Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: EdgarM am 03 Mar 14, 01:22

Titel: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 01:22
Hallo,

nachdem ich nun ein Mikroskopobjektiv zum Fotografieren nutze, ist die Schärfe der einzelnen Fotos recht gut, auch sind kaum Abbildungsfehler zu erkennen - also recht gutes Ausgangsmaterial. Nur habe ich Probleme, die Fotos gescheit zu stacken. Habe ewig rumprobiert. Combine, Helicon und sogar mit Photoshop, was ein Grauen war.

Nun meine Frage, oder viel mehr Bitte. Wer könnte mir mal meine Fotos gescheit stacken? Ich brauche echt Hilfe bei dem Problem. Es geht schon dabei los, das erste und letzte gescheite Foto für die Stackreihe zu finden.
Die Einzelaufnahmen stelle ich gleich auf meinem Server zum Download bereit. Wird in ca. einer Stunde alles hochgeladen sein - hier ist eine miese Uploadgeschwindigkeit.

Logindaten per FTP:
Server: metanamorph.com
Benutzername: test@metanamorph.com
Passwort: stacker

Hier mal drei Einzelaufnahmen:


LG, Edgar (Becheln)

Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: uwe am 03 Mar 14, 17:33
Wo hast Du das Problem beim Stacken? Unscharfe Ebenen, Relikte, doppelte Ränder oder was?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn eine unscharfe Aufnahme im Stapel ist wird alles schlecht.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: helgesteen am 03 Mar 14, 18:06
Hallo Edgar,

ich werde mich gerne an Deinen Aufnahmen versuchen, aber bitte stell die Daten doch im jpg-Format mit geringer Kompression zur Verfügung. Die vielen tif-Dateien sind mir schon ein bisschen zu voluminös!

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 18:08
Hallo Helge,

mach ich gleich...

Danke und Gruß
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 18:39
Wo hast Du das Problem beim Stacken? Unscharfe Ebenen, Relikte, doppelte Ränder oder was?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn eine unscharfe Aufnahme im Stapel ist wird alles schlecht.

Gruß
Uwe

Hallo Uwe,

unscharfen Bilder sind nicht dabei, weil hier alles automatisiert läuft über ein kleines Programm, dass ich mir geschrieben habe. Das hebt den Hubtisch um 1 Schritt oder mehr, voran. Die Kamera, samt Objektiv ist fix.

Danke trotzdem fpr den Hinweis,
LG, Edgar (Becheln)
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: skibbo am 03 Mar 14, 18:59
Zitat
Das hebt den Hubtisch um 1 Schritt oder mehr, voran. Die Kamera, samt Objektiv ist fix.

Hallo Edgar,

hebt sich die Beleuchtung mit dem Tisch oder ist sie ebenfalls fix und du bekommst für jedes Foto einen anderen Beleuchtungswinkel? Evtl. könnte das das Problem sein.

Grüße
Stefan
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: helgesteen am 03 Mar 14, 19:01
Hallo Edgar,

nachdem die ersten 30 JPG-Bilder jetzt verfügbar sind, eine erste Mutmaßung über die Ursache der Probleme: Die Schrittweite ist meiner Meinung nach viel zu klein. Ich werde nachher mal jedes 10. Bild stacken, eventuell auch nur jedes 15. Bild.

Scheint aber noch ein bisschen zu dauern, bis alle Bilder zum Download bereitstehen ;)

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 19:28
Zitat
Das hebt den Hubtisch um 1 Schritt oder mehr, voran. Die Kamera, samt Objektiv ist fix.

Hallo Edgar,

hebt sich die Beleuchtung mit dem Tisch oder ist sie ebenfalls fix und du bekommst für jedes Foto einen anderen Beleuchtungswinkel? Evtl. könnte das das Problem sein.

Grüße
Stefan

Hallo Stefan,

ja, die Beleuchtung ist am Hubtisch angebracht.

LG, Edgar
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 19:30
Hallo Helge,

vieln Dank für deine Mühe. Ich bin gespannt... :)

LG, Edgar
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 19:33
Habe jetzt auch jpg's auf den Server geladen...sind zwar kleiner in der Dateigröße aber nach meiner Meinung nix fürs reine Stacken. Egal, auf Anfrage habe ichs gemacht. Sind im Ordner 'jpg' verfügbar.

Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: skibbo am 03 Mar 14, 19:36
Hallo Edgar,

dann würde mir neben Helges Vorschlag spontan noch Vibration als Fehlerquelle einfallen. Hast du einen Laptop, eine externe Festplatte oder gar eine Waschmaschine  ;) auf der Arbeitsfläche stehen?

Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 03 Mar 14, 19:46
Ja, das Problem mit Vibration versuche ich gerade auch in den Griff zu kriegen. Zuerst Spiegelvorauslösung und auf alle Fälle alles bombenfest montieren.
Das Problem ist, ich laufe immer noch im Versuchsaufbau, wo sich schnell Flüchtigkeitsfehler einschleichen.
Z.B. habe ich ein kleines Programm gebastelt, das den Schrittmotor und die Kamera steuert. Jo, und da habe ich das mit den Vibrationen durch Auslösen der Kamera komplett vergessen. War zu sehr auf's Programmieren fixiert. Ich brauche Zeit....

LG, Edgar

Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: helgesteen am 03 Mar 14, 20:44
Hallo Edgar,

noch eine mögliche Fehlerquelle: Die ersten Bilder der Serie (so grob bis 310) zeigen einen deutlichen Versatz in x/y-Richtung.  Wenn ich sie in 10er-Schritten in IrfanView anschaue (in dem Programm kann man schön von einem Bild zum nächsten schalten) , fällt das ganz deutlich auf und Combine berichtet von bis zu 7 Pixeln Versatz. Interessanterweise scheint dieser Versatz dann später in der Serie vollständig aufzuhören. Da hast Du möglicherweise ein mechanisches Problem mit dem Hubtisch. Die Stacking-Programme gleichen solchen Versatz zwar teilweise aus, aber das scheint zumindest CombineZ bei Deinen Bildern nicht vollständig zu schaffen.

Dein Uplaod läuft immer noch, weshalb der vollständige Stack wohl heute bei mir nicht mehr klappt...

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: helgesteen am 03 Mar 14, 21:25
... und schließlich mein Stack (bis einschließlich Bild 402) im Anhang.

Neben den bereits erwähnten möglichen Problemchen scheinen die Ausgangsbilder relativ starke chromatische Aberrationen aufzuweisen, wie vor allem  an dem Manganoxid im Hintergrund sichtbar ist. Dies kann zu einer gewissen Unschärfe führen. Die Bilder machen dadurch auch einen etwas "körnigen" Eindruck (ich gehe davon aus, dass Du nicht bei exzessiver ISO-Empfindlichkeit fotografiert hast, oder?). Ob ein Teil der Unschärfe auch durch Vibrationen entstanden ist, kann man auf diesem Wege fast nicht beurteilen.

Soweit meine Bemühungen für heute!

Viele Grüße,
Helge




Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: geni am 03 Mar 14, 21:38
Hallo Edgar,
ich habe auch gestackt und zwar mit Zerene Stacker. Du hast sehr viele "sogenanten Würmchen auf Deinem Bild. Kann es möglich sein, daß Du sehr viel Staub in Deiner Kamera oder an dem Objektiv hast?

Anbei das Bild.
Gruß Gerhard Niceus (geni)
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: skibbo am 03 Mar 14, 22:01
Hallo Edgar,

kannst du nochmal die Bildbreite des Fotos nennen?

Grüße
Stefan
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 04 Mar 14, 02:23
Hallo zusammen,

gaanz kurze Nachricht, muss gleich loss nach Berlin...Nachtfahrt.
Danke für eure Mühe.
Staub? Ja, und nicht zu knapp...krieg den nicht weg.
Verstaz? Möglicherweise...teste ich wenn ich wieder zuhause bin. Okularauszug ist bestellt und wird dann mit Schrittmotor betrieben, das sollte den Verstaz beseitigen. Bildbreite 4,5mm

Tschüß...
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: aca am 05 Mar 14, 02:01
Hallo,

ich habe von den JPGs jedes 5. genommen (insgesamt 44 Bilder), diese vorher von 5616x3744 auf 2048x1365 skaliert (so groß wie die TIFs).
In Originalgröße kommt sowieso nichts Gescheites raus, denn die Bilder sind zu verrauscht.
Dann mit CombineZP in den Einstellungen gestacked, die ich selbst verwende.

