Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Sphalerito am 15 Aug 14, 23:56
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Servus,
gibt es irgendeine gute Methode zur Reinigung von Magnetkies,um den Glanz wiederherzustellen?
Gruss Kai
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Hat denn niemand eine Idee? :(
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bei angelaufenen Kupferkies hilft manchmal HCl, konzentriert.
Magnetkies hab ich bisher nur aus Calcit ausgesäuert - hat jedenfalls bis Heute keinen Schaden dadurch genommen und glänzt immer noch.
Grüße,
Michael
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Hallo Kai,
das wäre auch das, was ich versuchen würde.
Gruß
Philipp
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Dann wollen wir mal schaun,ob der 20cm-Kristallstock das schadlos übersteht :-\
Danke euch beiden für die Hilfe!!!
Gruss Kai
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Hallo,
eine pauschale Lösung wird es hier nicht geben. Je nach Polytyp(en) können die Eigenschaften variabel sein.
In jedem Fall sollte man bedenken, dass einige Säuren, vor allem solche mit oxidierenden Eigenschaften, in der Lage sind Sulfide zu zersetzen und unter anderem Schwefelwasserstoff bilden können.
Laut Literatur (Schneiderhöhn; Ramdohr) sind Salzsäuredämpfe in der Lage Pyrrhotin zu ätzen und ebenso heiße Salzsäure oder bei elektrolytischer Ätzung (Begleitminerale beachten).
Glück Auf!
Micha
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Mir kommt es eh so vor,als ob jemand schonmal einen recht aggresiven Reinigungsversuch gestartet hätte,ohne danach eine gründliche Neutralisierung vorzunehmen.
Ist ein seltsamer gelblich-bröseliger Belag vorhanden und die Stufe "riecht"
Hier mal ein nicht so berauschendes Foto...hoffe man erkennt was ich meine
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Hallo Kai,
das scheint mir ein Fall für den Fachmann zu sein:
http://www.mineralienwerkstatt.de/ (http://www.mineralienwerkstatt.de/)
Glück Auf!
Micha
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Hallo Kai,
Mir kommt es eh so vor,als ob jemand schonmal einen recht aggresiven Reinigungsversuch gestartet hätte,ohne danach eine gründliche Neutralisierung vorzunehmen.
Das ist gut denkbar, aber evtl. ist es auch ein natürlicher Zerfallsprozess.
Da die Stufe "riecht" kann man davon ausgehen, dass es ein anhaltender Prozess ist (möglicherweise durch Schwefelsäure).
Wenn Du da nich bald was unternimmst, könnte das gute Stück irgendwann komplett auseinanderbröseln.
Gruß
Silvio
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Hallo Kai,
nach dem jetzt vorliegenden Bild rate ich dringend von der Verwendung von HCl ab.
Wie schon geschrieben wurde, kann das auch natürlicher Zerfall sein, wie er auch bei Pyrit und Markasit auftritt.
Eine recht wirksame Methode ist es, solche Stücke mit Bienenwachs und Paraffin zu stabilisieren: http://www.budstone.de/beschreibungen/praeparationstipps.htm#label_2
Grüße,
Michael
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Hallo Kai,
auch ich würde Dir, nach dem Bild, raten das Ganze von einem Fachmann machenzukassen. Und zwar möglichst schnell!
