Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Philip Blümner am 17 Mar 05, 20:38
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Hallo!
Ich habe auf der Mineralienbörse in Nürnberg-Gartenstadt eine interessante Stufe erworben.
Es ist seltsam schuppiger Chalkopyrit mit braunem Pyrrhotin. Dazu sind weiße prismatische XX
darauf, mit quarzähnlicher Spitze.
Hier ein Bild:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1295438626.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1295438626.jpg)
Kann mir jemand sagen, wie dieser Chalkopyrit zu seiner Form gekommen ist?
Gruß
sluggy
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mmh, vielleicht gab es da mal ein Mineral was sich nach der Bildung des Chalkopyrits aufgelöst hat?
Schaut aber echt seltsam aus..
Gruß, Erik
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Hallo,
hmm, schwer zu sagen. Allemal scheint mir Kupferkies selten große Kristalle zu bilden. Und diese sind dann immer sehr "gestört", d.h. sie scheinen eher - wie hier - aus mehr oder minder parallel verwachsenen Sub-Idividuen zu bestehen.
Wirklich große (gute) Kupferkies-Kristalle habe ich noch nicht gesehen. (Aber vieleicht kann mich ja jemand eines Besseren belehren ?)
Gruß
Berthold
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Die Stufe ist ca. 10-12cm lang...
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Hallo Philip
hab mir mal das Sonderheft vom Record angeschaut (MR vo. 23, Jan-Fev 2001; Grant/Wilson)
1. Chalcopyrit
kommt mit anderen Sulfiden vor, als glänzende tetragonale disphenoide und verzwillingte Kristalle bis 6 cm, zusammen mit Pyrrhotit, Galenit und Sphalerit in der 1st Sovietskiy Mine; 2nd Sovietskiy, Sentyabr`skiy und Nikolaevskiy Mines, sowie am Bor-Sacht. Aus einer Geode in der Nikolaevskiy kamen Kristalle bis 40 cm !!! (Berthold !)
2. Pyrrhotit
als 1. Generation flache hexagonale Plattenund parallele Aggregate und als 2. Generation prismatische Kristalle und säulige Aggregate bis 25 cm Durchmesser. Kommt auch in attraktiven Rosetten in Form flacher Platten vor. Die besten Stufen sind von der Nikolaevskiy Mine.
Manchmal kann Pyrrhotit durch Pyrit ersetzt sein. !
3. Quarz (Kommentar von mir )
Quarz ist sehr häufig; aus Dal`negorsk kommen aber auch ungewöhnliche Beta-Quarze und pseudo-pyramidale Kristalle bis 10 cm.....
Vielleicht helfen Dir diese Infos bei der Bestimmung. Meine persönliche Einschätzung: Deine Stufe ist kein Chalcopyrit, sondern ein etwas verzerrter Pyrrhotit in parallelen flachen Kristallen. Aber - das ist wie gesagt nur meine oberflächliche Ansicht.
Gruss
collector
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Hallo,
ja, nach dem Bild zu sagen, ob das wirklich Chalcopyrit ist, ist schwer, ich habe da auch leichte Zweifel, halt doch mal einen Magnet ran!
@Collector: 40 cm Chalcopyrit, Wahnsinn. Aber sind das auch "gute" idiomorphe Kristalle ? (oder Parallelverwachsung) ;)
Gruß
Berthold
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@Berthold
Geht nicht aus dem Bericht hervor, wird nur als ...Kristalle bis 40 cm erwähnt.
Diese Riesenkristalle ( ich hab sie mal vorläufig unter Mineralrekorde eingetragen, bis jemand was grösseres beiträgt) dürften m.E. nach im City Museum von Dal`negorsk ausgestellt sein ( Kontakt Frau Dr. Nadezda Bulavko ).
Die größten idiomorphen Chalcopyrite, die ich von Dal`negorsk kenne, sind in den Sammlungen des Carnegie Museum ( 4,3 cm ) und Can Scriver ( 5,8 cm ).
Kann mich aber auch erinnern, daß während der Münchner Mineralientage (1988) erstmalig russische top-stufen vom Sammler Vladimir Pelepenko ausgestellt waren, darunter auch ein Riesen-Chalcopyrit.
gruss
collector
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Hallo Collector, hallo berthold!
Vielen Dank.
Also ich hatte zuerst gedacht, alles sei Pyrrhotin. Aber mit Eriks Hilfe (Rat des Magnettestes) habe ich festgestellt, dass das große schuppige nicht magnetisch ist, die kleinen gebogenen Plättchen an der Seite sind magnetisch (und bräunlich).
Disphenoid ist ein Tetraeder mit gleichschenkligen Flächen? Habe da was auf Englisch gefunden...
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Hi Philip,
Aber mit Eriks Hilfe (Rat des Magnettestes) ..
das war doch der Berthold ??? ;D
das da ist ein Disphenoid:
(http://gastein-im-bild.info/stein/sskizze/wstetdsp.gif)
Gruß, Erik
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@Erik
Ja, jetzt in diesem Thread ja; aber du hattest mir doch per SMS den Tip gegeben!
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Hallo,
das Rätsel um das Stück ist noch nicht gelöst, aber ich habe ein neues Bild und habe das Ding mal unter das Bino gelegt. Also fest steht, die Kristalle sind nicht magnetisch. In den Schluchten befinden sich gelegentlich kleine Sphalerite und Pyrrhotin xx. Möglich wäre ja eine Pseudomorphose von Pyrit nach Pyrrhotin, aber würden dann nachträglich noch Pyrrhotin-Rosetten aufwachsen? Der Winkel passt jedoch nicht zu ursprünglichem Pyrrhotin (wenn man jetzt von den säuligen Aggregaten ausgeht, dafür ist der Winkel zu spitz).
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1295438626.jpg.b) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1295438626.jpg)
Vielleicht weiß ja einer (wieder) was. Mineralart würde sich mit einer Analyse feststellen lassen, aber nicht die Entstehung des Erscheinungsbildes.
Glück Auf
Philip
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Sieht aus wie nicht untypische Markasitkristalle.
Und: Unterscheidung Pyrit/ Markasit von Chalkopyrit leicht über die Härte. Erstere ritzen Glas.
Gruß
Uwe
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Hallo,
auchwenn minuwe nicht mehr da ist - sowohl Pyrit, als auch Markasit ritzen Glas. Mein Ding und auch anderer Chalkopyrit ritzen Glas nicht.
Gruß Philip
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Hallo,
Vielleicht eine Wachsumsbehinderung durch Calcit, der später (evtl. erst im Labor) weggeätzt worden ist. Bei gleichzeitiger Kristallisation von Calcit und anderen Mineralen können solche Streifen entstehen.
Glück Auf!
Smoeller
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Ja, davon gehe ich aus. Weglösen von Calcit verbunden mit Schrumpfungserscheinungen.
Gruß Philip
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Hallo, erstmalig seit meiner Stufe habe ich wieder einen solchen Chalkopyrit entdeckt. Und zwar im Nationalen Museum der Naturwissenschaften in Kiew. Die Stufe dort ist deutlich größer, weist die gleichen Erscheinungen auf. Hier heißt es "Kristalle mit Zeichen der Auflösung".
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Glück Auf!
Ist das tatsächlich ein blockiger Kristall oder eventuell ein mehr oder weniger dicker oder dünner Überzug von Chalkopyrit auf einem anderen Mineral? Angefressene/angeätzte/angelöste Oberflächen können bei Chalkopyrit schon mal auftreten.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Das kann ich ausschließen