Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: harzgeist am 06 Dec 14, 19:54

Titel: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 06 Dec 14, 19:54
Hallo Sammlerfreunde,

An dieser Stelle möchte ich mal auf anwendungsbereite Dithionit-Zubereitungen hinweisen, die in jedem Drogeriemarkt für nur ein paar Euro erhältlich sind. Bisher habe ich 2 Produkte dieser Art gefunden (es wird sicherlich noch mehr geben):
"Dr. Beckmann Intensiv Entfärber"
 und
"Heitmann Power Entfärber extra stark".
Beide Produkte scheinen nahezu identisch zu sein und bestehen laut Inhaltsangabe zu über 30% aus Natriumdithionit, einer Puffersubstanz (Natriumkarbonat) und enthalten wohl auch Komplexbildner ("Stabilisatoren"). Sie sollten daher der bekannten WALLERschen Lösung mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen sein.

Meine persönlichen Erfahrungen sind bisher noch gering aber durchweg verblüffend positiv, nachdem ich durch Zufall auf diese Präparate aufmerksam wurde:
Als ich ein paar Stufen über Nacht in Glasreiniger eingeweicht hatte, stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass einige Partien (Illit) die blaue Farbe des Glasreinigers förmlich aufgesogen hatten und nun tintenblau(!) waren. Nachdem ein Versuch auf oxydativem Wege (Clorix) erfolglos blieb, ging ich auf die Suche nach reduktiven Bleichmitteln und habe die 2 genannten Produkte gefunden, wobei sich meine Erfahrungen nur auf das erste der beiden beziehen:

Ich behandelte meine Stufen mit einer Lösung von knapp 50g (1/2 Beutel) in reichlich 1 Liter Wasser, erwärmte (mit den Stufen) auf ca.60 °C, ließ abkühlen und über Nacht ruhen. Das Ergebnis war, dass nicht nur die blaue Farbe wieder verschwunden war, sondern auch lehmige Beläge, die sich zuvor im Ultraschallbad nicht lösen ließen, nun mit Leichtigkeit zu beseitigen waren und meine Stufen -aus einer oberflächennahen Kontakt(Silikat)Paragenese- einen bergfrischen Eindruck machten.
Angeregt durch das erstaunlich gute Resultat unternahm ich auch einen Test mit Sekundärmineralen, der genau gegensätzlich zu meinen Erwartungen verlief: Cerussit, Anglesit und Mimetesit wurden stark angegriffen, während an Malachit kaum oder keine Veränderung zu beobachten war. Das bezieht sich jedoch auf die zuvor genannte (sehr hohe) Konzentration. Weniger konzentrierte Lösungen (ein paar Gramm pro Liter) habe ich noch nicht getestet, sollten aber schonender und -zumindest gegen Limonit- auch wirksam sein.
Zu der sonst viel geschmähten Geruchsbelästigung beim Gebrauch von Dithionit kann ich sagen, dass sich die bis auf einen "muffigen" Geruch nach Gully für mein Empfinden in Grenzen hielt. Solange dieser Geruch auftritt (bei mir mehrere Tage), ist die Lösung noch wirksam! Das Gefäß soll ohnehin verschlossen sein, da Luftsauerstoff die Wirksamkeit herabsetzt.
Die an anderer Stelle im Zusammenhang mit Dithionit beobachtete Schwarzfärbung der Stufen (durch Eisensulfid?) konnte auch von mir beobachtet werden, als ich die Stufen einige Zeit in der Lösung kurz unterhalb der Siedehitze behandelte. Offensichtlich wird der gebildete Komplex in der Hitze instabil. Deshalb ist bei heißer Anwendung Vorsicht geboten. Der Belag ließ sich jedoch durch eine kurze Behandlung mit Salzsäure wieder beseitigen, was bei meinen Stufen kein Problem war, da es sich um säure-resistente Silikate handelte.
Zum Verhalten von Calcit (evtl. Glanzverlust) kann ich noch keine Aussage machen.

Ich hoffe, dass ich durch diesen Beitrag einige Anregungen geben konnte und würde es begrüßen, wenn Ihr eure weiteren Erfahrungen mit diesen (oder anderen) Dithionit-Fertigprodukten hier in diesem Thema der Allgemeinheit mitteilen würdet.

Glück Auf
Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 15 Jan 15, 19:43
Hallo Sammlerfreunde


Die guten Erfahrungen mit der Dithionit-Fertigzubereitung veranlassten mich zu einem weiteren Test, bei dem es mir um die Wirksamkeit von Anwendungen mit geringer Konzentration ging und dessen "Protokoll" ich jetzt beschreiben möchte.
 
Als Testobjekt habe ich eine Fluoritstufe aus Rottleberode gewählt, die im wesentlichen aus einem Fluoritwürfel mit einer Kantenlänge von etwa 6 cm besteht, wobei die Hauptansichtsfläche der Würfels von einem Pyritrasen mit darüber liegender Limonitkruste bedeckt war.
Ziel war es, die ca. 0,5 mm dicke Limonitkruste (recht kompakt mit glaskopfartiger Oberfläche) zu entfernen und durch Freilegung des darunter befindlichen Pyrites die Optik zu verbessern.

1.Tag
Die Stufe wurde in einen Ansatz aus 1 Liter Wasser und 1 Teelöffel Entfärber ("Heitmann") eingelegt und das Gefäß zugedeckt auf dem Heizkörper warm gestellt, wodurch (wenigstens tagsüber) eine Temperatur von etwa 30°C gehalten werden konnte.

3.Tag
In der Flüssigkeit hatte sich eine geringe Menge eines grauweißen flockigen Niederschlags gebildet. Durch vorsichtigen Abbürsten (die Lage der Kruste erlaubte dies) ließ sich zusätzlich angelöster Limonit entfernen. Der Ansatz wurde erneuert, diesmal jedoch unter Verwendung des Produktes von "Dr. Beckmann" und wieder für 2 Tage warm gestellt.

5. Tag
Die Flüssigkeit blieb zwar klar, jedoch hatte sich an der Oberfläche ein dünnes Häutchen gebildet. Wohl durch Oxydation, denn der Deckel war nur lose aufgelegt. Die Limonitkruste war wiederum merklich dünner geworden und nach dem Abbürsten wurden auch schon einzelne Pyritkristalle sichtbar.

Bei beiden Produkten sind die Komplexbildner (bei so geringer Konzentration) offensichtlich nicht mehr in der Lage, die Reaktionsprodukte vollständig in Lösung zu halten. Deshalb kam beim folgenden Ansatz zusätzlich zum Entfärber (nun wieder das Heitmann-Produkt) 1 Teelöffel EDTA-(Dinatriumsalz-Dihydrat) als Komplexbildner hinzu.

7.Tag
Die Lösung blieb nun klar und die Kruste war nochmals deutlich dünner geworden. Durch Abbürsten konnte nur noch wenig Limonit entfernt werden. Der größte Teil der Pyritkristalle lag nun frei, in den Zwickeln war aber immer noch Limonit vorhanden.
Die Lösung wurde nicht ausgetauscht, sondern lediglich 1 Teelöffel Entfärber nach-dosiert.

9.Tag und 11. Tag
Immer noch geringe Limonit-Reste. Mechanisch ließ sich nichts mehr entfernen. Wieder 1 Teelöffel Entfärber nach-dosiert.

13.Tag
Der Limonit war restlos entfernt.

Eine Geruchsbelästigung trat übrigens nicht auf. Ein leichter unangenehmer Geruch war nur bei direktem Riechen an der Lösung bemerkbar und am verschlossenen Gefäß überhaupt nicht mehr wahrnehmbar. Deshalb konnte zum Warmhalten (das ist unbedingt erforderlich) sogar der Heizkörper im Wohnzimmer (!!) benutzt werden.


Dieser Test hat gezeigt, dass es möglich ist, in verhältnismäßig kurzer Zeit auch dickere und kompaktere Limonitkrusten zu lösen, wobei es sich in diesem Fall natürlich begünstigend auswirkte, dass es möglich war, einen Teil der gelockerten Kruste mechanisch zu beseitigen.
Der Zusatz von EDTA scheint sich ebenfalls verkürzend ausgewirkt zu haben, ist aber nicht zwingend erforderlich und kann sogar schädlich sein (z.B. wenn Calcit geschont werden soll). Dann sollte aber täglich ein neuer Ansatz erfolgen und auf besseren Luftabschluss geachtet werden.

EDTA kann über den Chemikalienhandel und auch über ebay bezogen werden, wobei sich ein Preisvergleich lohnt (Richtwert 15-20 Euro pro 500 Gramm).

GA
Thomas
 
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 25 Mar 15, 14:08
Hallo Sammlerfreunde,

in diesem Beitrag möchte ich über einen Test berichten, bei dem es mir um das Verhalten der eingangs genannten Produkte gegenüber Pyrit ging und ob sich hiermit eine preiswerte Alternative zum vielgepriesenen "Pyritkonservierer" ergeben könnte. Dieser wird oft als Wundermittel angesehen und hat diesen Namen eigentlich nicht verdient, denn von Konservierung im Sinne von Passivierung oder Versiegelung kann keine Rede sein. Er ist lediglich in der Lage, die Zersetzungsprodukte zu entfernen und so einer weiteren Zersetzung entgegen zu wirken. Und genau das sollte mit einer gepufferten Dithionitlösung auch möglich sein!

Als Testobjekt habe ich eine stalaktitisch ausgebildete Markasitstufe gewählt, die sich seit Jahrzehnten in meiner Sammlung befindet und dessen Entsorgung ohnehin fällig gewesen wäre. Ich hatte sie schon in nicht mehr ganz frischem Zustand erhalten und war nun völlig mit pulvrigen Belägen bedeckt, also ohnehin rettungslos verloren, aber gerade dadurch als extremes Testobjekt geeignet.

Als Lösung verwendete ich (wie bereits bewährt) einen Ansatz von 1 Liter Wasser mit einem Teelöffel Entfärber und einem halben Teelöffel EDTA. Die etwa apfelgroße Stufe zeigte in der Lösung sofort eine Reaktion, indem sie diese dunkel verfärbte und das in der Lösung enthaltene Karbonat die in der Stufe enthaltene Säure unter Aufschäumen neutralisierte. Erwartungsgemäß zerfiel die Stufe in etliche Teile (die größten von etwa Walnussgröße) und viele kleine Brösel - gleiches wäre mit Sicherheit auch mit reinem Wasser geschehen.

Nach mehrfacher Erneuerung der Lösung, zuerst im Abstand von Stunden, später in Tagen, blieb die Lösung zuletzt über einen Zeitraum von einer Woche klar. Bei jedem Austausch der Lösung erfolgte ein Bad im Ultraschallreiniger, wobei anfangs tief schwarze Wolken von Pyritmehl(!) austraten. Über 8 Wochen hinweg wurde die Lösung nun auch ohne sichtbare Verfärbung wöchentlich erneuert. In dieser Sichtbarkeit macht sich ein Nachteil gegenüber dem Pyritkonservierer bemerkbar, denn dieser verfärbt sich intensiv violett und man sieht, wann die Behandlung beendet werden kann. Also besser die Behandlung länger durchführen als zu früh abbrechen.
Ein weiterer Nachteil gegenüber dem Pyritkonservierer ist der, dass mit Wasser anstatt mit Alkohol gearbeitet werden muss, was ein sorgfältiges Trocknen erfordert. Mehrmaliges und längeres Einlegen in reines Lösungsmittel mit jeweiliger Zwischentrocknung ist in jedem Fall erforderlich. Ökonomisch betrachtet erweist sich dieser "Nachteil" jedoch als Vorteil, denn es wird eine sehr große Menge an Alkohol benötigt, dessen Kosten die des ohnehin teuren Pyritkonservierers bei weitem übersteigen dürften.

Trotz der weit fortgeschrittenen Korrosion kann sich das Ergebnis sehen lassen (es war ja auch nur als Test gedacht). Die Stufe stellte sich unter dem Mikroskop als feinkristalliner Pyrit heraus, der wohl aus einem Gel entstanden ist (Melnikovitpyrit) und von einer kristallinen Kruste aus Oktaedern überwachsen ist. Dass dies erst jetzt sichtbar wurde, ist ein weiterer Beweis für den ursprünglich katastrophalen Zustand der Stufe! Während das Innere starke Auswaschungen aufweist, zeigen erstaunlicherweise die Kristallflächen sogar noch Glanz.
Die größeren Stücke wären auch noch als Belegstücke geeignet, allerdings sieht die Prognose denkbar schlecht aus, denn als Folge der Korrosion ist eine Porosität entstanden, und durch die damit verbundene große Oberfläche ist die Anfälligkeit für erneute Korrosion entsprechend hoch. Ich werde die Stufen daher (bis auf eine zum Vergleich) luftdicht unter Flüssigkeit (Grillanzünder) aufbewahren. Zur Zeit ist jedoch das Wässern noch nicht abgeschlossen.

