Mineralienatlas - Fossilienatlas

Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc. => Thema gestartet von: Draugr am 10 Apr 16, 15:30

Titel: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 10 Apr 16, 15:30
Hallo liebe mit infizierte.
Seit einiger Zeit versuchen meine Kumpels und ich mittels eines Rennofen´s Erz zu einer Luppe zu verhütten.
Wir hatten daher zum Anfang einen ca. 2Meter hohen Rennofen gebaut.
Da das Ergebnis natürlich nach dem ersten Versuch nicht überzeugte, entschloss ich mich, erstmal
an einem kleineren Model zu üben. Nun gab es allerdings schon 3 weitere Rückschläge.

1ter Versuch:
Bei diesem wollte ich schauen ob es theoretisch alles vom aufbau klappt.
Wollte mit Raseneisen aus Neuhardenberg nachstellen, ob eine Verhüttung mit diesem kleinen Rennofen/Herd möglich wäre.
Ich weiß natürlich, dass dieses Raseneisen aus diesem Ort nichts außer schlacke bringt.
Doch zeigte mir der Versuch wenigstens, dass es doch gelingen kann, wenn man anderes erz hätte.

2ter Versuch:
Bei diesem Versuch ging es darum für die Größe des Ofens die entsprechende Luftmenge zu bestimmen.
Ich hatte für diesen Versuch verschiedene Erze. anderes qualitativeres Raseneisen, Pellets aus
dem Stahlwerk unserer Umgebung und Carjuna Feinerz (oder so ähnlich).
Als Luftförderer hatte ich einnen Kompressor, der kontinuierlich 2bar Druck in den Ofen Pumpte.
Das Ergebnis hiervon waren unter anderem Schlacke und auch sehr seltsame Gebilde.
Diese Gebilde waren magnetisch. Hämmerte man mit dem Hammer rauf, so zersprangen sie und hinterließen eine glatte scharfe Bruchstelle.
Ich versuchte diese "Steine bzw Gebilde" zu schmieden, doch nach dem erwärmen auf unterschiedlichster Temperatur, zersprangen sie mir nach
dem 2ten sachten Hammerschlag.
Man konnte auch sehr grobe kristalline Eisenansammlungen in diesen "Gebilden" finden.

3ter Versuch:
Bei diesem Versuch nahm ich weniger Luft, sodass ich einen maximal Druck von 1bar in den Ofen förderte.
Die Erze blieben die gleichen, gutes Raseneisen, Pellets und dieses Carjuna feinerz.
Das Mischungsverhältnis lag natürlich bei jeden Versuch bei 1:1 also 1Kg Kohle und 1Kg Erze.
Als der Prozess diesmal fertig war dachte ich, dass es diesmal was geworden sei.
Doch leider wieder ein Tiefschlag. Die Erze, bzw Pellets waren zu einer grauen zusammengepappten Masse geworden, die
so spröde wie Schlacke war.

Wie kann das denn bitte sein? :(
Langesam werd ich immer deprimierter. Solle ich die erze am besten alle zu Pulver verarbeiten?
Die Pellets haben einen Durchmesser von max. 10 mm.
Und sollte ich das Mischungsverhältnis zu 500 g Erz und 1 Kg Kohle ändern?
Die Erze haben einen Eisengehalt von 62%. Da hätte bald mal was passieren müssen.

Also liebe Leute, könnt Ihr mir evtl. sagen wo mein Denkfehler liegt, auch wenns vielleicht erstmal nur ne Pauschalantwort wäre?
Berufsschüler schaffen das auch, nur wir nicht... :/

Ich danke erstmal für euer Interesse.
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Fabian99 am 10 Apr 16, 17:57
Hi,

ich vermute die Temperatur, die war vermutlich zu hoch. Du hast vielleicht Gusseisen gemacht...

LG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Reinhold am 10 Apr 16, 18:54
Hallo Tom,
beim Schaubergwerk Neuenbürg/ Schwarzwald wurde vor einiger Zeit ein offenbar erfolgreicher Schmelzversuch mit einem nachgebauten keltischen Rennofen unternommen.
Siehe:
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/viewFile/11882/5739 (https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/viewFile/11882/5739)

Die beiden Autoren des Artikels können dir bestimmt weiterhelfen.
Ein Bild von mir hier im Atlas zeigt keltische Schlacke.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1418754999 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1418754999)


Glück Auf
Reinhold
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: gladhammar am 10 Apr 16, 19:35
Liegt vieleicht an der Kohle, sollte der Ofen nicht mit Holzkohle gefüllt werden?
GA
Detlef
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 10 Apr 16, 19:39
Ich werde mal einen Blick Riskieren und schauen was sie gemacht hatten.
Kann ja nicht verkehrt sein mal zu sehen wie sie es gemacht haben.

