Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: McSchuerf am 01 Mar 05, 06:13

Titel: Wissenschaftliche News
Beitrag von: McSchuerf am 01 Mar 05, 06:13
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Flussrinnen auf dem Mars: Staub statt Wasser
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Viele der auffälligen Flussrinnen an steilen Berg- und
Kraterhängen auf dem Mars sind möglicherweise nicht durch
Wasser, sondern durch feinen Staub entstanden. Nach neueren
Experimenten bewegen sich Staublawinen auf dem Mars wegen
der schwächeren Anziehungskraft längere Zeit wie eine
Flüssigkeit.
Schon die Bilder der Marssonden in den 1970er Jahren
zeigten zur Überraschung der Forscher Strukturen, die
ausgetrockneten Flussläufen ähneln. Heute gibt es kaum
mehr Zweifel daran, dass es auf dem Mars vor Milliarden
Jahren offenes Wasser gab.
Die Flussrinnen an Krater- und Berghängen jedoch
scheinen jüngeren Datums zu sein und sind möglicherweise
erst vor wenigen Millionen Jahren entstanden. Gibt es an
einigen Stellen bis heute Wasser unmittelbar unter der
Oberfläche? Neue Experimente zeigen nun eine andere
Erklärungsmöglichkeit auf: Lawinen extrem feinen Staubs
verhalten sich auf dem Mars wie eine Flüssigkeit und
können daher die Flussrinnen schaffen. Auf der Erde
setzt sich der Staub dagegen zu schnell ab, der
Staubfluss kommt zum Erliegen.
Links: Rutgers University: http://www.rutgers.edu/
Quelle: Nature online

Trilobiten in Westfalen
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450 Millionen Jahre Geschichte der Region in
einem romantischen Mittelalterschloss. In Hagen
eröffnete das neue Museum für Ur- und Frühgeschichte.
Die Ruhrregion birgt noch archäologische Sensationen.
Höhlenforscher fanden in einer Kalkhöhle bei Hagen
Skelettteile von mindestens fünf Menschen. Fachleute
datierten einen der geborgenen Schädel bereits auf
ein Alter von rund 10.700 Jahre.
Die ältesten Funde stammen aus dem so genannten
Ordovizium (vor über 450 Millionen Jahren). Die
Versteinerungen der sehr seltenen Dreilappenkrebse
(Trilobiten) wurden in einem Steinbruch bei Hagen gefunden.
Seit einigen Jahren gilt das Sauerland in Fachkreisen
auch als "Saurierland". In Höhlen und Spalten wurden
an mehreren Orten Knochen kreidezeitlicher Dinosaurier
entdeckt, die rund 130 Millionen Jahre alt sind. Im
Museum wird neben ihnen auch ein lebensgroßes Modell
eines Jungtieres ausgestellt. Spuren des Pflanzen
fressenden Iguanondon wurden bei Brilon entdeckt.
Highlight ist aber die Plastik eines eiszeitlichen
Mammuts. 3,70 Meter hoch und 7 Meter lang wurde es
in Westfalen auch von Steinzeitmenschen gejagt.
Zahlreiche Werkzeuge und Steingeräte hinterließen
Neandertaler in der Balver Höhle.
Links: www.museum-werdringen.de
Quelle: taz 27.12.2004

Wertvolle Diamanten in extrasolaren Planeten?
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Extrasolare Planeten könnten mächtige Schichten aus
Diamanten aufweisen, wie amerikanische Forscher auf
einer Tagung in Aspen berichteten. In unserem
Sonnensystem enthalten die Silikatplaneten Venus,
Erde und Mars wegen der speziellen Substanzen des
Gases, aus dem sie sich formten, vor allem Silizium
und Sauerstoff. Ist in dem Urgemisch mehr Kohlenstoff
oder weniger Sauerstoff vorhanden, dürften sich
Kohlenstoff-Planeten bilden, in denen aus Graphit
unter hohem Druck Diamanten erzeugt werden.


Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: der Sauerländer am 01 Mar 05, 11:54
Hallo Peter McS... :D

Du wirst ja noch zu einem richtigen Sauerlandexperten  :o

Bei mir war bisher der Eindruck entstanden, dass Du es mit dem Sauerland nicht so hast.
Erlaube mir zu dem Bericht noch eine kleine Anmerkung....

Die Skelettreste wurden im Steinbruch "Donnerkuhle" bei Hagen von Höhlenforschern entdeckt. Die sollten eigentlich Hydrogeologische Untersuchungen durchführen.  Glück gehabt!

