Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: Stefan am 25 Nov 15, 11:32

Titel: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Stefan am 25 Nov 15, 11:32
Hallo,

es wurde die Frage gestellt wie die Altersstruktur unserer Sammler so aussieht. Sammler sind das Rückgrad der Vereine und damit auch zahlreicher Börsen. Es wäre doch mal interessant wie wir so aufgestellt sind.

Klickt, so Ihr mitmachen wollt, einfach auf den Bereich in dem Ihr Euch findet. Die bisherigen Ergebnisse werden Euch nach der Abstimmung angezeigt.

Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: dorypterus am 25 Nov 15, 13:13
Hallo Freunde,
da die wenigsten Mitglieder in unserem Verein einen PC besitzen würde ich gern für diese auch mit sprechen.
wir haben 1 Mitglied unter 20 Jahre , 5 Mitglieder bis 65 Jahre und 8 Mitglieder über 65 Jahre.
Grüsse vom Kyffhäuser
matze
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Stefan am 25 Nov 15, 13:25
Hallo Matthias,

ja das könnte ein Problem sein und die Statistik deutlich verfälschen. Wir können natürlich nur die im Internet aktiven Leute erfassen. Ich denke auch, dass gerade in den Vereinen ein Bild im oberen Drittel der Altersspanne zu finden ist.

Grüße Stefan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: cmd.powell am 25 Nov 15, 16:26
Hallo Matthias,

ja das könnte ein Problem sein und die Statistik deutlich verfälschen. Wir können natürlich nur die im Internet aktiven Leute erfassen. Ich denke auch, dass gerade in den Vereinen ein Bild im oberen Drittel der Altersspanne zu finden ist.

Grüße Stefan

Streich das "könnte" und ersetze es durch ein "ist"! Wenn ich mir das bisherige Ergebnis so anschaue, sehe ich eher "die Altersstruktur der im Internet aktiven Sammler" als die "Altersstruktur der Sammler". Bei uns im Verein bin ich mit 44 der Jüngste, (fast) alle anderen sind über 65.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 25 Nov 15, 16:31
Ihre zusätzliche Kommentare sind genau so interessant als die Statistiken!
Bitte schreib mehr :)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: neuron am 25 Nov 15, 16:51
ich persönlich finde das Cluster 30 bis 65 als zu grob. Da wären ein Vater und sein Sohn in derselben "Altersklasse", was sagt das aus ?
Es wäre imho aussagekräftiger, wenn man das in 30 bis 45 und evtl. 46 bis 65 aufteilen könnte. vielleicht sogar auch 5 Cluster:

unter 25
26 bis 40
41 bis 55
56 bis 65
über 66

just my 2 cents ...

Swen
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 25 Nov 15, 17:18
Stimmt Swen, die mittlere Gruppe ist gross. Die 65+ Gruppe ist aber auch sehr gross. Immer grosser.
Vater und Sohn können beide im mittlere Gruppe drin sein, aber die "Generation-Z" nicht. Die ist junger.

Die Verteilung ist grob (auch im marketing sind die Meinungen verschieden),
aber ist so gewählt weil die oft benützt wird und es da viel Literatur mit Vergleichsdaten gibt.
- "Generation X" baby boomers ; die jetzt so langsam in der Rente gehen oder sind
- "Generation Y" millennials ; die jetzt arbeiten sage ich so mal kurz
- "Generation Z" die so +/- bis 30 ; jugendliche und studierende und die im ersten job anfangen
"Die Jugend hat die Zukunft" : übersetze ich das so richtig aus Holländisch?

Es freut uns wenn viele abstimmen!
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Collector am 25 Nov 15, 17:25
Hallo Stefan

Sorry.  Mir erschließt sich der Sinn dieser Umfrage nicht   ???.   Will die Münchner Mineralienmesse jetzt von Dir wissen, ob man gezielt eine Börse für junge oder für alte Sammler machen soll ? 

Gruß
Peter
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 25 Nov 15, 17:32
Antwort ist sehr einfach: nein.

Wir freuen uns nur wenn so viel wie möglich Mineralienatlas Mitglieder abstimmen. Hab' Vertrauen, hab' Vertrauen ;)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: 2045 am 26 Nov 15, 08:47
Nette Idee, die Aufteilung ist aus meiner Sicht aber nicht ideal. Man braucht sich ja nur das Ergebnis ansehen. Das derzeitige Ergebnis ist in der mittleren Gruppe eigentlich nicht aussagekräftig. Der Überwiegende Teil ist in der Gruppe 30 bis 65. Das wäre ja eigentlich ein schönes Ergebnis, könnten ja viele erst knapp über 30 sein, dann bräuchte man sich vermutlich um die Zukunft nicht so viele Sorgen machen. Tatsächlich wird es aber vermutlich so sein, das der überwiegende Teil über 50 ist, und das ist dann schon recht dramatisch. Allfällige Verfälschungen, vor allem von der nicht im Internet so stark vertretenen Gruppe der über 65 , ausgenommen.
Der Altersschnitt bei Vereinen im Umfeld von Wien ist Großteils dramatisch hoch. Einige wenige, jüngere (um die 50) und die große Mehrheit weit über 65.

LG Markus
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 26 Nov 15, 09:04
Danke Markus für deine Meinung. Die mittlere Gruppe ist, wie gesagt, gross. Stimmt.
Ist aber bewusst so gemacht. Die Frage geht auch nach andere Foren. Und in der gleiche Aufteilung.
Es gibt hier im Forum momentan fast 7.000 Mitglieder.
1.650 davon waren im letzten Jahr eingelogged und aktiv im Forum.
Wenn davon 1.500 abgestimmt haben, werden wir ein kleines "essay" publizieren.
(ok, oder bischen schneller wenn weniger abstimmen, aber lassen wir noch eine monat oder so warten)
Ich bin mir sicher das "essay" wird dann Anlass sein für eine gute Diskussion.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Stefan am 26 Nov 15, 09:07
Hallo Peter,

nein es gibt keinen Auftraggeber. Es geht nur um eine allg. Interessensfrage ob die subjektive Meinung "Die Sammler sterben aus" auch durch zahlen belegt werden kann. Auch wenn die Statistik wenig aussagefähig ist, da bewusst sehr grob, ist es interessant zu sehen, dass die Leute unter 30 Jahren kaum vetreten sind obgleich sie im Internet doch stark aktiv sind.

Wäre es eine offizielle Frage, hätte ich das auch mitgeteilt. So wie wir bewusst keine verdeckte Werbung machen, sind wir auch nicht verdeckt für andere tätig.

Viele Grüße Stefan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: robodoc am 26 Nov 15, 09:08
Hallo Markus,

absolut korrekte Beobachtung, vermutlich sind mindestens 70% der Vereinsmitglieder und aktiven Sammler über 55 Jahre alt. Umso wichtiger scheint mir eine engagierte Öffentlichkeitsarbeit der Vereine, um mehr Jugendliche und Personen in der früheren Phase der Familienentwicklung anzusprechen. Ist ja schließlich ein Hobby, das man unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen bereits mit geländegängigen Kindern ausüben kann.

Gruß, Robert
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Nathan am 26 Nov 15, 10:14
Hallo,
mit meinen 17 Jahren bin ich sicher die Ausnahme. Ich kenne zwei Jugendliche, die auch Mineralien gesammelt haben. Doch dann kamen andere Interessen auf und traten in den Vordergrund. Wenn Jüngere sammeln, dann als Kinder. Doch mit steigendem Alter, lassen es immer mehr bleiben... Schade  :P
Gruß
Philipp
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: smoeller am 26 Nov 15, 11:01
Hallo,

Kann ich nur bestätigen. In meinem Verein (http://www.geo-ag-kiel.de/) bin ich mit 35 eines der jüngsten Mitglieder.


Glück Auf!
Sebastian
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: neuron am 26 Nov 15, 11:55
Hallo,

ich denke da kann jeder selbst dazu beitragen, daß der Nachwuchs sich für Mineralien und Fossilien interessiert und ich möchte dazu ermutigen, das auch zu tun.

Sehe das bei den Freunden und Freundinnen meiner Kinder (zwischen 6 und 10). In diesem Alter sind sie sehr begeisterungsfähig. Beim letzten Kindergeburtstag gab es als Beigabe für die Geschenketüte der Gastkinder einen kleinen Beutel Trommelsteine. Da ging das Getausche schon 5 Minuten später los. Auch beobachte ich, daß wenn unsere Kids Besuch haben, der Gang regelmäßig ins Untergeschoß führt, wo sie dann mit großen Augen vor den Steinvitrinen und Regalen stehen. Sage dann immer deutlich "die Stufen der unteren Regale dürft ihr auch anfassen" was dann auch gerne angenommen wird.

Und wenn ich merke, daß da wirkliches Interesse bei den Gastkindern besteht, dann gibts auch etwas aus der Geschenkekiste wie Kleinstücke Pyrit, Achat oder auch mal einen Belemniten oder eine andere Versteinerung. So kann man die Saat für neue Generationen von Mineralien- und Fossiliensammlern sähen, und es kostet nicht viel materiellen oder zeitlichen Aufwand. Zudem macht es Spass, die funkelnden Augen zu sehen  ;)

Gruß,

Swen

Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: cmd.powell am 28 Nov 15, 16:36
Moin

Ich kann nur Zustimmen, das die Alterseinteilung zu grob ist. Der Bereich 30 - 65 ist kaum Aussagekräftig. Ich kann mir Vorstellen, das es durchaus viele jüngere Sammler gibt, die sich aber nicht in das Schema dieser Umfrage zu erkennen geben. Nicht jeder Sammler ist zwangsläufig hier im Forum aktiv, die Pre-Internetgeneration dürfte auch untervertreten sein. In der gewählten Altersspanne bewegt sich genau die Gruppe von Sammlern, die auch am aktivsten sein kann: Berufliche Ausbildung abgeschlossen, festes Arbeitsverhältnis, Führerschein und Fahrzeug vorhanden, wahrscheinlich Familienplanung abgeschlossen, vertraut im Umgang mit modernen Medien (Internet) - logisch, das die bei 75% liegen. Ich fürchte, das sich aus der Umfrage faktisch nichts ableiten lassen wird, da zu wenig Daten erhoben werden.