Natürlich wurde der Ofen mit Holzkohle gefüllt, aber auch mit Erzen.
Hab ich was anderes geschrieben? Wenn ja, dann meinte ich Holzkohle.
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: MK am 10 Apr 16, 21:28
Hallo,

hier noch eine Webseite, auf der etwas (ab Seite 3 ) zu einem nachgebauten Rennofen und der damit durchgeführten Eisenverhüttung beschrieben wird:
http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/2014_02/14_Eisen/index.html
Eventuell kann auch hier ein Kontakt mit dem Wissenschaftler helfen.

Viel Erfolg bei Deinen weiteren Versuchen! Das Thema ist wirklich interessant.
Grüße
Markus
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 10 Apr 16, 23:06
Hallo MK,
ja das sieht doch schon mal nach etwas aus.
Der Herr Brumlich sagt mir auch was, habe also schon von ihm gehört.
Interessanterweise muss ich nun aber auch sagen, das wir unseren "Ulf" auch in
der Bauweise des Typ „Glienick“ gehalten haben, bzw nach dessen Archäologischen Funden.
Umso schöner wäre es dann, wenn erst der kleine ("Tamara") funktioniert und im Anschluss
auch unser ca. 2m großer "Ulf". Es wäre echt schade, wenn wir Ressourcen reinkippen und nicht weiter als
Schlacke wieder rausholen :/
Aber danke für den Artikel, hab ihn mir mal abgespeichert :)

Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Kupperdroll am 11 Apr 16, 01:16
Morjen,Tom!

Ich habe mich auch nochmal belesen müssen und deine Beschreibung eures Versuches.Meines erachtens,und da gebe ich Fabian99 recht,war die erzielte Temperatur einfach zu hoch.Vielleicht solltet ihr auch mal über die Korngröße des Erzes nachdenken.Oft wird ja bei den Beschreibungen von Pulver gesprochen.Dann darf aber wiederum die Kohle nicht zu grobkörnig sein,weil dann der "Wind",so wird die Luftzufuhr genannt,das Erz zur Gicht herausbläst.Ich würde auch das Mischungsverhältnis anders wählen:Kohle:Erz=3:1 oder mehr,müßte man ausprobieren.

So haben eben die Altvorderen auch ,vielleicht Jahre,probiert,bis ein brauchbares Ergebnis vorlag.

Hier mal noch ein paar Links:http://www.b22.de/rennofen/Der_Rennofen.html (http://www.b22.de/rennofen/Der_Rennofen.html)
                                              http://www.messerforum.net/showthread.php?36825-Rennofen-in-Witten (http://www.messerforum.net/showthread.php?36825-Rennofen-in-Witten)
                                              http://www.messerforum.net/showthread.php?103121-1-Rennofen-mit-Koks-betrieben (http://www.messerforum.net/showthread.php?103121-1-Rennofen-mit-Koks-betrieben)
                                              http://www.gut-steinhof.de/Bilder/Rennofen%20Projekt.pdf (http://www.gut-steinhof.de/Bilder/Rennofen%20Projekt.pdf)
                                               https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Rennofen?lang=de&language=german (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Rennofen?lang=de&language=german)

Ich wünsche Euch viel Erfolg,gutes Gelingen uuund noch mehr Geduuuuld!!

MfG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 11 Apr 16, 04:48
Guten Morgen Kupperdroll,
Du meinst auch anhand der Beschreibung, dass die Temperatur zu hoch ist, wenn die Erze angeschmolzen und zusammengepappt sind? Waren grau und sehr brüchig gewesen.
Oder wie darf ich das verstehen? Habe mir auf jedenfall mal vorgenommen heute nochmal Bilder zu schießen von der letzten Schlacke bzw Erzreste?
Dann sieht man mal was genau ich meine.
Desweiteren habe ich mir auch noch vorgenommen, die Erze und Kohle noch feiner zu stampfen.
Mal schauen, aber warscheinlich könnt ihr mir hier aufgrund der Fotos eh bessere Auskunft geben.

Bis später und vielen Dank!
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Fabian99 am 11 Apr 16, 08:52
Hallo,

der Rennofen unterscheidet sich vom Hochofen in mehreren Punkten:
- Die Reduktionsarbeit wird ausschließlich vom CO geleistet.
- Das Eisen schmilzt nicht, dadurch wird der C-Gehalt gering gehalten und es entsteht schmiedbares Eisen.

Das Erz was zu mit Carjuna könnte Kiruna sein. Das ist dann ein Magnetit. Nach meinen Gesprächen mit Rennofen-Leuten geht der naja. Wenn du feiner stampfst kommst du bald in den Bereich des Ausblasens.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1168579171.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1168579171.jpg)
Auf dem Bild kannst du die Größe der Holzkohle erahnen, der Ofen hat prima funktioniert. Auf dem Treffen wurden einige Öfen mit Zunder, andere Mit Raseneisenerz gefüttert. Im Prinzip sind das Öfen mit den Hinweise aus dem Messerforum.

