Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Alcest am 04 Mar 15, 20:04
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Hallo,
auf dieser etwa 12 cm großen Stufe aus Schlema sitzt einiges an Mineralen:
- gediegen Arsen
- Proustit
- Realgar (der in manchen Drusen noch tief blutrot und in idiomorphen xx sitzt, aber auch als Pararealgar-Anflug daherkommt)
- Dolomit mit kleinen Chalkopyritkörnern
- angelaufene Rotgültigerze
- bläulich angelaufene xx, die stellenweise wie Polybasit-Pearceit ausschauen, aber mit einem großen Fragezeichen versehen sind
Auf der abgebildeten Stufenrückseite befinden sich zahlreiche gefiederte Aggregate, zudem bräunliche Sulfide, die ich nicht bestimmen kann. Letztere sollen aber nicht von Interesse sein.
Zu den Dendriten habe ich bisher einige Vorschläge bekommen - gediegen Silber, Skutterudit oder Rammelsbergit. Angebrochene Stellen geben leider nicht viel her - black and ugly.
Hat sich hier mal jemand mit dieser Paragenese auseinandergesetzt? Ich habe derartige Stufen schon häufiger gesehen, die Dendriten wurden bei diesen Stufen aber gekonnt ignoriert und nicht auf den Zetteln erwähnt.
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Das könnte ne Pseudomorphose von Silber etc. nach Arsen sein.
Spricht einiges dafür
Gruß Sebastian
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Sulfide rein visuell zu bestimmen ist schwierig, ich kenne aber von erzgebirgischen Fundstellen solche kammartige Strukturen als Rammelsbergit. Die blau angelaufenen Kristalle könnten Argentopyrit sein. Schön sind die beiden roten Minerale auf einer Stufe. Hier liegst Du mit Proustit und Realgar sicherlich richtig.
Gruß
Uwe
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Hallo Jan,
diese Dendriten könnten Rammelsbergit sein. Ich hatte das Glück, eine Probe dieser Stufe einmal analysieren lassen zu können. Das Ergebnis war Rammelsbergit:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1132156295.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1132156295.jpg)
Die Dendriten zeigen teilweise auch bläuliche Anlauffarben.
Bei den bräunlichen Sulfiden könnte man einmal in Richtung Lautit nachdenken, wenn es eher grau-schwarze xx mit einem bräunlichem Schimmer sind.
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Hallo,
ich würde eine Pseudomorphose von Rammelsbergit nach Silber ansprechen.
Gruß
Philipp
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Hallo,
vielen Dank schonmal für die Rückmeldungen! Dann würde ich jetzt mal Rammelsbergit mit einem Hinweis auf nicht-analytische Bestimmung im Lexikon hinterlegen.
Ich glaube, als ich erstmalig den Vorschlag Rammelsbergit gehört habe, wurde davon gesprochen, dass dieser solche Aggregate auch ohne Pseudomorphose nach gediegen Silber bilden kann. Kann das jemand bestätigen oder käme im Grunde nur die Pseudomorphose in Frage?
Zu den bläulichen Anlauffarben nochmal kurz. Die kräftig angelaufenen Kristalle sitzen eher auf der nicht gezeigten Seite. Die Dendriten sind stellenweise auch bläulich, aber nicht auffällig. Teilweise scheinen sie auch von angelaufenem Rotgültigerz überzogen zu sein. Dort ist dann auch der Realgar besser zu sehen, da er nicht nur in Anflügen auftritt. Ich versuche demnächst noch ein Foto der betroffenen Stelle auf der Vorderseite anzufertigen.
Die bräunlichen xx werde ich mir ebenfalls noch einmal zu Gemüte führen. Lautit hört sich aber schon einmal spannend an - was man auf einer Stufe mit der Bezeichnung Proustit auf Arsen so alles finden könnte... Eine genaue Ansprache möchte ich Euch natürlich nicht zumuten!
Grüße,
Jan
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Hallo,
von Schlema habe ich schon öfter analysierte Rammelsbergitpseudomorphosen gesehen. Aus Freiberg z.B. liegt auch manchmal Safflorit vor.
Gruß
Andreas
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Hallo,
sieht für mich an einigen Stellen eher danach aus, als wären das nur die Negative nicht mehr vorhandender Dendriten.
Gruß
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Zu den Dendriten habe ich bisher einige Vorschläge bekommen - gediegen Silber, Skutterudit oder Rammelsbergit. Angebrochene Stellen geben leider nicht viel her - black and ugly...
Ged.Ag ließe sich ja leicht über Härte, Tenazität, Farbe (im frischen Bruch) überprüfen.
Lösung in konz.HNO3 würde über die Färbung Hinweise auf die Anwesenheit bzw. Dominanz von Co- / Ni- geben.
Gruß