Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Collector am 15 Jun 14, 22:59
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Hallo
in der aktuellen Ausgabe des Mineralogical Record (Themenheft Sar-e-Sang, MR 45/3, Mai-Juni 2014) gehen die Autoren Thomas P. Moore und Robert W.M. Woodside explizit auf das wohl klassischste Sar-e-Sang-Mineral Lazurit ein - mit der Feststellung, dass Lazurit kein eigenständiges Mineral ist, sondern in allen Fällen Haüyn.
Dem unterlegt ist eine Abhandlung von Woodside (Why Lazurite is Haüyne), welche interessierte Sammler frei einsehen können unter :
http://www.foro-minerales.com/forum/viewtopic.php?SRC=c29sQGFtcHVyZGFuLmV1&p=109438#109438 (http://www.foro-minerales.com/forum/viewtopic.php?SRC=c29sQGFtcHVyZGFuLmV1&p=109438#109438)
Gruß
collector
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Hallo aus Mittelfranken
naja, zumindestens ist ein hoher Schwefelanteil in der Kristallstruktur ganz entscheidend für die Farbtiefe des Lasurites / Lapislazuli. Siehe hierzu meine Arbeit
http://www.mineral-exploration.de/mepub/lapislazuli.pdf
Glück Auf
Thomas
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Hi
Die "Diskussion" scheint nicht ganz neu zu sein. Bei mindat seht: "The IMA takes the ideal formula from Hassan et al (1985) with S as the dominant anion and not sulfate, but even Hassan et al (1985) find that sulfate is dominant, making Lazurite a sulfide rich variety of Hauyne."
Und weiter: "Sodalite Group The two sodalite cages in Lazurite contain (Na,Ca)4(SO4,S3,S2). The situation is reminiscent of Hackmanite which is a sulfide rich sodalite. Lazurite is a sulfide rich variety of Hauyne and should not be a separate species." Die Schlussfolgerung, das Lazurit keine eigenständiges Mineral ist/sein kann, stammt also schon von 1985 !
Mir stellt sich ohnehin schon seit längerem die Frage, ob man für jede noch so kleine Kation/Anion-Variation gleich ein neues Mineral definieren muss. Grade bei den Zeolithen ist das in den letzten Jahren ja recht stark ausgeufert. Möge die IMA weise entscheiden...