Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: barggeist am 24 Aug 14, 19:13

Titel: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: barggeist am 24 Aug 14, 19:13
glück auf gemeinde,
wer kennt sich unter den alchemisten mit der entfernung von mangan auf fluorit aus?  dabei sollte kein risiko entstehen das der fluorit schaden nimmt.hat wer ne idee?

dank+grüße
barggeist-uwe
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Nathan am 24 Aug 14, 23:35
Hallo Uwe,
ich würde es mit Salzsäure versuchen. Dabei sollte das Mangan zu Mangan-(II)-chlorid reagieren (unter Bildung von Wasserstoff).
Mn + 2 Cl- + 2 H3O+ -> MnCl2(aq) + 2 H2O + H2(g)
Das Mangan-(II)-chlorid sollte dann in Lösung vorliegen (sehr gut löslich in Wasser mit einer Löslichkeit von >72,3 g/100 ml)
Den Fluorit dürfte dabei nichts passieren, da dieser nur von staken Säure angegriffen wird, wie Schwefelsäure.
Gruß und viel Glück
Philipp
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Harzsammler am 25 Aug 14, 10:17
Hallo,

HCl sollte funktionieren genau wie Zitronensäure - es besteht aber immer die Gefahr, dass die Stufe "vergilbt" und sich dieses auch durch wässern nur schwer entfernen lässt.

Wenn die Stufe stabil ist, dann müsste auch das Tensid Rewoquat gute Dienste leisten - Behandlung nach Anweisung und anschließend tauchen in 15% Wasserstoffperoxid.
(Die Methode funktioniert bei Ilfelder Manganerzen und bei mit Manganmineralen überzogenen Glasköpfen.)

Grüße,
Michael
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: uwe am 25 Aug 14, 14:06
Jegliche Art von Mineralsäure in Verbindung mit Fluorit ist gefährlich. Fluorwasserstoffsäure ist eine relativ schache Säure, welche sich von anderen Säuren aus Ihren Salzen vertreiben läßt. Der freiwerdende Fluorwasserstoff ist äußerst giftig. Ich rate von Salzsäurebehandlung von Fluoritstufen ab und wenn schon, dann aber im Freien bei Wind und nicht die Nase über das Reaktionsgefäß halten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Fluoritxx am 25 Aug 14, 15:58
auf uwe , frag doch mal den tilo der wirds mit sicherheit wissen  ;)
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: kks am 25 Aug 14, 18:05

 Dabei sollte das Mangan zu Mangan-(II)-chlorid reagieren (unter Bildung von Wasserstoff).
Mn + 2 Cl- + 2 H3O+ -> MnCl2(aq) + 2 H2O + H2(g)


Frage: Wo soll denn das elementare Mangan herkommen?

Gruß,
Klaus
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Hg am 25 Aug 14, 18:25
Zitat
Frage: Wo soll denn das elementare Mangan herkommen?

Die Fragestellung des Themas geht von Mangan aus:
"Entfernung von Mangan auf Fluorit"
Ansonsten müsste es "Entfernung unbestimmter Manganverbindungen auf Fluorit" lauten.

Aus meinem chemischen Grundpraktikum ist mir noch bekannt, dass man CaF2 mit konz. Schwefelsäure lösen kann (unter Freisetzung von HF). Mit einer verdünnten (halbkonz.) HCl sollte sich Mangan (und die Oxide) lösen. Vielleicht ein wenig Geduld mitbringen.
Ist auf der Stufe sonst noch etwas drauf? Welche Matrix?

Gruß,
Andreas
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: kks am 25 Aug 14, 19:33
[
Ansonsten müsste es "Entfernung unbestimmter Manganverbindungen auf Fluorit" lauten.


Richtig. In meiner allseits bekannten Großzügigkeit habe ich, möglicherweise fälschlich, angenommen, dass es genau so heißen soll, aber durch Schlamperei oder Unkenntnis unzulässigerweise auf "Mangan" verkürzt worden ist.

M. W. ist ged. Mangan bislang nicht von der IMA anerkannt und wohl auch eher selten zu finden, sollte dieses also tatsächlich als Belag auf was auch immer auftreten, würde man es doch wohl kaum entfernen, sondern vielmehr als extreme Seltenheit sorgfältig bewahren wollen.