Das Resultat sieht sogar besser aus, als ich es aufgrund des Ausgangsmaterials erwarten würde.  ;D
Das Ausgangsmaterial ist nämlich nicht gut.

Probleme (ich wiederhole einiges, was die anderen schon gesagt haben):
1. am Anfang eine spiralförmige Bewegung des Bildausschnittes. Das ist aber eigentlich nicht so schlimm.
2. viel zu viele Bilder, die Schrittweite ist viel zu gering, jedes 5. Bild reicht
3. die Kamera belichtet anscheinend automatisch (die Bilder sind unterschiedlich hell).
4. die JPGs sind verrauscht
5. ich sehe viele Hotpixel
6. es ist sehr viel Staub auf dem Sensor
7. die Blende ist ziemlich zu oder das Objektiv auf dem Balgen zu weit weg=kleine Blende (man sieht den Staub auf dem Sensor deutlich)
8. man sieht purple fringing (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
9. man sieht axiale/longitudinale CA (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
10. man sieht ein kringeliges Bokeh/Beugungsringe (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
11. die Beleuchtung ist nicht ausreichend diffus oder (worst case) punktförmig.

Bei starker Vergrößerung ist das meiste mit bloßem Auge matte Material glänzend. Wenn man mit einer näherungsweise punktförmigen Lichtquelle ausleuchtet, gibt das viele Spitzlichter, an denen das Bild x-fach überbelichtet wird, und zwar über mehrere Stack-Ebenen hinweg. Lokale Überbelichtung provoziert Purple Fringing (blaue oder magenta Halos) und betont axiale chromatische Aberrationen (magenta/grün) in den unscharfen Bereichen/Ebenen sehr stark, ebenso die Kringel um die Punkte, die von Beugung und einem unruhigen Bokeh herrühren. Alles kontrastreiche Artefakte, die im Stack ordnungsgemäß hervorgehoben werden.
 
Diffuse Beleuchtung macht viele der üblichen Probleme mit den Objektiven erträglich. Ich benutze z.B. manchmal ein Nikon CF Plan 10x  Mikroskop-Objektiv, das ist totscharf, hat aber starke axiale CA - in den Fotos sehen tue ich die bei diffuser Beleuchtung aber nur selten. 

Edit: ich glaube nicht, dass Vibrationen bei den Bildern ein großes Problem sind.

Meckern ist natürlich leicht  ;D
Amir
 
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Embarak am 05 Mar 14, 12:10
Hallo.
@Amir, jetzt bin ich aber beruhigt ! Auch ich bin zur der Erkenntnis gekommen, daß das Ausgangsmaterial  nicht gut ist,
dachte aber schon, ich sei der Einzige, der das so sieht. Wir hatten sehr ähnliche Überlegungen.
Ich hatte die 16bit-tif's auch auf 2048x1365  jpg (ohne Kompression) gebracht und beim Durchscrollen festgestellt, daß die Schrittweite zu gering ist,
was die Bildanzahl unnötig erhöht. Ich hatte mich darauf ebenfalls für jedes 5. Bild entschieden !
Ebenfalls fiel auf, daß keines der Bilder wirklich scharf ist, sodaß ein stack in der Gesamtheit nicht besser werden kann.

Versatz bzw. Drehung sind überraschend gering, sodaß man sie vernachlässigen kann,
da jede software dieses Maß ausgleichen kann.

Ich glaube schon, daß die Belichtung festgelegt war. Es sind wenige geringe Ausreißer dabei.
Ich beobachte diesen Effekt gelegentlich auch. Ich stacke zwar nicht am Mikroskop, steuere aber die Kamera und den Fokus im Mikroschritten über EOS-utility,
wobei die Belichtungseinstellungen manuell festgelegt sind.
Da ich auf dem Monitor neben dem live-Bild das live-Histogramm offen habe, sehe ich diese Einzelsprünge und wiederhole
dann die Aufnahme. Ich dachte dabei eher an bug.  ???

