Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: sulzbacher am 16 Jun 14, 20:18
-
Hallo Sammlerkollegen,
bei einer Tour zu alten Halten bei Gernrode (Blei und Zinkabbau) fabd ich folgende beiden Stücke:
Bild 1: undeutliche tiefblaue xx neben Galenit-Butzen, HCL Probe negativ - Linarit?
-
Hallo, ein Stecknadelkopf großes Stück abmachen und mit einem Tropfen Salzsäure Prüfen. Wenn es weiß wird, ist es Linarit, Azurit löst sich sofort auf.
Gruß willi
-
HCL Probe negativ
-
Hier das zweite Stück mit folgenden Mineralien:
weiße und farblose blockige xx mit rautenförmigem Querschnitt - Cerussit?
(Bild 1) - HCl negativ
grüngraue eingewachsene xx mit rundlicher Oberseite - Smithsonit?
(BIld 2) - HCl negativ
schwarze Krusten (Bild 3)
Danke für Eure Meinungen im Voraus
Glückauf
Hans-Jürgen
-
HCL Probe negativ
...das prüft man tatsächlich so wie von Willi beschrieben - eine Probe vom Material in einen Tropfen HCL, welcher sich auf einer kleinen Glasplatte befindet. Dann unter dem Mikroskop oder mit einer Lupe schauen, was passiert.
Grüße,
Michael
-
Hallo,
zum ersten Stück:
wenn Du beim HCl-Test keine Bildung einer weißen Kruste um die Aggregate beobachtet hast ist Linarit auszuschließen.
Glück Auf!
Micha
-
Hallo,
Linarit würde ich nicht per se ausschließen. Erscheint mir noch am wahrscheinlichsten.
Das 2. würde ich für Anglesit oder bleihaltigen Baryt halten, beides passt auch gut zum Linarit. 3. ist leider schwer zu erkennen, Smithsonit schließe ich aber eher aus, der enthält ja auch Carbonat. Evtl. auch nur Anglesit. Das letzte ist wohl Limonit oder Manganoxid. Denke vom Foto her eher ersteres.
Glück Auf!
Sebastian
-
So richtig klar ist es nicht, ob sich auf den blauen Kristallen eine weiße Kruste gebildet hat. Die Feststellung "HCl-Probe negativ" sagt darüber nichts aus.
Rein optische vom Bild her halte ich die erste Probe für Linarit.
Gruß
Uwe
-
Hallo,
das Fundgebiet ist das Osterberg-Revier und liegt praktisch vor meiner Haustür (knapp 10 km). Es gab hier etliche Gruben, die sich aber nur noch schwer oder gar nicht mehr einzelnen Halden/Pingen zuordnen lasen. Zu den Minealen:
Das Blaue ist Linarit. Kommt hier eigenartigerweise bevorzugt auf vergammelter Zinkblende vor.Vielleicht wurde auf der Zinkblende zunächst zementativ Covellin abgeschieden, der dann später mit Pb-haltigen Lösungen zu Linarit umgesetzt wurde.
Bei den blockigen Kristallen handelt es sich höchstwahrscheinlich um Anglesit, der dort relativ häufig und vielgestaltig auftritt. Baryt ist meines Wissens von dort nicht bekannt und auch nicht zu vermuten.
Mit Smithsonit kommt in der Paragenese zwar auch vor, kann ich aber auf dem Foto nicht erkennen. Smithsonit macht macht hier meist rundliche Kristalle von glasigem Aussehen und kaum erkennbaren Kristallflächen. Oft in Begleitung von Hemimorphit, der hier in verhältnismäßig guter Ausbildung vorkommt.
Das dunkle, glaskopfähnliche Material kann Limonit (brauner Srich) oder auch ein Mangan-Hydroxid (schwarzer Strich) sein. Im letzteren Fall stammt das Mn aus dem Siderit, der dort reichlich vorkommt und einen hohen Mangangehalt besitzt.
Im übirgen kann es vorteilhaft sein, den Calcit mit verdünnter (max 10%) HCL wegzulösen. Mit viel Glück kommt Boulangerit zum Vorschein.
Einige Fotos von dort (und anderen Ostharzer Mineralen) findest Du auf meiner mindat-Seite: http://www.mindat.org/user-3147.html#0
Thomas