@Swen: Pre-Pubertäre Jugendliche und Kinder sind leicht zu begeistern. Mit einsetzen der Pubertät wird jedoch der große Resetknopf gedrückt und die Karten neu gemischt. Versuch mal, 13 bis 17-Jährige zu begeistern und dann sprechen wir uns wieder.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 28 Nov 15, 21:49
Ist für unseres Ziel prima und ausreichend Markus. Bewusst so gemacht.
sehe https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,40659.msg291613.html#msg291613
Wenn du mehr detailliert Info brauchst, kannst du gerne eine eigene poll anfangen ;)
(ist als witz gemeint, nichts für ungut)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: eddi am 30 Nov 15, 16:13
Zitat von Stefan:
Es geht nur um eine allg. Interessensfrage ob die subjektive Meinung "Die Sammler sterben aus" auch durch zahlen belegt werden kann.


Die zunehmenden Sammelverbote dürften da eine Rolle spielen.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: neuron am 30 Nov 15, 16:57

@Swen: Pre-Pubertäre Jugendliche und Kinder sind leicht zu begeistern. Mit einsetzen der Pubertät wird jedoch der große Resetknopf gedrückt und die Karten neu gemischt. Versuch mal, 13 bis 17-Jährige zu begeistern und dann sprechen wir uns wieder.

Da wirst Du wahrscheinlich recht haben, aber wenn von 10 Jugendsammlern nur einer nach der Pubertät übrig bleibt, ist das immer noch besser als garnichts zur Erst-Begeisterung beigtragen zu haben. Denke ich zumindest.

Gruß,
Swen

PS: Das war mein 100ster Post  !!! Tätäää ! Gibts jetzt vom MinAtlas ne Geschenkebox oder nen schönen einheimischen Rhodochrositen oder so ?  ;)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Alcest am 30 Nov 15, 18:29
Hallo,

mit Mitte 20 habe ich auf Börsen schon häufig: "schön, dass es noch Sammlernachwuchs gibt" gehört. Ich kenne durch mein eigenes Studium auch zahlreiche Geologie- und Mineralogiestudenten - einen Sammler oder eine Sammlerin mit mehr als 5 zu Erinnerungszwecken gesammelten Steinen habe ich bisher jedoch nicht getroffen. Im Rahmenplan des Studiums habe ich 40 'wichtige' Mineralarten kennengelernt. Im 4. Semester Lagerstättenkunde erkannte außer mir dann keiner einen Baryt...

Die meisten sind von meiner Sammlung (fast alles zusammengekauft - daher auch schön bunt) zwar begeistert, sagen zu 90% jedoch: "Mineralogie im ersten Semester war scheußlich, daher besteht kein Interesse, sich damit in der Freizeit auseinanderzusetzen".

Warum ich explizit die Studenten benenne: ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt, heute interessiert sich niemand mehr dafür. Du bist in den letzten Jahren der einzige Student mit so einer Begeisterung."

Gruß
Jan

Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 30 Nov 15, 18:38
Danke für eure Gedanken!
Solche Reaktionen sind sehr hilfreich.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: skibbo am 30 Nov 15, 20:45
Zitat
ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt,...."

Früher hat man als Diplomand auch noch Geländetage gesammelt und wollte überall dabei sein, heute als Bachelor/Master sammelt man bloß noch Kreditpoints. Und wenn eine Geländeübung nicht ausreichend Punkte bringt, macht man eben keine sondern setzt sich in den warmen Hörsaal und erträgt "Altlasten".  ;D

Der Baryt ist übrigens nicht das einzige Beispiel, schon bei der Unterscheidung von Quarz und Calcit wirds schwierig...

Das ist traurig und besorgniserregend.

Grüße,
Stefan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Alcest am 30 Nov 15, 21:08
Hallo Stefan,

...und erträgt "Altlasten".  ;D

Ich als alter Giftliebhaber würde mich über mehr Altlastenkurse freuen. Das würde mich mehr erfüllen als manch anderes wissenschaftliches Fach... Aber da hat ja jeder andere Präferenzen ;-)

Über die Thematik Bologna hole ich lieber nicht aus - die Aufregung möchte ich diesem Thread ersparen.

Gruß Jan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: giantcrystal am 30 Nov 15, 21:49
Hallo aus Mittelfranken

um auch noch meine zwei Cents dazu beizutragen :

Ab und zu nimmt ein Geologiestudent oder auch schon Absolvent Kontakt zu mir auf und will in der Exploration arbeiten. Ich frage dann immer, wie man Bleiglanz von Pyrit unterscheidet. Ganz erstaunlich, was da alles an Antworten kommt...ganz selten ist die Antwort sogar richtig (Spaltbarkeit)

Auf jeden Fall kann ich jedem Geologiestudenten nur empfehlen, frühzeitig mit dem Mineraliensammeln anzufangen. Schaden kann es nicht...aber wem sage ich das hier ;-)

Mit etwas traurigem Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Gerhard am 30 Nov 15, 22:02
Und warum gibt es keinen -Nachwuchs- mehr???? Ja es ist eine Tatsache ,die aktiven Sammller -mit Hammer usw- werden immer weniger
Seid doch mal alle ehrlich -die Glitzerwelt auf Börsen ,da sind viele begeistert und wollen selber sammeln.....  Die Realität sieht doch dann
ganz anders aus. Die Enttäuschung ist oft groß. Und so ist es wiederum einfach mit einem Klick ins Internet und es können kg-weise
Mineralien auch für wenig Geld bestellt werden -per Post geliefert bis vor die Haustür.
Und die Steine und Mineralien die man selber gefunden hat werden abgetan mit ......
Und ich ein noch!!!! aktiver Sammler bin über 65 ??? Werde alleine in der Natur nachschauen und nachforschen......aber nicht ewig
ich kann auch keinen so richtig überzeugen bei all  den Regeln -Geboten-  Verboten ?! Und nach der Frage -wo ist was zu finden- kann ich nur
sagen -Es ist alles verboten- Sei es man nimmt an eine geführte und genehmigte Exursion teil.
Sammeln ist mit Risiko verbunden, denn es gibt allein in Sachsen/ Vogdland
ca 184 Landschaftsschutzgebiete
ca 260 Naturschutzgebiete
        1 Nationalpark
Dazu kommt noch das Landesforstgesetz Sachsen -------und mit den dazugehörigen Bußgeldern, die zum  Teil sehr hoch sind.
So ist es verboten Bodenbestandteile unbefugt zu entnehmen ,und das sind eben eben Steine und Mineralien. Das Busgeld 40 bis 1000 Euro
und wenn Teile von Waldsträucher -Bäume  entfernt , entnommen werden dann steht die Eurozahl 50 bis 2500
Naja wie oben erwähnt es ist ja noch erlaubt auf Börsen zu kaufen -zu sammeln, Und Börsen gab ,gibt es ja genug -2015 in Deutschland
allein ca 174-und dann noch die Mineralshops
Also was sagt die Statistig aus --- Ja die aktiven Sammler werden immer älter ,werden eines Tages nicht mehr da sein, die  mühevoll
gesuchten Minerale werden in alle Richtungen verstreut zu finden sein
Und das Forum wird um ein Wort erweitert mit Börsenforum international (Minerale aus aller Welt)
Gesammelt wird immer ,nur dann in einer anderen Beschaffungsart, eben global
 Gruß Gerhard


Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Vertip am 30 Nov 15, 22:05
Ich wollte mich auch mal äußern  :)
Ich bin 15 Jahre alt und sammle schon seit einiger Zeit.
Ich denke nicht das ich nach der Pubertät aufhören werde  ;D
Allerdings kenne ich keine anderen Sammler in meinem Alter  :(
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Rübezahl am 01 Dec 15, 00:34
Hallo,
Wollte mich auch mal dazu äußern:
Ich selber bin 28 Jahre und gehe jedes Wochenende mit meinen Kumpel 30 Jahre Steinesuchen.
Gelegentlich nehme ich meinen Bruder 18Jahre(Generation I-Phone) mit...der funke ist aber noch nicht übergesprungen ;D
Ich bin erstaunt das mann bei uns im Erzgebirge immer noch etwas finden kann obwohl zig Generationen vor uns jeden Stein schon einmal umgedreht haben.
Bei uns im Erzgebirge ist Bergbau und das Sammeln von Mineralien tief verwurzelt.
Ich kenne kaum einen Opa oder älteren Mann der früher in der DDR nicht aktiv gesammelt hat(und sich etwas dazuverdient hat) und seine Erfahrungen jetzt gerne an die jüngere Generation weitergeben möchte.
Gerade in unserer Region ist die Fundstellendichte sehr hoch und es können gelegentlich immer noch schöne Minerale gefunden werden.
Das sammeln wird bei uns stellenweise geduldet(z.B. Stb.Bögl,Dörfel) aber auch stellenweise scharf überwacht(Wiesenbad,Steinbruch an der Hakenkrümme in Aue)
Ich bin oft stundenlang unterwegs auf der Suche nach neuen Fundstellen ohne dabei auch nur ein schönes Mineral zu finden.
Dabei erfreue ich mich aber an der Natur und lerne immer neue Ecken meiner Heimat kennen.
Gerade diese Form von Romantischer-Natur-Begeisterung kann ich bei der noch jüngeren Generation überhaupt nicht mehr finden.
Das Problem der Generation(I-Phone und Internet) ist nicht das Sammeln selber sondern die damit verbundenen Strapazen.Heute muss alles Schnell und noch schneller gehen.Wer will schon stundenlang potenzielle Fundgebiete absuchen und dann ohne ein schönes Stück nach Hause gehen.Oder "Tonnenweise" Erde bewegen um an eine Erzader oder Kluft zu gelangen.Oder schwere Rucksäcke schleppen etc.etc.


Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Brodi69 am 01 Dec 15, 14:17

Leider ändern wir mit diesem Treat nichts, da muss man schon selber initiative ergreifen. Ich führe deshalb jedes Jahr ein bis zwei Schulklassen in die Alpen zum Mineralien suchen und sammeln... auch wenn ich keine Statistik über die Wirkung machen kann, so bin ich doch der Meinung, dass sich dieses Engagement auf jeden Fall lohnt ! Nachmachen ist erlaubt und erwünscht  ;D

Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 01 Dec 15, 14:32
Genau Christian.
Sehr gut!

(bleibt alle bitte abstimmen und diskutieren, danke)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: ger steinn am 01 Dec 15, 15:10
Das Nachwuchs-Problem setzt aus meiner Sicht auf mehreren Ebenen und viel grundlegender an.
Zum einen die grundsätzliche heutige Unterpräsenz der Erdwissenschaften bzw. der Naturaliensammelei im Allgemeinen.
Zu meiner Schulzeit (ich bin Jahrgang '79) gab es noch geologische und biologische Schulsammlungen, mein erster Kontakt mit der Materie. Aber selbst damals wurden die geologischen Stücke kaum in den Unterricht eingebunden – sie waren schlicht nicht mehr im Lehrplan. Wenigstens im Biologieunterricht sind wir noch raus gegangen und haben selbst Blätter und Pflanzen gesammelt und präpariert/archiviert. Gibt es das heut noch?
Zudem kommen im öffentlichen Leben und in den Medien Mineralogie/Geologie thematisch quasi nicht vor. Archäologie und Paläontologie okay, aber "Steine sammeln" - das muss ich fast immer grundsätzlich erklären und die meisten verstehen's trotzdem nicht.
Also wie soll dann ein Grundinteresse an der Materie, aus der eine Sammelleidenschaft  erst wachsen kann, entstehen?

