Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Micha am 08 Apr 05, 20:59
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Leider ist mein Fund von Ober Widdersheim für meine Kamera zu klein:
5 mm, metallischer Glanz, blechförmig (hab mich aber nicht getraut, zu biegen...), weiß mit Stich ins rötliche.
Was kann das sein ???
Habt ihr ne Ahnung, wo man nachgrasen könnte?
Micha
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Hallo Micha,
nee, im Basalt von Oberwiddersheim bzw. teilweise auch von Nidda am Vogelsberg gibt es z.B. ..
Analcim
Calcit
Chabasit
Harmotom
Hyalit
Levyn
Mesolith
Montmorrillonit
Natrolith
Offretit
Phillipsit
Thomsonit
und evtl. weitere Zeolithe
aber Erze? ???..im Basalt..nee..nie gehört..
Ich denke mal, was immer das für ein Mineral ist, es kann auch in bestimmtem Winkel des Lichteinfalls einfach metallischartig reflektieren (normalerweise zeigt das Mineral evtl. Glasglanz oder halbmetall. Glanz)? oder aber es ist ein Neufund eines der wenigen Silikate, die auch in jedem Winkel des Lichteinfalls Metallglanz zeigen. (?)
Ansonsten zeigen nur manche Oxide (Klasse 4) und natürlich die meisten Sulfide, Arsenide, etc.. (Klasse 2) Metallglanz!
Recherchiere mal weiter und versuche doch noch ein Foto hinzubekommen. Könnte ganz interessant werden.. ;)
Gruß Peter
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Fazit / Nachtrag..
Nein, es kann eigentlich nur ein Muskovit-Glimmer (als 'weißer' Sericit = Hellglimmer = sehr häufige Muskovit-Varietät))..sein..die zeigen auch halbmetallischen bis fast scheinbar metallischen Glanz obwohl sie tatsächlich glasglänzend sind..und diese z.T. auch gebogenen Glimmer kenne ich z.B. auch vom Wingerstberg in der Eifel..massenhaft..(Biotit, Muskovit..)..oder hier von 'meinem Hausberg'.. am Erbsenacker.. (Feldberg-Vulkan) ..
...ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Serizit-Glimmer meinst..der kommt natürlich auch fast immer allgegenwärtig in Basalt vor.. :)
Gruß Peter
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Danke ersma für die Hilfe. :D
Muskovit / Serizit kenne ich aus dem Granulitgebirge zuhauf. Ich bin nicht auf diese Idee gekommen, weil ja bei einer Gesamtgröße des Aggregats von 5 mm die einzelnen Glimmerpakete ja extrem mikromäßig ausfallen müssen. Ich guck mir das noch mal unter dem Gesichtspunkt genauer an. Aber trotzdem: ich wär nie auf die Idee gekommen, im Basalt Glimmerpakete zu finden.
Micha
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Hallo Micha,
also wie gesagt..ich habe auch cm-große Biotite und Muskovite im Wingertsberg-Basalt gefunden (2004)..ich kann ja mal Fotos davon machen.. ;)..
..aber ob das bei Dir auch Glimmer ist..ohne Gewähr..Spaltbarkeit mal feststellen..am besten.. :)
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scheint erz zu sein ,das sielbrig glänzende.teilweise als bäumchen in der druse aufgewachsen.
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habe noch 2 gute stücke mit dem material,kann jemand gute bilder davon machen ? gruß bernd
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Interessant!
Das einzige was ich jetzt bedenken kann ist Haematit..
Wenn du ein Stück nach Holland bekommen kannst würde ich Bilder machen, ist aber wohl zu weit? :-\
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hallo Robin ,
sende mir einfach mal deine adresse . ich mache ein päckchen zurecht und du kannst dann bilder machen .
die stücke kannst du dann behalten . mit den bildern ist mir schon geholfen. wenn du einverstanden bist schreib mal eine p.m. gruß bernd
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hier noch ein bild , hoch glänzend sielbrig .hier keine bäumchen sondern wie geschmolzen und reingelaufen.
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Hallo Micha,
wenn's kein Glimmer ist, dann kann es wirklich nur noch Hämatit sein..Strich ist kirschrot..Stich ins Rötliche und Metallglanz würde auch hierzu passen.. :)
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also glimmer ist es bestimmt nicht.