Ich komme übrigens selten auf mehr als 60 Aufnahmen für einen stack, meist deutlich weniger.
Ich erinnere mich dunkel, hier mal gelesen zu haben, daß man bei sehr großer Bild-Anzahl bessere Ergebnisse bekommt, wenn man
mehrere kleinere Blöcke stackt und diese wiederum zum Schluss zusammenstackt.
Kann das jemand bestätigen?

Für die hier vorliegenden Bildserie ist das allerdings keine Option, weil die Bilder
einfach nicht mehr hergeben, wie von Amir sehr detailliert beschrieben. Mein Ergebnis war ähnlich wie Amir's.
Wird hoffentlich allgemein als Meckerei auf hohem Niveau akzeptiert.  ;D

Norbert 
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Sebastian am 05 Mar 14, 13:03
Hallo
loparit hat das schon in einem anderen Thread gezeigt: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,22911.75.html
Gruß Sebastian
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Embarak am 05 Mar 14, 13:24
Danke. Das hatte ich gesucht.  :D
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 06 Mar 14, 09:24
Hallo zusammen,

erstmal vielen vieln Dank für die konstruktiven Hinweise. Ich habe jetzt schon einige Zeit rumprobiert und bin von einem Objektiv zum anderen gesprungen, zuletzt eben das Mikroskopobjektiv. Dann die Steuerungssoftware geschrieben und so weiter - da ist wohl Betriebsblindheit bei mir aufgekommen.
Ich nehme mal die Auflistung von Amir zum Antworten, weil die alle Probleme sehr schön anspricht.

1. am Anfang eine spiralförmige Bewegung des Bildausschnittes. Das ist aber eigentlich nicht so schlimm.
Ja, der Hubtisch hat am Anfang dieses Problem, der sprialförmigen Verschiebung. Gehe ich ein paar Schritte über den Punkt hinaus, läuft es recht glatt.
2. viel zu viele Bilder, die Schrittweite ist viel zu gering, jedes 5. Bild reicht
Werde ich drann denken - weniger ist wohl mehr in dem Fall.
3. die Kamera belichtet anscheinend automatisch (die Bilder sind unterschiedlich hell).
Nein, fotografiere im manuellen Modus. Ursache könnten die Taschenlampen sein, die sowieso keine Verwendung mehr finden werden.
4. die JPGs sind verrauscht
Möglicherweise zu starke Kompremierung.
5. ich sehe viele Hotpixel
6. es ist sehr viel Staub auf dem Sensor

Ich auch... ;) Lösung: Schwarz und Weissbildabzug an den einzelnen Aufnahmen.
7. die Blende ist ziemlich zu oder das Objektiv auf dem Balgen zu weit weg=kleine Blende (man sieht den Staub auf dem Sensor deutlich)
Das Objektiv ist wohl zu weit weg von der Kamera. 23 cm. Verschieden Distanzstücke sind unterwegs, damit ich da variieren kann.
8. man sieht purple fringing (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
9. man sieht axiale/longitudinale CA (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
10. man sieht ein kringeliges Bokeh/Beugungsringe (mögliche Lösung siehe Punkt 11)
11. die Beleuchtung ist nicht ausreichend diffus oder (worst case) punktförmig.

Ich habe mit Pergamentpapier, Diffuservorsätzen und allem möglichen rumprobiert. Folge war immer zu wenig Licht, was die ISO Zahl oder die Belichtungszeit erhöht hat. Nur im Punktförmigen Strahl der Taschenlampen war genug Licht für 0,8 Sekunden Belichtung bei 250 ISO.
Lösungsansatz. Ich habe noch eine Astrokamera. QSI 583ws. Ist zwar eine schwarz weiss Kamera, ist aber um ein vielfaches Lichtempfindlicher, als die Canon. Auch hat sie keinen Mechanischen Shutter, so dass das mögliche Problem mit den Erschütterungen dann auch beseitigt wäre. Der Chip der QSI-Kamera kann bis auf -15 Grad gekühlt werden, was das Bildrauschen verringert. Trotzdem werden wegen Vignettierung und auch Staub, Schwarz bzw. Weissbildabzug nötig sein. Muss dann nur 3 Aufnahmen (für jeden Farbkanal eine) machen, aber wenn ich wieder zuhause bin, habe ich erstmal genug Zeit dafür.