Trilobiten sind im hiesigen Raum so selten nicht. Besonders im Raum Hagen, Velbert kommen die schon sehr häufig vor. Hier im Sauerland findet man Trilobiten ebenfalls an vielen Stellen. Als hier in Hemer das Panzer-Übungsgelände erweitert wurde, wussten einige Sammler nicht, was sie mitnehmen oder liegen lassen sollten. Dazu die bekannte Stelle der Ziegelei NIE in Letmathe und überhaupt...überall im Oberdevon.

Die Saurierfunde habe ich an anderer Stelle kommentiert (Dies und Das). Zwei Glücksfälle für die Wissenschaft. Von Mineraliensammlern entdeckt.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Fund nicht gemeldet werden :-\
Zudem wird vieles auch nicht von Jedem erkannt. In Nehden haben wir, jung und hastig, auf der Suche nach kleinen Bleikristallen, die Knochen vom Iguanodon achlos beiseite geworfen. Da musste erst ein älterer, erfahrener Sammler kommen.

Zum Mars...
ich meine gelesen zu haben, dass die Europa- Sonde ein riesiges, vereistes, Flachwasser entdeckt hat. Meterhoch von Asche bedeckt.
Naja, da können die Amis dann ja wenigstens Schlittschuhlaufen bzw gegen die Russen ein Eishockey-Match austragen.

In diesem Sinne

Gruß vom eingeschneiten Sauerländer
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: Godot am 01 Mar 05, 19:43
Hallo Sauerländer,

wie eingeschneit du im Moment bist, habe ich mir heute Nachmittag in Olpe ansehen können... WOW... und ich Flachlandtiroler gurk' da mit Sommerreifen durch die Gegend. Zum Glück hats nicht stark geschneit.

Nun zum Thema: An trilobiten bin ich immer sehr interessiert, ganz besonders natürlich, wenn ich sie selbst "ausbuddeln" kann. Kannst du mir (via PN vielleicht) ein paar genauere Angaben zu Fundstellen machen oder -ist mir noch lieber, da quasi keine Geländeerfahrung- mal Bescheid sagen, wenn du da selber klopfen möchtest?

schöne Grüße aus dem kaum weissen Pott

Tobias
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: der Sauerländer am 01 Mar 05, 21:21
Hallo Tobias

Selber bin ich kein Fossiliensammler. Habe damit in den Jahren meines Sammlerdaseins hin und wieder mal kleine, zeitliche, Lücken gefüllt.
Aber selbst bei diesen wenigen Exkursionen habe ich so viel gefunden, dass ich mich frage, wie manche Leute Jahrzehntelang Fossilien sammeln können. Bzw., wo die diese Mengen lagern.

Ich schau mal nach und dann bekommst Du ne PN. Denk nur dran....Fundstellen- und möglichkeiten verändern sich.

Gruß
Wilhelm
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: Kim am 13 Mar 05, 02:30
Ich habe in Kierspe (Sauerland) auf einer Wiese zwischen ein paar Felsen eine dickere Eisenspitze gefunden.
Könnte vielleicht ein steinzeit-speer gewesen sein? Oder doch eher die Zacke eines Pflugs alter zeit...?
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: McSchuerf am 13 Mar 05, 08:45
Hallo Kim,

dazu empfehle ich mal die einschlägigen Schatzsucherforen zu kontaktieren.

Archäologie hat ja nicht allzuviel mit Minreralogie und Fossilien (Paläontologie) gemeinsam und das ist hier kein Archäologieforum obwohl das auch ein interessantes Thema ist. ;)

.. trotzdem beglückwünsche ich Dich dann zu Deinem Fund! :)

Gruß Peter
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: der Sauerländer am 14 Mar 05, 12:37
Hallo Kim

Steinzeit kann nicht sein, da gab es halt, wie der Name schon sagt, nur Steinwerkzeuge.

Oberflächenfunde aus der Eisenzeit sind eher unwahrscheinlich. Mittelalter möglich.
Bronze würdest du sofort erkennen. Kommt hin und wieder hier im Sauerland vor.

In Kierspe wohnen die Herren Karl Albert Turk und Thomas Thieme. Beide kennen sich aus und helfen sicher gerne bei der Bestimmung.

Gruß
Titel: Re: Wissenschaftliche News
Beitrag von: McSchuerf am 14 Mar 05, 21:08
Richtig! Die Eisenzeit kam immer noch nach der Steinzeit!.. :)