Abschließend noch ein Wort zur Konzentration. Hier gilt nicht "viel hilft viel", die Gefahr des gefürchteten schwarzen Belages und der Selbstzersetzung der Lösung ist dann viel höher. Eine Zeitersparnis ist nicht zu erwarten: Die Lösung muss ja erst ins Innere der Stufe (zwischen die Korngrenzen) gelangen, und sich dann auch wieder mit der umgebenden Lösung austauschen. Dies ist naturgemäß ein sehr langsamer (physikalischer) Prozess, eine eventuell(!) mögliche Beschleunigung der eigentlichen chemischen Reaktion dürfte da kaum ins Gewicht fallen. Eine mögliche Beschleunigung des Stoffaustausches durch die Anwendung von Ultraschall ist dagegen sicher eine Überlegung wert...
Zeitlich gesehen sollte deshalb kein wesentlicher Unterschied zum Pyritkonservirer bestehen. Beide erfordern viel Zeit und Geduld.... und führen dann zu ähnlichen Ergebnissen.

Glück Auf
Thomas 
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 25 Mar 15, 14:45
Hallo Thomas,
vielen Dank für diese detaillierte Beschreibung.
Diese recht preiswerte Variante ist auf jeden Fall eine Alternative!
Falls Du noch ein anderes Stück hast, bei welchem Du das Verfahren anwenden willst, würde ich mich über ein paar Bilder freuen.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 31 Mar 15, 22:11
Hallo,

nachdem nun die erste Wässerung der Pyritstufe (oder was davon übrig ist) abgeschlossen ist und ich das Material nun erstmal wieder in trockenem zustand sehe, habe ich ein auf die Schnelle paar Fotos gemacht. Damit komme ich dem Wunsch von Pilipp und sicherlich auch weiterer Forumsbesucher nach.
Das erste Foto zeigt eines der größeren Stücke in der Gesamtansicht, wobei der gesamt Eindruck verhältnismäßig gut ist, was aber leider nicht der Fall ist.
Das 2. Foto ist eine Detailaufnahme des gleichen Stückes. Die Oberflächenbeschaffenheit macht einen zufriedenstellenden Eindruck, wobei aufgrund des Ausgangszustandes das eigentlich nicht zu erwarten war und -ehrlich gesagt- für mich schon eine mittlere Überraschung ist.
Das 3. Bild zeigt leider die negative Seite, indem dort noch deutlich sichtbare braune Verfärbungen um Hohlräume und Risse herum zu sehen sind. Dies führe ich jedoch darauf zurück, dass ich den Fehler gemacht habe und zwischenzeitlich (beim Austausch der Lösung) keine Trocknung durchgeführt habe.
Ich wollte während der Trocknung keine unnötige Oxydation riskieren und war der Ansicht, die Lösung wird mit der Zeit schon nach innen dringen und da ihren Job machen... Ein Irrtum. Ein paar weitere Bäder, diesmal MIT Zwischentrocknung werden wohl noch nötig sein.

Eine weitere Stufe, die "nur" ihren Glanz etwas eingebüßt hatte und dunkel angelaufen war, zeigt nach viel kürzerer Behandlung (auch ohne Zwischentrocknung) keine nachteiligen Erscheinungen und liegt zur Zeit das 2. Mal im Wasser, jetzt natürlich MIT ausgiebiger Trocknung bei jedem Wasserwechsel, 2-3-Tage auf dem Heizkörper (geht in dieser Jahreszeit noch)...

Glück Auf
Thomas
 
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 31 Mar 15, 22:14
Ups... da ist ein Bild doppelt! Hier kommt das richtige...
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 01 Apr 15, 00:37
Hallo Thomas,
vielen Dank für die Bilder. Das Ergebnis kann sich ja sehen lassen!
Vielleicht werde ich das Ganze auch mal selbst in den Osterferien mit einer Markasitstufe ausprobieren. Wenn ja gibt es natürlich einen kleinen Bericht mit vorher-nachher Vergleich.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: isbjoern am 01 Apr 15, 09:12
Hallo,

eine Frage/Anmerkung zu dem einen genannten Nachteil gegenüber den bekannten Pyritkonservierern: Spricht etwas dagegen, nach einer ersten (oder zweiten) ausgiebigen Wässerung die Stufe in möglichst hochprozentigen Ethanol (aus Kostengründen vermutlich mit MEK vergällt) zu legen (wenn man es ganz gut meint, ggf. noch mit Trocknungsmittel versehen und luftdicht abgeschlossen). Dann wieder trocknen.

Dann müsste man doch das Wasser ganz gut aus der Stufe bekommen. Mich interessiert das Thema auch, weil es mir eine sehr schöne alte Schwarzwald-Stufe mit Pyrit auf Fluorit aus den 1930er Jahren nach nur kurzer Lagerung in einer Schublade übel zerrissen hat -- jetzt will ich versuchen, die mit Loctiteverklebung + Pyritbehandlung zumindest ansatzweise zu retten...

Viele Grüße

- Björn
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 02 Apr 15, 17:12
Hallo!

Philipp,
die Osterferien mögen zwar eine gute Gelegenheit sein, mit dem Vorhaben zu beginnen, werden aber mit Sicherheit nicht ausreichen, es auch abzuschließen! Der beschriebene Test lief immerhin über einen Zeitraum von 3 Monaten. Allerdings hat sich ja gezeigt, dass es nicht viel bringt, die Stufe sehr lange (in diesem Fall 1 Woche) in der Lösung zu belassen. Ein häufiger nass-trocken-Wechsel scheint wirksamer zu sein und wird den Zeitraum verkürzen können....

Björn,
meiner Ansicht nach spricht nichts gegen Deine Überlegungen. Es kommt ja nur darauf an, möglichst die gesamte Feuchtigkeit UND die Rückstände der Lösung möglichst vollständig zu entfernen. Mit 2-maligem Wässern wirst Du kaum auskommen können. Die Variante, die Stufe in Luft über einem Trocknungsmittel zu behandeln halte ich für effektiver, als die mit dem Alkohol. Jedoch halte ich eine Zwischenbehandlung der Stufe mit Alkohol vor erneutem Wässern für hilfreich:
Beim Trocknen setzen sich die Salze außen an der Stufe entlang der Risse ab. Wenn nun die Stufe erneut gewässert wird, muss das Wasser genau diese Stellen passieren um in die Stufe zu gelangen. Dabei wird zwangsläufig ein Teil wieder in das Innere der Stufe transportiert. Wenn man davon ausgeht, dass die Salze in Alkohol un- oder zumindest schwer löslich sind, kann dieser Effekt vermieden werden, wenn vor dem Wässern die Stufe kurz in Alkohol gelegt wird. Der Arbeitsablauf müsste demnach folgender sein:
1. Trocknen (die Salze werden zur Oberfläche transportiert)
2. Alkoholbad (die Poren werden mit Alkohol gefüllt)
3. Wässern (die oberflächlichen Salze werden gelöst)
4. Trocknen (die Poren werden wieder frei)
5. Wässern (Wasser löst verbliebene Salze in den Poren)
danach wieder bei 1 anfangen usw.

Natürlich ist das kein spezifisches Problem bei der Anwendung der hier diskutierten Mittel, sondern trifft für JEDE Anwendung von Flüssigkeiten zu, bei Pyrit meiner Ansicht nach aber von entscheidender Bedeutung für den (ohnehin zweifelhaften) dauerhaften Erfolg.

Die von Dir angesprochene Anwendung von Cyanacrylat hat bei mir seit einigen Jahren den Zerfall einer Stufe bisher erfolgreich verhindern können. Das von Conrad als Hausmarke angebotene Produkt besitzt in seiner niedrigviskosen Variante eine ausgezeichnete Netz- und Kriechfähigkeit.
Die Frage, welche dieser Möglichkeiten oder eine Kombination beider (und in welcher Reihenfolge) am günstigsten ist, hängt sicher vom Zustand der Stufe ab. Gegebenenfalls riskiert man einen Zerfall der Stufe und Cyanacrylat wird spätere Reinigungsverfahren erheblich behindern oder unmöglich machen.

Zum Schluss noch ein Bild von der bereits erwähnten Stufe und noch eins im Vergleich mit einer unbehandelten.

Glück Auf
Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 19 Apr 15, 16:30
Hallo,

ich wollte die 'neue Methode' mit dem Entfärber selbst einmal testen. Hierzu diente mir diese Stufe (1. Bild). Sie bröselte schon etwas und roch 'schwefelig'. Also ging ich in den Supermarkt um die Ecke und kaufte mir eine Packung 'Dr. Beckmann Intensiv Entfärber'. Nach der bereits oben von Thomas beschriebenen Rezeptur (1 TL Entfärber + 1/2 TL EDTA(Natriumsalz) auf 1l Wasser) mischte ich mir einen Liter der Lösung an und legte die Stufe in ein Glas, in welches ich ca. 250 ml der Lösung hineinfüllte. Dieses wurde mit einem passenden Deckel dicht verschlossen. Das Gefäß wurde anschließend in einen bereits vorgewärmtes Wasserbad (in meinem Ultraschallreiniger) gestellt. Hier bildeten sich am Anfang weiße und schwarze Schlieren (2. Bild), welche kurze Zeit später zu Boden sanken. Nach einer Stunde wechselte ich die Lösung und legte die Stufe für 1 min in mein Ultraschallbad. Dabei konnte man deutlich schwarze Wölkchen erkennen (3. Bild). Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Fortschritt beachtlich: Die Probe präsentierte sich weitgehend silbrig glänzend, statt des vorherigen dunkel-messingfarbenen Belags. Nun ging es für die Stufe wieder für 3 h in die Lösung, wobei ich bei dem anschließenden Wechsel der Lsg., schwarze Bereiche um die Risse in der Stufe erkennen konnte (4. Bild). Nun wechselte ich die Lsg. zunächst nach 5h, 8h und dann nach 12h. Zwischen jedem Wechsel wanderte die Stufe für ca. 1 min ins Ultraschallbad. Darauf hin wusch ich die Stufe unter fließendem Wasser ab und trocknete sie.
Ab nun wechselte ich die Lösung immer nach 24h. Als nach 3-maligem Wechsel der Lsg. keine Verfärbungen an der Stufe mehr zu erkennen waren, wässerte ich sie für 5h. Hier traten allerdings messingfarbene bis schwarze Verfärbungen auf, weshalb ich die Markasitstufe nochmals für zunächst 18h und danach nochmal für 24 in die Lösung legte. Da beim letzten Wechsel absolut keine Verfärbungen, sowohl an den Ritzten, als auch beim Bad im Ultraschallreiniger zuerkennen waren, wusch ich die Stufe nochmal gründlich ab und trocknete sie. Auf eine mehrstündige Wässerung verzichtete ich, da meines Wissens nach Wasser den Zerfall von Markasit begünstigt. Als die Stufe dann getrocknet war, suchte ich mir einen Behälter, in welchem ich die Markasitstufe aufbewahren kann. Nach kurzer Zeit hatte ich ein passendes Behältnis gefunden. In dieses legte ich eine Schale, die ich zuvor mit Natriumhydroxid (wasserfreie Granalien)  gefüllt hatte, und stellte die Markasitstrufe, mit einem Ring (von einer leeren Tesafilmrolle  ;D) darunter fixiert, in das Behältnis (5. Bild). Dieses klebte ich zu, sodass es relativ dicht war.
Hier nochmal ein Bild der fertigen Stufe (6. Bild).
Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Gruß
Philipp 
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 19 Apr 15, 16:31
Hier Bild 3 und 4.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 19 Apr 15, 16:32
Und Bild 5 und 6.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: cmd.powell am 25 Apr 15, 16:27
Hallo,

eine Frage/Anmerkung zu dem einen genannten Nachteil gegenüber den bekannten Pyritkonservierern: Spricht etwas dagegen, nach einer ersten (oder zweiten) ausgiebigen Wässerung die Stufe in möglichst hochprozentigen Ethanol (aus Kostengründen vermutlich mit MEK vergällt) zu legen (wenn man es ganz gut meint, ggf. noch mit Trocknungsmittel versehen und luftdicht abgeschlossen). Dann wieder trocknen.

Dann müsste man doch das Wasser ganz gut aus der Stufe bekommen. Mich interessiert das Thema auch, weil es mir eine sehr schöne alte Schwarzwald-Stufe mit Pyrit auf Fluorit aus den 1930er Jahren nach nur kurzer Lagerung in einer Schublade übel zerrissen hat -- jetzt will ich versuchen, die mit Loctiteverklebung + Pyritbehandlung zumindest ansatzweise zu retten...

Viele Grüße

- Björn
Moin Björn

Ich hatte die Tage ein ähnliches Problem: Bei einer Pyritstufe aus einer Sammlung, welche leider in einem feuchten Keller lag, waren deutliche Zerfallsspuren zu erkennen. Zunächst habe ich oberflächliche Eisenoxide mit Dithionit entfernt, allerdings ist es mir zunächst nicht gelungen, eine Wiederauftreten von Verfärbungen nach dem Trocknen zu verhindern. Ich habe die Stufe deshalb nach dem Wässern sofort in Isopropanol gelegt (gibt es in rauen Mengen bei eBay und ist 99.9%ig), dort 24 Stunden gelassen und danach trocknen gelassen. Hat gut funktioniert und es gab keine erneuten Verfärbungen.
Ich würde Isopropanol immer dem Ethanol vorziehen, da Isopropanol handelsüblich mit 99.9% daher kommt und dazu noch günstiger ist. Ethanol müsste man entweder 100% kaufen (teuer) oder erst aufwendig trocknen (nervig).
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Graul am 20 Oct 15, 00:09
Wollte mich mal für den super Tipp bedanken!!! Ich hab paar Fluorit/Baryt-Stufen mit Limonitkruste mittels "Dr. Beckmann Intensiv Entfärber" absolut super sauber bekommen!!!  ;D ;D ;D
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 15 Oct 16, 19:18
Aus aktuellem Anlass in einem Paralell-Thema https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,43097.0.html möchte ich mit diesem Beitrag eine Möglichkeit beschreiben, die Entfärberlösungen "aufzupeppen" und dabei gleichzeitig auf den Zusatz vom recht kostenintensiven EDTA verzichten zu können.

