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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Embarak am 30 May 14, 21:00

Titel: Nickelin Schlema Paragenese
Beitrag von: Embarak am 30 May 14, 21:00
Hallo,

Habe als Ergänzung zu einem Nickelin/Rammelsbergit-Schliff ( von geomueller  :) )
ein neues, ungeschliffenes Stück, dessen FO nur als Haldenfund, Schlema angegeben werden kann.

Fragen nicht nur an Kenner des Lagerstättenreviers Schlema-Alberoda-Hartenstein:

Von welchen Co-Ni-As-Erzen ist der Nickelin eingefasst? Safflorit, Rammelsbergit...
Kann man das von einem Foto überhaupt ableiten?
Wie kommen die Hohlräume zustande, in denen der Nickelin fehlt?
Lässt sich das Stück einem Schacht zuordnen?

Norbert

Titel: Re: Nickelin Schlema Paragenese
Beitrag von: smoeller am 30 May 14, 21:32
Hallo,

Bei den Krusten dürfte Safflorit oder Rammelsbergit vorliegen, eine typische Paragenese. Die Unterscheidung ist grundsätzlich nur analytisch möglich, da es auch Mischkristalle untereinander und mit Löllingit gibt. Was nun dominiert (Co, Ni, Fe) kann man einem Handstück nicht ansehen. Auch bei der Beurteilung von Arsenatkrusten muss man vorsichtig sein. Annabergit ist nur dann grün, wenn der Co-Gehalt höchstens 5 % beträgt, danach wird er weiß, ab 20 % Co ist Annabergit rosa!!! Erst ab 50 % Co ist es aber Erythrin!!!

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: Nickelin Schlema Paragenese
Beitrag von: geomueller am 01 Jun 14, 12:15
Hallo Norbert,
prinzipiell ist alles was Sebastian geschrieben hat richtig. Nickelin kam insgesamt in Schlema-Alberoda recht selten vor und war meist eng vergesellschaftet mit Rammelsbergit. Nickelin soll vornehmlich auf den oberen Sohlen vorgekommen sein und trat in die Tiefe deutlich zurück.

Oftmals ist der Nickelin von einem dünnen Saum von Rammelsbergit umgeben, erst danach folgen weitere biconi-Minerale wie Chloanthit, Löllingit usw.. Ich habe ein ähnliches Stück wie du es hier zeigst als komplettes Gangstück im Anschliff, da ist das genau so von inne nach außen Nickelin-Rammelsbergit-Löllingit.

Überprüfe mal ob dein Stück Karbonate enthält, es sieht nämlich aus als ob es ein ausgiebiges Bad in HCl genossen hat  ;)
Kannst du mal ein Bild von dem Stück einfügen welches du von mir hast, interessiert mich mal was das für eins war, vielleicht habe ich ja das Gegenstück noch.

MfG Jürgen
Titel: Re: Nickelin Schlema Paragenese
Beitrag von: Embarak am 05 Jun 14, 21:37
Hallo,
Zitat
Überprüfe mal ob dein Stück Karbonate enthält, es sieht nämlich aus als ob es ein ausgiebiges Bad in HCl genossen hat  ;)
Kannst du mal ein Bild von dem Stück einfügen welches du von mir hast, interessiert mich mal was das für eins war, vielleicht habe ich ja das
Mit Säure passiert da nichts mehr. Deine Vermutung mit dem Bad stimmt wohl.  :)
Habe das Stück nach einem Hinweis von einem anderen Mitglied spaßeshalber mal unter meinen SV-500 gelegt,
habe aber keinerlei Aktivität gemessen.

@Jürgen, die Bilder von Deinem Anschliff bekommst Du via PM.

Danke für alle Hinweise
Norbert
Titel: Re: Nickelin Schlema Paragenese
Beitrag von: geomueller am 06 Jun 14, 19:36
Hallo Norbert,
gerade Nickelin ist gern auch mit Pechblende vergesellschaftet, aber eben nicht immer. In den 1970er Jahren wurden ja auch CoNi-Erze die nicht radioaktiv beinträchtigt waren in Schlema mit gewonnen und zur Verhüttung nach Freiberg geschafft.

Glück Auf! Jürgen