Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Unbekanntes Erdzeitalter / unknown geological era => Thema gestartet von: Chrischan am 16 Jul 15, 21:01
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Hallo,
habe letztes Jahr in Hennersdorf(Lausitz) dieses Interessante Stück gefunden. Schaut für mich auf den ersten Blick etwas aus wie ein Holzstämmchen bzw. Holz-Kernstück im Hornstein. Aber auf der Rückseite ist davon nichts mehr zusehen. Handelt es sich hierbei evtl. um ein Fossilienabdruck von nem Schwamm oder ähnlichen ? oder ist es eher ein Spherolith ?
vielen Dank im voraus
Gruß
Christian
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Hallo,
ich hätte da auf `nen Korallenstock getippt. Ich bin aber auch nicht so firm,was Fossis angeht.
Gruß Norbert
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hallo Christian,
ich würde mal sagen, dass deine Interpretation als Schwamm wahrscheinlich zutrifft.
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Hallo Oliver und Norbert,
erstmal Danke für die Antwort, ich habe das Stück mal etwas angeschliffen und etwas näher Fotografiert.
Gruß
Christian
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Hallo,
Wenn man so die Detailaufnahme sieht erinnert das aber auch sehr an einen Ceratiten. Aber das Gesamtbild gibt das wohl nicht her?
Jürgen
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Hallo
ich würde das eher für den Rest eines Archaeocyathen aus dem Unterkambrium halten, da dieses auch in der Lausitz ansteht und Archaeocyathen darin vorkommen. Archaeocyathen waren Tiere, die eine Übergangstellung zwischen Schwämmen und Korallen innehatten. Das Skelett bestand aus zwei Schalen, die durch Septen miteinander verbunden waren.
Viele Grüße
Sprotte
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Hallo Jürgen und Sprotte,
habe das Stück noch ein wenig angeschliffen, hier also mal das gesammt Bild.
Gruß
Christian
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nach etwas Recherche denke ich, dass Sprotte richtig liegt !
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Hallo Oliver
Zugegeben, wenn ich mir so meine Belegstücke aus Sardinien anschaue, optisch schon, aber ist es wirklich ein Rest vom "Urbecher". Sie kommen zwar in der Lausitz vor, aber: Funde von Archaeocyathiden kamen hier nur in den sog. unterkambrischen Eodiscidenschiefern bei Bohrungen zum Vorschein. Diese Schiefer erstrecken sich von Leipzig bis Doberlug-Kirchhain bzw. auch im Untergrund von Görlitz. Bei Niederludwigsdorf (Görlitz) treten diese Schichten zu Tage, dies ist/war der einzige Ort in Ostdeutschland. Ob diese Stelle heut noch zugänglich ist, weis ich nicht, schon in den 90iger Jahren war es schwierig (Naturschutz, Anglerverein). Lt. Aussage einiger Sammler wurden direkt in diesem Bruch keine Funde von Archaeocyathiden gemacht. All so Funde in Schiefern bzw. in Kalken ( Sardinien, Schweden usw.), hier haben wir aber ein Silizit - einen Hornstein mit Chalcedon, Achat- vorliegen. Hornsteinfunde mit Faunen- und Florenelementen aus verschiedenen Zeitaltern werden ja regelmäßig in Lausitzer Kiesgruben gefunden. Weit häufiger kommen aber nur Silizite vor die keinerlei fossile Reste beinhalten bzw. wo der fossile Inhalt fraglich ist. Deutungen sind dann meist spekulativ, hier wurde ja über Schwamm, Koralle, Ceratit auch so einiges angeboten! Gruß aus der Lausitz Werner
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Hallo Werner,
danke für die ausführlichen Infos !
wegen dem Silizit, da wollte ich ohnehin schon fragen, obs den in dieser Ausprägung überhaupt aus dem Kambrium der Lausitz gibt .....
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Hallo
@ Oliver, danke, ich hatte auch im Netz nach den Archaeocyathiden geschaut und das eine Bild sah fast genauso aus, halt nur Komplett(Oval) und ein Gelber/Orangener Punkt war auch im Zentrum des Abdruckes. Dieser war aber auf einer Art Schiefer.
@ Werner, danke auch von mir für die ausführlichen Infos. Also ist eine Bestimmung des Stückes kaum oder schwer Möglich zumal ja auch nur ein Teilabdruck vorliegt.
Gruß Christian
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Also ist eine Bestimmung des Stückes kaum oder schwer Möglich zumal ja auch nur ein Teilabdruck vorliegt.
würd ich so nicht sagen - nur, bei fotos ists halt oft schwierig, bzw. immer schwieriger, als wenn man das Stück im Original vor sich hat.
hast du eventuell die Möglichkeit, das Fossil mal im Original einem Paläontologen vorzulegen ?
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Hallo Oliver,
leider kenne ich keinen Paläontologen hier in der Nähe, werde das Stück aber mal am 15.08.2015 mit zur 11. Lausitzer Mineralienbörse nehmen evtl. ist ja ein Paläontologe vor Ort.
Gruß Christian