Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Lisa010 am 05 Mar 15, 21:14
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Hallo,
vielleicht kann mir jemand von Euch bei der Bestimmung weiterhelfen.
Das Gestein hat mehrere Schichten, bräunlich und in der Mitte rötlich. Habe den Stein geöffnet und diese mir unbekannten, glänzenden (rötlich/lila) ca. 3mm langen Plättchen entdeckt. Dazwischen befinden sich noch winzige Drusen.
Fundort: Mulde Rochlitz
Würde mich sehr über Eure Antworten freuen.
Vielen Dank im Voraus.
Kathrin
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Hallo Kathrin
Zuerst einmal der Hinweis auf unsere Anleitung, wie du am schnellsten zu konkreten Antworten kommst: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fragen%20zur%20Bestimmung (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fragen%20zur%20Bestimmung)
Leider sind deine Bilder farblich verfälscht, vermutlich hast Du eine LED-Beleuchtung mit normalem Licht gemischt, weshalb der bläuliche Glanz entstanden ist, der irritiert ganz fest.
Unverbindlich äussere ich die Vermutung, dass es sich um Hämatit handeln könnte, wobei es noch so manch anderes sein kann, dazu etwas Quarz. Es gibt sicher bessere Bestimmungs-Spezialisten hier. Von zentraler Bedeutung ist der Fundort, ergänze doch deine Anfrage, dann gibt es sicher auch bessere Antworten.
Grüessli
Christian
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Hallo Kathrin,
das kann durchaus Hämatit sein. Am besten mal eine Strichprobe auf unbeschichteter Keramik probieren (z.B. Unterseite einer Tasse oder Teller). Wenn du einen roten Strich bekommst, ist Hämatit sehr wahrscheinlich. Das gelbe Mineral kann Quarz oder Calcit sein. Ein Tropfen Säure (z.B. Essigessenz) sollte das schnell klären, Calcit löst sich unter Bildung von Bläschen, Quarz nicht.
Grüße,
Stefan.
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Für eine Bestimmung wäre es auch gut zu wissen, wo das Stück gefunden wurde. Ich denke allerdings auch, daß es sich um ein Eisenmineral handelt. Ich tippe auf Lepidokrokit. Vergleiche mal die Bilder im Atlas und bei mindat.
Gruß
Uwe
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Sie hat doch den FO geschrieben : Mulde bei Rochlitz , ist aber nur bedingt sachdienlich ! ;)
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Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen und interessanten Antworten.
Anbei noch einige Bilder mit besserer Qualität.
Ich habe noch einige Tests durchgeführt, hier mein Ergebnis:
Strichfarbe: rot
- nicht magnetisch vor Glühprobe
- nach dem Glühtest eines kleinen schwarzen Plättchens, kamen rötliche Stellen zum Vorschein
- magnetisch nach Glühprobe
Vielleicht hilft dieser Nachtrag weiter. :)
Viele Grüße
Kathrin
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Hallo Kathrin
Also Hämatit ist es wohl doch nicht nach den neuen Fotos geurteilt. Ich entschuldige mich, dass ich den Fundort erst übersehen habe, vielleicht beschreibst du die stelle aber noch genauer (anstehender Fels, Acker, Flussbett etc.). V.a. eine Säureprobe wäre noch hilfreich. Wenn sich etwas auflöst, dann aber auch die Info, ob das helle oder dunkle auch.
Grüessli
Christian
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Hallo.
ich habe gerade den Säuretest gemacht und es löst sich nichts auf.
Frage Fundort: Durch Hochwasser entstehen am Flussufer Steinansammlungen(Fundort: Rochlitz - Fluss Zwickauer Mulde).
Danke für Eure Bemühungen.
Viele Grüße
Kathrin
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"Also Hämatit ist es wohl doch nicht nach den neuen Fotos geurteilt."
Ich denke eher das Gegenteil.
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Was ist das Gegenteil von Hämatit?
Uwe
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Das Gegenteil von kein Hämatit ist Hämatit, und es sieht tatsächlich nach Hämatit aus.
Eine Strichprobe sollte Klarheit schaffen.
Gruss Sebastian
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Hallo,
wenn es vor Glühprobe nicht magnetisch war - nach der Glühprobe aber magnetisch ist, dann kann es kein Hämatit sein sondern es wird sich wohl um Lepidokrokit handeln.
Grüße,
Michael
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Dann steht Strichfarbe gegen Glühprobe ;)
Ich habe noch einige Tests durchgeführt, hier mein Ergebnis:
Strichfarbe: rot
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Nein, Magnetismus nach dem Glühen schließt Hämatit nicht aus.
Gruß
Hallo,wenn es vor Glühprobe nicht magnetisch war - nach der Glühprobe aber magnetisch ist, dann kann es kein Hämatit sein...
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Noch mal ein Hinweis zur Glühprobe:
Lepidokrokit, Goethit und Hämatit verhalten sich gleich: alle werden (in der Reduktionsflamme) magnetisch!
Die erstgenannten unterscheiden sich durch die Kristallstruktur, sind aber chemisch identisch. Die allgemein übliche aber etwas ungenaue Formel ist FeOOH, also wasserhaltiges Eisen(III)oxid, wobei die Ungenauigkeit der Formel im schwankenden Wassergehalt begründet ist. In der Hitze wird dieses Wasser abgegeben:
2 FeOOH => Fe2O3 + H2O
Das so entstandene (wasserfreie) Eisen(III)oxid ist chemisch mit Hämatit identisch, und wird in der Reduktionsflamme teilweise reduziert, wobei Eisen(II,III)oxid Fe3O4 , also Magnetit gebildet wird.
3 Fe2O3 + CO => 2 Fe3O4 + CO2
Der Einfachheit halber bezieht sich die letzte Gleichung auf eine Flamme aus heute nicht mehr gebräuchlichem Stadtgas, welches überwiegend aus CO besteht.
Andere Brennstoffe haben die gleiche Wirkung, erfordern aber eine schwerer verständliche Reaktionsgleichung.
Thomas
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Noch mal ein Hinweis zur Glühprobe:
Lepidokrokit, Goethit und Hämatit verhalten sich gleich: alle werden (in der Reduktionsflamme) magnetisch!
Thomas
... ich mache diese Glühprobe nicht in der Flamme sondern im Reagenzglas und dabei ist mir noch kein Hämatit untergekommen der dabei magnetisch geworden ist.
Dagegen wurde Lepidokrokit, Goethit, Limonit, Bohnerz, Raseneisenerz und einfacher Rost immer magnetisch - evtl. ist es die praktikablere Methode die Probe nicht der Flamme auszusetzten...
Grüße,
Michael