Wenn, dann nur durch persönliche Kontakte und schnelle Sammelerfolge. Da sind wir schon bei dem Punkt, den Gerhard bereits angesprochen hat. Besteht ein Grundinteresse, dann erwarten Anfänger schnelle und möglichst attraktive Funde, doch wo gibt es die noch, selbst bei fachkundiger Führung? Und wo darf man überhaupt noch legal sammeln, wenn in Steinbrüchen Kameras installiert werden und selbst auf Althalden der Wachschutz patrolliert?! Der Rückgang der Fundstellen und Fundqualitäten dünnt schon die Zahl der langjährigen Sammler im Feld aus, wie frustrierend muss es dann erst für einen Anfänger sein und da spreche ich aus eigener Erfahrung? Strapazen werden für andere Outdoor-Aktivitäten auch auf sich genommen. Aber beim Klettern, Wandern oder Geocaching ist das Erfolgserlebnis eher garantiert, genau wie die gesellschaftliche Anerkennung.

Zudem, und da sind wir wieder bei der Generation Iphone, leben wir in einer Zeit rapide zunehmender Virtualisierung. Musik, Bilder, Videos, Bücher (bis hin zu Sozialkontakten), alles passt auf winzigste Datenträger mobiler Endgeräte, keiner braucht es sich mehr materiell zuzulegen. Der Bezug zum „Greifbaren“ schwindet, Dateien in Terra Byte Größe anhäufen ist ganz normal, aber eine Sammlung von hunderten/Tausenden Tonträgern, Büchern oder eben Mineralien – anachronistisch.
Selbst von älteren Bekannten, Kollegen, Freunden höre ich oft – „Wo willste nur hin mit dem ganzen Zeug“? Sammelgut wird als Belastung empfunden, nicht als Bereicherung des Lebens. Klar, wenn man schon in jungen Jahren unter Stress und Reizüberflutung leidet, zudem später vielleicht beruflich aller zwei Jahre umziehen muss, wo bleiben da noch Raum und Muse für dieses "unzeitgemäße Hobby"?!

Meine (bewußt provokante) Prognose: in 20-30 Jahren kommen Börsen und selbst der Internet-Handel zum erliegen, in spätestens 50 Jahren sind wir Mineraliensammler ausgestorben.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 01 Dec 15, 15:52
Karsten, was du jetzt beschreibst, war für mich anfang november Anlass, an zu fangen ein kleines "essay" zu schreiben,
 und jetzt hier ein bischen an Daten und Meinungen zu sammeln: meine Gedanken zu prüfen an die Gedanken von euch.

Gut: mein 'essay' ist am moment in English geschrieben ; Stefan hat's schon gelesen, muss dann noch mal auf Deutsch übersetzt werden.
Mit meine schlechte Deutschgrammatik, kann ich das am besten nicht selbst tun.

Nochmals, danke alle bis jetzt für eure Meinungen und Gedanken, und bitte, schreib weiter und stimm ab !
Zusammen finden wir vielleicht auch Lösungsrichtungen...
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: cmd.powell am 01 Dec 15, 16:49
Moin

Zum Thema Mineralien im Studium kann ich auch noch einiges sagen: Zu meinen Studienzeiten gab es noch Mineralogie als eigenständigen Diplomlehrgang. Es war üblich, bei dem Kurs "Einführung in die Kristallographie" passende Mineralien aus der Uni-Sammlung zu zeigen, was bei mir letztlich des Mineraliensammeln ausgelöst hat. Auch einige Kommiliton(in)en habe nebenbei den einen oder anderen Stein eingesammelt, wirkliche Begeisterung habe nur ich entwickelt (was nicht nur für meinen Jahrgang, sondern für etliche Jahrgänge davor gilt, kurz, eine echte Ausnahmeerscheinung). Kurz vor meinem Diplom wurden dann die Lehrgänge Geologie, Kristallographie und Petrologie zu Geowissenschaften zusammengefasst. Im Zuge der Zusammenfassung wurden einige Lehrgänge gestrichen bzw. stark eingedampft, vorzugsweise bei der Kristallographie, so das in den Vorlesungen aus Zeitgründen gar keine Handstücke mehr gezeigt werden können! Wenn man schon in den entsprechenden Studiengängen durch straffe Organisation (was ansich ja nicht schlecht ist) von der eigentlichen Forschungsmaterie abgeschirmt wird, wundert es nicht, das aus diesem Bereich kaum Sammelbegeisterte kommen.

Aber auch in der "guten alten Zeit" waren echte Sammler an der Uni Hannover selten. Falls alle meiner Kommilitonen haben im "Klötzchenkurs" nicht die Eigenschaften der Minerale gelernt, sondern sich die Positionen der Proben in der Kiste gemerkt. Blöd nur, das sich die Professoren in den Prüfungen gerne mal andere Stücke aus der Sammlung genommen haben, da kam so mancher "GPS'ler" ins schleudern...
Dabei kann man nicht behaupten, die Dozenten wären den Sammlern gegenüber nicht aufgeschlossen (Achtung: Doppelte Verneinung), ganz im Gegenteil: Prof. Eberhardt bzw. jetzt Prof. Buhl freuen sich über jeden, der "wahre" Begeisterung für die Materie mit bringt.

Was soll man auch von einer Gesellschaft erwarten, die als Werte vermittelt, das Menschen, die sich allgemein für Naturwissenschaften und/oder Technik interessieren, als "Nerds" bezeichnet werden. Typen, über die sich in billigen US-Serien lustig gemacht wird und die nie eine Frau ins Bett bekommen. Dafür werden als erstrebenswert Finanzjongleure oder Fußballer empor gehoben und zu Preisen gehandelt, bei denen ich innerhalb eines Jahres mindestens DAS Mittel gegen Krebs bzw. die Vereinigung von Quantentheorie und Relativitätstheorie erwarten würde. Und in so einem Umfeld sich tatsächlich noch selber die Finger dreckig zu machen und sich für Dinge zu interessieren, die wohl die soziale Stellung eines jeden Heranwachsenden negativ beeinflusst, gebührt meines höchsten Respekts und Anerkennung und ich kann nur jedem Mut zusprechen, diesen Weg zu gehen. Auch wenn man vielleicht nie so gut bezahlt wird wie Bänker oder Fußballer, so sind die "Nerds" von heute genau die Menschen, die unsere Gesellschaft in der Zukunft nach vorne bringen werden. Schade nur, das dieses Bild, diese Wahrheit, in unserer Gesellschaft nicht auch so vermittelt wird.

Soviel aus meiner Sicht zum Thema: Warum sterben die Sammler aus (sofern sie das wirklich tun).
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Nathan am 01 Dec 15, 17:53
Hallo,
ich nochmal.  ;D
Wenn meine Freunde zu mir kommen und zum 1. mal mein Zimmer betreten, ist die erste Reaktion immer: WOW was ist das denn. Doch selber anfangen...ach naja... Dabei muss ich noch anmerken, dass ich inkl. Freunde von einem nat. Gymnasium sind, also das wissenschaftliche Interesse schon gegeben ist. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die "Begeisterung" bei Schülern anderer Schulen ausfällt.
Was ich noch anmerken muss: nicht nur, dass es kaum noch lohnenswerte Fundstellen gibt, die dann noch an ein "Kind" weitergegeben werden. Das finde ich sehr schade, denn wer soll das Wissen sonst bewahren?
Sondern auch Literatur ist nur schwer zu bekommen. Ich konnte zwar den Rösler in der 5. Aufl. erstehen, doch beim Ramdohr reichte es nur für ein zerfledertes Buch der 1. Auflage von 1950 gereicht (daher auch mein Aufruf im MA  ;) ). Für Jugendliche ist es kaum noch möglich an Fachbücher zu kommen, da diese meist nich vor meiner Geburt nicht mehr verlegt wurden. Das erschwert auch die Aneignung des Wissens. Natürlich könnte ich in die Bibliothek gehen und es dort lesen. Aber ich fahre doch nicht immer 1 h. Es im Schrank stehen zu haben und jeder Zeit darin Blättern zu können, ist viel schöner.
Bei Bio/Chemie Fachbüchern ist das einfacher. Diese gibt es zu Scharen. Das ist natürlich dem deutlich größeren Interesse geschuldet. Schade... :P
Vom Thema Mineralogie Studium habe ich mich gänzlich verabschiedet. Da gehe ich lieber in die Chemie. Denn die ist ja mein zweites Hobby. Ach ja das Studium... Als ich gehört habe, dass man sich den Studienplatz auch mit nem NC von Schlag-mich-Tod bekommen kann, wenn das nötige Kleingeld stimmt, habe ich eh den Glauben an die Vernunft des Menschen quasi gänzlich verloren. Aber was willste machen?
Naja so viel vorerst.
Grüße und viel Glück beim Essay!
Philipp

PS: und ja ich bin auch aus dieser ominösen "iPhone-Gesellschaft"  ;D. Wobei ich sagen muss, das dadurch die Bestimmung und Recherche deutlich erleichtert wird.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 01 Dec 15, 17:53
Ps, mein Thema war/ist nicht: "sterben die Sammler aus", aber die Frage verstehe ich.
Zu dieser Frage: ja, wir alte Mineraliensammler sterben langsam aus, und es komme Jungere dazu,
was mich aber interessiert (ich bin Baujahr 1970) ist: wieviel junge Mineraliensammler gab es früher, und gibt es jetzt dann weniger junge Mineraliensammler?

Ich mache mal Unterschied zwischen Sammler, und Mineraliensammler jetzt.

Wenn ich nach meine Jugendzeit zuruck fliege, dann hat (fast) jeder in meiner Jugendzeit etwas gesammelt. Briefmarken, Fussballkarten, Streichholzdosen, was auch immer, aber, etwas. Ich habe das Gefühl, bitte korrigiere mich, das im allgemeinen aber viel weniger gesammelt wird. Vielleicht sammelt man heutzutage vor allem "Status"?