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Hallo Bernd!
Könnte auch Manganoxid sein....ich habe Todorokit , der so ähnlich aussieht aus einer Sekundärzone eines verwittertem Dolomitganges.
Gruß
TK
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hallo tk
ja das könnte auch sein .
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Ich hab mal mein Bäumchen fotografiert, mit meinen Mitteln...
Wie gesagt: Dendritenförmig, silbrig mit rötlichem Stich. Glimmer schließe ich (fast) aus. Für Hämatit isses mir zu hell...
Und dazu noch n kleines Bild von Chabasit...
Micha
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Hallo Micha ..
Was haben diese Bilder jetzt bitte mit der Ausgangsfrage zu tun? Verstehe ich nicht ganz..
Und der Vorschlag zu Todorokit: dann müsste ja Härte 2 und dunkelbrauner Strich vorliegen..wer's glaubt.. ::)..
..also ich habe meine Antwort gegeben..man sollte mal wirklich die Strichfarbe feststellen. Das ist eines der wenigen untrüglichen Bestimmungsmethoden..jedes Mineral hat nur einen Strichfarbe..ist wie ein Daumenabdruck beim Menschen oder der genetische Fingerabdruck..gibt's auch nur einmal pro Mensch..
Gruß Peter
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Tja, besser krieg ich im Moment die Fotos nich hin. Will sagen: diese "Umonite" sind nur für den, der weiß, dass es Bäumchen sind, auch als Bäumchen (vage) zu erkennen.
Das untere Bild gehört nicht dazu, war nur ne Beigabe.
Ich hab mal vorsichtig mit ner Nadel an einer benachbarten Stelle gepopelt. Das silbrige Material sitzt zum Teil auf ganz weichen, gelblich-weißen Kügelchen auf, die man mit der Nadel wie hartes Fett schaben kann. Die Dendriten selbst sind nicht biegbar, brechen ab bei Beanspruchung. Bruchflächen uneben, kein farb- und Glanzunterschied. Um die Strichfarbe muss ich mich noch kümmern, muss dafür ´n Stück opfern und zerreiben.
Es bleibt spannend... ;)
Micha
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Hallo,
Bernd hat mir etwas von dieses Material zugeschickt - ich habe gleich ein Bild davon gemacht. Bezügl. die Bestimmung bleibe ich bei Haematit; blättchenartig, rot bis gelblich/silbrig, fast immer neben rote "Eisen-Flecken".
Identisches Material kenne ich von der Grube Wildermann. Dort findet man es recht selten als gelblich/silbrige Krusten und eisenschwarze Dendriten auf Siderit.
Gruß Robin
Vergrößerung: 40x
Bildbreite: 4.48mm
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Noch ein Bild..
Vergrößerung: 30x
Bildbreite: 5.98mm
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Schön! Ich benenne hiermit mein "Unbekanntes Mineral-Objekt" als Hämatit.
Danke für die Fotos, danke für die Hilfe!
Micha
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Robin
da kann man ja richtig was erkennen ,super bilder ,danke an robin. gruß bernd
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Hallo Micha und Bernd,
Freut mich daß ich Euch helfen könnte! :D
Gruß Robin
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Solche silbrig-braunen/roten/braungelben/braungrauen Beläge in Vulkanithöhlungen sind kein Hämatit, sondern Mn-Oxid-Hydroxide, die teils kristallin sind, teils +/- röntgenamorph. Ohne röntgendiffraktometrische und/oder EDS-Analyse praktisch nicht zu identifizieren.
Uwe Kolitsch
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Hi,
@Uwe: danke für die Korrektion! Dann ist das Material von der Grube Wildermann also wahrscheinlich auch kein Haematit? Der Siderit enthält dort recht viel Mangan - es ist also gut möglich.
Gruß Robin
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Ja, wenn leicht Mn-haltige Carbonate (insbesondere Siderit) verwittern, kann man oft solche Krusten und Beläge auf den umgewandelten Carbonat-XX beobachten. Wenn das Carbonat außerdem etwas Ca-haltig war, gibt's nicht selten auch eine Neubildung von Calcit oder Aragonit.
Uwe Kolitsch
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Hallo Micha und Bernd
Erze in Basalt ?
Wenn man den Begriff "Erz" als wirtschaftlichen Begriff sieht, sind auf der Erde (bisher) keine solchen LAgerstätten bekannt.