Gruß,
Klaus
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: smoeller am 25 Aug 14, 20:35
Hallo,

Salzsäure war mein erster Gedanke, ist aber nicht ganz ungefährlich. Meines Wissens löst sich Fluorit kaum in HCl, zur Herstellung von HF nimmt man Schwefelsäure.

Die Gefahr mit konzentrierter Salzsäure und MnO2 (Hauptbestandteil von sog. Braunstein) ist allerdings die Bildung von Chlorgas, was in geschlossenen Räumen tödlich enden kann und auch sonst nicht angenehm ist. Es geht schon was in Lösung, allerdings ist die Reaktion dann ziemlich heftig und es stinkt nach Chlor, die Farbe der Flüssigkeit ist erst grünlich, dann rot (es wurde bei dem missglückten Versuch mit Karbonaten wohl auch Eisen gelöst).

Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Nathan am 25 Aug 14, 20:59
Hallo Sebastian,

stimmt bei Oxiden entsteht Cl2. Wobei das im Freien nicht weiter schlimm sein dürfte. Man muss ja nicht seine Nase darüber halten.

Die Gefahr mit Fluorwasserstoff schätze ich sehr gering ein, da meines Wissens nach nur kleinste Mengen frei werden dürften.

Gruß
Philipp
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Hg am 25 Aug 14, 21:00
Zitat
Die Gefahr mit konzentrierter Salzsäure und MnO2 (Hauptbestandteil von sog. Braunstein) ist allerdings die Bildung von Chlorgas, was in geschlossenen Räumen tödlich enden kann und auch sonst nicht angenehm ist.
Ich vermute einmal, dass wir uns bei dem hier angesprochenen Problem im unteren mg-Bereich befinden und nicht im hohen g-Maßstab, bei dem Chlorgas in grünen Wolken entsteht. Außerdem ist es immer ratsam mit unteren Säurekonzentrationen zu beginnen und langsam stärker zu werden.

Eine Lösung von Chlor  in Wasser (Chlorwasser) ist übrigends gelb (selbst bei Sättigung) und nicht lange beständig.
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Harzsammler am 25 Aug 14, 21:26
der Praxisbezug scheint ja teilweise gering zu sein  ::)

Ich hatte es als Allgemeinwissen vorausgesetzt, dass man mit Säuren nur im Freien hantiert (bzw. unter einem Laborabzug, der aber im Privatbereich nicht vorhanden sein dürfte).

Wenn ich Manganerze mit HCl behandele (ich bin dabei immer über 15%), färbt sich die Brühe weder grün noch rot sondern fängt gelb an wird dann rasch dunkelbraun bis schwarz. Und ja, es riecht nach Chlor (dieses geht nicht in Lösung sondern gast aus), allerdings nicht anders als im Schwimmbad und da man sich im Freien befindet...

Grüße,
Michael
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Nathan am 25 Aug 14, 21:56
Ich denke, dass wir uns einig sind, dass man die Manganmineralien mit Salzsäure (NICHT HCl !!!) entfernen kann, ohne das von dem Fluorit Flourwasserstoff in gefährlichen Mengen freigesetzt wird.
Ich glaube damit hat sich das Thema erledigt, wenn nicht Uwe noch Fragen hat.
Gruß
Philipp

PS: Ich habe privat einen Laborabzug.
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: cmd.powell am 27 Aug 14, 03:20
Hi

Ich würde zum Entfernen von Manganoxiden verdünnte (max 30%) Schwefelsäure in Kombination mit Wasserstoffperoxid verwenden. Allerdings schäumt das recht heftig, daher nicht zu konzentriertes H2O2 verwenden (< 5%). 30% Schwefelsäure sollte dem Fluorit an sich nicht weh tun, allerdings würde ich zur Sicherheit erst mal an einem weniger guten Stück ausprobieren.
Salzsäure ist keine so gute Wahl, da sich hier doch recht beträchtliche Mengen Chlor bilden. Ob man dennoch Salzsäure verwenden will, hängt letztlich auch etwas vom Verhältnis zum Nachbarn ab bzw. wie sehr mal gewillt ist, dieses zu strapazieren...