(edit, Philipp, wenn du pdf literatur brauchst, ich habe einiges...)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Sebastian am 01 Dec 15, 18:23
Hallo,
Warum sollte man sich vom Min. Studium abbringen lassen? Das ist eine sehr komische Ansicht, Argumente gibt es dafür kaum.
Und das Verleger sich nach den Gesetzen des Marktes handeln ist auch nichts neues. Angebot und Nachfrage.
Also mir wird hier zuviel geseufzt. Ist doch recht egal wie viele sich dafür interessieren, geht raus und sammelt Steine. Im Idealfall zeigt ihr das auch anderen und begeistert sie damit. Wenn nicht, auch egal.
Gruß Sebastian, 22
P.S.: Im Erzgebirge gibt es überhaupt keinen Mangel an Sammlern. Und auch nicht an Fundstellen, auch wenn es weniger werden. Die Region spielt natürlich auch eine Rolle.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Nathan am 01 Dec 15, 19:04
Hallo Sebastian,
das es manche Verleger erwischt, ist gewiss nichts Neues. Doch ist es immer schwerer an Literatur zu kommen. Da diese nicht mehr verlegt wird, es keine neuen Bücher gibt, bleibt nur der Weg ins Antiquariat, wo die Preise meist exorbitant hoch sind. Und jeder schöne Stein, gewinnt mit Wissen das man um ihn erwirbt. Man muss sich ja auch mit der Theorie auseinandersetzen. Daher mein Einwand.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 01 Dec 15, 19:05
Bzl. Geomineralogisches Studium
sehe http://www.geosociety.org/gsatoday/archive/25/12/article/i1052-5173-25-12-36.htm
"up to 185.000 new geoscientists will be needed. Graduation rates in U.S. geoscience programs are slowly increasing but still lack the capacity to produce such numbers by 2022. The result is a projected shortfall of 135.000 trained geoscientists within the next decade".
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: gsiberger am 02 Dec 15, 14:13
Hallo,

ich stimme Sebastian da voll und ganz zu. Auch in den Alpen gibt es recht viele, die bereits jung mit dem Strahlen beginnen. Und noch mehr, die dann mit 30 aufwärts auf den Geschmack kommen. Ich gehe keinesfalls davon aus, dass in 50 Jahren Mineraliensammler ausgestorben sind. Die Nachfrage mag vielleicht gerade schwach sein, doch das kommt garantiert wieder.

Die Popularität der verschiedenen Hobbys schwankt nun mal wie alles andere auch. Gerade jetzt wo die Zahl der Alpinsportler stark steigt (insbesondere Klettern) und Sport in der Natur "in" ist, wird früher oder später auch die Zahl der Mineraliensammler wieder steigen. Es kommen einfach viel mehr Leute in Kontakt mit der Materie und die saugts dann wie uns in das schwarze Loch, genannt Mineralien sammeln. Da gibts kein Entrinnen  ;D

Das Geologiestudium in Wien ist jedenfalls gut gefüllt, kann ich euch berichten.

Grüße,
Johannes (24)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: ger steinn am 02 Dec 15, 15:26
Wenn ich nach meine Jugendzeit zuruck fliege, dann hat (fast) jeder in meiner Jugendzeit etwas gesammelt. Briefmarken, Fussballkarten, Streichholzdosen, was auch immer, aber, etwas. Ich habe das Gefühl, bitte korrigiere mich, das im allgemeinen aber viel weniger gesammelt wird. Vielleicht sammelt man heutzutage vor allem "Status"?

Das ist auch meine These, dass das systematische Sammeln an sich, aber besonders das Sammeln von Naturalien (Mineralien, Fossilien, Insekten, Pflanzen etc. pp) bei der Generation <29J stark nachlässt.
"Gesammelt" werden heute eher Eindrücke/Erlebnisse/Abenteuer, gerne auch gebannt auf jpg und mp4, zum upload auf Whats App und Youtube. Sehe das ganz ohne Wertung, die Zeiten ändern sich halt.

Ich glaube auch nicht, dass man durch Alpinsport zum Mineraliensammeln findet. Die Kletterer in meinem Bekanntenkreis jedenfalls hätten zuallerletzt die Geduld tagelang nach Klüften zu suchen und sie mühselig zu entleeren. In der Zeit könnte man ja sieben Routen gehen und sechs Gipfelbucheinträge schaffen...

Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: neuron am 02 Dec 15, 16:41
Ich sehe es nicht ganz so schwarz, kann aber nur für die Altersklasse 5-10 Jahre und mein direktes Umfeld im Erwachsenenkreis (35 bis 50) sprechen. Es scheint zumindest Ansätze eines Gegentrends in Richtung "zurück zur Natur", zu Sport und zu handfesten Hobbies als Ausgleich zum virtuellen Overflow zu geben.  In den Sportvereinen für Kinder und Jugendliche, genauso wie bei den ortsansässigen Pfadfindern, freiwillige Feuerwehr, Rettungsschwimmer, etc. kommt man mitlerweile nur noch mit Warteliste rein. Einige langjährige Berufstätige im Bereich Banking und IT wechseln mit Mitte 40 die Branche, "Verlassen die Tretmühle" und schulen auch komplett um (Banker zu Shiatsu-Therapeut). Im Freundeskreis ist Freiklettern, Wandern, Skifahren angesagt wie lange nicht mehr. Selbst Spieleabende Doppelkopf (Ja, liebe Kinder, das kann man auch Offline spielen) etablieren sich. Ich denke die Jugend muß selbst auf den Trichter kommen, daß sich das echte Leben nicht auf kleinen Bildschirmen abspielt ...

Gruß,
Swen

PS: Kinder sammeln auch heute noch, z.B. Rewe-Sticker, Legofiguren, Muscheln und sogar Steine ...
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 02 Dec 15, 16:48
Fur Ramdohr
Sehe https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,40700.0.html
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 02 Dec 15, 16:57
Ich denke die Jugend muß selbst auf den Trichter kommen, daß sich das echte Leben nicht auf kleinen Bildschirmen abspielt ...PS: Kinder sammeln auch heute noch, z.B. Rewe-Sticker, Legofiguren, Muscheln und sogar Steine ...

Das sehe ich hier auch: Jugend/Kinder haben (fast) jeden Abend nach die Schule etwas zu tun. Judo auf montag, ballet dienstag, mittwoch cello spielen, donnerstag Fussball, freitag schwimmen, samstag sonntag entweder Fussbal wettkampf oder mit Eltern weg. Sammeln sehe ich aber keiner. Aber jeder hat ein anderes Sichtpunkt und andere Bekanntenkreis. Und... Die sind sogar noch mehr auf internet als ich. Wie die das alles machen? Wow, keine Ahnung. Time management pro?
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: ger steinn am 02 Dec 15, 17:21
Ich sehe es nicht ganz so schwarz, kann aber nur für die Altersklasse 5-10 Jahre und mein direktes Umfeld im Erwachsenenkreis (35 bis 50) sprechen. Es scheint zumindest Ansätze eines Gegentrends in Richtung "zurück zur Natur", zu Sport und zu handfesten Hobbies als Ausgleich zum virtuellen Overflow zu geben.  In den Sportvereinen für Kinder und Jugendliche, genauso wie bei den ortsansässigen Pfadfindern, freiwillige Feuerwehr, Rettungsschwimmer, etc. kommt man mitlerweile nur noch mit Warteliste rein. Einige langjährige Berufstätige im Bereich Banking und IT wechseln mit Mitte 40 die Branche, "Verlassen die Tretmühle" und schulen auch komplett um (Banker zu Shiatsu-Therapeut). Im Freundeskreis ist Freiklettern, Wandern, Skifahren angesagt wie lange nicht mehr. Selbst Spieleabende Doppelkopf (Ja, liebe Kinder, das kann man auch Offline spielen) etablieren sich. Ich denke die Jugend muß selbst auf den Trichter kommen, daß sich das echte Leben nicht auf kleinen Bildschirmen abspielt ...
Das ist es ja, was ich mit " "Gesammelt" werden heute eher Eindrücke/Erlebnisse/Abenteuer" meinte. Denn ob nun diese Erlebnisse mit oder ohne Netzupload gemacht werden - mit Suchen und Sammeln i.u.S  hat keine der von dir genannten Aktivitäten zu tun.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Kluftknacker am 02 Dec 15, 17:47
Sammeln ist halt "uncool" (geworden) 8)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Uwe E am 02 Dec 15, 19:19
Hallo,

Zitat
Sammeln ist halt "uncool" (geworden)

so isses, so'n Stein hat nun mal kein WLAN und einfach mal so die neuesten Dinger herunter laden geht nun mal nicht.

Ich hatte letztes Jahr einem Bergbauverein in meiner Region mehrere Kisten "Sammlerabfall" überlassen. Der Verein hat u. a. seit einigen Jahren einen Stand auf dem Weihnachtmarkt mit einer "Wühlkiste", in der kostenlos einheimische Mineralien für Kinder angeboten werden.
Leider sind überall die Funddichten sehr stark zurück gegangen, aber vielleicht hilft es trotzdem, den Heranwachsenden die Schönheit der Natur - in Form von "Steinen" - auf diese Weise näher zu bringen.

Grüße

Uwe
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: gsiberger am 02 Dec 15, 22:57
Ich glaube auch nicht, dass man durch Alpinsport zum Mineraliensammeln findet. Die Kletterer in meinem Bekanntenkreis jedenfalls hätten zuallerletzt die Geduld tagelang nach Klüften zu suchen und sie mühselig zu entleeren. In der Zeit könnte man ja sieben Routen gehen und sechs Gipfelbucheinträge schaffen...

Naja ich kann nur berichten, was ich selbst gesehen habe. Recht viele Strahler die ich persönlich kenne sind durch das Wandern bzw. Klettern zum Mineralien sammeln gekommen. Die haben dann meist bei einer Tour durch Zufall eine Kluft gefunden und sind dem Ganzen dann eben immer mehr verfallen. Oder eben über Kollegen die mit ihnen in die Berge gehen. Und je mehr Leute unterwegs sind, desto mehr stolpern mal über einen neuen Fund.

Wie gesagt, ich bin mir sicher, dass das ist nur ein momentanes Tief ist und sich das alles schnell wieder ändern kann! Es mag sein, dass es gerade etwas aus der Mode ist, aber kann auch schnell wieder "in" sein. Hier wird zu viel geseufzt wie Sebastian schön gesagt hat  ;D In der Schweiz sind jedenfalls echt viele Strahler unterwegs (auch unter 30-jährige), aber vielleicht ist die Situation in Deutschland ja tatsächlich ganz anders.

