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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Fluoriti am 09 Feb 16, 13:51
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Hallo zusammen,
heute möchte ich mich einmal mit einer Frage zur Bestimmung bzw. Bestätigung einer Fundortangabe an die große Gemeinde wenden.
Vor kurzem erhielt ich aus einer Sammlung den unten abgebildeten ca. 9,5 x 7,5 cm großen dunkelblauen Fluoritkristall. Auf dem beiliegenden Etikett (kein historisches!) ist als Fundort lediglich "Freiberg" beschrieben.
Nun zu meinem Problem..., als Fluoritsammler habe ich natürlich auch schon die eine oder andere Stufe aus diesem Revier. Auch in einer änlichen Färbung. Aber, und das macht mich stutzig, ich kenne aus diesem Revier nicht das Wachstumsphänomän an den Ecken des Kristalls, diese sind abgeschrägt nach dem Oktaeder und recht rauh. Spuren am Kristall die eine bessere Bestimmung erlauben, kann ich nicht ohne Weiteres feststellen. Auf der Rückseite sieht man kleine Quarzkristalle die auf eine zellige quarzhaltige Matrix schließen lassen. Nun ist Quarz aber nicht so selten..., Erzspuren fehlen jedenfalls. Darüber hinaus ist auf der Rückseite keine ausgebildete Kristallstruktur zu sehen (nur Bruch bzw. etwas verheiltes). Lediglich die etwas samtartig glänzende Oberfläche des Kristalls lässt nach meiner Meinung auf einen lettenartigen Hohlraum schließen, der etwas aggressiv war und die Kristalloberfläche angelöst hat. Fluoritkristalle, die ich hier von meinem Wohnort Gehren habe, besitzen eine ganz ähnliche Oberfläche und auch die abgeschrägten Ecken sind hier typisch. Allerdings mangelt es hier an weiterem Vergleichsmaterial. Blaue Kristalle hat es grundsätzlich hier auch gegeben, aber solch ein Blau?
Würde mich freuen, wenn Ihr Hinweise für mich habt.
Glück Auf! und viele Grüße aus dem total verregneten Gehren!
Michael
Hat jemand von euch möglicherweise einen Hinweis, ein Vergleichsstück um den Fundort etwas näher zu bestimmen oder natürlich auch einfach nur zu bestätigen? Dabei sind grundsätzlich auch begründete Gedanken zu "außerdeutschen" Fundstellen willkommen. Allerdings habe ich bereits eine recht ausführliche Bildrecherche im Netz gemacht und bei den üblichen Verdächtigen noch nichts passendes gefunden.
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Hallo Fluoriti,
ich bin leider kein Fluoritexperte für Freiberg aber der Habitus erinnert mich spontan eher an Hesselbach. Mach mal eine Google Bildersuche
nach "blue fluorite hesselbach".
Gruß,
Swen
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Hallo Swen,
ja Hesselbach brachte auch wunderschöne blaue Fluorite hervor, genauso wie die Grube Brandenberg und sicher auch noch weitere aus dem Schwarzwald. Allerdings ist die Farbe doch intensiever blau als das was ich in Natura von dort kenne. Das Thema mit den oktaedrischen Ecken (auch in den Flächenstrukturen) bleibt meiner Meinung nach bestehen. Die sehe ich auf den Fotos von dort auch nicht.
Aber schon mal vielen Dank für deine erste Einschätzung!
VG!
Michael
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Ist zu 99% kein Freiberger......es fehlen die Typischen Begleitmineralien.
Alle blauen Fluorite egal ob Drei Prinzen Spat oder Samuelspat sahen anders aus und hatten meist auch eine umfangreiche Paragenese.
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spontane Idee, könnte es sich statt um "Freiberg" um "Freiburg" handeln ?
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1442927376.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1442927376.jpg)
Farbton würde passen, die Ablagerungen auf den Kristalle haben dieselbe Farbe und unten meine ich Quarz an der
Basis der Matrix erkennen zu können, genau wie bei Deinem Stück ...
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Hallo,
spontane Idee, könnte es sich statt um "Freiberg" um "Freiburg" handeln ?