So, muss arbeiten.
Danke nochmal und lieben Gruß, Edgar
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: aca am 06 Mar 14, 11:08
Dunkel ist doch gut :-)
Hängt natürlich von der Kamera ab, aber ich mache alles mit ISO 100 und zwischen 1 und 10 Sekunden Belichtungszeit, ideal sind etwa 2-3s. Mit 2s Spiegelvorauslösung gibt es dann auch keine Verwacklungsunschärfe, weil die Kamera etc. ausschwingt. Wenn die Belichtungszeit ungewünscht kürzer als 1 Sekunde ist, dunkle ich weiter ab, auf keinen Fall stelle ich das ISO hoch.

Die Alternativen:
1. Blitzen (kompliziertes Setup)
2. Etwa ISO 1000 und 10 mal die gleiche Aufnahme und dann davon mit ImageMagick den Mittelwert rechnen, dann ist das Rauschen weg (manche Kameras können auch Mehrfachbelichtungen intern mitteln).
Ist eher was für Phlegmatiker.  ;D

Gruß
Amir
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Harald Schillhammer am 06 Mar 14, 15:52
Amir, das funktioniert aber nur wenn du einen völlig vibrationsfreien Arbeitsplatz hast. Ich kann von sowas nur träumen - nicht wegen des Rauschens (meine Kameras schaffen locker rauschfreie ISO 1600 und mehr), sondern weil für manche Situationen einfach sehr wenig aber gut gestreutes Licht besser wäre, am besten natürliches Nordlicht.
Das Setup beim Blitzen ist übrigens nicht wirklich kompliziert. Ich arbeite bei sehr starken Vergößerungen oft mit 2 Nikon Makroblitzen und die Ergebnisse sind hervorragend. Das einzig blöde ist, dass man manchmal sehr viele Probeaufnahmen machen muss bis die Ausleuchtung einigermaßen passt.

lg
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: aca am 06 Mar 14, 20:52
Mein Arbeitsplatz ist auch nicht vibrationsfrei, davon kann ich auch nur träumen.
Wenn eine U-Bahn oder ein Lastwagen vorbeifährt, kann ich das deutlich spüren und wenn ich an meinem Fototisch  vorbei laufe, wackeln die Lampen, denn der Holztisch steht auf einem schwingenden Rigips-Boden.
Meine sehr flexible Beleuchtung mit Blitzen nachzubauen, wäre mir zu kompliziert (2 Lampen sind mir zu wenig, ich benutze das gleiche Setup für Handstücke und Makro/Mikro).

Welche Kamara ist denn bei ISO1600 "rauschfrei"?
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Harald Schillhammer am 07 Mar 14, 07:22
Amir, zur Zeit arbeite ich mit einer Nikon D4, davor mit einer D3. Bei Einzelaufnahmen habe ich bis ISO 3200 kein Problem auch 6400 sind sehr brauchbar. Bei stacks von vielen Aufnahmen bringe ich das Ding auch bei sehr niedrigen ISO zum Rauschen :) (v.a.in den Unscharfbereichen), ist halt ein unangenehmer Nebeneffekt des Pyramid-Algorithmus. Deswegen mache ich auch immer einen Depth-Map stack (der ist rauschfrei) und kombiniere die beiden.
Ich hätte meinen Fotoarbeitsplatz gerne irgendwo in der Böhmischen Masse, einsam im Wald und ebenerdig auf betoniertem Boden. Da sind dann mehrere sec. Belichtungszeit kein Problem mehr.
Es geht aber auch in Wien. Branko Rieck arbeitet teilweise mit 10 sec. und mehr, dessen Wohnung steht aber weit abseits der nächsten stark befahrenen Strasse. Mein Arbeitsplatz am Ring (Nat.Hist. Museum) ist halt von Verkehr umringt, v.a. die Strassenbahnen sind eine Katastrophe, dazu noch 2. Stock und Parkettboden ....
lg
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: gladhammar am 07 Mar 14, 09:54
...............................
Es geht aber auch in Wien. Branko Rieck arbeitet teilweise mit 10 sec. und mehr,  ....
lg

Produziert man aber mit so langen Belichtungszeiten nicht erst ein Bildrauschen, da der Sensor warm wird?
Hatte es zumindest so in Foren gelesen.

