Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Nathan am 17 Nov 14, 20:16

Titel: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 17 Nov 14, 20:16
Hallo,
könnte es sich bei dem grau-schwarzem Erz um Tetraedrit handeln?
Die Strichfarbe ist dunkelgrau und die Härte ist kleiner 5.
Fundort: Brand-Erbisdorf
BBca. 5 cm 
Gruß und vielen Dank
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Walpurgin am 18 Nov 14, 07:34
eher angelaufener Galenit....
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 18 Nov 14, 15:06
Mein Bruder hat gerade eine Probe davon in Salpetersäure gelöst, wobei sich weiße Schlieren gebildet haben.

"Tetraedrit löst sich in Salpetersäure unter Ausscheidung von Schwefel und Antimon(III)-oxid auf."(Wikipedia)

Deshalb denke ich, dass es sich um Tetraedrit handelt.
Cu konnte auch in geringen Mengen durch die Flammenfärbung nachgewiesen werden.

Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: prehnit100 am 18 Nov 14, 15:10
Tetraedrit hat einen anderen Bruch => auf dem Bild ist typischer Galenit !

GA
udo
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 18 Nov 14, 16:01
Hallo,

ich habe mir das Stück nochmal unter dem Bino angeschaut und komme zu dem Entschluss, dass hier beide Minerale, Galenit und Tetraedrit, vorliegen.
An vielen Stellen sind eindeutig Galenit xx zu erkennen (Bruch und bläuliche Anlauffarbe). Allerdings gibt es auch Kristalle mit einem anderen Bruch, einer etwas anderen Farbe und mit leichten Streifen, welche ich Tetraedrit zuordenen würde . Auch die Anwesenheit von Cu ist ein Hinweis auf Tetraedrit.
Warum kein Pb nachgewiesen werden konnte, vielleicht war die Probenmenge (unter 1g) zuwenig oder sie stammte von einem Tetraedrit X.

Ich denke, dass kommt hin. Ich bin aber offen für Verbesserungsvorschläge.

Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: CRYSTALLOGIC am 18 Nov 14, 22:10
Hallo,
schon möglich, dass da unterm Bino auch Fahlerz zu erkennen ist, auf dem Bild allerdings nicht - was für Verbesserungsvorschläge erwartest du da ?
Vielleicht solche:
- Spaltbarkeit und Bruch sind nicht dasselbe !
- Bruch und Anlauffarben sind so ziemlich das letzte, worauf man sich bei der Bestimmung von Galenit konzentrieren / berufen sollte. (im Gegensatz zu z.B. Spaltbarkeit und Tenazität)
- Cu ist allein mittels Flammenfärbung nicht nachzuweisen.
- "...weiße Schlieren..." - können im Prinzip alles mögliche sein.
- "...Schwefel..." - als überflüssig anzusehen, ist aber nicht gerade die ´feine Englische Art´.
- "...Härte ist kleiner 5..." - Präzision, die begeistert  ::)

Sorry, nicht böse gemeint, alles nur Verbesserungsvorschläge / Denkanstöße.
Gruß
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 18 Nov 14, 23:35
Hallo Wolfgang,

Ja sowas habe ich erwartet.

Das mit dem Bruch und der Spaltbarkeit stimmt, war mein Fehler.
Allerdings ist die Spaltbarkeit von Galenit eines der besten Unterscheidungsmerkmalen.
Wenn bei einigen X eine Andere (in diesem Falle keine -> zB. Tetraedrit) vorhanden ist könnte es sich um ein anderes Mineral handeln.
Auch die bläuliche Anlauffarbe ist ein Indiz für Galenit.
Cu allein ist natürlich nicht imstande eine Flamme grün zu färben. Im Gegensatz zu seinen Salzen -> grüne Flammenfärbung als Nachweis.
Ja die weißen Schlieren könnten vieles sein. Zum Beispiel Antimon-(III)-oxid und Schwefel.
Wer sieht denn Schwefel als überflüssig an?
"Präzision, die begeistert"  ;D
Zu der Härte: ich habe leider kein Härteprüfbesteck. Sollte ich mir ggf. mal zulegen.
Das einzige, was ich habe sind Fingernagel und ein Messer. Wobei die XX eine Härte zwischen 3 und 4 haben müssten.

Ich bin auch nicht böse, wenn Du mir mehr Vorschläge etc. machst. Ganz im Gegenteil.