Gruß und viel Glück
Philipp
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Hi
Das schaut mir schwer nach beginnender Zersetzung aus. Folgendes kannst Du ausprobieren: Erstmal Behandlung mit verdünnter Salzsäure um die Sekundärminerale (der gelbe Gammel) in Lösung zu bringen. Danach kannst Du mal schauen, ob Du mit konz. HCl den Glanz wieder hinbekommst, in dem Du einen Kristall an der Seite testeshalber benetzt. Wenn das klappt, möglichst kurz die Stufe damit behandeln (wenige Sekunden, vorher (!) wässern, damit feine Risse etc. mit Flüssigkeit gefüllt sind, das erleichtert nachher das Wässern). Ansonsten nicht mit konz. HCl behandeln sondern nur gut wässern (ca. 24 Stunden). Wenn sich in dieser Zeit rotbraune Verfärbungen auf der Stufe bilden, ist das ein eindeutiges Zeichen für den Zerfall der Stufe. Dem kann man entgegenwirken indem Du die Stufe zunächst mit deionisiertem (destilliertem) Wasser spülst und danach für ca. 1 bis 2 Wochen (!) in verdünnte Ammoniaklösung legst. Hierbei sollten sich evtl. bildende rotbraune Rostbeulen (entstehen an den Stellen, wo Fe-haltige Lösung aus der Stufe auf die Ammoniaklösung trifft) regelmäßig mechanisch entfernt werden. Nach ein bis zwei Wochen sollten sich keine Beulen mehr zeigen und die Stufe ist soweit erstmal neutralisiert. Wenn sie nach einem letzten wässern und dem Trocknen noch schwefelig riecht, muss sie mit irgendwas imprägniert werden (ich verwende Ponal/Wasser 1:3 - Stufe komplett in die Mischung eintauchen, etwas warten bis alle Luft aus den Spalten und Rissen ist und dann trocknen lassen. Überflüssigen Leim kann man leicht mit Wasser abspülen).
Sollten sich nach ein bis zwei Wochen immer noch Rostbeulen bilden, ist die Stufe wahrscheinlich unrettbar. Auch ohne Rostbeulenbildung sollte die Stufe mindestens eine Woche in der verd. Ammoniaklösung bleiben !
Auf diese Weise reinige und "stabilisiere" ich meine Pyrite und Markasite und habe bisher nur gute Erfahrung mit dem Verfahren gemacht. Als Test habe ich eine bereits ausblühende Markasitstufe vor ein paar Jahren auf diese Weise gereinigt und danach mit Ponal/Wasser imprägniert (zur besseren Imprägnierung habe ich die Stufe aber auch vakuumimprägniert, d.h. in die Ponalmischung gelegt und danach ein Vakuum angelegt um die Luft aus den Rissen zu ziehen). Die Stufe ist bis heute absolut unverändert, obwohl ich sie absichtlich an einen Ort gelegt habe, wo sie starken Temperaturschwankungen und wechselnder Luftfeuchte ausgesetzt ist.
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Hallo,
sowas würde ich auch vom Fachmann reinigen lassen. Das gute Stück sieht durchaus noch rettbar aus. Den Link oben kann ich empfehlen, Tilo macht sogar manchmal aus hoffnungslosen Fällen noch ein schönes Sammlungsstück.
Gruß
Andreas
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Hallo Kai,
eins hatte ich noch vergessen:
lass die Stufe nicht neben säureempfindlichen Stücken stehen. Ich empfehle die Stufe zu separieren.
Nicht das da noch andere Sammlungsstücke in Mitleidenschaft gezogen werden.
Viel Erfolg beim Retten des guten Stücks, lohnt sich m.E. auf jeden Fall, da der Zerfall anhand des Bildes noch nicht weit vorangeschritten scheint. ;)
Gruß
Silvio
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Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten,werde mich dann wohl lieber mit dem Herrn in Verbindung setzen :)
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Hallo Kai,
meine Erfahrung ach solltest Du auf keien Fall Salzsäure oder eine der starke Säure nehmen.
(da geht zunächst der "Gammel" weg, aber die Säurereste bewirken die weitere Zersetzung)
Was etwas besser wäre ist die Verwendung von gepufferter Dithionit Lösung (sog. Wallersche Lösung).
Es gibt auch sog. Pyritreiniger/Konservierer (z.B. von Mikon Mineralienkontor)
siehe auch hier http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=17225.0
Es werden durch diese Stoffgemische die Karbonate nicht angelöst.
Gruß
Kay