Schöne Grüße,
Johannes
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 03 Dec 15, 00:34
Nein, hat mit seuftzen nichts zu tun. Die Abstimmung ist da um mal bischen "objektive" Daten zu sammeln.
Wir fragen uns etwas, fragen uns ob die Frage stimmt, inventarisieren, wechseln Gedanken aus, suchen nach Antworten.
Das nennt man nicht seuftzen, aber das nennt man ein Sokratisches Gespräch. Jaja, alte Männer sagen das so.

"Geh' raus und sammle Mineralien". Klar. Gerne. Machen wir doch alle? Ich war samstag noch unterwegs.
Wir können (sollen?) das gute Vorbild sein, aktiv sammeln, jungere Sammler mitnehmen. Sicher.
Leider kenne ich keine junge Sammler hier. Möchte die gerne mitnehmen, aber es gibt die nicht. Ich bin mit 45 fast überall immer noch die jungste. Ausser eine einzige Ausnahme. Das war schon so wenn ich mit ca.15 anfangte zu sammeln, und ist immer noch so. Kann sicher regional sein, aber ich bin von ganz norden zum süden umgezogen und bin immer noch die jungste... Um mich her fast nur graue Haare. Mineralienclubs die aussehen wie Altersheime. Mineralienbörsen die aufhören, weil die Organisation zu alt ist um noch Tische zu tragen und keine Jugend um zu helfen. Ich geh' mal kurz durch die Kurve, aber junger als mich gibt's fast nicht. Und das, tsja, das bringt mir nicht zu seuftzen, weil ich einfach raus gehe zum sammeln, untertage, in die Berge, lange reisen, alles super. Aber es bringt mich Fragen... und ja, alles ändert. So, ich Frage mich, und euch, dann, in welche Richtung geht's?

Deshalb die Anfangsfrage "wie sieht die Altersstruktur unserer Sammler so aus". Lass uns die Frage nicht vergessen,
(bitte höfflich und sachlich bleiben, und) bitte alle abstimmen. Es gibt 1.650 aktive Mitglieder hier im MA, es können noch viele Abstimmen, und Ihre Gedanken aufschreiben.

Gerne nicht seuftzen, dann aber bitte positiv mitdenken  :-*
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Sebastian am 03 Dec 15, 07:09
Hallo Frank,
Ich meinte  mit seufzen nicht die neutrale Aufforderung abzustimmen. Sondern der Tenor sammeln ist uncool, alle Kinder spielen nur iPhod etc. soll doch jedem selbst überlassen sein. Und ja da gibt es einen krassen Unterschied zu früher. Es gab ne Zeit da war das richtig in. Siehe man auch an der Altersverteilung. Fakt ist, das Hobby an sich hat es schwer gegen die große Vielfalt an anderen Beschäftigungen.
Aber meine kerntehse ist eine andere: im Wandel der Zeit kann man nicht erwarten, nein, darf man nicht erwarten das sich nichts ändert. Wir müssen uns nur anpassen. Z.B übers Internet. Man muss weitere Wege in Kauf nehmen etc. nicht seufzen wie schön es früher war, sondern die die ebenso denken auffinden und mit denen etwas unternehmen. Das ist der Wandel der Zeit. Ganz austerben wird es nicht, nur weniger, aber vielleicht wird es auch wieder mehr und wir beschweren uns das alle uns das beste wegfinden :) . Also geht sammeln und genießt das Hobby und teilt eure Freuden mit denen die es auch genießen.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 03 Dec 15, 08:19
Ich fühle mich nicht angesprochen, es geht hier nicht um mich. Es geht hier um Gedanken auswechseln.

Aber "sammeln ist uncool geworden" könnte stimmen (und das hat nichts mit seifzen zu tun).
Früher sammelte jeder etwas (was ich vorher geschrieben habe), vielleicht auch für "status",
 und jetzt sammelt man "status" via "likes" auf Facebook, Instagram, Snapchat uzw. Ist die Zeitgeist. Panta rhei. Panta chōrei.

Konsequenz, es kommen fast keine junge Mineraliensammler dazu? Fragezeichen? Ich sehe fast keine aber bin nicht sicher. Deshalb frage ich hier nach den Altersstruktur. Und logisch fangt dann eine Diskussion an. Zuper. Das nicht jeder mit einander einverstanden ist, auch zuper. Bleibt aber bitte höfflich und sachlich.

Ich betreibe www.strahlen.org. Stefan betreibt www.mineralienatlas.de. Jolyon betreibt www.mindat.org.
(die Abstimmungsdaten sind noch wenig, aber die Tendenz ist schon ein bischen zu sehen)
Was können wir (mehr) tun als websitebetreiber?
Nichts tun? Ist eine prima Antwort. Einfach so weitermachen?
Etwas tun? Ist auch eine prima Antwort. Aber, was dann?
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Anatas am 03 Dec 15, 09:37
Vor 27 Jahren wurde ich durch meinen aktuellen und langjährigen Sammelpartner bei den Mineralienfreunden Diessen als
jüngstes Mitglied abgelöst ... heute ist er immer noch der Jüngste und ich der Zweitjüngste ... der "Rest" Sammler in Rente.

Bei den Münchner Micromounter sind einige "Jüngere" dazugekommen - da hatte ich meine Hände ein bisschen im Spiel,
da ich seinerzeit eine Verlegung der Anfangszeit der Vereinsabende nach hinten anstoßen konnte, somit war es auch für
Berufstätige möglich bzw. bequemer zu den Treffen zu kommen - aber auch hier überwiegend Sammler in Rente.

Bei den Pustertaler Mineraliensammler und den Ahrntaler Stoisuicher sieht man viele Jüngere - im Ahrntal/Lappacher Tal
hat das Sammeln Tradition und die Fundstellen liegen vor der Haustüre.
Allerdings sind diese jungen Sammler nicht im Netz unterwegs (in den Seiten-Tälern gibt es noch nicht viel schnelles
Internet wie mir scheint). 

Die vielen Sammelverbote  (was immer mehr Sammler auf weniger Fundstellen ausmacht <=> weniger Fundmöglichkeiten)
haben gewiss auch sehr viel mit dem Nachwuchs-Schwund zu tun.

Die heutige Y-Generation oder auch die Z-Generation, so wie ich Sie kennen lernte - sind überwiegend auf kurzfristigen
Erfolg ohne große Mühen aus ... Hier fährt keiner mehr 350 km (München - Ahrntal) um bei schweren Bergtouren meistens
NICHTS zu finden. Was soll man da auch groß twittern ... 700 km (hin und zurück) für nichts .. das kommt bei den Freunden
nicht gut an (Loser).

Ich weiß, das ist jetzt ein Pauschal-Urteil - denn Ausnahmen gibt es immer ...

 
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: neuron am 03 Dec 15, 09:59
gut, wenns um Ideen geht, dem Thema Mineralien/Sammeln/Strahlen etwas mehr Gewicht zu geben, dann laßt uns mal zusammentragen. Generell würde ich auch einen Schritt vorher ansetzen, Sammeln und ins Gelende gehen wäre dann die Königsdisziplin, es muß erstmal dazu kommen, daß sich der Nachwuchs überhaupt mit Mineralien auseinandersetzt. Ob es dann die Art des Sammelns ist, ob man sich auf Börsen oder im Internet eindeckt, oder direkt ins Gelände geht, ist imho zweitrangig.

- Projekttage im KiGa und Schule nutzen, um das Thema zu platzieren. Lehrer und Erzieher sind recht offen für
Vorschläge und wenn man dann auch noch anbieten kann, das evtl. zu begleiten oder Schaustücke zur Verfügung zu stellen,
umso besser.

- Wenn man mitbekommt, daß der Sproß in der Schule gerade Erdaufbau oder Erdgeschichte dranhat, auf Lehrer
zugehen und anbieten, eine Schulstunde mit Schaustücken zu begleiten. Kommt sehr gut an.

- Ausflüge mit den Kids in Bergbaumuseen oder Naturkundemuseen anbieten

- Es gibt in vielen Städten und Gemeinden Ehrenamtsagenturen, die auch Ehrenamtliche und Helfer
für die Freizeitgestaltung mit Kinder und Jugendlichen suchen. Vorgehen wie bei Projekttagen oben.

- über Volkshochschule können auch Kurse angeboten werden, wer Zeit und Lust hat, kann da einen
Kurs "Naturexkursionen" anbieten

- Ferienspiele nutzen, Vorgehen wie bei Projekttagen und Ehrenamtsagentur.

Möglichkeiten gibt’s viele ...  ;)

Gruß,
Swen
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: michaelh am 03 Dec 15, 10:08
Hallo Zusammen,
sehr interessante Meinungen werden zu dem Thema geschrieben!

Wenn ich mich auf lokalen Mineralienbörsen umsehe, ist der Altersschnitt durchwegs als 50+ anzusehen. Jüngere sind meist Enkelkinder die vom Opa mitgenommen werden. Natürlich gibt es auch noch jüngere Sammler, jedoch bin auch ich der Meinung, dass dieses Hobby früher oder später, mehr oder weniger aussterben wird.
Da vergleiche ich einfach mal z.B.: die Philatelie und Numismatik. Sind beides wunderschöne Sammelgebiete, aber auch hier ergibt sich in der heutigen Zeit ein Sammlerschwund.
Und ganz ehrlich, so ist der Lauf der Zeit - Dinge kommen und gehen.

Grüße

Michael
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 03 Dec 15, 10:24
Danke Gerhard und Michael für eure Eindrücke,
 und danke Swen für deine Ideeën. Die sind gut und interessant.