GA
Detlef
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: loparit am 07 Mar 14, 10:37
Hallo,
um die Schwingungen weg zu bekommen, könnte man sich mit einem Tisch mit passiver Schwingungsdämpfung (Preis ca. 1200-1500 Euro) weiterhelfen.
Ich selbst habe meine Ausrüstung auf einem schweren Sockel  (ca. 250 kg, Betonplatten) stehen und auf diesem Sockel steht eine Kiste welche mit Sand 10 cm hoch, gefüllt ist und darauf steht dann das Reprostativ bzw. meine Ausrüstung. Das war dann doch etwas preiswerter als ein Tisch mit passiver Dämpfung.
Aber reizen würde mich ein solcher Tisch schon :-)

Gruß
Edgar Müller -loparit-
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Harald Schillhammer am 07 Mar 14, 18:21
...............................
Es geht aber auch in Wien. Branko Rieck arbeitet teilweise mit 10 sec. und mehr,  ....
lg

Produziert man aber mit so langen Belichtungszeiten nicht erst ein Bildrauschen, da der Sensor warm wird?
Hatte es zumindest so in Foren gelesen.

GA


Das hängt von der Kamera ab. Branko hat z.B. früher mit einer D7000 gearbeitet und die hat bei langen Belichtungszeiten enorm viele hot pixel produziert. Eine gute Kamera schafft 10sec. aber schon ohne dass thermisches Rauschen auftritt, hängt auch von der Bauweise des Sensors ab.
lg
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Harald Schillhammer am 07 Mar 14, 18:23
Hallo,
um die Schwingungen weg zu bekommen, könnte man sich mit einem Tisch mit passiver Schwingungsdämpfung (Preis ca. 1200-1500 Euro) weiterhelfen.
Ich selbst habe meine Ausrüstung auf einem schweren Sockel  (ca. 250 kg, Betonplatten) stehen und auf diesem Sockel steht eine Kiste welche mit Sand 10 cm hoch, gefüllt ist und darauf steht dann das Reprostativ bzw. meine Ausrüstung. Das war dann doch etwas preiswerter als ein Tisch mit passiver Dämpfung.
Aber reizen würde mich ein solcher Tisch schon :-)

Gruß
Edgar Müller -loparit-

Edgar, an sowas hab ich auch schon gedacht. Der Preis beunruhigt mich jetzt nicht so, hätte da eher was im 5-stelligen Bereich erwartet. Muss ich direkt mal andenken :).
lg
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 07 Mar 14, 18:58
Hallo zusammen,

eine viel günstigere Möglichkeit wäre eine Betonsäule mit Eisen innen verstärkt mit 2-3 m² Betonfundament irgendwo im Garten. Vielleicht im Gartenhäuschen. Habe sowas hier im Hinterhaus für Astrofotografie umgesetzt, wo die Probleme die gleichen sind. Ist ein wenig Knochenarbeit aber es lohnt sich. Die Säule sollte freistehend sein, also die Lauffläche berührt die Säule nicht.
Meine Montierung hängt zur Zeit noch am Fachwerk meines Hauses, was einigermaßen stabil ist, weil hier im Dorf keine LKW's oder Straßenbahnen druchrauschen. Aber bald ziehe ich mit dem ganzen Zeugs zur Säule um.