Wenn jedoch der Begriff "Erz" nicht für eine praktische (wirtschaftliche) Bedeutung steht, sondern für Metalle und metallische Mineralien in Basalten im rein mineralogischen Interesse , hier ein paar Anmerkungen, welche ggf. bei der Bestimmung Eurer Funde behilflich sein könnten :
1. Eisen
Seit langem sind Vorkommen von natürlichem (terrestrischem) Eisen besonders in Basalten bekannt, besonders vom Bühl bei Kassel und von Mühlhausen in Thüringen; ander Fundorte in der Auvergne in Frankreich, im Basalt des County Antrim in N-Irland, Rouno in Polen, sowie zahleichen Vorkommen weltweit.
Das Eisen kommt sowohl in feinen Flittern vor, auch blättrig, schuppig . Die Massen können bis tonnenschwer werden ( Ovifak, Insel Disko, Grönland bis 20 to in Basalt; die größten Eisenklumpen am Bühl waren " nur " bis 5 kg schwer ).
2. "Erzmineralien "
Bekannte Erzmineralien im Basalt sind : Ti-haltiger Magnetit (Titanomagnetit), reiner Magnetit und Ilmenit ( Basalte mit bis zu 14,9 % Magnetit-/ Ilmenitgehalt),
Basaltproben vom Mond enthielten bis 20 % Magnetit / Ilmenit .
Ilmenit kommt eingesprengt vor, bzw. je nach Veränderung, unter Beibehaltung der äußeren Form, als mechanisches Gemenge von Hämatit und Rutil.
Magnetit meist eingesprengt in Basalt; in glasigem Basalt auch als Dendriten.
Hämatit, FeO, MnO und TiO2 können bis zu 18 % in den indischen Dekkan-Basalten enthalten sein.
Ein Basalt-Bohrkern von Hasselborn (Alkali-Olivinbasalt) (392 m) enthielt über 4 % Ilmenit.
Interessant sind auch Oxidationen basaltischer Gesteine, wobei Ti-haltiger Magnetit in Hämatit, Pseudobrookit und Spinell umgewandelt wurde.
Zuguterletzt: Auch Pyrrhotin- und Cohenit ((Fe,Ni,Co)3C können in Basalten vorkommen; so z.Bsp. auch am o.a. Bühl bei Kassel.
collector
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@Collector
bekannt sind ja auch die gruben die sich von homberg ohm bis hungen hinziehen. dort wurde basalteisenstein ?? abgebaut.
haupterz war dort brauneisenstein (limonit) ,desweiteren aragonit, roteisenstein,bauxit minerale,biotit in limonit und glaskopfartige gebilde.
bei hungen gibt es da noch einige schlemmteiche und einen tagebau , bei trais horloff ist auch ein kleiner tagebau offenlässig (eisengrube) genannt.
im stbr. langt gibt es auch jede menge aragonit.
gruß bernd
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Hallo Bernd
ja, war mir bekannt - aber - JEIN !
Der abgebaute Brauneisenstein des Lahn-Dill-Vogelsberggebietes kommt nicht im Basalt, sondern (zitiert) ... " in enger räumlicher und genetischer Verbindung zum Basalt vor !
Meine Anmerkungen von heute morgen bezogen sich auf Metalle und metallhaltige Mineralien, welche direkt im Basalt oder als höherprozentige Akzessorien des Basaltes vorkommen, nicht auf ein genetisches Nebeneinander-Vorkommen.
Limonit und Bauxit können ja ( nehme ich an ) auch aus umgewandeltem Basalt entstanden sein; Aragonit ist klar, war kein Thema (ist ja auch kein Erz); dito Biotit.
gruß
collector
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ja das mit dem erz war mit der wortwahl nicht so günstig. gruß bernd
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Ilmenit kommt eingesprengt vor, bzw. je nach Veränderung, unter Beibehaltung der äußeren Form, als mechanisches Gemenge von Hämatit und Rutil.
Hallo,
hast Du Informationen, wie es zu dieser Veränderung kommt? Oder ist es einfach Abwarten in geologischen Zeiträumen?
MfG
Frank
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von einer baustelle in wölfersheim ,ist basalttuff stammt vom vogelsberg vulkanismus. in drusen glaskopf artige gebilde.