Als ich festgestellt hatte, dass das 'Heitmann'-Produkt ohne EDTA weitaus weniger wirksam ist als das von 'Dr. Beckmann', suchte ich nach einer Möglichkeit dies zu verändern - und das möglichst mit einem Supermarkt-Produkt. Nachdem ich auf der Suche nach einem geeigneten Komplexbildner bei Wasserenthärtern etc. nicht fündig geworden bin, kam mir die Idee, einen Teil des in beiden Produkten laut Herstellerangabe enthaltenen Natriumkarbonates mit Zitronensäure zu Natriumcitrat umzusetzen. Für meine ersten Versuche habe ich Zitronensaftkonzentrat (aus der Plastik-Zitrone im Küchenschrank) verwendet. Allerdings ist weder dessen Konzentration bekannt, noch der Anteil des Natriumkarbonates im Entfärber. Also überlegte ich folgendes: Natriumkarbonat setzt sich mit Zitronensäure zu Natriumcitrat um, das als Komplexbildner benötigt wird, wobei Kohlendioxid entsteht. Dieses wiederum reagiert mit weiterem Natriumkarbonat zu Natriumhydrogenkarbonat. Wenn alles Natriumkarbonat umgesetzt ist, wird weitere Säure mit dem Natriumhydrogenkarbonat reagieren, wobei das frei werdende Kohlendioxid nun nicht mehr gebunden werden kann und die Lösung zum Aufschäumen bringt. Hier ist dann der Punkt, an dem keine weitere Zitronensäure mehr zugegeben werden darf. Als Ergebnis erhält man eine Lösung, die der bekannten Wallerschen Lösung weitgehend entspricht. Soweit die Theorie.

Praktisch ist das ganz einfach durchzuführen:
Zuerst eine Lösung des Entfärbers herstellen und darauf achten, dass alles gelöst ist (die Lösung ist leicht milchig). Ich verwende einen Teelöffel bis einen Esslöffel Entfärber auf 1 Liter Wasser. In diese Lösung lasse ich langsam(!) und unter zügigem Umrühren(!) so lange Zitronensäurelösung laufen bis die gesamte Lösung schäumt - dieser Punkt ist recht plötzlich erreicht und ein deutlich erkennbar. Jetzt können die zu reinigenden Stufen in die nun klare Lösung gelegt werden.
Ich erwärme die Lösung samt Stufen in der Mikrowelle auf etwa 60° und lasse sie langsam abkühlen. Die Wirksamkeit ist verblüffend !! Das ganze kann natürlich durch Ultraschall noch beschleunigt werden, aber Vorsicht: die kalte, frisch zubereitete Lösung ist noch mit Kohlendioxid gesättigt und schäumt beim Einschalten des Ultraschallgerätes stark auf.
Noch ein Tipp: Die Plastik-Zitrone eignet sich bestens um die Zitronensäurelösung langsam und feinfühlig der Entfärberlösung zu zusetzen. Zitronensäurelösung gibt es fertig im Supermarkt zu kaufen oder kann selbst hergestellt (Konzentration spielt keine Rolle) und dann in eine leere Zitronensaft-Flasche eingefüllt werden.

Ein Vergleich der Produkte beider Hersteller zeigt, dass das Heitmann-Produkt mehr Zitronensäure aufnehmen kann als das von Dr. Beckmanns, weshalb ich das erstere vorziehe. Die Gefahr der gefürchteten Schwarzfärbung infolge Zersetzung (bei zu hoher Temperatur und Übersättigung durch Eisen) ist dann geringer.

Viel Erfolg beim Ausprobieren

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 15 Oct 16, 21:58
Hallo Thomas,

ist der Aufwand mit der Zitronensäure es wert oder kann man nicht auch einfach Dr Beckmann's Entfärber verwenden? Hab ich jetzt nicht direkt aus dem letzten Absatz entnehmen können.

Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 15 Oct 16, 22:56
Hallo Philipp,

das kommt drauf an, was du machen willst. Bei einem leichten Eisenbelag und nur wenigen Stufen reicht sicherlich der Entfärber so wie er aus der Tüte kommt (dann Dr. Beckmann). Wenn du aber größere Mengen an Eisen aufzunehmen hast oder alkali-empfindliche Minerale dabei sind, solltest du mit Heitmann-Produkt plus Zitronensäure arbeiten. Mache ich jetzt nur noch so, fast routinemäßig bei allen frisch gesammelten Stufen nach der Grobreinigung und vor dem Ultraschall, es sei denn es gibt Gründe, kein Dithionit zu verwenden (z.B. Anglesit, Manganit&Co, Pyrargyrit, Vorsicht bei Malachit&Co).
Pyromorphit/Mimetesit hatte sich beispielsweise in purer Entfärberlösung fast aufgelöst, nach Zitronensäurezusatz gibt es keine Probleme mehr, konnte sogar glänzende(!) Kristalle unter einer dicken Limonitkruste freilegen (oft sind die aber schon von den Lösungen, die den Limonit abgelagert haben, bereits angegriffen).
Ich sehe es auch nicht als "Aufwand" an, ein paar ml Zitronensäurelösung in den Ansatz zu quirlen -weder finanziell, noch zeitlich. Das größere Aufnahmevermögen und das geringere Risiko gegen böse Überraschungen sind es mir einfach wert.
Übrigens: bei Pyrit würde ich lieber ohne Zitronensäure (dafür aber ggf. mit EDTA) arbeiten. Da kann es gar nicht alkalisch genug sein und außerdem setzt die Schwefelsäure aus dem Pyrit mit Natriumhydrogenkarbonat CO2-Gas frei, welches das Eindringen der Lösung behindert. Das passiert mit Soda als Puffer nicht oder nur lokal bei extremem Säureüberschuss und wird dann auch bald wieder absorbiert.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 16 Oct 16, 15:45
Hallo Phillip und Co...

will mal hier meine behandelten Sachen reinstellen
(bevor ich jetzt noch meine Granatfunde von der Steinküste schrubben muss)


1) erstes Bild: Sammlung der Pyrit/Markasit im Wasser
2) +3) Pyrit(Markasit??)
4) pyritisierte Schale (hatte zuerst mit Zitronensäure gearbeitet, hat somit die Schale entfernt

Anzumerken ist, das der Glanzgrad mit den Behandlungen steigt.
Ultraschallbad (dank auf der Arbeit) kommt auch zum Einsatz
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 16 Oct 16, 15:50
so weiter geht's..was gibt's noch...


5) Markasit, Geschenk zwecks Bearbeitung (man sieht das es noch nicht abgeschlossen ist)

6) Markasit,Speerkies: Hier war er erst matt, nun sehr schöner Glanz

7) nochmal ne große Knolle Pyrit/Markasit: total verrost....limonisiert. Es tut sich langsam was. Eher ein Experminent.

Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 16 Oct 16, 15:52
Ein paar Sachen hab ich noch.. da mach ich Vorher-Nachherbilder

Mir fehtls ein bisschen an Gläsern ;) muss mehr mapfen.

Grüße Chris
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 16 Oct 16, 18:41
Hallo Christian,

einen Speerkies hatte ich auch schon mal behandelt. Jetzt habe ich 4... ;D das Stück ist mir vor meinen Augen zerfallen. Aber lieber 4 saubere Stücke, als ein gammelndes!
Viel Spaß und die Ergebnisse sind ja vielversprechend.

Grüße
Philipp

PS: was hat Stück Nummer 5 denn für einen Fundort? Sieht sehr schön aus!
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 16 Oct 16, 18:44
Anbei ein Bild der Speerkiese.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 16 Oct 16, 20:24
Hallo Philipp,


mein Speerkies ist mir auch zerfallen. war aber ein Geschenk, sollte eigtl wegen ausblühen weggeworfen werden.
Und da hab ich es zum experimentieren bekommen. Ist schon erstaunlich wie aus matt glänzend wird =)

Nummer 5?? Das Bild über den Speerkies ??
Der Markasit stammt aus Lägerdorf, einem Kreideabbau bei Itzehohe. Sieht schon schnuckelig aus. Vielleicht find ich dort auch mal einen.

Grüße Christian
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 17 Oct 16, 21:27
@ harzgeist:

in dem anderen Thread hattest du ja über die Fkt.weise geschrieben:

- Dithionit reduziert dreiwertiges Eisen zu zweiwertigem Eisen, damit der Komplexbildner dieses aufnehmen kann.
- dabei wird durch das Dithionit Säure produziert, was unterbunden bzw. gebunden werden muss
- dafür ist eine Pufferlsg. nötig => (Na)-EDTA

Ist das soweit richtig?? Dann hier meine Frage:

Was ist jetzt der Komplexbildner, der die zweiwertigen Eisenionen bindet soll??
ist das auch EDTA ?? Also hat EDTA 2 Fkt. ?? Komplexbildner und Puffer ???
Sehe ich das richtig oder liege ich damit falsch ??

Grüße Chris
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 17 Oct 16, 23:22
Hallo Chris,

ich habe mal versucht, dir das ganze darzustellen.

Das Dithionit dient zur Reduktion des Eisens (und sorgt für ein reduktives Millieur).
Das Carbonat sorgt für den badischen pH-Wert (auch das Na-EDTA ist leicht basisch).
Das EDTA-Anion kann Metallionen komplexometrisch bilden.
Diese Komplexe sind sehr stabil, da es sich bei EDTA um einen Chelator bzw. Chelatliganden handelt. EDTA kann theoretisch auch Eisen-(3)-Salze binden, allerdings sind diese kaum löslich.
All das kannst du auch bei chemieunterricht.de (und anderen Seiten) nachlesen.

Du liegst also nicht ganz falsch, wobei die puffernde Wirkung von EDTA Salzen eher vernachlässigbar sein wird.

Bei weiteren Fragen, gerne. Ich hoffe, Ihr könnt die Gleichungen lesen, mein Chemielehrer verzweifelt gelegentlich  ;D


Grüße
Philipp

PS: Eisen-II-Ionen wirken ja auch sauer, da diese Aqua-Komplexe (Hexaaquaeisen-II-Komplex) bilden.  ;)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 18 Oct 16, 20:36
Hallo Phillip,

danke für die Mühe für die Ausarbeitung der Formel.
Klar habsch noch ne Frage. Mein letzter Chemieunterricht war im Grundstudium vor ca. 15 Jahren (oh Gott...ich bin alt)


Was ich nicht verstehe ist das Carbonat...
bei deiner Formel (weitere Reaktionen)gibst du CaCO3 an... wo kommt das Calcium/Calciumcarbonat her ??? Kommt ja nicht vom EDTA C10H14O8N2Na2 ??

Grüße vom Ostseetümpel,


P.S.: deine Schrift kenne ich schon ;)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 18 Oct 16, 21:00
Hallo Christian,

das CaCO3 kommt vom Calciumcarbonat das du zur Lösung gibst, damit diese basisch bleibt. Alternativ geht auch Natriumhydrogencarbonat, aber Carbonate sind stärker basisch.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage.

Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Harzsammler am 18 Oct 16, 21:46
Hallo Christian,

das CaCO3 kommt vom Calciumcarbonat das du zur Lösung gibst, damit diese basisch bleibt. Alternativ geht auch Natriumhydrogencarbonat, aber Carbonate sind stärker basisch.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage.

Grüße
Philipp
Ich wüsste nicht dass man dort Calciumkarbonat rein mischt.
Soweit ich weiß nimmt man Soda oder Natriumhydrogenkarbonat.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 18 Oct 16, 21:53
Hallo,
ja natürlich ;D
Calciumcarbonat löst sich schließlich nicht so gerne in Wasser
Grüße und Entschuldigung für den Patzer
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 18 Oct 16, 22:34
Hallo! Ich verfolge den Thread schon seit längerem mit großem Interesse
und habe heute meinen ersten Probeversuch mit der oben empfohlenen Lösung angemischt (heitmann extra stark + Zitronensäure).
jetzt sind aber diesbezüglich ein paar Fragen aufgetaucht...

Ich habe etwa 2 leicht gehäufte TL Entfärber auf ca. 1,5l sehr weiches Leitungswasser.
Danach habe ich unter ständigem rühren die Zitronensäure (Konzentrat aus der Plastikzitrone) zugegeben.
Als ich aber nach Zugabe von 50ml (halbe "Flasche") ausser einer Gelbfärbung keine echte Reaktion beobachten konnte,
hab ich es sein lassen.

jetzt wüsste ich als Chemielaie gern:
mach ich was falsch?
habe ich die falschen Zutaten oder eine falsche Dosierung?