LG, Edgar (Becheln)
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: aca am 07 Mar 14, 22:16
Man muss lediglich dafür sorgen, dass Kamera und Objekt mechanisch sehr gut gekoppelt sind, d.h. idealerweise gemeinsam schwingen.
Dann den Beitrag der Kameramechanik zur Schwingung des Setups minimieren, v.a. durch Spiegelvorauslösung, Balgen und Objektiv abstützen und nicht frei schweben lassen, etc.
Wenn man 3-4 mal die gleiche Aufnahme macht, jede bis auf's Pixel scharf ist und alle Aufnahmen sich pixelgenau decken, muss man sich über Vibrationen keine Gedanken machen.  Das schaffe ich auch auf meinem Rigipsboden/Holztisch-Setup mit 36 Megapixel Sensor (wenn ich einen besseren Untergrund hätte, stünde das Setup natürlich dort).

Bei der Astrofotografie lassen sich Kamera und Objekt naturgemäss nicht mechanisch koppeln, da macht es eher Sinn, über Betonsockel nachzudenken.
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 15 Mar 14, 14:49
Hallo zusammen,

es hat sich was getan in der Zwischenzeit. Der Hubtisch schwingt jetzt nur noch 2-3 Sekunden nach Auslösen des Schrittmotors.
Edgar Müller (loparit) hat mir einige seiner Objektive zum Testen geliehen. Habe gerade das erste Objektiv gegriffen ( Olympus Zuiko 38mm Makroobjektiv ) und auf bestehendes Setup montiert und losgeknippst.

- 59 Fotos
- bei 3,7 mm Bildtiefe
- Objektiv auf niedrigste Blende (3,5) , wie von Edgar empfohlen
- Zwischenringe auf 220mm
- alle Polfilter auf Maximum
- diffuses Licht durch Hygienepapier  - speziell für Frauen... ;D - vor die Leuchten
- Helicon Stack bei Radius=8 und Glätten=1
- Ergebnis ist absolutes Rohmaterial, also der erste Schnellschuß

@Edgar
Wahnsinn! Und vielen, vielen Dank für die Hilfe. Das hätte mich Jahre gekostet, die richtigen Objektive zu finden und entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Ciao, Edgar (Becheln)
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Sebastian am 15 Mar 14, 15:27
Hallo Edgar
Also von der Schärfe her finde ich es super. Glückwunsch, dein Fortschritt in dieser kurzen Zeit ist
unglaublich. Aber ich finde es ein wenig überbelichtet. 
Gruß Sebastian
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: EdgarM am 15 Mar 14, 15:52
Hallo Sebastian,

der Fortschritt liegt in diesem Fall bei der Hilfe duch Edgar (loparit).
Das ist der erste Versuch gewesen, war so aufgeregt, was ich schon im Liveview gesehen habe, hat mich umgehauen.

Ok, ich brauche definitiv mehr Licht. Die zwei Leuchten, die ich gerade nutze bringen zusammen 3600LM.
Jetzt versuche ich es mit folgendem LED's: Cree MK-R mit 1600LM. Acht Stück davon in 2er Gruppen (dimmbar) sollen mehr Licht schaffen. Zusammen machen das 12800 Lumen. Weil, jetzt habe ich 3.2 Sekunden Belichtung bei 400 ISO - das geht garnicht. Im Liveview der Canon Utilitiy kann ich kaum was sehen. Polfilter und vor allem die Diffusion des Lichtes schlucken enorm Licht. Ich brauche also mehr davon, um gescheit und intuitiv die Stufen positionieren zu können. Alles andere ist ein Schuß in Blaue. Ausserdem erhitzen die 3,2 Sekunden den Kamerasensor, was ungewünschte Informationen auf dem Bild erzeugt. Das Darkframe erspare ich euch....es ist ein Grauen!
Jetzt gehts ans Verkabeln und Montieren der LED-Komponenten.

Und meine MM's warten immer noch aufs knipsen...

Lieben Gruß, Edgar (Becheln)
Titel: Re: Gutes Ausgangsmaterial aber Stack macht Mist
Beitrag von: Roadrunner am 21 Mar 14, 21:24
ist aber eine echt niedliche Stufenbeschreibung in Deiner Sammlung ;D. Ist aber in der Kürze der Zeit auch schon eine richtige kliene Sammlung geworden ;D.
Bist wieder am basteln, sieht sehr vielversprechend aus.
Bis dann
Gruß Mark