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Hallo Markus,
Diesen staubigen Zerfall hatte ich u.a. bei eingelagerten Stücken bei meinem Stammhändler beobachtet.
Die Hanksite dort kann man eigentlich nur noch wegwerfen.
Dort litten viele Mineralien in einem unbeheizten Lagerraum offensichtlich unter Feuchtigkeit, sodaß ich mir
mir den Effekt mit Hygroskopie erklärt habe. Die Feuchtigkeit spielt jedenfalls beim Zerfall mit eine Rolle.
Inzwischen weiß ich vom Verkäufer meiner Stufe, daß es sich um Eigenfunde handelte, die er von Anfang an
mit klarem Mineralöl behandelt hat, was jeglichen Zerfall verhinderte.
Ist die erste geölte Stufe in meiner Sammlung... ;)
Habe gerade gestern abend ein Foto des Stückes ins Lexikon geladen.
Gruß
Norbert
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1395529444.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1395529444.jpg)
P.S.: Die Idee mit einer Miniatur-Druckkammer für die Vitrine ist hervorragend.
Das werde ich mit meinen Tauchpartnern diskutieren. ;D ;D
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Hallo Norbert,
da ich mich für Chemie interessiere, weiß ich wie hygroskopisch manche Stoffe sein können. Manche lösen sich binnen wenigen Sekunden (je nach Luftfeuchtigkeit). Ich denke, dass man die Stufe, wenn möglich, in einer Jousidose lagern sollte, wenn man sie nicht mit Öl oder anderen Substanzen überziehen will. Ob sich Silikagelkissen wirklich lohnen kann ich nicht beurteilen. Wenn der Raum Trocken genug ist, in dem das ganze versiegelt wird, würde ich auf die Kissen verzichten. Ich würde die Dose noch mit leim o. ä. zu kleben .
Gruß
Philipp
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Hallo,
@ Nathan: Josidosen sind für Lagerung von hygroskopischen Mineralien völlig ungeeignet, da hilft auch kein ,,Zu leimen"
Wie ich schon geschrieben hatte, Präparateglas oder als günstige Variante ein Schraubglas verwenden,alles andere ist Murks
Glück Auf
Olaf
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Hallo Olaf,
kannst Du mir erklären, warum?
Gruß
Philipp
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Hallo Philipp,
klar kann ich Dir das erklären, Josidosen sind als Staubschutz gedacht und dafür sind sie auch sehr gut.
Luftdicht bekommt man sie nie, egal mit was man sie zuklebt. Über kurz oder lang findet die Luftfeuchtigkeit den Weg in Dose
und das Mineral ist ruiniert.
Meine Sammlung besteht zu mehr als 60% aus hygroskopischen Mineralien. Am Anfang habe ich es auch mit Josidosen versucht,
es geht nicht. Eine langfristige Lagerung ist damit unmöglich.
Glück Auf
Olaf
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Okay Danke Olaf.
Gruß
Philipp
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Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, meiner Erfahrung nach ist Hanksit nicht so stark hygroskopisch,um aufwändige Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Zum Vergleich zeige ich hier mal die Proben aus meiner Sammlung:
Erstere sind 6 Einzel-x aus den 1930er Jahren, die ich selbst im Jahr 2000 im Tausch aus der Freiberger Niederlage erworben habe, dort lagen sie einfach offen in einem Pappschächtelchen. Ich habe sie ganz normal mit Therostat-Kitt in eine Jousi-Dose eingekittet. Es sind bis heute keine Auflösungserscheinungen erkennbar. Genauso bei der zweiten Probe, einem 3 cm großen Einzel-x vom selben Fundort, den ich 1994 ganz normal in einer Jousidose im Handel erworben habe. Nach zwanzig Jahren bei mir zuhause im Wohn-Sammel-Zimmer sind nur geringfügige oberflächliche Spuren eines weißen Pulvers erkennbar,vielleicht waren die aber schon vorher da.
Also , Hanksit ist über Jahre sammel- und archivierbar, solange man nicht regelmässig daran lutscht...
Grüße von Haubi
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Hallo Uwe
Ich habe meinen Hanksit nicht als Nuckelchen benutzt; er hat sich leider dennoch selbst gevierteilt. Trotz Lackbeschichtung und trockener Lagerung. Ein Schlingel halt.
Alles Gute aus Luxemburg
Guy
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Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, meiner Erfahrung nach ist Hanksit nicht so stark hygroskopisch,um aufwändige Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.
Richtig, er ist gar nicht hygroskopisch. Hygroskopisch sind Stoffe, welche aus der Luft feuchtigkeit aufnehmen, weil der Wassergaspartialdruck des Minerals niedriger ist als der Wassergaspartialdruck der Luft, d.h. das Wasser wird von der Substanz nur aufgenommen, die Zusammensetzung ändert sich (mit Ausnahme des Wassergehaltes natürlich) nicht. Hanksit zersetzt sich jedoch unter Wasseraufnahme in irgendwelche anderen Stoffe, daher ist es streng genommen nicht hydroskopisch - ähnlich wie z.B. Markasit und Pyrit ja auch nicht hygroskopisch sind. Gut, für den normalen Sammler geht das vielleicht etwas in Richtung Haarspalterei. Wenn es um die Lagerung geht, kann das aber eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen, da für feuchtigkeitsempfindliche Minerale oft eine dünne Schutzschicht reicht (z.B. das Öl für den Hanksit), während hygroskopische Minerale schon deutlich mehr "Aufmerksamkeit" verlangen.
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zum Lackieren:
When I was working in the mineral department of the San Diego Natural History Museum, we had a giant hanksite crystal which barely fit into a 1-litre jar. I sprayed it with lacquer..... Very bad idea :'( ...after 1 year, the lacquer was coming off in white flaky patches and the specimen looked like it had caught leprosy. Don't do it!