Das Ergebnis meiner ersten Versuche werde ich natürlich nach Abschluss hier vorstellen
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 18 Oct 16, 23:44
Hallo,
hast du Natriumcarbonat oder -hydrogencarbonat dazu gegeben? Ohne das, keine Blasen...
Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 19 Oct 16, 00:04
Hallo Felix,

Im Prinzip hast du nix falsch gemacht, außer dass du zu früh mit dem Zitronensaft aufgehört hast  ;D
Auch wenn das "Konzentrat" heißt, ist da nicht gerade viel Zitronensäure drin. Es dürfte aber nicht mehr viel gefehlt haben, bis die Reaktion eingesetzt hätte. Besser du besorgst dir Zitronensäurepulver und löst das in Wasser auf.

@ Philipp
Karbonate sind doch im Entfärber schon drin und müssen NICHT noch extra zugesetzt werden. NUR Zitronensäure.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 19 Oct 16, 09:21
Hallo Thomas,
da hat du recht, aber wenn die Lösung schon eine Verfärbung aufgrund des Zonzentrats zeigt, und der Säureanteil bei ~50% liegt, wie im Netz angegeben, würde ich davon ausgehen, dass die enthaltene Menge wahrscheinlich nicht genügt (warum auch immer).
Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: cmd.powell am 26 Oct 16, 15:57
Moin

Noch einige Anmerkungen zu Chemie:

EDTA dient als Komplexbildner für Schwermetallionen, welche die Na-Dithiontzersetzung fördern.
Natriumhydrogencarbonat oder Natriumcarbonat dienen als Puffer, um das Reaktionsmillieu basisch zu halten.
Natriumdithionit dient als Reaktionsmittel, um Eisen 3+ (schlecht wasserlöslich) zu Eisen 2+ (wasserlöslich) zu reduzieren. Na-Dithionit ist in wässriger Lösung instabil und lässt sich nur in alkalischen Bereich längere Zeit aufbewahren, aber auch dort nur, wenn dieses oxidationsmittelfrei ist. In Falle des Anwendung als Lösemittel für Eisenoxide ist es daher sinnvoll, im schwach alkalischen unter Sauerstoffausschluss zu arbeiten. Da bei der Reaktion des Na-Dithionit mit Fe3+ Protonen (=Säure) frei werden, muss ausreichend Puffer (Natriumhydrogencarbonat o.ä.) hinzu gegeben werden. EDTA-Na (wichtig, nicht reines EDTA, dieses ist eine Säure !!!) kann man auch weglassen, muss man sogar, falls auf der zu reinigenden Stufe z.B. Calcit anwesend ist.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Natriumdithionit mit der doppelten Menge (Volumen) Natriumhydrogencarbonat in deionisiertem Wasser in einem bis zum Rand gefüllten und verschlossenen Gefäß nahezu unbegrenzt haltbar ist (t>7 Tage). Mit Leitungswasser habe ich dagegen schlechte Erfahrungen gemacht, daher immer deion. Wasser verwenden. EDTA-Na benötigt man nur, wenn Blei- oder Kupferminerale wie Galenit oder Chalkopyrit vorhanden sind. Bei Blei- oder Kupfersekundärmineralen (Cerussit, Malachit etc.) darf man ohnehin nicht mehr mit Dithionit beigehen, da diese schwarz werden.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 27 Oct 16, 01:01
Hallo!

Ich habe nun mehrere Stufen mit Heitmann Entfärber extra stark und Zitronensaftkonzentrat (Supermarkt) behandelt und bin restlos begeistert!

Gereinigt wurde mehrere Quarz- Fluorit- Hämatit- und Barytstufen (Wölsendorf), welche unschöne gelbe und braune Ablagerungen hatten.
Ich habe die Stufen in eine Lösung aus ca. 1,5l Leitungswasser, 2-3 TL Entfärber und ca. 30-50 ml Zitronensaftkonzentrat gegeben, in der Mikrowelle auf etwa 30-40 C° erwärmt und anschließend für 24h verschlossen auf den Heizkörper gestellt. Im Anschluss wurde nochmal 24h gewässert.

Das Ergebnis ist beeindruckend!
Gelber Quarz wurde strahlend weiß und auch die angegilbten Fluorite und Baryte haben ihren Glanz wieder und sehen "bergfrisch" aus.
Ein zweiter Durchgang war nicht nötig.
Vorher habe Ich tagelang mit Salz- und Oxalsäure herumexperimentiert und mehrere Zahnbürsten verschlissen, ohne nennenswertes Ergebnis. Umso verblüffter bin ich, das die Stufen nun ohne großes Zutun binnen 24h Stunden restlos sauber geworden sind und obendrein einen schönen Glanz erhalten haben.
Der etwas unangenehme Geruch ist nur bei geöffnetem Deckel wahrnehmbar und stört sonst nicht.

Künftig werde Ich dieses Verfahren bei allen neu gesammelten Stufen anwenden.
Das Ergebnis und die geringen Kosten von weniger als 0,5€ pro Durchgang haben mich überzeugt.

Vielen Dank für die detaillierte Anleitung ;) sehr empfehlenswert!

Bilder werde Ich in den nächsten Tagen noch nachreichen
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: isbjoern am 27 Oct 16, 09:43
Noch ein Hinweis für die Dithionit-Experimentatoren: Es gibt (auch von Heitmann) ein Produkt "Reine Citronensäure" sehr preiswert als 500 ml-Flasche (für Entkalkungszwecke), das >30% Zitronensäure in Lebensmittelqualität enthält. Man kann die Flüssigkeit aufgrund des Tropf-Ausgusses  aus dieser etwas größeren Flasche auch sehr gut tropfenweise dosieren.
 
Diese Zubereitung ist bei der Titration sehr sparsam (vermutlich deutlich höhere Konzentration als das zuvor genannte Zitronensaftkonzentrat).

Viele Grüße

- Björn
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 27 Oct 16, 13:00
...Es gibt (auch von Heitmann) ein Produkt "Reine Citronensäure" sehr preiswert als 500 ml-Flasche (für Entkalkungszwecke), das >30% Zitronensäure in Lebensmittelqualität enthält ....
 
Diese Zubereitung ist bei der Titration sehr sparsam (vermutlich deutlich höhere Konzentration als das zuvor genannte Zitronensaftkonzentrat).
Danke für den Hinweis!
Wie ich in einer früheren Antwort bereits erwähnt habe, hatte das Saftkonzentrat sowieso keine Sichtbare Wirkung/Reaktion, abgesehen von der Gelbfärbung der Lösung.
Das Ergebnis war dennoch top, deshalb hab ich mir dazu keine weiteren Gedanken gemacht.
Ich werde es aber künftig mal mit der von dir genannten Säure erneut versuchen.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 29 Oct 16, 11:32
Hallo,
ich habe das mit dem Carbonat nochmal verbessert.
Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 03 Nov 16, 19:25
Leider bin ich noch nicht dazu gekommen sämtliche Teststufen abzulichten ...

ein Beispiel aus dem 2. Durchgang hab ich aber schon parat:

Stinkspat x auf Quarzrasen vom Pfeifferschacht Wölsendorf

24h in 1Liter Dithionitlösung (2,5 TL Heitmann Power Entfärber intensiv)
12h in Leitungswasser gewässert


einmal gereinigt....

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1477054417.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1477054417.jpg)



... und einmal im Anhang vor der Behandlung.


 ( ein wenig formatiert hab ich sie ebenfalls 8) )


Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Nathan am 03 Nov 16, 19:34
Hallo felix,
Sehr schönes Stück. Mal sehen, ob ich noch Stücke finde, die ich behandeln kann.
Grüße
Philipp
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: isbjoern am 05 Nov 16, 19:11
Hallo,

noch einmal eine Frage in die Runde. Bei meinen Versuchen mit den Dithionit-Zubereitungen habe ich folgendes Phänomen:

Ich starte mit lauwarmem Leitungswasser und rühre ca. 1 TL bis 1 EL des Heilmann-Entfärbers ein; es resultiert eine deutlich trübe Flüssigkeit. Nun füge ich tropfenweise die von mir vorher erwähnte Heilmann-Zitronensäurelösung 30% zu; nach einiger Zeit wird die Lösung transparent und es zeigt sich etwas später die bereits mehrfach beschriebene Gasentwicklung.

1) Bei größeren Ansätzen lege ich nun die Stufen direkt in den Ansatz für ca. 24 h, da eine Erwärmung per Mikrowelle aufgrund der Größe der Schüssel nicht möglich ist. Die Lösung bleibt weitgehend transparent und färbt sich mit der Zeit etwas bräunlich, die Wirksamkeit scheint aber begrenzt (scheint so eher bei dünnen Belägen zu funktionieren, zumindest bei meinen Proben).

2) Bei kleineren Ansätzen habe ich zunächst die Stufe reingelegt und dann den Behälter in der Mikrowelle auf ca. 40-50 Grad C erwärmt. In diesem Fall zeigt sich eine rasche und starke Trübung der Flüssigkeit, diese wird und bleibt milchig und beginnt auch schweflig zu riechen. Sieht für mich fast nach feinverteiltem elementaren Schwefel aus.

Ist das normal oder mache ich etwas falsch (in den anderen Beiträgen wurde das so nicht beschrieben, bei mir ist das unter (2) beschriebene Verhalten aber reproduzierbar. Die Wirkung scheint bei Version (2) wie zu erwarten auch etwas besser als in der nicht erhitzten Lösung.
Ich frage mich aber, ob ich womöglich "überdosiere" oder ob die Eintrübung in den anderen Beiträgen einfach vergessen wurde zu erwähnen.

Viele Grüße

- Björn
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 05 Nov 16, 20:13
Die Trübung war bei mir auch vorhanden (etwas milchig).
Ich hab mir darüber aber nicht weiter Gedanken gemacht und konnte auch keine Nachteile feststellen.
Bei meinen ersten Versuchen habe ich ja noch versucht die beschriebene Mischung mit Hilfe der "Zitronenwürze" herzustellen. Ich konnte aber keine Reaktionen beobachten (ausser dem gelbstich der Lösung durch die Zitrone)
und habe beim 3. Versuch dann komplett auf Zitronensäure verzichtet.
Ich konnte keinen Unterschied beim Endresultat feststellen, tut beides was es soll.

Mein Mischungsverhältnis war 2 leicht gehäufte TL "Heitmann" je Liter Leitungswasser (durchschnittlich pi*daumen). Ich habs da nicht sooo genau genommen.
Dann verrühren bis sich alles gelöst hat, Stufen rein und ab in die Mikrowelle bis ca. 30-40° erreicht waren.
Durch die Lagerung nahe beim Heizkörper hatte ich vermutlich durchweg eine Temperatur von gut 20°.
Das wars! Nochmal min. 12h wässern und mechanisch nachreinigen, fertig!


Ob du nun überdosiert hast ist schwierig zu sagen, ohne Angabe wieviel Liter Wasser du mit einem EL Entfärber verrührst ;)
Bist du den unzufrieden mit dem Reinigungsergebnis oder stört dich einfach die Färbung/ ausbleibende Reaktion?? Ich versteh' noch nicht ganz   :)
...und was für Stufenmaterial möchtest du den reinigen?


Glück Auf!



Nachtrag:
Das sich die Wirksamkeit mit Erhöhung der Temperatur verbessert ist vermutlich klar. Schau mal aussen auf der Verpackung bei Anwendungshinweisen.
Da ist die Wirkzeit (bei Kleidern selbstverständlich) bei 30° mit 24h angegeben.
Bei 60° sind mind. 10min angegeben und bei 95° heißt es mind. 2min.

...höher als 40° wollte ich aber nicht gehen, aus Rücksicht auf meine Fluorite
dann lieber länger in der Suppe liegen lassen
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Axinit am 05 Nov 16, 21:07
Hallo,

noch einmal eine Frage in die Runde. Bei meinen Versuchen mit den Dithionit-Zubereitungen habe ich folgendes Phänomen:

Ich starte mit lauwarmem Leitungswasser und rühre ca. 1 TL bis 1 EL des Heilmann-Entfärbers ein; es resultiert eine deutlich trübe Flüssigkeit. Nun füge ich tropfenweise die von mir vorher erwähnte Heilmann-Zitronensäurelösung 30% zu; nach einiger Zeit wird die Lösung transparent und es zeigt sich etwas später die bereits mehrfach beschriebene Gasentwicklung.



Servus,

die beobachtete Truebung beim Loesen des Entfaerbers koennte z. B. durch die Bildung von relativ schwerloeslichem Calciumsulfit (oder auch Magnesiumsulfit) oder auch Calciumsulfat (Gips) herruehren, sofern das verwendete Leitungswasser eine gewisse Haerte  aufweist.

Natriumdithionit wird praktisch immer als technisches Produkt eingesetzt, d.h. der tatsaechliche Gehalt an Dithionit liegt bei lediglich max. 85 % der Gesamtmasse des Produkts, der Rest besteht aus diversen Oxidationsprodukten des Natriumdithionits (z. B. Natriumsulfat, Natriumthiosulfat, Natriumsulfit, Natriumbisulfit usw.).

Waessrige Loesungen von Natriumdithionit sind nur im alkalischen pH-Bereich (begrenzt) stabil. Aendert sich der pH-Wert schlagartig, z. B. durch Zugabe von Citronensaeure in nicht-stoechiometrischer Menge, kann dies bei schlechter Durchmischung der Loesung zur sehr schnellen Zersetzung des Dithionits mit Freisetzung von gasfoermigem Schwefeldioxid  und Ausfaellung von elementarem Schwefel fuehren.

