Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Uwe E am 30 Oct 14, 19:51
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Hallo,
im Herbst 2007 besuchte ich das Altbergbaugebiet des Treppenhauers bei Frankenberg/Sachsen. Das Gelände steht unter besonderem Schutz, aber direkt am Wegesrand fand ich den im Anhang gezeigten Stein.
Der Weg war meiner Ansicht nach nicht mit irgendwelchem Fremdschotter befestigt worden. Das Gestein ist schieferig und würde zur Gesteinsliste des Gebiestes passen. Ich würde das Mineral als "Variscit" deklarieren. Dies ist allerdings noch nicht von dieser Fundstelle ausgewiesen.
Was würdet ihr zu diesem Objekt meinen?
Grüße
Uwe
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Mit Variscit bin ich einverstanden :) Fundstelle kenn ich nicht aber von der Optik her variscit
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Ich gebe mal noch Allophan und Wavellit zu bedenken. Ersterer ist auszuschließen, falls auf den Bruchflächen der Kruste eine kristalline Struktur erkennbar ist. Wavellit ist in dieser Ausbildung schwer von Variscit unterscheidbar. Zur Unterscheidung könnte die Dichte herangezogen werden: Ein Krümel Variscit (D= 2,57-2,61) sollte in Tetrachlorkohlenstoff (D=1,59) schweben und in Chloroform (D=1,48) zu Boden sinken, während Wavellit (D=2,36) etwas leichter ist und auf beiden Flüssigkeiten schwimmt.
Beide Flüssigkeiten sind chloriete Kohlenwasserstoffe und somit gesundheitsschädlich, evtl nicht ganz leicht erhältlich (Apotheke).
Der fehlende Eintrag ist ohne Belang. Irgend jemand muss ja mal einen Erstfund machen, jetzt warst eben Du es ;D ;D ...und dann auch (wenn Mineral UND Herkunft zweifelsfrei) die Liste entsprechend vervollständigen!
Glück Auf
Thomas
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Hallo,
danke für die Antworten.
falls auf den Bruchflächen der Kruste eine kristalline Struktur erkennbar ist.
Nix zu erkennen - alles wie eine amorphe Masse. Sieht ganz ähnlich den Fundstücken vom Steinbruch Pansberg bei Horscha.
Ich werd's erst mal weiter als Variscit mit ? führen, bis sich mal die Gelegenheit bietet, einen Dichtetest durchzuführen.
Grüße
Uwe
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Hallo,
im Bereich Frankenberg existieren meines Wissens neben Langenstriegis auch andere Kieselschiefervorkommen, die solches Material hergegeben haben. Könnte sich um etwas lokal verschlepptes handeln. In den unmittelbaren Bereich des Treppenhauers würde ich es nicht einordnen wollen.
Gruß
Andreas
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Hallo Andreas,
interessanter Einwand. Es kann durchaus möglich sein, dass es Fremdmaterial ist.
Wenn man im Gelände des Treppenhauers unterwegs ist, findet man allerdings überall schieferartige Gesteinsstücke, meist aber mit Oxidschichten überzogen. Deshalb bin ich mir bei meinem Fundstück auch so unsicher.
Grüße
Uwe
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Ein Krümel Variscit (D= 2,57-2,61) sollte in Tetrachlorkohlenstoff (D=1,59) schweben und in Chloroform (D=1,48) zu Boden sinken, während Wavellit (D=2,36) etwas leichter ist und auf beiden Flüssigkeiten schwimmt.
Da scheint etwas nicht zu stimmen, oder liege ich da falsch? Eine Substanz größerer Dichte wird in einer Flüssigkeit geringerer Dichte wohl nach unten sinken. Siehe Schweretrennung!
stoanklopfer
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Stimmt! Stoanklopfer hat Recht, war mein Fehler - wohl der fortgeschrittenen Uhrzeit wegen ;) Sorry!!! Die genannten Flüssigkeiten sind somit ungeeignet, weil zu leicht! Da müsste doch schon Bromoform zum Einsatz kommen, das dann aber entsprechend verdünnt werden müsste. Auf purem Bromoform würden beide Minerale schwimmen.
@Uwe: Die strukturlose Bruchfläche wäre wiederum ein Indiz für Allophan (amorph!) Evtl einen Silitium-Nachweis machen (lassen).
Thomas