Ein Freund hat mich immer gesagt: "für jede zwei Tage das du bekannte Fundstellen besuchst, sollst du dazu auch ein Tag nur prospektieren". Ist vielleicht auch so mit internet: für jede zwei Tage das wir in internet für Mineralogie als Hobby "Werbung" machen, sollen wir dazu auch ein Tag in die Schule gehen und dort Mineralien zeigen und engagieren... Ein neues Gleichgewicht suchen.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: cmd.powell am 04 Dec 15, 16:29
Moin

Ich kann mir durchaus vorstellen, das der Fundortschwund bei mir im Raum Hannover eine gewichtige Rolle beim Thema Sammlernachwuchs spielt. Selbst ich bzw. meine Sammelaktivitäten leiden darunter. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man 15 Minuten, 1 Stunde oder 5 Stunden zum nächsten Fundort benötigt. Direkt um Hannover gibt es nur noch Markasit und Pyrit zu finden, wenn man mal von Geschiebe absieht. Ab einer Stunde Fahrzeit kommt der Harz in Reichweite, ebenso Weser Bergland und Flechtinger Höhenzug. Weser Bergland hat inzwischen leider auch nicht mehr viel zu bieten und im Harz wird es auch immer dünner. Bei zwei Stunden Fahrzeit fange ich selber langsam an, dicke Backen zu machen, da der Spaß dann langsam teuer wird (auch wenn Benzin z.Z. relativ günstig ist, gibt es das Zeug nicht umsonst). Alles oberhalb drei Stunden Fahrzeit ist dann praktisch zwangsläufig mit Übernachtung verbunden und damit für mich außer Reichweite. Das ist meine Situation, da mir ein Auto zur Verfügung steht. Und was macht jetzt bitteschön ein Schüler ? Soll der mit Bus und Bahn in den Harz fahren ? Da ist man ja schon mal einen Tag unterwegs, nur um in den Harz zu kommen. Solange man selber nicht mobil ist, kann man Sammeln im Raum Hannover knicken (außer Fossilien, dafür sieht es gut aus).
Weiter kann ich mir gut vorstellen, das viele, die zwar Interesse haben und auch mobil sind, schlicht nicht dazu kommen zu sammeln - Familie, Job seien da mal als Gründe aufgeführt.
Dann kommt noch hinzu, das man als Nichteinheimischer kaum von Einheimischen an die wirklich guten Fundstellen geführt wird. Paradebeispiel ist da der Winterberg im Harz. Klar, man kann dort sammeln und auch etwas finden, aber man muss regelmäßig dort hingehen (fast wöchentlich) um brauchbare Funde zu machen. Und von den richtig guten Stellen bekommt nur mit, indem man die leergeräumten Löcher findet, wo der Vorgänger noch nicht mal den unansehnlichen Bruch liegenlässt, da man ja sonst u.U. andere Sammler auf die Stelle aufmerksam machen könnte. Eine echte Ellenbogengesellschaft, wo sogar hartgesottene Sammler nur ratlos den Kopf schütteln. Aber sich im nachhinein Wundern, weshalb sich keiner mehr zum Sammeln motivieren lässt. Gut, die "Sammler", die so agieren, sind zugegeben keine echte Sammler, sondern eher Reihbachmacher, die ihre Funde verhökern wollen und dies auch tun. Nur das entschuldigt keineswegs deren Vorgehensweise. Auf genau diese Weise verhageln sie es gerade in den sammeltechnisch eher armen Gebieten dem Nachwuchs.

Leider habe ich bisher auch noch keine Fundstelle kennengelernt, wo die Funde im Laufe der Jahre besser geworden sind. Bestenfalls ist das Niveau gleichbleibend, doch der allgemeine Trend ist: Die Funde werden schlechter. Auch damit muss man als Anfänger klar kommen, immerhin funktioniert das Sammeln oft so, das man bescheiden anfängt und sich dann verbessert. Das klappt naturgemäß auch nur dann, wenn man auch an bessere Funde kommt.
Kombiniert man jetzt einmal die Tatsache "Mobilität muss gegeben sein" mit "zunehmender 'Raubgräberei'" und "stetig schlechter werdender Fundsituation" so ergibt sich zwangsläufig, das die Motivation zu sammeln schon extrem hoch sein muss, um überhaupt damit anzufangen. Und wenn man sich dazu aufgerafft hat, muss man sich damit abfinden, immer nur bestenfalls die zweite Geige zu spielen und von alten Zeiten zu träumen, die man auch nur aus Erzählungen kennt. Sammeln ist teuer, anstrengend und wenig ergiebig, so ist die Situation bei uns im Raum Hannover. Soviel zum Thema "Schwarzsehen" und "Seufzen"!
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 04 Dec 15, 17:03
Ich höre, und glaube, dir Markus...
Es hangt sicher vom Region ab, Benzingeld, uzw. Genau was du schreibst.

Dazu: wir Alpinsammler müssen immer höher, und immer schneller da sein wo die Schnee/Gletscher schmelzt. Das Saison fangt immer früher an. Wir untertagesammler müssen immer tiefer, und öfters am Seil. Wir reisenden Sammler reisen immer weiter mit der Flieger. Bou-Azzer is jetzt "hintergarten", keine weitwegFundstelle mehr. Börsensammler reisen einfacher wie jeh nach Tucson und Tokyo. Steinbruchsammler brauchen immer bessere Kontakte mit die Steinbruchbesitzer. Und dann noch, es wird nicht einfacher...

Und immer noch machen wir lokale Sammler zuper Neufunde. Es hat einfach auch, wie du schreibst, damit zu tun, wie oft man ein Steinbruch oder Halde besuchen kannst. Wie gut das "netzwerk" zu andere Sammler ist.

Die Jugend ist sehr gut und schnell mit (online) netzwerken. Immer online, immer im Netwerk verknüpft.
Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: kks am 04 Dec 15, 18:43
Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?


Ganz sicher nicht. Was nützt mir die tolle Fundstelle im Erzgebirge oder in Kärnten, wenn ich in Aachen wohne? Bis ich da hinkomme, gibt's da längst nichts mehr zu holen. Und außerdem: Wenn eine Fundstelle im Internet steht, ist spätestens am nächsten Tag halb Europa da. Na danke.

Nein, es ist schon so, dass es in Deutschland praktisch keine legal zugängliche Fundstelle mehr gibt, an der ein Anfänger noch wirkliche Erfolgserlebnisse haben kann, abgesehen natürlich von so Jahrmarktveranstaltungen wie Juchem oder Clara. Wo soll denn da noch irgendeine Motivation für Jugendliche herkommen?

MfG
Klaus
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Schatten am 05 Dec 15, 07:21
Morjen,

als Wernigeröder (also Harzer) kann ich nur sagen:
Es gibt noch unzählige Fundstellen, die in Vergessenheit geraten sind.
Bestes Beispiel ist mein bevorzugtes Sammelgebiet: das Hasseröder Revier.
In den letzten beiden Jahren haben wir mehrere "neue" Fundstellen aufgetan, mit wirklich tollen Funden (z.T. auch Neufunde z.B. Agardit-La).
Das meiste sind Micromounts (die Gegend hier ist nunmal bekannt für Krümelzeuch  ;D), allerdings konnte ich auch größere Epidote und Granate finden.
Das "Problem" an der Gegend hier: keine dieser Fundstellen steht in der Fundstellenliteratur.

Zum Thema Jungsammler:
In den gesamten letzten 2 Jahren habe ich nicht einen einzigen "Neuling" gesehen. Wenn überhaubt nur die "Alten Hasen" bzw. ich war mit Diesen unterwegs.
Mir ist auch kein Nachwuchssammler bekannt, der hier aus meiner Ecke kommt.
Ich denke, wie schon des öfteren gesagt: Sammeln ist uncool, wenn es mit Natur und Anstrengung zu tun hat. Da ist es einfacher zuhause auf dem Sofa irgendwelche "Freunde" und "likes" auf Fratzenbuch & Co zu sammeln.

Hier bin also ich der Jungsammler...mit Ende 30  ;D

Gruß
Silvio
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: jürgen lange am 05 Dec 15, 15:14
Hallo zusammen,

alle Vereine etc. haben Nachwuchssorgen. Einzelne Vereine haben daraus gelernt und bieten mit "Jungfeuerwehr", "Bachexkursionen" etc. auch Sammelaktivitäten für Jugendliche an. Goldwaschen und Fossilien auf der Börse in München ist da ein guter Einstieg. Einzelne Vereine schaffen es auch Familien zu integrieren.  Ein Erlebnis wird vermittelt und Spass dabei.  Würstchen braten nach einer Sammeltour.

Wer nur Geheimniskrämerei, Miesmacherei, dumpfe Wissenschaft von unserem schönen Hobby vermittelt, trägt zur Vereinzelung und zum miesen Bild einer Beschäftigung für senile alte Knacker bei.

Wer über die Eltern Kinder anspricht (nicht direkt an die Kinder, dass kann auch Ärger machen) wird Begeisterung säen. Verschenkt mal Kristalle und Fossilien zweiter / dritter Wahl, auch wenn Ihr sie gerade gefunden habt.  Problem ist natürlich, dass die Fundmöglichkeiten auch für Dritte klar werden.

Soweit meine Ansicht zum Thema.

Herzliches Glück Auf.