Natuerlich fuehrt auch die Reaktion von Natriumcarbonat (im Entfaerber) mit Citronensaeure zur Gasentwicklung (Kohlendioxid).


Die Redox-Chemie von Dithionit ist sehr komplex und haengt sehr stark von den jeweiligen Reaktionsbedingungen ab.

Es ist schwierig, eine Ferndiagnose abzugeben, aber ich wuerde den Reiniger mit entmineralisiertem Wasser ansetzen (gibt es fuer kleines Geld), und auf den Zusatz der Citronensaeure verzichten, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten.

GA

Harald
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 05 Nov 16, 21:45
Hallo Björn,

Überdosiert hast du wahrscheinlich nicht, zumindest nicht den Entfärber. Der Esslöffel darf ruhig einen Berg drauf haben  ;). Möglicherweise hast du aber die Zitronensäure überdosiert, jedenfalls trat die von dir unter Punkt 2 beschriebene Reaktion bei mir auch mal auf, nachdem ich versehentlich die Zitronensäure stark überdosiert hatte. Das geschah aber praktisch augenblicklich, also noch während des Ansetzens. Mir fällt auf, dass du schreibst, die Gasentwicklung setzt ein, NACHDEM die Lösung klar wurde.
Beim Zufügen der Zitronensäure soll zunächst KEINE Gasentwicklung auftreten (auch nicht lokal). Dafür muss man zügig umrühren und die Säure sehr langsam zufügen. Ich benutze dazu die Plastikzitrone, in die ich Zitronensäurelösung eingefüllt habe. Die feine Düse (in die Flüssigkeit getaucht) erlaubt eine feinfühlige Dosierung. Die Gasentwicklung setzt dann sehr plötzlich ein. Nachdem sich alle Blasen verzogen haben ist auch die Lösung klar.

zu 1)
Die Wirksamkeit nimmt mit sinkender Temperatur stark ab und unter 20° tut sich (fast) gar nichts mehr. Wenn man keine Möglichkeit hat, die Lösung über ca 25° zu halten, benötigt man deutlich mehr Zeit und 24 h sind da eventuell nicht genug. Dann sollte aber Luftzutritt zur Lösung möglichst unterbunden werden (Haushaltfolie o,ä.) und sich zwischen Flüssigkeit und Abdeckung soll sich möglichst wenig Luft befinden. Die Menge der Lösung muss selbstverständlich auch im vernünftigen Verhältnis zur  Menge des zu entfernenden Eisens stehen, also ggf MEHR LÖSUNG verwenden, aber nicht konzentrierter.

zu 2)
Den beschriebenen Effekt habe ich bisher -wie oben gesagt- nur einmal während eines fehlerhaft durchgeführten Ansatzes erlebt. Er sollte während der Reinigung nicht auftreten und ist auf Zersetzung des Dithionits infolge zu niedrigen pH-Wertes (zu sauer) oder zu hoher Temperatur (über einen zu langen Zeitraum) zurückzuführen.  Ich benutze für den Ansatz kaltes Wasser, lege dann meine Stufen ein (Speiseisverpackung) und erwärme in der Mikrowelle auf ca 50°, so dass ich den kleinen Finger gerade noch schmerzfrei eintauchen kann. und lasse dann mit aufgsetztem Deckel abkühlen.  Weitere Erfahrungen habe ich (zum Glück  ;D) damit nicht, ich hoffe aber, das hilft dir trotzdem weiter.

Ja, du hast völlig recht, die Trübung beruht auf fein verteiltem elementaren Schwefel. Offensichtlich laufen beim Zerfall von Dithionit Reaktionen ab, bei denen zum einen SO2 und zum anderen H2S gebildet werden. Diese reagieren dann weiter zu elementarem Schwefel. SO2 + 2H2S --> 3S + 2H2O
Je nachdem, welche der beiden Reaktionen überwiegt, kann dabei mal SO2-Geruch nach verbranntem Schwefel oder H2S-Geruch nach faulen Eiern auftreten. In beiden Fällen hat man was falsch gemacht.
Den letzten Fall hatte ich auch mal, als ich der Lösung viel zu viel Eisen zugemutet hatte und zudem die Lösung (unbeaufsichtigt !!)  über 1 Stunde lang im Wasserbad kurz vor dem Siedepunkt gehalten habe. Alle Stufen sahen wie schwarz lackiert aus  :o
Wenn so ein Missgeschick mal passiert, ist das aber auch kein Beinbruch. Im freien bei feuchter Witterung einige Zeit gelagert, wird der Belag wieder zu Rost und man kann die Behandlung wiederholen. Ganz Eilige, und vorausgesetzt, die Minerale vertragen das, können mit der chemischen Keule (HCL oder(!) H2O2) nachhelfen, wenige Minuten reichen.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: isbjoern am 05 Nov 16, 23:00
Hallo in die Runde,

besten Dank für die Rückmeldungen, das ist schon sehr hilfreich! Vermutlich habe ich demnach zu viel Säure verwendet, die Wärme beschleunigt dann sicher den Zerfall des Dithionits.
(Meine "Dosisangabe" war übrigens unvollständig, ich meinte bis 1 EL pro Liter Leitungswasser ("weich").

Bei dem gerade bearbeiteten Material handelt es sich um die Hämatit-haltigen Stufen, zu denen ich kürzlich einen anderen Thread eröffnet habe. Die sind für Experimente ganz interessant, weil dort sowohl dünne Beläge aus Limonit, als auch limonitischer "Lehm", etwas dickere und auch sehr dicke Limonitkrusten (einige Stufen von Lenzkirch/Schwarzwald) auftreten.

Schwarze Beläge (Ausfällung von Eisen) hatte ich übrigens bisher noch nicht. Lediglich heute in einem Fall dünne weißliche Beläge wohl vom Schwefel, die sich aber leicht abbürsten lassen.

Die Hinweise bzgl. Temperatur sind sehr nützlich, wenn auch nicht ganz einfach umzusetzen da ich die Ansätze bevorzugt außerhalb der Reichweite der Kinder im kühlen Keller fahre...

Viele Grüße

- Björn


Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 05 Nov 16, 23:21
Hallo Björn,
weil du gerade Beläge angesprochen hast...

Ich hatte auch an einigen Stücken Ablagerungen/Beläge, allerdings waren die intensiv türkisgrün.
Die ließen sich aber wie bei dir ebenfalls mechanisch leicht entfernen.
Woher das kommt würde mich aber schon interessieren.  ;)

In der Hauptsache lagen bei mir Fluorit, Baryt, Quarz, Hämatit und reichlich Granitmatrix in der Lösung.
Vielleicht hat das ja was mit den verwendeten Mineralien zu tun ?!
Was sagen unsere Chemiker in der Runde dazu?   8)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 06 Nov 16, 00:37
Hallo noch mal,

ich wollte gerade noch einen Nachtrag hinzufügen, um eine zusätzliche "normale" Erklärung für den Niederschlag zu geben, aber der ist im letzten Beitrag vom Björn schon enthalten: Die Limonitkrusten enthalten so gut wie immer auch unlösliches Material, z.B. Tonminerale oder eben einfach zusammengebackenen Dreck. Wenn dann das Eisenhydroxid weg ist, bleiben das logischerweise übrig. Ein Schwefelgeruch darf natürlich nicht auftreten. Ich denke es wird sich hier um Tonminerale gehandelt haben. Schwefel würde sich nicht auf den Stufen absetzen. Wenn sehr viel Schwefel gebildet wird (nicht im Zusammenhang mit Dithionit), klumpt der zusammen, ähnlich wie geronnene Milch. Halte ich hier für sehr unwahrscheinlich.

Felix, erst mal meinen Glückwunsch zu der super Stufe! Kann man sowas heute noch in Revier finden?
Zu den grünen Belägen kann ich nichts sagen, hab ich noch nicht gehabt, denke aber dass das an der Mineralisation auf der Stufe liegt. Waren die denn gleichmäßig auf der Stufe verteilt oder nur stellenweise?
Dass Du mit "Heitmann" annehmbare Resultate auch ohne Zitronensäurezusatz erzielen konntest, verwundert mich. Bei mir hat das nur mit sehr dünnen Belägen gut funktioniert. Dagegen hat "Dr. Beckmann" auch pur gute Ergebnisse ergeben, auch gegenüber hartnäckigem Lehm. Allerdings zeigte sich aufgrund des durch die Soda bedingten hohen pH-Wertes  eine große Aggressivität gegenüber z.B. Mimetesit und Pyromorphit. Die Kriställchen hatten verrundete Kanten und sahen wie abgelutscht aus. Das brachte mich erst auf die Idee, den pH-Wert duch vorsichtige Zugabe von Zitronensäure abzusenken. Nachden das funktioniert hatte, habe ich das dann auch mit "Heitmann" probiert und festgestellt, dass nun die Wirkung erheblich besser ist und sogar die von "Beckmann pur" noch übertrifft.

Harald, selbstverständlich hast du recht, das bei der Reaktion von Soda mit Zitronensäure CO2 gebildet wird !! Dieses führt jedoch nicht sofort zur Gasentwicklung, wenn man für eine sehr gute Durchmischung sorgt, sondern wird von weiterer Soda absorbiert und zu Natriumhydrogenkarbonat umgesetzt. Erst wenn kein Soda mehr in der Lösung vorhanden ist kommt es spontan zur Gasentwicklung durch Reaktion von Zitronensäure und Natriumhydrogenkarbonat. Dieser Punkt ist sehr gut als Indikator nutzbar, um nun keine weitere Säure mehr hinzu zu fügen. Eine (gewisse) Kontrolle der Stöchiometrie ist also gegeben, und die Resultate sind reproduzierbar, wenn auch nicht ganz optimal. Das gebildete Hydrogenkarbonat dürfte die zur Pufferung benötigte Menge weit übersteigen. Um noch näher an die Zusammensetzung der Wallerschen Lösung heran zu kommen, wäre weitere Zugabe von Zitronensäure zwar theoretisch möglich,  jedoch unpraktikabel. (Bitte nicht nachmachen ! Keiner weiß wann's genug ist  - wenn sich die Lösung zerstzt war's zuviel  ;))

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 06 Nov 16, 10:48
Die bläulich-grünen Beläge waren nur stellenweise und eher selten. Fallen aber aufgrund der Farbe sofort ins Auge.
Vielleicht werde ichs doch nochmal mit Zitronensäure probieren wenn der Effekt, wie du berichtest, wessentlich besser ist.
Scheinbar waren meine Limmonitbeläge sehr dünn, den das Ergebnis war für mich mehr als zufriedenstellend.

und ja, solche Stücke kann man noch im Revier finden. Das oben gezeigte ist vom September 2016. Seit geraumer Zeit sind Sicherungsarbeiten des Bergamts an 2 ehem. Schachtanlagen im Gange. Da kam und kommt immer mal wieder was interessantes zuTage. Ne ordentliche Portion Glück und der richtige Zeitpunkt gehören aber schon dazu, das Bergamt neigt dazu, die Fundsituation so unattraktiv wie möglich zu gestalten  ;D
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Topas am 07 Nov 16, 10:52
Ich habe nach Behandlung mit Dithionit diese wie von Harzgeist beschriebenen Tonminerale auf einigen Stufen. Hier speziell auf Quarz. Diese sind resistent gegen alle Chemie die ich zur Verfügung habe,selbst der mini Hochdruckreiniger versagt. Hat jemand vielleicht eine Idee wie man diese runter bekommt ? Für nen Tip wäre ich sehr dankbar. Es scheint sich hierbei um ein Ton/Sand Gemisch zu handeln.

GA  Topas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 07 Nov 16, 23:03
Hallo Frank

Solche Verkrustungen müssen nicht  unbedingt durch Tonminerale verursacht sein, diese sprachen bei mir immer gut auf Chemie an, sowohl auf konz.(!) Salzsäure als auch auf Dithionit oder Oxalsäure. Sie konnten immer soweit gelockert werden, dass sie sich mechanisch (Ultraschall oder Wasserstrahl) entfernen ließen.

Wenn du von "Sand" schreibst, erinnert mich das an einige von Quarzstufen, die ich vor vielen Jahren aus einer Kluft in einem Quarzgang bergen konnte. Manche Stufen wiesen zusätzlich zu der dunklen Lehmschicht, die sich nach Vorbehandlung entfernen ließ, auch einen sandigen Belag auf, der aus kleinsten Quarzsplittern besteht und aussieht wie besandete Dachpappe. Diese "Sandschicht" konnte nicht entfern werden, nicht einmal gelockert. Das Bindemittel ist in diesem Fall Kieselsäure. Vermutlich entstanden die Quarzsplitter durch tektonische Einwirkung, lagerten sich auf den Quarzkristallen ab und wurden dann (evtl noch während der Mineralisationsphase) durch Kieselsäurehaltige Lösungen verkittet - viele verheilte Bruchflächen an den Stufen lassen das vermuten.

Nach Duthaler/Weiß, 'Minerale reinigen und aufbewahren' kann in manchen Fällen eine über viele Stunden anhaltende Behandlung mit heißer Natronlauge und anschließende mechanische Entfernung zum Erfolg führen. Dazu kann ich aber keine Aussage machen, da ich meine Stufen so belassen habe. Es sind schließlich nicht alle Stufen aus diesem Fund betroffen und irgendwie gehören die anhaftenden Splitter ja auch zur Paragenese. Blitzsauber sind sie jetzt jedenfalls ;D.