Elementares Mangan auf Fluorit würde ich - ebenso wie Klaus - auf der Stufe lassen und als Seltenheit in meine Systematiksammlung packen.
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Fabian99 am 27 Aug 14, 10:12
Hallo,

war Braunstein nicht einer der heftigsten Katalysatoren für die Zersetzung von H2O2? Das in Verbindung mit H2SO4 (ja ich kenne die Mischung)  ist vermutlich hier nicht gut - sonst fast immer ;-)

LG
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Nathan am 27 Aug 14, 11:17
Also auf Schwefelsäure würde ich hier auf jeden Fall verzichten!
Was soll den das Wasserstoffperoxid? Wasser und Sauerstoff helfen hier nicht wirklich weiter. Sonst entsteht Mangan-(II)-sulfat. Auch gut in Wasser löslich.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst kannst Du es ja mit Zitronensäure probieren, bei der wird sicher kein Fluorwasserstoff frei. Ob der gewünschte Reinigungseffekt auch auftritt kann ich nicht sagen.

Wegen dem Chlor: im Freien verdünnt sich das sehr schnell. Riecht in einigen Metern Entfernung nach Schwimmbad, wenn man überhaupt etwas riecht.

Gruß
Philipp
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Hg am 27 Aug 14, 11:52
Zitat
Was soll den das Was­ser­stoff­per­oxid? Was­ser und Sau­er­stoff hel­fen hier nicht wir­k­lich wei­ter.
Der amphotere Redoxcharakter von Wasserstoffperoxid ist dir schon bekannt und welche Redox-Chemie damit beabsichtigt ist, oder? Citronensäure schätze ich hier als zu schwach ein.

Interessant wäre mal ein Bild von dem Problemstellung.

Gruß,
Andreas
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Nathan am 27 Aug 14, 12:26
Hallo Andreas,

Der amphotere Redoxcharakter von Wasserstoffperoxid ist dir schon bekannt und welche Redox-Chemie damit beabsichtigt ist, oder?

stimmt da war doch was, doch ich glaube nicht, dass es dem Fluorit besser ergeht als mit Salzsäure.
Das mit der Zitronensäure Glaube ich auch nicht so recht.
Wie schon gesagt würde ich das "Problem" mit Salzsäure beseitigen, chlor hin oder her.

Ein Bild ist sicher sehr nützlich.

Gruß
Philipp
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Fabian99 am 27 Aug 14, 13:04
Zitat
Was soll den das Was­ser­stoff­per­oxid? Was­ser und Sau­er­stoff hel­fen hier nicht wir­k­lich wei­ter.
Der amphotere Redoxcharakter von Wasserstoffperoxid ist dir schon bekannt und welche Redox-Chemie damit beabsichtigt ist, oder?

Also richtig eingesetzt ist es die Peroxomonoschwefelsäure, CAS 7722-86-3, ein echt heftiges Reinigungszeug.

LG
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: Harzsammler am 27 Aug 14, 15:55
mit Zitronensäure bekommt man an dunkel angelaufene Ilfelder Manganit- und Hausmannit XX wieder einen tiefschwarzen Glanz.
Sie ist also durchaus zum Reinigen geeignet; ob auch zum lösen von dicken Krusten ist fraglich.

Wenn eine Trennschicht zwischen der Kruste und dem Fluorit vorhanden ist, und man diese evtl. mit einem Tensid (Rewoquat) noch weiter aktiviert hat, dann würde die Kruste mit Wasserstoffperoxit regelrecht "wegfliegen".

Ein Bild wäre in der Tat hilfreich.

Grüße,
Michael
Titel: Re: entfernung von Mangan auf Fluorit
Beitrag von: cmd.powell am 28 Aug 14, 03:34
Hi

Ok, das mit dem Wasserstoffperoxid wurde ja schon von Andreas ins rechte Licht gesetzt.

Schwefelsäure soll natürlich nur verdünnt verwendet werden, also maximal 30%ig, nach unten ist ja noch reichlich Luft. 30% ist bei HCl schon konzentriert und wenn Du die auf eine dicke Mangandioxidkruste kippst, hast Du in kurzer zeit eine hübsche grüne Wolke, die über den Boden wabert (sieht bei windstille sicherlich ganz spaßig aus).
Naja, inzwischen sind wir ganz gut in der rein theoretischen Ecke gelandet. Irgendwie wäre ein Feedback vom Fragesteller mal angebracht - Fotos wären sicherlich auch hilfreich.