Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: eddi am 14 Aug 14, 18:29

Titel: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 14 Aug 14, 18:29
Frage an die Experten:

Ist der Opal (lt. Fundstellen-Bild, hier) aus Diatomeen entstanden?

Grüße
Eddi
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 19 Aug 14, 14:47
Hallo Freunde,

hat denn keiner eine Meinung dazu?
Vieleicht hat der Finder Michael Kyaw mehr Infos?

Auf Hilfe wartend
Edmund
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: oliverOliver am 19 Aug 14, 15:18
Ist der Opal (lt. Fundstellen-Bild, hier) aus Diatomeen entstanden?

wohl nicht - da es sich lt. Lexikon um eine Basaltfundstelle handelt, kam die Kieselsäure sicher aus der Lava bzw. allgemeiner vom Vulkanismus.

übrigens ein nettes Stück - willst du es nicht im Lex. beim FO mit einstellen ?
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 19 Aug 14, 16:49
Ja, währe auch eine mögliche Genese. Daran stören mich aber die feinen Ablagerungsringe, für Basaltflüsse nicht gerade üblich.
Deuten die Ringe / Streifen nicht eher auf eine periodische Ablagerung hin?
Michael Kyaw bezeichnet es als Opal / verkieseltes Holz, aber für Holz sind die "Wachstumsringe" nicht gerade typisch, zumidest
nicht bei meinem Stück. http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=365,2830,1

Übrigens: Mach ich, wenn ich die Genese kenne, solche Stücke gibt es auch von anderen Fundstellen (ohne Basalt).

Güße
Eddi
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: oliverOliver am 19 Aug 14, 16:57
Daran stören mich aber die feinen Ablagerungsringe, für Basaltflüsse nicht gerade üblich.
Deuten die Ringe / Streifen nicht eher auf eine periodische Ablagerung hin?

Das dürfte - soweit nach Fotos beurteilbar - schon die ehemalige Holzstruktur sein, eben verquetscht bzw. kompaktiert.

Ich kenne die Situation an der Fundstelle nicht, aber die Opalhölzer sind vermutlich im Basalt (oder in einem Kontaktgestein desselben) eingelagert ?

Mach ich, wenn ich die Genese kenne, solche Stücke gibt es auch von anderen Fundstellen (ohne Basalt).

ja, die Kieselsäure für die Verkieselung/Opalisierung kann aus unterschiedlichen Quellen stammen: entweder eben vom Vulkanismus, oder aus Quarzsanden, oder auch aus unterlagerndem Serpentinit bzw. von dessen Zersetzung, etc.
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 22 Aug 14, 18:57
Erst mal vielen Dank Oliver für deine Hilfe.
Sonst hat keiner genauere Informationen über Genese oder Fundsituation?
Auch Kilo oder Bernd G. nicht?
Habe hier ein frapierend ähnliches Stück gefunden, allerdings von einem anderen Fundort
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,36908.0.html
Das da aber der selbe Origami-Falter am Werk war, kann ich fast nicht glauben  ;)
Inzwischen habe ich ein Stück abgesägt (ganz unkonventionell mit meiner alten Bosch Flex, bei der beim Einschalten die Maschine fast
aus der Hand fliegt  ;D) und mit dem Bandschleifer einen Anschliff versucht.
Wie bei anderen opalisierten / verkieselten Hölzern kann man hier unter dem Bino weder Holzfasern noch Nährstoff-Kapilare erkennen,
das Stück sieht mir einfach zu homogen aus.
Was meint ihr?

Habe gerade noch was gefunden: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,36100.msg0/boardseen.html#new
Grüße
Eddi

Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: waldi am 24 Aug 14, 13:33
Hallo Eddi
Deine Stücke sehen genau so aus wie die Chalcedone von Raumberghof bei Mitterteich in der Oberpfalz Autobahnbau A93. :)
Siehe Bilder.
MFG waldi 
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 25 Aug 14, 09:26
Hallo Walter,

ja, mit noch feinerer Zeichnung, die Oberfläche sieht rau aus.
Bei meinen ist auch die Oberfläche opalartig.
Bin gespannt, was es letztlich ist.
Kann jemand labortechnisch analysieren; ich hätte ein kleines Stück dafür.

Grüße
Eddi
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: oliverOliver am 26 Aug 14, 08:58
und mit dem Bandschleifer einen Anschliff versucht.
Wie bei anderen opalisierten / verkieselten Hölzern kann man hier unter dem Bino weder Holzfasern noch Nährstoff-Kapilare erkennen,
das Stück sieht mir einfach zu homogen aus.

nach dem Anschliff würde ich meine Meinung auch revidieren.
Allerdings bleibt zu beachten, dass bekanntermaßen gerade bei manchen opalisierten Hölzern (z.B. aus Ungarn, Bulgarien etc.) die Zellerhaltung oft sehr schlecht bis nicht vorhanden sein kann (obwohl es auch gegenteilige Stücke gibt), und die Holzstruktur oft nur an der verwitterten Oberfläche deutlich erkennbar ist, während innen auch unter dem Bino nur eine homogene Masse ohne jegliche organische Struktur zu sehen ist.
Aber wie gesagt, nach dem neuen Foto wäre ich bezüglich Holz mal sehr vorsichtig.
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: Micha am 26 Aug 14, 13:36
Wir waren vor einigen Jahren selbst in Ofleiden. Diese Bildungen waren nur in der Deckschicht des Basaltgebirges zu finden. Farben nuancieren von schwarz bis hellbraun, zum Teil auch weiß gebändert. Wer konnte, hätte damals Brocken bis über einen halben Kubikmeter wegschleppen können. Deutlich war bei den größeren Brocken eine helle Verwitterungsrinde. Die Strukturen sind in der Regel immer für Holz viel zu grob. Deshalb glaube ich, dass es sich hier um verkieselte Kieselgur handelt.
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 26 Aug 14, 15:44
So langsam kommt hier Leben rein.
Die Strukturen von Waldis Stück finde ich nicht gerade grob (muß ja auch nicht dieselbe Genese sein), die Oberfläche scheint aber verwittert zu sein.
@ Micha, hast du vieleicht ein Foto?

Läßt sich mein Stück überhaubt labortechnisch bestimmen?

Grüße
Eddi
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 18 Sep 14, 17:39
Wer konnte, hätte damals Brocken bis über einen halben Kubikmeter wegschleppen können.

Hallo Micha,
hast du noch ein Stück, daß ich erwerben könnte?

Grüße
Eddi
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: smoeller am 24 Sep 14, 14:45
Hallo,

Hab letztens was zur Genese gelesen: Es sind lateritische Bildungen, d.h. in feuchtwarmem Klima (wie heute in den Tropen), etwa im Tertiär gab es solche auch in Europa. Dabei wird Kieselsäure mobil. Lateritische Ablagerungen sind vom Vogelsberg und von der Oberpfalz (Kaolinlagerstätten!!) beschrieben.

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: waldi am 24 Sep 14, 14:57
Hallo
Die Stücke von Mitterteich sind als Tertiäre Süßwasser-Chalcedone bestimmt worden durch (M. S. Marktredwitz). Es kamen auch Opal und versteinerte Hölzer vor.
MFG waldi

Titel: Re: Opal / Holzopal / Diatomeen ? aus Nieder-Ofleiden
Beitrag von: eddi am 29 Sep 14, 08:59
Vielen Dank für eure Hilfe.

Grüße
Eddi