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Axinit am 08 Nov 16, 17:44
Ich habe nach Behandlung mit Dithionit diese wie von Harzgeist beschriebenen Tonminerale auf einigen Stufen. Hier speziell auf Quarz. Diese sind resistent gegen alle Chemie die ich zur Verfügung habe,selbst der mini Hochdruckreiniger versagt. Hat jemand vielleicht eine Idee wie man diese runter bekommt ? Für nen Tip wäre ich sehr dankbar. Es scheint sich hierbei um ein Ton/Sand Gemisch zu handeln.

GA  Topas

Servus,

Tonminerale (so es denn tatsaechlich welche sind - vielleicht machst Du einen Test mit einer Nadel) lassen sich fast immer sehr schonend entfernen:

Mergel und Tone (wenig oder nicht kalkhaltig) lassen sich gut durch Einlegen in REWOQUAD entfernen. Diese Methode wird haeufig in der Paleontologie angewandt; das Produkt gibt es bei z. B. bei der Fa. Krantz.

Erde, Lehm, "Kluftlehm" usw.  lassen sich fast immer sehr schonend beim Einlegen in eine waessrige Loesung von Natriumhexametaphosphat entfernen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich so auch empfindliche Minerale wie Azurit reinigen lassen.

Letzere Methode wurde auch schon hier im MA vorgestellt (Beitrag u.a. von Juergen Lange), sind allerdings zum Entfernen von silikatisch gebundenen Belaegen ungeeignet.

Beide Verfahren sind schon seit langem bekannt und auch in der einschlaegigen Literatur beschrieben.

GA

Harald
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Topas am 08 Nov 16, 21:41
Danke für eure antworten. Ich hab mir ein Stück nochmal unter dem Mikroskop angesehen. Das scheinen weiße kleine Mikrokristalle zu sein.Sehr hart und lassen sich auch nicht so einfach mit der Nadel lösen. Ich werde am Wochenende mal einen Versuch mit heißer Natronlauge machen

GA

 Topas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 09 Nov 16, 17:57
ich hab eine Quarzstufe hier, die ähnliche "Symptome" aufweist (sandige Ablagerungen)!
Trotz aller Bemühungen einfach nicht zu entfernen.
Solltest du Erfolg haben, lass es mich bitte wissen ;)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1447270687.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1447270687.jpg)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Topas am 09 Nov 16, 18:51
Ja werd ich machen. In deinem Falle hätt ich mal mit dem Minihochdruckreiniger probiert,deine Abalagerungen scheinen gröber zu sein und sollten sich eigentlich weg schießen lassen. Nur mal so ne Idee,  ;)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Topas am 14 Nov 16, 18:26
Hallo Felix
Mit der Behandlung wurde leider nix,da ich das Zeug hier in Norwegen nicht so ohne weiteres ran bekomme. Muss ich warten bis ich zu Weihnachten wieder in Deutschland bin und mir von dort was mit nehmen. Ich hatte aber alternativ einige der Stücken mal einem Kollegen gegeben,der hat diese in heißer Natronlauge mehrere Stunden eingelegt und versucht diese danach mechanisch zu behandeln. Der Erfolg war ernüchternd. Kaum Ablösungen und weg ging auch nichts. Allerdings waren bei den Stücken in der Kluft auch welche dabei da hats letztenendes funktioniert. Na mal sehen ob mir oder jemand anderem noch was einfällt.

Gruß Topas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 16 Nov 16, 20:48
Danke für die info Frank!


Ich habs inzwischen mal geschafft die Ablagerungen nach dem Dithionit-Bad zu fotografieren,
falls das noch von Interesse ist  :)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Schatten am 17 Nov 16, 06:56
Morjen Felix,

kann es sein, dass sich Galenit auf der Stufe befindet? Möglicherweise stammen die Ablagerungen von dem her?

Gruß
Silvio
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 17 Nov 16, 18:22
Morjen Felix,

kann es sein, dass sich Galenit auf der Stufe befindet? Möglicherweise stammen die Ablagerungen von dem her?

Gruß
Silvio

Nein, nicht das ich es bemerkt hätte, zumindest nicht als x  ;)

Galenit ist aber gelegentlich Begleiter von Stufen aus diesem Fundgebiet, also möchte ich es nicht ausschließen.

Sind das etwa typische Beläge die entstehen, wenn Bleiglanz mit Dithionit+Zitronensäure Kontakt hatte ???
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Sebastian am 17 Nov 16, 18:25
 :D ich seh Bleiglanz auf der Stufe  ::)
Oben links
Gruß Sebastian
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Schatten am 17 Nov 16, 18:42
Hi Felix,

auf dem ersten Bild im linkenen oberen Quadranten. Sieht nach angegriffenen Galenit aus. (Sebastian hats gleich gesehen ;))
Solchen "Gammel" (also Deine Belege auf Quarz) hab ich öfter als Verwitterungsprodukt auf Hasseröder Stufen.
Meist sind es weißliche bis (grün-)gräuliche Schmadderkrusten. Ich habe immer vermutet, dass es sich um Überreste von Galenit handelt (wer kann möge mich berichtigen).
Bisher hats mich nie wirklich gestört, da es zur Paragenese der Stufe gehört (klingt blöd is aber so  ;D).
Darum kann ich nicht sagen, wie Du das los wirst...evtl. HCL falls es sich um ein Cerussit-Schmutz-Gemenge handelt? Bei Anglesit-Schmutz-Gemenge wirds mit Säuren etwas mühsamer (glaube ich mich zu erinnern).

Gruß
Silvio
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 17 Nov 16, 19:06
Sind das etwa typische Beläge die entstehen, wenn Bleiglanz mit Dithionit+Zitronensäure Kontakt hatte ???

Nein, Bleiglanz (den seh ich auch  :D) und auch andere Sulfide bleiben weitgehend unbeeinflusst und behalten i.d.R. auch ihren Glanz. Chalkopyrit läuft allerdings bunt an und etwaige Anglesitkrusten auf Bleiglanz werden dunkel.
Meiner Ansicht nach sind das keine Ablagerungen durch die Behandlung sondern waren schon vorher vorhanden und wurden nur übersehen, weil eben alles braun war. Besonders die rechte Stelle auf dem ersten Bild sieht so aus, als wenn sich zwischen dem Belag und dem Quarz sich gerade ein Spalt auftun wollte - das wäre bei einem frisch entstandenen Belag nicht der Fall.
Ich vermute ein Tonmineral, bzw. ein Gemisch aus solchen. Irgendwie erinnert mich die Farbe auch entfernt an Nontronit, wie ich ihn von Andreasberg her kenne (damit wiil ich aber nicht sagen dass es auch solcher ist). Tonminerale werden zwar nicht wie der "Rost" völlig aufgelöst, aber so weit aufgeweicht, dass sie problemlos mechanisch entfernt werden können - mit Ultraschall auch aus kleinsten Zwischenräumen.

@Silvio
HCL geht auch bei Cerussit schlecht (Bleichlorid ist nur heiß einigermaßen löslich). Mit Natron(oder Kali-)lauge lässt sich sowohl Anglesit als auch Cerussit lösen. In diesem Fall, denke ich, haben die Beläge nichts mit Blei zu tun.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 17 Nov 16, 20:12
:D ich seh Bleiglanz auf der Stufe  ::)
Oben links
Gruß Sebastian

Hallo Sebastian ;) der x oben links ist ein stinkspat-hexaeder.
Könnte man aber zugegeben auf dem Bild leicht verwechseln.

Und die silbrigen Schlieren auf dem zweiten Bild im oberen rechten Drittel sind ebenfalls kein Galenit.
Dabei handelt es sich um die selben Ablagerungen, wie im Kreis markiert. Jedoch in feuchtem Zustand und als dünne Schicht auf schwarzen Fluoritkriställchen. Die Farbe täuscht also.

...
Darum kann ich nicht sagen, wie Du das los wirst...evtl. HCL falls es sich um ein Cerussit-Schmutz-Gemenge handelt? Bei Anglesit-Schmutz-Gemenge wirds mit Säuren etwas mühsamer (glaube ich mich zu erinnern).


Das Entfernen ist kein Problem, lässt sich mit der Zahnbürste relativ mühelos entfernen.
Ich habe das Bild nur gepostet, weil in einem früheren Beitrag von Belägen nach der Behandlung die Rede war.
Da mir ähnliches bei meinen Versuchen aufgefallen ist, wollte ich nur exemplarisch ein Bild nachreichen.

Trotzdem Vielen Dank für die ausführlichen Infos  :)


...
Meiner Ansicht nach sind das keine Ablagerungen durch die Behandlung sondern waren schon vorher vorhanden und wurden nur übersehen, weil eben alles braun war. Besonders die rechte Stelle auf dem ersten Bild sieht so aus, als wenn sich zwischen dem Belag und dem Quarz sich gerade ein Spalt auftun wollte - das wäre bei einem frisch entstandenen Belag nicht der Fall.
Ich vermute ein Tonmineral, bzw. ein Gemisch aus solchen. Irgendwie erinnert mich die Farbe auch entfernt an Nontronit, wie ich ihn von Andreasberg her kenne (damit wiil ich aber nicht sagen dass es auch solcher ist). Tonminerale werden zwar nicht wie der "Rost" völlig aufgelöst, aber so weit aufgeweicht, dass sie problemlos mechanisch entfernt werden können ...


Danke Thomas, das klingt sehr plausibel.

An Nontronit musste ich auch schon denken, zumal dieser sehr häufig an besagtem FO auftritt.
Kann sich der braun färben??




edit:

Nontronit vom FO

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=306,2775,1 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=306,2775,1)






Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 28 Nov 16, 15:14
Hallo Felix,

wenn Nontronit am FO verbreitet ist, gehe ich mal davon aus, dass der auch für die Farbe verantwortlich war. Eventuell im Gemisch mit anderen Tonmineralen. Man weiß ja nie genau, woraus solche Krusten exakt bestehen. Meistens sind ja mehrere Minerale am Aufbau beteiligt. Ich denke nicht, dass sich der Nontronit selbst (und andere Tonminerale) durch Eisenverbindungen braun färben lassen, kann mich aber auch irren. Beispielsweise scheint Illit bestimmte synthetische Farbstoffe förmlich anzuziehen, während andere Minerale unverändert bleiben, siehe den Eingangsbeitrag zu diesem Thema.
Ich denke eher, dass das Eisenhydroxid die Tonpartikel miteinander verkittet und deren Eigenfarbe überdeckt, diese selbst aber nicht beeinflusst. Die lockernde Wirkung von Dithionit durch Lösung des Eisens ist leicht einzusehen. Erstaunlicherweise werden anderseits auch helle Tonkrusten, die offensichtlich kein Eisen enthalten, gelockert. Da die reduzierende Wirkung von Dithionit auf Tonminerale eigentlich keinen Einfluss haben sollte, führe ich das auf das Citrat (oder was auch immer als Komplexbildner in den Pulvern enthalten ist) zurück. Wahrscheinlich tritt hier ein ähnlicher Effekt ein, wie durch Natriumhexametaphosphat, der die Tonminerale zum Quellen bringt. Das geht übrigens auch mit Oxalsäure recht gut. Allerdings würde ich in solchem Fall von Oxalsäure abraten, weil man bei dieserart Krusten vorher nie genau weiß, mit welchen Mineralen man es zu tun hat. Es kann gut sein, dass Calcit, Gips oder dergleichen enthalten sind. Mit Oxalsäure bekommt man dann ein dickes Problem, da nützt es auch nichts wenn man für den Ansatz destilliertes Wasser verwendet hat. Hatte ich vor Jahren mal mit einer Charge MM's (Granat, Vesuvian, Epidot etc.) erlebt. Statt der partiell vorhandenen dunklen Lehmkruste waren alle Stufen komplett mit einer weißen Schicht Calciumoxalat überzogen.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 28 Nov 16, 16:47
... waren alle Stufen komplett mit einer weißen Schicht Calciumoxalat überzogen.

Thomas

 ;D Ich hab da ähnliche Erfahrungen!


Diese schönen X habe ich kürzlich "gezüchtet"
Darunter verbirgt sich eine Quarz-Perimorphose nach Fluorit (Hohlformen)
Das war wohl ein wenig zu viel Oxalsäure  8)
Ich hoffe, man erkennt was auf den Bildern



Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 06 Dec 16, 20:11
Nachtrag:

Die blauen Ablagerungen haben sich inzwischen aufgeklärt.
Es handelt sich um weißen Kaolin(lehm) der mit der Lösung reagiert und sich intensiv türkis bläulich verfärbt

Glück auf
Felix
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: stoanesel am 04 Jun 17, 11:12
Hallo Kollegen,

ich habe mal probiert eine Calcitstufe mit dem Entfärber "Heitmann" und Zitronensäure zu behandeln. Dabei habe ich wahrscheinlich von irgend etwas zu viel genommen - auf 3 lt. Wasser habe ich 3 Esslöffel Heitmann und dann die Zitronensäurelösung, ca. 200gr. dazugegeben. Anscheinend habe ich da von etwas zu viel beigemischt. Als ich die Stufe am nächsten Tag rausholte, war sie mit einem weißen Überzug überzogen, welcher sich nicht mehr ganz entfernen lässt.
Hat da jemand von Euch eine Idee wie man diese wieder weglosen kann?