Gruß
Philipp

Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: uwe am 19 Nov 14, 08:48
Die "Zutaten" für ein einfaches Härtebestimmungset findest Du überall. Du brauchst:
einen Kupfernagel = ritzt Härte 3,
ein Kupferblech     = wird von > Härte 3 geritzt,
einen Éisennagel   = ritzt Härte 4,
ein Eisenblech       = wir von > Härte 4 geritzt,
ein Stück Glas       = ritzt  Härte 5, wird von > Härte 5 geritzt
ein Stück Messerstahl = ritzt Härte 6, wird von > Härte 6 geritzt,
eine Sptze Quarz   = ritzt > Härte 6

(Für alle Schlaumätze, die nun sofort alles besser wissen: Mir ist natürlich bekannt, daß industriell hergestelltes Kupfer, Eisen und Glas unterschiedliche Härten haben kann, aber für den Hausgebrauch langt es allemal.)

Gruß
Uwe
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 19 Nov 14, 09:17
Danke für den Tipp Uwe.
Ich werde mich heute mal auf die Suche machen, wenn ich es zeitlich schaffe.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 19 Nov 14, 10:11
Dank des Tipps mit dem Kupfernagel gehe ich nun von aus, dass es sich bei den schwazen XX zu ca. 90% um Galenit handelt. Nur eine Handvoll X könnte ich nicht ritzen.
Damit hat sich das Thema erledigt.
Vielen Dank an alle!
Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: harzgeist am 19 Nov 14, 23:39
Hallo Philipp,

hier trotzdem noch ein Nachtrag. Die Bildung von Schwefel bei der Auflösung von Sulfiden in Salpetersäure sollte erklärlich sein, wenn man konzentrierte Salpetersäure verwendet. Diese ist ein starkes Oxydationsmittel und dürfte in der Lage sein, den sich bildenden Schwefelwasserstoff sofort zu elementarem Schwefel zu oxidieren. Der entsteht in der Regel zuerst in koloidaler Form (die Lösung zeigt einen eigenartig opalisierenden Effekt) und flockt später aus wie geronnenes Eiweiß. Ob das bei jedem Sulfid und speziell bei Bleiglanz der Fall ist, weiß ich aber nicht.
Übrigens: Auch ich konnte nur Bleiglanz ERKENNEN, was natürlich nicht heißt dass da nicht auch noch Tetraedrit dabei sein kann. Der Cu Anteil im Tetraedrit sollte ausreichen, um die Lösung deutlich grün zu färben (falls nicht übermäßig viel Säure verwendet wurde). Tetraedrit kommt sehr oft als Einschlüsse im Bleiglanz vor, die jedoch nur unter dem Erzmikroskop sichtbar sind und ist auch für den Silbergehalt im Bleiglanz (mit) verantwortlich sind, wobei Cu teilweise durch Ag ersetzt ist. Die Flammenfärbung ist ein recht empfindlicher Nachweis und die positive Cu- Reaktion auf derartige Tetraedriteinschlüsse im Galenit zurückzuführen sein.

Gruß
Thomas
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 20 Nov 14, 06:38
Hallo Thomas,
vielen Dank für Deinen Nachtrag.
Ich glaube mal irgendwo gelesen zu haben, dass sich bei Galenit mit Salpetersäure ein Niederschlag aus Bleisulfat ausfällt.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: harzgeist am 22 Nov 14, 20:06
Hallo Philipp,

ich habe das selbst noch nicht ausprobiert, erscheint mir allerdings nicht sehr wahrscheinlich, dass die Oxydation durch Salpetersäure bis zum Sulfat gehen soll. Hängt wahrscheinlich auch von der Konzentration ab. Normalerweise sollte beim elementaren Schwefel Schluss sein (denke ich).
Weiß da jemand was Genaueres ? (gehört zwar nicht mehr direkt zum Thema, nur mal so, interessehalber...)

Gruß
Thomas
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: Nathan am 22 Nov 14, 22:26
Hallo Thomas,

hier ein zwei Links:
http://www.kremer-pigmente.com/media/files_public/10900.pdf (Unter Löslichkeit)

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Galenit (Unter besondere Eigenschaften)

Gruß
Philipp
Titel: Re: Tetraedrit aus Brand-Erbisdorf
Beitrag von: harzgeist am 23 Nov 14, 18:06
Danke !!!