Wie schon angemerkt wurde, kommen eine ganz Menge Fluoritfundstellen für die Stufe aus dem Ausgangsposting in Frage, unter anderem auch im Schwarzwald (wobei Hesselbach aufgrund des Erscheinungsbilds extrem unwahrscheinlich ist). Aber ganz sicher stammt die Stufe nicht aus Aitern!
Viele Grüße,
Helge
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Mein Hinweis bezog sich lediglich auf die Namensähnlichkeit von "Freiburg" und "Freiberg" und daß sich unter "Freiburg" dunkelblaue Fluoritstufen im Netz finden lassen, die sehr ähnlich zu der besprochenen Stufe sind, inkl. der Quarzbasis.
In Unkenntnis (z.B. Abgabe aus Nachlaß) ist sowas mal schnell falsch notiert oder falsch abgeschrieben ...
Gruß,
Swen
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nun will ich mich mal kurz wieder dazu meleden. Zunächst danke ich schon mal für die begonnene Diskusion. Hinsichtlich der Idee "Freiburg" anstelle "Freiberg" zu bedenken kann ich sagen, dass es sich wohl anders zugetragen hatte. Nach ehrlicher Auskunft des Vorbesitzers hatte er "Freiberg" einfach interpretiert. Es war für ihn wohl DIE Fundstelle für gute blaue Fluoritkristalle. Aber von diesem Gedanken habe ich mich auch fast verabschiedet. Der Hinweis auf die fehlenden Begleitminerale ist ja nicht von der Hand zu weisen und zumindest was meine eigenen Stufen von dort angehet so sind sie auf einer Gesteinsmatrix aufgewachsen, also keine losen Kluftkristalle wie es bei diesem hier zu sein scheint. Mich wundert, dass noch niemand den Harz mit seinen klassischen Fundorten ins Rennen geworfen hat. Zumindest was die Kristallausbildung angehet sind mir solche Formen von dort bekannt. Auch gab es in Rottleberode z.B. blaue Fluorite, natürlich eine Seltenheit...
Naja, vielleicht hat ja doch noch jemand eine zündenede Idee wo er her und woher er auf jeden Fall nicht stammt. Übrigens kann ich gern anbieten den Kristall auch mal mit auf eine Börse zu bringen. Ich werde auf jeden Fall in Alttröglitz am 27.02., in Aue am 3.04. und in Ilmenau am 09.04. sein. Also, sollte sich jemand das Stück in Natura ansehen wollen, dann kurze Info geben, damit ich ihn auch dabei habe.
Viele Grüße aus Thühringen!
Michael
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Gut, daß es sich so aufgelöst hat, jetzt weißt Du zumindest, wo die Stufe nicht her ist ... ;)
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Hallo,
Evtl. ein älteres Stück von der Grube Clara im Schwarzwald, dort kommt Fluorit öfters mit Quarz zusammen vor. Blaue Fluorite habe ich dort auch schon gefunden, wenn auch die Intensität recht hoch ist.
Ansonsten kämen im Schwarzwald v.a. Gruben im Todtnauer Revier (Brandenberg) und bei Wieden in Frage, die Mitte des 20. Jhd. immer wieder größere Fluoritstufen lieferten.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo.
Warum versteift ihr euch so nur auf deutsche Fundstellen ?
Der kann genausogut von Illinois oder von Mexiko kommen , ich glaube nicht, das man das ausschließen kann und
somit ist eine genauere Eingrenzung wohl unmöglich !
Loismin
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...Der kann genausogut von Illinois oder von Mexiko kommen , ich glaube nicht, das man das ausschließen kann und
somit ist eine genauere Eingrenzung wohl unmöglich !
Das sehe ich auch so.
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...Der kann genausogut von Illinois oder von Mexiko kommen , ich glaube nicht, das man das ausschließen kann und
somit ist eine genauere Eingrenzung wohl unmöglich !
Das sehe ich auch so.
..., dass es durchaus auch eine außerdeutsche Fundstelle sein könnte, habe ich ja ursprünglich schon geschrieben. Allerdings scheiden für mich US-Amerikanische und Mexikanische Fundstellen aus. Von dort liegt mir einiges an Material vor und das schaut schon völlig anders aus. Im Ausland wäre für mich noch am wahrscheinlichsten eine Fundstelle in Frankreich.