Danke für Eure Hilfe.
Karl
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 04 Jun 17, 11:20
das war die Zitronensäure ...ist bei Essig genauso. Da kann man nix mehr machen. Hoffe es war keine wichtige Stufe   :-\

Gruß Chris
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: stoanesel am 05 Jun 17, 09:22
Hallo Chris,

Danke für die Info. Ja die Stufe wäre nicht schlecht gewesen, Stufe von ca. 30 cm mit Blättercalcite von ca. 15 cm Länge aufgebaut wie die Wüstenrosen. Leider muss ich sie nun wegwerfen.

Grüße aus dem verregneten Südtirol
Karl
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 05 Jun 17, 12:53
Oh..das tut mir leid... musste wohl unter Erfahrungswerte verbuchen. Aber durch Fehler lernt man.. Glück auf beim nächsten Male
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 05 Jun 17, 16:36
Leider ist die Dithionit-Methode nicht oder nur sehr bedingt zur Behandlung von Calcit (und verwandten Karbonaten) geeignet. Das liegt daran, dass der Komplexbildner (hier Natriumcitrat), eben nicht nur das (reduzierte) Eisen aufnimmt sondern auch Appetit auf Calcium hat und somit die Oberfläche des Calcites anlöst, wodurch sie rauh und weiß erscheint. Es wird jedoch kein Belag gebildet.
Größere Mengen Limonit von Calcit zu entfernen ist deshalb mit dieser Methode nicht möglich. Leichte Verfärbungen konnte ich allerdings schon ohne (wesentliche) Beeinträchtigung des Calcites entfernen. Dazu muss der Fortschritt ständig beobachtet werden und die Behandlung sofort abgebrochen werden wenn der gewünschte Erfolg eingetreten ist bzw. der Calcit erste sichtbare Beeinträchtigungen zeigt.

Auch wenn es nicht an der "Säure" liegt, denn die Lösung bleibt trotz Zusatz der Zitronensäure im alkalischen Bereich, ist mehr Citrat gebildet worden, das dann auch den Calcit angegriffen hat. In diesem speziellen Fall hat sich der Zusatz von Zitronensäure daher eher ungünstig ausgewirkt, ist aber nicht die alleinige Ursache für den Misserfolg.

Einen Einfluss dürfte auch die Temperatur haben. Auch  wenn ich diesbezüglich noch keine Vergleiche gemacht habe, neige ich zu der Annahme, dass eine entsprechend kurze Einwirkzeit bei höherer Temperatur günstiger ist als der umgekehrte Fall, weil die reduzierende Wirkung des Dithionits, die nur das Eisen und nicht den Calcit beeinflusst, dann stärker ist.

Vielleicht kann jemand, der entsprechendes Testmaterial zur Verfügung hat und auch experimentierfreudig ist, seine Erfahrungen hier einstellen.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 05 Jun 17, 18:13
Etwas off topic (da nicht komplett im Drogeriemarkt erhältlich), gibt es zumindest theoretisch die Möglichkeit, ganz ohne Komplexbildner nur mit Natriumdithionit und Natriumhydrogenkarbonat zu arbeiten. Bitte nur als Anregung und nicht als Anleitung verstehen.
Der Grundgedanke dabei ist, dass Eisen(II)hydrogenkarbonat begrenzt wasserlöslich ist, wenn die Lösung gleichzeitig freies CO2 enthält. Natürlich greift eine solche Lösung -wie vom Karst hinlänglich bekannt- auch Calcit an, aber es ist schon ein Unterschied ob gerade gebildete Eisen(II)ionen in Lösung gehalten werden sollen oder ob das Calcium aus dem Kristallgitter heraus gelöst werden muss. Das Risiko für den Calcit sollte deshalb gering sein.

Als praktische Vorgehensweise würde ich die folgende vorschlagen:
Eine kleine Menge, z.B. 5g, Natriumhydrogenkarbonat (=Natron) in möglichst wenig Wasser auflösen, diese Lösung in 1 Liter Mineralwasser einrühren und darin dann ebenfalls 5g Natriumdithionit (nicht die Entfärberzubereitung !!) auflösen. [Die Verwendung von Mineralwasser hat auch den Vorteil, dass es von sich aus schon Calcium enthält und somit die Aggressivität gegenüber Calcit geringer ist.]
Die Behandlung sollte in einem (druck-)fest verschlossenen Gefäß erfolgen um ein Ausgasen des CO2 möglichst zu vermeiden. Aus gleichem Grunde muss sich auch die Erwärmung (wenn überhaupt) in Grenzen halten.

Nochmals: Nur als Anregung für eigene Versuche zu verstehen, nicht als "Erfolgsrezept"  ;)
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: cmd.powell am 14 Jun 17, 02:19
Moin

Im Buch "Mineralien reinigen und aufbewahren" wird mit Kohlendioxid angereichertes Wasser als besonders schonende Entfernungsmethode für Calcit beschreiben, also sollte man besser deionisiertes Wasser mit einig alleine Natriumdithionit ohne irgendwelche Zusätze verwenden (ggf. minimale Mengen Natriumhydrogencarbonat zum Puffern). Nach meiner Erfahrung greift reine Dithionitlösung Calcit nicht an, so das dünne Eisenhydroxidkrusten gelöst werden können. Ich konnte das erfolgreich bei dünnen Kusten auf Stücken von Mt. St. Hilaire durchführen und die vorhandenen Calcite haben sogar ihren Glanz bewahrt. Die Eisenhydroxidkrusten waren allerdings auch sehr dünn. Empfehlenswert ist es sicher, den Reinigungsprozess zu überwachen, also regelmäßig nachschaun und nicht einfach über Nacht liegen lassen. Auch sollte man versuchen, unter Ausschluss von Luft zu arbeiten (Behälter vollständig füllen und mit Deckel dicht verschließen, am besten das der Deckel auf der Flüssigkeit aufliegt), da Luftsauerstoff Dithionit zersetzt und die Zersetzungprodukte den pH-Wert der Lösung senken was ungünstigster Weise den Calcit angreifen könnte. Die Reinigung von Calcit (und vielen anderen leicht säurelöslichen oder anderweitig empfindlichen Carbonaten) mit Dithionit (oder anderen Chemikalien) ist mit Sicherheit eine recht heikle Angelegenheit und sollte nie ohne Vorversuche durchgeführt werden!
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 20 Jun 17, 16:33
Ich war mal seit langem wieder beim sammeln und gefunden wurde auch was.

Da ich die Stufen ca. 3-4 Stunden in warmer Dithionit-Lösung (wie im Thread beschrieben ) eingelegt hatte, möchte ich einfach kurz das Vorher-Nachher Ergebnis vorstellen.

Probanden: stark gelb verfärbter Fluorit und Baryt auf Granitmatrix

Vorher: Bild 1 + 3

Nachher: Bild 2 + 4


Glück Auf!
Felix
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: HBreuer am 26 Jul 17, 11:57
Ich hab's ausprobiert mit einer Quarzstufe, die stark mit Eisenrahm überzogen (immer noch) ist. Zwar hatte das Mittel den Überzug etwas gelöst, war aber auch in die Stufe eingedrungen und hatte dort reagiert. Die Oberflächen wurden schwarzbraun, Tendenz schwarz. Habe die Stufe dann lange gewässert. War vom Ergebnis nicht überzeugt. Schaffe lieber mit dem im Fachhandel zu beziehenden Dithionit A + B (je 15g Pulver auf 1 ltr. Wasser). Das Mischungsverhältnis ist sehr wichtig, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.
Gruß, Herbert
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 26 Jul 17, 15:15
Hallo Herbert,

So etwas kann IMMER mal passieren, wenn man mit Dithionit arbeitet. Darüber ist ja auch an anderer Stelle schon oft berichtet worden.
Die Ursachen können vielfältig sein:

* falscher pH-Wert
* zu heiß
* Lösung zu konzentriert
* Lösung verbraucht / übersättigt
* für manche Minerale generell ungeeignet (z,B. Malachit, Anglesit)

Deshalb bei stark limonitisierten Stufen besser mit entsprechend MEHR Lösung arbeiten, diese öfters auszutauschen, aber NICHT die Konzentration zu erhöhen - und den Fortschritt öfter zu beobachten.

Wenn das trotzdem mal passieren sollte, braucht man die Stufe nur einige Zeit der feuchten Witterung auszusetzen, das schwarze Eisensulfid oxydiert dann dank seiner feinen Verteilung recht schnell und wird wieder zu braunem Rost. Danach kann die Behandlung wiederholt werden.  ... und dabei aber nicht den gleichen Fehler noch einmal begehen  ;)
Salzsäure ODER(!) Wasserstoffperoxid beseitigen den schwarzen Belag übrigens auch, sollte aber nur was für ganz Ungeduldige sein und nicht alle Minerale vertragen das.

Übrigens wird Eisenrahm (also Hämatit), wie von dir geschrieben, im Gegensatz zu Limonit kaum angegriffen. Das gilt auch für Salz- und Oxalsäure. Ich denke aber dass auf deiner Stufe auch Limonit vorhanden war bzw. noch ist. Sonst wäre es nicht zu der Verfärbung gekommen.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 26 Jul 17, 22:03
Ich kanns nur bestätigen... hatte Pyrit/Markasitfunde von der Ostsee. Schöne Limonitschicht...zuerst wurden diese auch schön schwarz.
Habe die Behandlung immer und immer wiederholt. Bis aus der Rostigen Kugeln glänzende wurden. Ideal für den Winter/ Gläser auf die Heizung stellen. Man braucht halt Geduld dafür
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 26 Jul 17, 22:18
P.S.: habt ihr eine Bezugsquelle für Na-EDTA ????
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 26 Jul 17, 22:31
In der Bucht gibt's alles  ;) ;D

... aber Preise vergleichen !!!  Ich hatte meins für 15 Euro pro 500 g, wenn ich mich nicht täusche, das Tri-Natriumsalz, versteht sich.

Gruß
Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Tycho88 am 26 Jul 17, 22:46
Bucht ?? du meinst am Ostseetümpel ;)


bei Ama*** gibbet 200g für 5,50€und 1kg für 29€. Wenn ich mich recht entsinne kommen da aber nochmal 11€ Versandkosten hinzu  >:(
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 26 Jul 17, 22:58
Ich glaub das war damals mit gratis Versand, bin mir aber nicht sicher. 1 kg für knapp 20 Euronen ist eigentlich ein guter Preis. Gib mal "sofort kaufen" bei der Bucht ein und schau mal was da angeboten wird.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: neuron am 29 Oct 17, 21:29
Habe die beschriebene Methode an einer Stufe Baryt aus Dreislar erprobt. Trotz kurzer Zeit sieht man einen deutlichen Unterschied vorher zu nach er.  Habe jeweils ein halbes Päckchen Dr. Beckmann angesetzt und 2 jeweils Tage drinnen gelassen. Zum Schluss nur nachgebürstet. Die Stufe hat nach einem Tag an der Luft aber wieder leicht nachgegilbt. Sie War schon helle nach dem trocknen. Gibt es noch eine Möglichkeit dies zu verhindern? Danke vorab. SWEN
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 30 Oct 17, 00:18
Hallo Swen,

Habe ich so noch nicht gehabt. Was weg war, blieb auch weg. Wie warm war die Lösung ? Sollte mindestens 20° sein, besser mehr - so im die 40-50.
Vor allem bei längerer Dauer (kalte Lösung) ist es besser, das Gefäß abzudecken. Muss nicht völlig dicht sein, aber es soll möglicht wenig Austausch mit dem Luftsauerstoff stattfinden. Mit warmer Lösung mache ich mir diese Mühe nicht, denn innerhalb von 1 oder 2 Stunden ist dann alles erledigt.

Ich verwende übrigens das Heitmann-Produkt. Man braucht da zwar noch zusätzlich Zitronensäure (wie weiter oben beschrieben zusetzen), aber insgesamt ist die Lösung dann aber wirkungsvoller und auch aufnahmefähiger als das Dr.Beckmann-Produkt (das verträgt nur wenig Zitronensäure).

Nach dem die Stufe gut DURCHgetrocknet ist, einfach noch mal wiederholen, und in diesem Fall OHNE die Stufe vorher zu wässern !

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Harzsammler am 30 Oct 17, 09:53
... jeder wie er will, aber ich finde schneeweiß gebleichte Barytstufen
ob von Dreislar, Wildemann oder anderen Fundorten schrecklich.
(Oft und gerade bei diesen blättrigen Baryten ist ja auch eine Verschlimmbesserung bzw. eine Pseudomorphose zu Tonnit das  Ergebnis)

Um den Kupferkies wieder "goldig" zu machen genügt es die ausreichend gewässerte Stufe kurz in Salzsäure zu schwenken.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 30 Oct 17, 11:42
... jeder wie er will, aber ich finde schneeweiß gebleichte Barytstufen
ob von Dreislar, Wildemann oder anderen Fundorten schrecklich.
(Oft und gerade bei diesen blättrigen Baryten ist ja auch eine Verschlimmbesserung bzw. eine Pseudomorphose zu Tonnit das  Ergebnis)

Um den Kupferkies wieder "goldig" zu machen genügt es die ausreichend gewässerte Stufe kurz in Salzsäure zu schwenken.