Schönen Zweiten Advent 2015

Jürgen Lange
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: 2045 am 06 Dec 15, 08:34
Melde mich noch einmal zu Wort, da inzwischen hier viele Beiträge zur allgemeinen Situation des Sammelns vorhanden sind und mein erster Kommentar eigentlich nur auf die Umfrage selbst gezielt hat.
Als ich vor rund 35 Jahren intensiver zum Sammeln begonnen habe, war im meinen damaligen Verein in NÖ eine Jugendgruppe. Wir waren mehrere Jugendliche, 2 x im Monat Vereinstreffen, einmal davon immer ein Vortrag, das 2. Treffen Wissensaustausch, Plaudern, Funde herzeigen,.... Vor diesem Termin hat es jedes Mal das Jugendtreffen gegeben. Ein Lehrer hat das ganz toll betreut. Wir haben unsere Funde dort bestimmen können, einzelne Exkursionen, meistens zu Fossilfundstellen im Großraum Wien gemacht und haben viel Hintergrund Wissen vermittelt bekommen. Irgendwann war ich dann der einzige, der von dieser Gruppe über geblieben ist. Die Jugendgruppe wurden dann eingestellt. Inzwischen bin ich (fast) 47, und bei Besuchen von Vereinen im Rahmen von Vorträgen im Normalfall der jüngste. Bei einem 2. Verein in Wien hat es viele Jahre später ebenfalls eine Jugendgruppe gegeben. Die war einige Jahre recht erfolgreich. Dann hat sich die Leiterin dieser Jugendgruppe vom Verein getrennt und die Jugendgruppe war Geschichte.
Inzwischen fehlen schon fast 2. Generationen von Nachwuchssammlern.
Bei den Mineralienvereinen sind zwar meistens mehr oder weniger viele Mitglieder, aber nur sehr wenige aktive Sammler, das war aber auch schon früher so, inzwischen ist es halt z.T. ganz extrem geworden. Die meisten Mitglieder sind an Mineralien/Fossilien Interessierte, die regelmäßig Börsen besuchen um das eine oder andere Stück zu kaufen, aber nicht viel oder gar nicht selbst sammeln. Inzwischen ist bei manchen Vereinen die Altersstruktur so, das viele auch körperlich gar nicht mehr selbst sammeln könnten.
Im Großraum Wien (bis zu 50 km) hat es 6 Vereine gegeben. Im Nahbereich Wien 4, davon 2 in Wien. Einer davon wurde schon vor einigen Jahren aufgelöst. Aktuell gibt es nun 5 Vereine.
Weiteres Problem ist, das zumindest in Österreich die Erdwissenschaften in der Schule eigentlich nicht mehr vorkommen. Zu meiner Schulzeit hat es zumindest noch einige Stunden Mineralogie Unterricht gegeben. Den Unterricht habe ich damals mit meinen Sammlungsstücken hinterlegt, die ich in die Schule mitgenommen habe, da keine geeigneten Vorzeigematerialien vorhanden waren.
Bei den Fossilien schaut es etwas besser aus. Durch den Dinosaurier Hype werden doch sehr viele, sehr junge Kinder mit dieser Materie infiziert. Ob da der eine oder andere vielleicht als Sammler zukünftig hängen bleibt, kann man nur hoffen, auch wenn Dinos bei uns so gut wie nicht vorkommen.
Das von einigen erwähnte Problem mit fehlenden Fundstellen kann ich leider nur bestätigen. Im Nahbereich von Wien gibt es überhaupt keine Fundstelle für Mineralien mehr, wo etwas gefunden werden kann. Sehr viele Steinbrücke, Lehmgruben,.. sind eingestellt, werden inzwischen anders wertig verwendet. Neue Aufschlüsse kommen nicht mehr nach, da alles dicht verbaut ist oder wird und natürlich niemand einen neuen Steinbruch als Nachbar haben will.
Das Problem mit den nicht genauen Fundortdaten hat es schon immer gegeben. Da gibt es einfach eine Reihe von Sammlern, die keinerlei Info rausgeben, selbst wenn man persönlich nachfragt. Wenn gar nichts bekanntgegeben wird, ist mir das noch lieber, als völlig falsche Fundortangaben. Diese Personen merkt man sich dann relativ schnell.
Der Wunsch mancher, das Fundstellen mit Metergenauen GPS Daten im Internet zum Finden sind, damit man dann schnell hinfahren und auf direktem Weg an der Hauptfundstelle, auch meistens nicht erfüllt werden kann, ist wohl auch klar.
Das schnell hinlaufen, möglichst weit vorher noch mit dem Auto zufahren, dann am Fundpunkt möglich schnell und viel aufsammeln und dann vielleicht gleich zum nächsten Punkt fahren, sollte nicht Ziel sein.
Mineralien und Fossiliensammeln ist eine Beschäftigung in der Natur und zumindest bei uns auch eine Beschäftigung mit der Natur. Natürlich nutzen wir Zufahrtswege, soweit möglich. Aber es gibt viele Fundstellen, wo wir die meiste Zeit zu Fuß wandern (obwohl wir nicht alpine Klüfte besammeln !), und das rundherum (Blumen und Tiere) dabei beobachten. Selbst ohne Funde sind solche Tagestouren dann sehr interessant und wissenswert.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: skibbo am 06 Dec 15, 10:31
Hallo,

allein ein Blick auf den Kalender mit den zukünftigen Geburtstagen zeigt mir, dass dieses Hobby nicht aussterben wird. Ob sich unter den jüngeren Nutzern aktive Geländegänger, Börsenkäufer oder Freunde von Fotos bunter Glitzersteine befinden geht daraus natürlich nicht hervor, allerdings muss bei allen ein gewisses Grundinteresse vorhanden sein sonst hätten sie sich nicht im MA angemeldet. Ob und in welcher Weise wir "erfahreneren Sammler " den "Nachwuchs" und die "Newbies" motivieren muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt und wird in allen Alters- und Erfahrungsklassen immer Einzelkämpfer (von denen man nichts sieht oder hört) und Teamarbeiter (die ihr Wissen auf verschiedenste Art teilen) geben und ich bin mir sicher, es gibt einen nicht unerheblichen Anteil junger Sammler, die mitunter besser ausgerüstet sind als manch alter Hase und in ihrer kurzen Sammlerlaufbahn bereits exzellente Funde getätigt haben und/oder sich im Rahmen unseres Hobbies über dem Durchschnitt engagieren. Wer sich allerdings von dem Blabla "es gibt keine Fundstellen mehr und früher war alles besser" einschüchtern lässt und sich nicht traut den Erfahreneren mal ein paar direkte Fragen zu stellen, tja, was soll ich sagen... P.g.?
Es gibt eine Vielzahl aktiver und stillgelegter Steinbrüche, Halden, Bauvorhaben, Sanierungen, Straßenanschnitte, Äcker, Felswände mit Geröllhalden, Lesesteine, offene Gruben, und und und...
Bei allen Verboten darf man nicht vergessen, dass sich auch die technischen Möglichkeiten für Sammler verbessert haben.
Das einzig probate Mittel um etwas zu finden ist und bleibt seit jeher -> raus gehen, Augen auf!, egal welchen Alters oder sammlerischen Erfahrungsgrades. Oder, um es mit Eriks Signatur zu sagen: "das lag da so rum..."

In diesem Sinne,
auf ein erfolgreiches Sammeljahr 2016!

Stefan
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Conny3 am 06 Dec 15, 16:29
Hallo,
ich stimme Stefan zu ! Es gibt immer wieder Fundmöglichkeiten und Beharrlichkeit, sich mit Fundgebiet vorher schon einmal beschäftigen (Literatur, Netz, studieren u.a.), zahlt sich dann mitunter aus. Ich bin auch nicht so der Börsen- bzw. Steinbruchgänger. Erneuerbare Fundstellen gibt es immer wieder (zum Bsp. umgeackerte Felder). Wenn man dann gemeinsame Exkursionen mit dem Nachwuchs durchführt, macht das auch Spaß. In meiner AG werden sicher später potentielle Sammler heranwachsen, wie das auch schon vor 30 Jahren war (Bsp. Ingo L.). Nun gut ich zähle ja auch schon zum oberen Drittel des mittleren Balkens. Und die Sammelei betreibe ich ja schon seit den siebziger Jahren. Auch wenn das wenige Forumsmitgliede(r) langweilig finden, zum Bsp. Siebenhitz, finde ich gerade wie vorher scheinbar "erloschene" Fundstellen immer wieder mal Überraschungen bringen, sofern man einen nicht zu hohen Anspruch hat. Reich werden kann man allerdings mit den Funden aus solchen Gebieten nicht. Das ist auch nicht mein Ziel! Hier steht das Hobby und die Suche im Vordergrund.

Gruß Conny
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 15 Dec 15, 16:07
Nochmals herzlichen Dank für diese Diskussion bis jetzt.
Wenn jemand noch sein (mildes/scharfes) Senf dazu geben möchtet, gerne.

Und, bleibt bitte abstimmen. Klick, fertig.

Interessante Fragen bleiben:
Was können wir (mehr) tun als websitebetreiber? (um Jugend an Mineralien zu interessieren)
Nichts tun? Ist eine prima Antwort. Einfach so weitermachen?
Etwas tun? Ist auch eine prima Antwort. Aber, was dann?
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: uwe am 15 Dec 15, 18:21
Das mit der Jugend ist so eine Sache. Als Sammler kann (und sollte) man seinen Nachwuchs für das eigene Sammelgebiet begeistern. Das klappt bis 6/7 Jahre ganz gut. Bei war das bei Sohn und Tochter jedenfalls so. Beide sind sehr gern mit Vati auf Tour gegangen und haben unter meiner Anleitung auch ordentlich geklopft. Das legte sich später und andere Angelegenheiten hatten Priorität. Ich vermute das geht vielen von uns so.

Wenn dann die Kinder Erwachsen sind und Karriere und Familie soweit geordnet sind, kann das "Sammlergen" wieder erwachen. Ob es sich dann auf Vaters Sammelgebiet orientiert ist aber die Frage. Bei mir war es nicht so. Also als Quintessenz: Auch bei bester Anleitung ist Sammler-Nachwuchs gerade für Minerale nicht garantiert.

Andererseits haben wir im Verein einen jugentliches Mitglied gewinnen können. Wir sind kein rein mineralogisch orientierter Verein sondern bei uns spielt der Bergbau auch eine wichtige Rolle. Letzteres hat bei unserem jungen Mitglied das Interesse geweckt, denn Befahrungen im Altbergbau (nicht in Besucherbergwerken) ist auch für Jugentliche attraktiv. Inzwischen sammelt der "Neue" auch Minerale.

Also nie die Hoffnung aufgeben.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: lichtenauer am 01 Feb 16, 19:05
Bei uns in der VFMG-BG Kassel-Nordhessen (derzeit 35 Mitglieder) sieht die Altersstruktur so aus: 6 Mitglieder unter 40 Jahre, 19 Mitglieder 41-65 Jahre und 10 Mitglieder über 65 Jahre.

Viele Grüße

Jörg
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 24 Feb 16, 08:53
http://www.mindat.org/mesg-60-375077.html
Zitat
no one under 60 left in the group

http://www.mindat.org/forum.php?read,60,375077,375088#msg-375088
Zitat
today's youth are hooked on instant gratification
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: GROTBUSTER am 21 May 17, 19:19
Hallo,

teilweise ist hier die Diskussion etwas septisch.
Hier ist ein Opa(58) und sein Enkel(13).
Eine eigene Kategorie, wie:

Location für Kidz
ist ja schon mal ein Anfang.

Ich bin mir bewußt, daß das letzte Hemd keine Taschen hat.

Reklame für Hohenlimburger oder Marsberger sollte durchaus erlaubt sein.

Hohenlimburg- mein Enkel hat mit Fäustel und Schutzbrille auf Calzitbroken rumgehauen.
Mit Erfolg- Stufen formatisiert und mit nach Hause genommen.

Marsberg
Tolle Befahrung, Führer-Enkel-Opa, die einzigen Teilnehmer.
Hier ist Nachwuchs ein Begriff- Hier auch noch mal Danke.
Bergbau, Alter, Ausbildung zum Hauer.....der Kurze hat nur nochmal Bauklötze gestaunt!

Eine eigene Kategorie scheint sinnvoll zu sein- Was haltet Ihr davon?

GlückAuf

Udo
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: GROTBUSTER am 21 May 17, 20:06
 ;D
Detail um das Thema nochmal anzuheizen:
Fundstellen mit Joungsters Label wie einen Maulwurf oder sowas:

Kallenhardt- siehe Westkalk Seite Link... Die tun was.
Bilstein Seite Link- Katzen inclusive.
Dechenhöhle Seite- schluffen für Kinder (Die angehende Geologin war super im Umgang mit Kindern).
Adorf Grube Christiane- Opa hat ein Jobangebot erhalten.
Heinrichshöhle... hatte tolle Mineralien zum Selbskostenpreis.
Holzen... Waldfundstellen für Baryt, nur auflesen.
Obergembeck... Schnüffeln schadet nicht.

und vieles andere

Grüsse aus dem Sauerland
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Widu am 22 May 17, 15:02
Hallo,

bin gerade hier auf das Thema gestoßen und finde die Idee einer eigenen Kategorie für Kinder gut.