Ich denke am sichersten wäre es, wenn wirklich jemand ein ähnliches Stück besitzt und weiß woher das stammt. Ich werde den Kristall nun auf jeden Fall mit zu den aufgezählten Börsen mitbringen, da ich hoffe dort von den "Alten" noch etwas zu erfahren. Diese Sammler sind ja nun nicht hier im Atlas vertreten oder schmunzeln vielleicht über unsere Mutmaßungen... ;)
Viele Grüße aus Thürinegn
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anyway, nettes Stück !
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..., was so ein bisschen Sonnenschein zum Vorschein bringt ;D
Ich habe doch tatsächlich eben noch einmal die Oberfläche des Kristalls mit der Lupe untersucht. Und tatsächlich blinzelt im Sonnenlicht ein goldgelber Kristallrest. Ich denke ein Rest von einem abgebrochenem Chalkopyrit.
Hilft das jemandem weiter? ???
Viele Grüße!
Michael
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wegen des Chalkos .... evtl ein Spanier ? ...
- La Viesca Mine, El Furaco pocket, La Collada mining area, Huergo, Siero, Comarca Oviedo, Asturias
- Jaimina Mine, Obdulia vein, Caravia mining area, Trechorio, Carrales, Caravia, Comarca Oriente, Asturias
... oder USA ...
- Denton Mine, Hardin County, Illinois, USA
- Cave in Rock, Illinois
Gruß,
Swen
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Fluoreszenz?
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Fluoreszenz?
nein, keine Fluoreszenz. - Spricht also auch klar gegen Freiberger Revier. Nur der Staub in den Zwickeln leuchtet etwas... ;)
Hilft dir das mit einer Vermutung?
Viele Grüße
Michael
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Fluoreszenz von blaue Fluorite nach W. Lieber:
Cumberland (Alston Moor, Weardale): intensiv blau. Cornwall: schwächer
Derbyshire: nicht
Rosiclare, Illinois: nicht
Clay Center, Ohio: gelbgrün
Wölsendorf: nicht
(Farbe ?) Oberkirch, Baden, Sulzbach bei Regensburg: blau
(Farbe?) Ehrenfriedersdorf: LW blau
dunkle von Zinnwald: nicht oder äußerst schwach
M.f.G.
Milo
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@ Milo, ja kann ich alles soweit gut bestätigen, jedoch fehlt mir zu jeder der quasie unter diesem Aspekt aufgeführten Fundstellen = keine Fluoreszenz, ein Verglich mit so einem Blau wie dieser Kristall nunmal hat.
Ich denke aber auch, dass die angesprochenen Untersuchungen von W. Liebler nicht allumfassend von jeder Fundstelle gemacht worden sind. Da mangelt es ja auch schnell einmal an entsprechendem Referrenzmaterial um wirklich von jeder Fundstelle, wo es blauen Fluorit gibt/gab entsprechende Untersuchungen zu machen. Von Wölsendorf ligt mir in der Sammlung zwar nur ein recht kleines Stüfchen aus der Grube Max in Blau vor, aber das zeigt eben auch ein anderes blau und ob es dort in anderen Gruben solch große Kristalle in Dunkelblau gab, weiß ich nicht.
Ich halte euch hier gern auf dem Laufenden, wenn es interessant ist..., sobald ich etwas bei einer Börse oder von einem Sammler erfahre, schreibe ich es hier noch mal. Vielleicht gibt es ja doch noch eine Lösung für das Rätzel.
Vielen Dank erst einmal an Alle, schönes WE!
Michael
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Hallo.
Mensch schau doch mal bei Mindat nach unter Denton Mine.
Da hat der Bluemner Phillip ein Bild von einem Stück hochgeladen das in etwa eine solche Farbe hat !
Aber genau wirst du das leider nie hinkriegen, denn von Frankreich gibts da auch ähnliche ( Tarn ) usw usw.
Loismin
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Hallo,
da es immer wieder merkwürdigerweise verwechselt wird: ist die Stufe blau oder lila? Ja, von der Denton Mine gibt es solche Fluorite in Lila
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1364214994.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1364214994.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1280014458.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1280014458.jpg)
und aus Mexiko (Muzquiz) ähnliche in Lila.
Gruß Philip