Grüße,
Michael

Das ist auch meine Ansicht dazu (aber sicherlich auch Geschmackssache). Ich persönlich würde die Stufe so, wie sie im Bild zu sehen ist, belassen.

Kupferkies läuft übrigens mit Dithionit bunt/stahlblau an !  Das sollte aber mit Salzsäure (evtl mit Zusatz von wenig H2O2) rückgängig zu machen sein. Allerdings habe ich das noch nicht gemacht.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: neuron am 02 Nov 17, 10:28
Kann man die Dithionitmethode auch bei Vivianitkugeln aus Utphe anwenden?  Die sind außen ja auch rostbraun und ich vermute mal, daß das ebenfalls Limonit ist wegen dem Fe im Vivianit !?

Danke vorab
Swen
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 02 Nov 17, 12:28
Prinzipiell sollte Vivianit (vom Komplexbildner) angegriffen werden !!
ABER: ich vermute mal, dass der "Rost" eher in erdiger Form vorliegt und daher schneller reagiert als die darunter befindlichen Vivianit-KRISTALLE.

Wenn du einen Versuch wagen möchtest, dann würde ich das im Ultraschallbad mit nicht zu warmer Lösung (30°) und unter ständiger Aufsicht machen - und gegebenenfalls natürlich sofort abbrechen !

Ich selbst habe diesbezüglich keine Erfahrung. Kann aber sagen, dass kompakt als 'Brauner Glaskopf' ausgebildeter Limonit/Goethit relativ beständig ist, im Vergleich zu erdigen Überzügen.

Thomas
Titel: Dithionit-Zubereitungen
Beitrag von: HBreuer am 02 Nov 17, 16:40
Ich habe bislang mit Dithionit (übrigens in Pulverform von unserem Sponsor Mineralien Bosse, der das Mittel als Dithionit A + B liefert für "nur" € 26 pro Kilo plus 6 Euronen Versandkosten) wirklich gute Erfahrungen gemacht. Am besten wirkt es, wenn man die Lösung mit den zu reinigenden Stufen im luftdicht verschlossenen Eimer auf die Heizung stellt und einige Male die Wirkung beobachtet. Muß man austesten mit Mineralien-/Erz-Proben. Malachit und Azurit werden jedoch aufgelöst (Karbonate), dafür wird oxidierter Chalkopyrit blitzblank.
Gruß, Herbert
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Blackminer am 03 Nov 17, 00:17
Zitat
Ich habe bislang mit Dithionit (übrigens in Pulverform von unserem Sponsor Mineralien Bosse, der das Mittel als Dithionit A + B liefert für "nur" € 26 pro Kilo plus 6 Euronen Versandkosten) wirklich gute Erfahrungen gemacht

Hallo Herbert,
guck mal hier:
http://www.kremer-pigmente.com/de/natriumdithionit-64223.html (http://www.kremer-pigmente.com/de/natriumdithionit-64223.html)
ist aber das pure Na-Dithionit.
GA
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: HBreuer am 03 Nov 17, 08:26
Danke für den Hinweis!   Muß man da noch ein weiteres Mittel hinzufügen, um die gleiche Wirkung zu erzielen wie bei meiner Bezugsquelle Dithionit A+B  ???

Gruß, Herbert
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Blackminer am 03 Nov 17, 13:13
Ich glaube, das muss man noch abpuffern.
Es gab dazu mal ein Thema, finde es aber auf die Schnelle nicht.
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: HaDeS am 06 Sep 18, 22:36
Hallo Sammler,

nun, nach vielen positiven und sehr wenigen negativen Versuchen, möchte ich meine Erfahrungen bezüglich Heitmann los werden. Irgendwo hier stand mal, dass destilliertes Wasser und Heitmann ausreiche. Dies kann ich ruhigen Gewissens für Quarzstufen empfehlen. Wie hier bereits erwähnt, erwärmte auch ich je 1L destilliertes Wasser auf minimum 40°, streute drei bei weniger hartnäckigen und vier bei allem anderen (bis jetzt vergilbter Skolezit, Quarze, Adamin, Apatit mit Arsenkies, Apophylit und Topas von Schneckenstein mit grünem Quarz), alles gut durchmischt. Bei kleinster Flamme einen Topf auf den Herd gesetzt, etwas Leitungswasser rein, das warme destillierte Wasser in eine Plastikeisschale, die Schale in den Topf gesetzt, Säure rein, Stufen rein, mindestens 30-60 Minuten warten, raus nehmen, abkühlen lassen, mechanisch nochmal mit Zahnbürste nachgereinigt, trocknen, fertig. Die Lösung reichte bei mir noch mindestens einen weiteren Durchgang aus.

 Am schwierigsten für mich, waren jedoch schwarze Beläge, die ich selbst mit grobster mechanischer Reinigung nicht entfernt bekam. Bis jetzt hat das nur Heitmann geschafft. Für mich braucht es nur das Zeug und die Resultate können sich sehen lassen. Danke für diesen guten Tip!

Beste Grüße
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 18 Sep 19, 19:03
Hallo,

Weiß jemand von den Profis wie die gepufferte Dithionitlösung mit Bleiglanz und Pyromorphit reagiert?

Glück Auf
Felix
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Axinit am 18 Sep 19, 20:57
Servus,

das Thema hatten wir schon einige Male.

Die Dithionit-Lsg. ist in beiden Faellen  anwendbar.

ABER: eine sehr haeufige, visuelle Kontrolle des Reinigungsfortgangs ist unerlaesslich. Sobald Schwarzfaerbung (PbS-Bildung) auftritt (meist schon nach 1 h), muss das Reinigungsgut entnommen und im  US-Bad/demin. Wasser gereinigt werden.

Viel Spass beim Ausprobieren !

Harald
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 19 Sep 19, 15:30
Hallo,

Die hier angesprochenen Blei-Paragenesen enthalten oft auch Anglesit, was nicht immer offensichtlich sein muss. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass gerade dieser sich schwarz verfärbt, während alle anderen Minerale der Paragenese unverändert bleiben, so auch z.B. Cerussit.
Die Schwarzfärbung konnte durch H2O2 rückgängig gemacht werden, aber evtl vorhandene Sulfide/Arsenide werden u.U. angegriffen.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Axinit am 19 Sep 19, 18:54
Servus,

bevor es wieder zu Missverstaendnissen kommt scheint eine Klarstellung angebracht.

Bei der Reinigung von Pyromorphit-Stufen , die nachgewiesenermassen auch Bleiglanz, Cerussit und Anglesit (beide per FT-IR bestimmt) enthalten,
habe ich oft eine schwarze Verfaerbung der Reinigungsloesung beobachtet.

Sofern man den Vorgang beaufsichtigt und bei Auftreten der Schwarzfaerbung das Reinigungsgut schnell in demin. Wasser/US-Bad ueberfuehrt sind keine Probleme zu erwarten. Falls man das Ganze jedoch ueber Nacht stehen laesst, kann sich ein schwarzer Belag auf dem Reinigungsgut bilden, der nur sehr schwer wieder zu entfernen ist.

Dieser Belag besteht vermutlich aus feinstverteiltem Bleisulfid, wurde jedoch (noch) nicht naeher untersucht.

Inwieweit das Material aus Krandorf (darum geht es doch ?) zu derartigen Komplikationen neigt, vermag ich nicht zu beurteilen.

GA

Harald
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: geomueller am 19 Sep 19, 21:05
Hallo,
die Schwarzverfärbungen habe ich auch schon festgestellt, bei der Reinigung von Pyrit/Markasit wenn schon ein Zerfall mit Gipsbildung vorhanden war. Diese Schwarzverfärbung ging aber immer nach Reinigung mit Seifenlauge und US-Bad wieder weg auch nach Stunden oder einem Tag.

Gruß Jürgen
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 20 Sep 19, 22:19
Inwieweit das Material aus Krandorf (darum geht es doch ?) zu derartigen Komplikationen neigt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Dito  ;)

Ich werde berichten wie's lief und Vielen Dank für die Info

Glück Auf
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 23 Sep 19, 21:46
Servus,

wie angekündigt hier ein paar Bilder von der Pyroreinigung.

Die Stufen waren für ca. 90min in etwa 35Grad warmer, gepufferter Dithionitlösung und anschließend 24h beim wässern.

"Nur" 90 Minuten deshalb, weil die Stufen nach 45min. komplett mit einem silbrig, grauen schmierigen Belag überdeckt waren und ich Befürchtungen hatte das dieser sonst bleibt.
Es lies sich aber problemlos abbürsten und mit dem Ergebnis nach 90min bin ich auch zufrieden.
Die Pyros haben einen noch schöneren Glanz erhalten und die allermeisten Lehmkrusten in den Zwickeln sind nun auch weg.
Einzig der Galenit sieht noch etwas angegriffener aus als zuvor, was aber kaum auffällt.

Hier mal 2 Stücke jeweils Vorher/Nachher

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1568216771.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1568216771.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569266475.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569266475.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1568216796.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1568216796.jpg)  (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569266720.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569266720.jpg)

GA
Felix
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Axinit am 23 Sep 19, 21:59
Servus,

taugt !

Danke fuer's Zeigen !

GA

Harald
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 26 Sep 19, 17:04
Servus Harald, gerne doch!

Anbei nochmal ein Stück zum zeigen für die Community.

Diesmal Fluorit mit Eisenkiesel von der Grube Hermine. Stufengröße ca. 14x12 cm

Die Stufe war für 5 Stunden in warmer, gepufferter Dithionitlösung ( Entfärber & reine Zitronensäure, beides von Heitmann) nahe am Heizkörper.
Anschließend 24h beim wässern in Leitungswasser.
Die Limonitüberzüge sind nahezu restlos weg und die Phantome der einzelnen Fluorit x sind wieder schön zu sehen.
Ich bin jedesmal wieder überrascht vom Erfolg und der Einfachheit der Methode ;)

Bildanhang. Vorher / Nachher

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569504248.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569504248.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569503812.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569503812.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569503765.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569503765.jpg)  (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1569503942.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1569503942.jpg)


Grüße und Glück Auf!
Felix
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: MatthiasJoAne am 03 Oct 19, 22:04
Hallo Leute,

Hab vor ein paar tagen meinen ersten versuch mit der Dithionit-Zubereitungen (Hartmann entfärber +Hartman Zitronensäure) gemacht.
3 tl pulver auf 2ltr Wasser + Zitronensüre bis es reagiert.

---2 Steine 1 Top + 1 Flop---

mit dem ersten Stein bin ich für meinen ersten versuch ziemlich zufrieden.
wobei sich beim 2. Stein einen grünen Belag, auf dem Quarz und der Feldspat dunkel wurde.

lag es an der Zitronensäure bzw bekommt man sowas am besten runter

Gruß Matze
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: pery am 04 Oct 19, 18:22
Die Verfärbungen die du beschreibst konnte ich auch schon feststellen.
Besonders der Feldspat im roten (Naab)Granit hat sich gelegentlich ins grünliche verfärbt.

Nach ausreichendem wässern und anschließendem durchtrocknen der Stufen war aber in den meisten Fällen keine Verfärbung mehr zu sehen.

Schwarze Schleier konnte ich meistens anschließend mechanisch mit einer Zahnbürste problemlos entfernen.

Woran das liegt kann ich dir aber nicht sagen, da muss einer unserer Chemiker ran  ;)

Und ja, Fehlversuche gibts halt immer mal wieder, deshalb versuch ich mich meistens erstmal an denen die ich doppelt/mehrfach habe oder eben Bruchstücken.

GA
Felix


Und immer lieber zu viel als zu wenig wässern :)



PS: ein Foto als Vorher Nachher Vergleich wäre gut  :P
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: harzgeist am 06 Oct 19, 14:35
Hallo,

Der dunkle Belag besteht (meistens) aus Eisensulfid, wobei die Ursachen vielfältig sind: zu heiß, zu konzentriert, erschöpft, falscher pH-Wert usw.
Man braucht dann nur solche Stufen einige Zeit feuchter Witterung auszusetzen (aus dem Belag entsteht wieder 'Rost') und dann die Behandlung zu wiederholen.

Thomas
Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: jlies am 25 Jan 22, 23:23
hallo an alle,

ich hoffe, ich darf mich hier auch dazu gesellen …

ich möchte ein paar relativ frisch gefundene pyrit- bzw. markasitstufen reinigen und stabilisieren. ich zeige euch zwei der stufen mal in unbehandeltem zustand. die qualität der fotos bitte ich zu entschuldigen, ich hoffe, man erkennt genug.

größe der 1. stufe: ca. 7x5x4cm
größe der 2. stufe ca. 14x4x3cm

falls jemand was zu den xx auf der ersten stufe sagen kann: ich bin als völliger einsteiger sehr gespannt!

danke und beste grüße!
jörn

Titel: Re: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
Beitrag von: Lynx am 25 Jan 22, 23:27
  :D

 
...  und das Lexikon würde sich freuen, wenn all jene, die Rezepte, Verfahren, sachkündige Erkenntnisse etc. beitragen können sich zusammentun und einen langen Artikel fürs Lexikon schreiben würden, der die verschiedenen Aspekte und Techniken und Ideen beschreibt.

Bitte versteht das nicht falsch - bitte versteht das als freundliche und etwas nachdrückliche Aufforderung  :D

Liebe Grüße, Martin