Seit ca. zwei Jahren gehen meine Tochter (9) und ich (38) auch auf die Suche. Angefangen haben wir weil meine Tochter sich dafür interessiert und ich ihr die Möglichkeit geben wollte dem Hobby nachzugehen. Außerdem kann man ja auch echt froh sein, wenn Kinder heute freiwillig raus wollen und sich noch für andere Dinge interessieren als Tablet oder Fernseher.

Die Erfahrung die ich in den 2 Jahren gemacht habe ist, dass es wichtig ist, dass man was findet. Wir haben es schon geschafft uns 6 Stunden an einer Stelle auszutoben. Dort haben wir dann aber auch immer wieder was gefunden. Andere male als wir dann z.b. alte Halden besucht haben und sehr wenig bzw. gar nichts gefunden haben, war dann aber auch die Luft relativ schnell raus. Denke die Kinder brauchen da doch noch mehr Motivation und eher ein Erfolgserlebnis als wir Erwachsenen. Auch wenn es nur kleine Sachen sind die es zu finden gibt oder die andere Sammler vielleicht sogar liegen gelassen haben motiviert das doch immer noch weiter zu machen. Und glitzern muss es, Mädchen halt.  ;D Fahren wir aber immer los und kommen mit leeren Taschen zurück geht der Spass an dem Hobby einfach verloren.
Außerdem achte ich immer darauf, dass wir dort sammeln wo es erlaubt ist, oder wir holen uns vorher die entsprechende Genehmigung. Denn den Ärger mit Sicherheitsdiensten oder sonst wem möchte ich meinem Kind ersparen.

Bei den vielen erfahrenen Sammlern hier gibt es doch sicher einige die geeignete Stellen kennen.

Grüße von der Loreley
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Harzsammler am 22 May 17, 15:38
Wenn der Wunsch nach einem eigenen Bereich besteht, so ist es sicher am einfachsten machbar unter "Dies und Das" oder unter "Allgemeine Diskussionen - Mineralien" ein neues Thema anzulegen - falls es das nicht schon mal gab; hab die Suchfunktion noch nicht bemüht ;)

Dieses Thema füllt sich dann mit Leben oder auch nicht.

Generell ist es (auch hier) schwierig, überhaupt etwas über aktuelle und vor allem fündige Fundstellen zu erfahren, aber vielleicht finden sich ja einige Eltern oder Großeltern die sich dann rege austauschen...


Grüße,
Michael
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Gicko231 am 25 Aug 17, 09:22
Auch wenn das Thema schon eine Weile her ist möchte ich auch noch Mal etwas dazu sagen.

Ich bin 15 Jahre jung und sammle seit ca. 4 Jahren Mineralien, am Anfang eher gekauft, mittlerweile ist die Interesse sehr groß am Sammeln.

Meiner Meinung nach müsste es Sammler oder Vereine geben, die zu einer Schule gehen und das Hobby vorstellen. Würde da Gymnasial Schüler anpeilen von der 5 - 13 Klasse. Viele Schulen würdem dem bestimmt zustimmen.

Ich habe zum Beispiel bei einem Chemie Referat über Kupfer, Kupfermineralien mit in die Schule genommen (keine Träumst über sondern normale Malachit, Azurite...). Als ich diese rumgegeben habe, fande alle sie toll und viele haben erstmal gefragt was das ist und haben auch sonst viele Fragen gestellt. Man hat deutlich gemerkt das Interesse zwar da ist, aber viele  das Hobby gar nicht kennen (fast 100%), da es auch in den Medien kaum Aufmerksamkeit findet. Außerdem ist es auch schwer für viele Anschluss zu finden. Ich bin zum Beispiel sehr froh, dass es dieses Forum gibt, da ich sonst keinen Plan gehabt hätte andere Sammler kennenzulernen.

Und ich kann auch nur zustimmen, dass Jugendliche einfach nur etwas finden wollen und ihnen das suchen sehr viel Spaß macht. Es muss keine wertvolle Stufe sein, es langt schon ein Stück Quarz. Habe mich zum Beispiel beim ersten Sammeln gehen über ein Eisenkiesel/Spitze riesig gefreut.

Wollte das Thema nochmal neu aufrollen, da ich als Jugendlicher Sammler glaube ich sehr gut die Sicht von Jugendlichen schildern kann.

Vielleicht findet das Thema jetzt nochmal neue Resonanz.

mfg
Enrico
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: giantcrystal am 25 Aug 17, 11:48
Hallo aus Mittelfranken

Die Idee zu den Schulen zu gehen, halte ich für ganz hervorragend und werde das an passender Stelle gerne vorschlagen.

Wie sehen das andere mineraliensammelnde Väter und Mütter mit Kindern im schulpflichtigen Alter ?

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Walpurgin am 25 Aug 17, 14:34
Hallo,
Ich kann zum Mineraliensammeln nicht wirklich etwas beitragen da ich es eher mit dem Bergbau habe.
Aber meinen Sohn konnte ich mit ca. 16 Jahren durchaus dazu bringen UT mit herumzustürzen. Sicherlich hatte der Abenteuergedanke das meiste dazu beigetragen aber sogar heute fragt er mich noch ob er mitkommen darf.
Meine Meinung ist ,das Sammeln und erkunden im Feld die Jungen Leute am meisten lockt und nicht das staubige bestaunen von Mineralien und Fossilien.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Frank de Wit am 25 Aug 17, 15:28
... werden wir ein kleines "essay" publizieren.

Das kleine essay (in English) ist inzwischen zu lesen auf http://www.strahlen.org/forum/index.php/topic,16956.0.html (für Mitglieder, und jeder kann das werden ;)

Eine Kategorie fur Kinder ist auch da, in http://www.strahlen.org/forum/index.php/topic,1750.0.html und http://www.strahlen.org/forum/index.php/topic,17338.0.html (idem)

In die (Steiner) Schule für meine zwei Kinder, mache ich aktiv mit die für Mineralien zu interessieren mittels eine Vitrine uzw. Der eine wird 4, die andere 6, und gestern haben wir noch mit viel Spass "Dinosaurier Knochen" gefunden (obwohl das belemniten waren, aber was macht's ;-)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: smaragd123 am 25 Aug 17, 16:08
Ich persönlich, mit meinen 16 Jahren, finde es auch einen gute Idee.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: jürgen lange am 21 Sep 18, 21:31
1. Bei der VFMG-Exkursion Eifel 2018 aber auch Petersberg 2018 waren auch Frauen, Männer, Kinder deutlich unter 50 a
2. Im Bendisberg / Eifel werden auch Untertage Aufgaben für Kinder/Schüler angeboten

Jürgen Lange
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: calzit am 21 Nov 19, 01:44
Hier noch eine Studie, was aktuell Trends bei Sammlern sind. http://www.steinbeis-research.de/images/pdf-documents/Studie%20Sammeln%20zwischen%20Leidenschaft%20und%20Kapitalanlage.pdf
Bücher haben zugenommen in der Beliebtheit. Briefmarken und Mineralien sind weit zurückgegangen, wobei Briefmarken gänzlich tot sind. Auch im Preis. Kunst und Antiquitäten eher unverändert. Auch werden Alter und Einkommenstruktur der jeweiligen Sammelgebiete einbezogen.

Beste Grüße
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Brodi69 am 21 Nov 19, 07:38
Interessante Studie, die einiges bestätigt...  :)

... Gemäss Studie gibt es einen grösseren Anteils Frauen, die Mineralien und Fossilien sammeln (vgl. z.B. S. 35) ... das entspricht nicht unbedingt meiner Erfahrung ... doch hoffentlich stimmt's  ;)
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Schatten am 21 Nov 19, 12:46
Hallo,

naja...ich halte die Anzahl der Befragten nicht für aussagekräftig genug.
Mineralien/Fossilien bennen die Banausen als Nippes irgendwo in dem Text.
Davon mal abgesehen habe ich auch mit nem Baumarkthammer und einfache Meißel angefangen....da lag meine Investition so bei 20 DM.
Unterwegs war ich mit Fahrrad oder mit Bekannten im Auto.
Geld ist nicht das grundsätzliche Kriterium für unser Hobby, eher die Zeit ;)

Gruß
Silvio
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: Junibolte am 21 Nov 19, 19:48
Hallo,

dazu kommt ja noch, das die Zeiten, in denen man sich aufs Fahrrad schwang und in den nächsten Steinbruch fuhr, einfach vorbei sind. in welchen Bruch darf man denn noch so einfach rein?
Mehr denn je sind Anfänger auf alte Hasen angewiesen, die Neulinge mal ans Händchen nehmen und denen etwas zeigen und beibringen. Vom Besuch einer Mineralienbörse inspiriert, fangen die wenigsten an zu sammeln. Da schrecken teilweise schon die Eintritspreise und die meiner Ansicht nach meistens völlig überteuerten Mineralien ab. (Aber das ist ein anderes Thema)

Gruß

Hans Peter
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: calzit am 21 Nov 19, 22:27
Kann gut möglich sein. Wobei die Studie sich nicht auf Mineralien bezieht, sondern auf Sammel-Trends.
Die Besitzerin eines Mineraliengeschäfts in meiner Stadt sagte mir, dass der Trend zu Heilsteinen übergegangen ist.
Das Stufensammeln hat abgenommen durch Sammelauflösungen und alters/gesundheitsbedingte Umstände der Sammler.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: alfredo am 22 Nov 19, 03:22
Manche Sammler befürchten einen Rückgang des Mineraliensammelns, eine andere Gruppe beklagt einen zu starken Preisanstieg, und einige Menschen sind Mitglieder beiden Gruppen, ohne zu bemerken, dass hier ein Widerspruch zu den Gesetzen der Ökonomie besteht: Wenn das Mineralienangebot reichlich vorhanden ist (und das ist es sicherlich, wie wir auf jeder großen Mineralienmesse sehen können), und die Preisen steigen, dann ist unbedingt die Nachfragetendenz am steigen. Wie steigt die Nachfrage wenn das Hobby schrümpft? Irgend etwas stimmt nicht mit der Statistik, oder eventuell mit meiner Logik.
Titel: Re: Altersstruktur der Sammler
Beitrag von: skibbo am 22 Nov 19, 13:07
Hallo,

das Thema wurde von mir vorrübergehend geschlossen.
In Kürze räumen wir den Thread ein wenig auf und öffnen ihn danach wieder.

Grüße
Stefan