Lange Rede kurzer Sinn:
Vermutlich zuviel Luft, wenig Reduktion, viel Hitze - ist mein Joker.

LG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Harzsammler am 11 Apr 16, 12:30
Hallo Tom,

wenn es an brauchbaren Erz mangeln sollte - ich habe wieder ein paar Kilo Limonit von Bad Grund, die ich gegen Porto abgeben könnte.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: guefz am 11 Apr 16, 19:12
Das Erz was zu mit Carjuna könnte Kiruna sein. Das ist dann ein Magnetit.

Wenn das die Pellets waren, dann ist das trotzdem Hämatit. Ich war vor Jahren mal dort im Grubenmuseum und habe dort die Verarbeitung kennengelernt: Pellets sind Hämatit und gebrochene Stücke sind Magnetit.

Günter
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Fabian99 am 11 Apr 16, 20:05
Hallo,

die Pellets vor rund 30 Jahren waren Magnetit, schwarz magnetisch, dunkler strich. Daher meine Aussage.

MfG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: guefz am 11 Apr 16, 20:15
Ich war 2007 da oben. Die erzählten damals auch, dass das je nach Einsatzzweck mal als Pellet, mal als mehr oder weniger grobe Stücke produziert wird.

Günter
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 11 Apr 16, 22:30
So da bin ich wieder.
Hier erstmal die Bilder von dem Resultat bzw dem Ursprung meiner Unzufriedenheit.
(http://fs5.directupload.net/images/160411/temp/99eo7elb.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4321/99eo7elb_jpg.htm)
(http://fs5.directupload.net/images/160411/temp/wwf85dlk.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4321/wwf85dlk_jpg.htm)
Das meinte ich.
Vielleicht habt Ihr ja sowas auch schon mal gehabt und könntet mir da weiterhelfen, was definitiv der Fehler ist?
Ansonsten würde ich morgen einfach nochmal einen Versuch starten mit:

1. Weniger Luft (Ich denke da nicht mehr wie bei dem Versuch zuvor mit 1bar sondern eher 0,5bar)
2. Ich mache die Holzkohle noch feiner max. ca 2cm
3. Ich zerbrösele die Erze (Pellets und Gangerze), Raseneisen ist ja sowieso kein Problem
4. Ich werde in einem anderen Verhältnis die Aufgaben hineinfüllen (1:3 Erz:Holzkohle wahrscheinlich 100g:300g)

Was würdet Ihr sagen?
Evtl wird es ja was, dann halte ich Euch aber dennoch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße und vielen Dank schon mal für die vielen Denkanstöße!!!

Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Kupperdroll am 12 Apr 16, 16:34
Hallo,Tom!

Zitat
Zitat
Du meinst auch anhand der Beschreibung, dass die Temperatur zu hoch ist, wenn die Erze angeschmolzen und zusammengepappt sind? ...Oder wie darf ich das verstehen?

Folgendes:Ich kenne mich zwar nicht mit Rennöfen aus,aber unsere großen Öfen,mit denen wir Kupfer schmelzen,basieren ja auf den Erfahrungen,die Schmelzer über Jahrtausende gesammelt und weiter entwickelt haben.

Das Eisenerz was ihr verwendet ist ein Eisenoxid(also schon verbrannt).Ihr müßt nun versuchen,den Sauerstoffgehalt eures Erzes verringern,d.h. reduzieren(wird auch als "Rösten" bezeichnet).Dazu braucht Ihr CO(Kohlenmonoxid).Im Rennofen entsteht aus dem C(Kohlenstoff) der Holzkohle und dem O(Sauerstoff) der zugeführten Luft Kohlendioxid!Könnt Ihr nicht gebrauchen!!Um jetzt CO entstehen zulassen,müßt ihr die Sauerstoffzufuhr mimimieren.-Natürlich muß die Kohle schon glühen-Die Wärme der Holzkohle läßt nicht nur das CO-Gas entstehen,sondern erwärmt beim Aufsteigen auch gleichzeitig das gemahlene Eisenerz und die anderen Kohlepartikel.Hat das Eisenerz jetzt die Reaktionstemperatur(mir allerdings unbekannt,aber weit unterhalb der Schmelztemperatur) erreicht,beginnt die Redoxreaktion.Vereinfacht: Eisenoxid+Kohlenmonoxid--->Eisen + Kohlendioxid.

Jetzt liegt es am Geschick und Erfahrung des Schmelzers,die 3 Komponenten ins richtige Verhältnis zubringen:Ist das Erz und die Kohle zu fein gemahlen,kann der Wind(so heißt die Luftzufuhr) nicht durch das "Röstgut" oder ist der Wind zu stark,bläst er alles zur Gicht raus.Hat man die Körnung gut oder richtig gewählt und den Wind zustark eingestellt,bläst man das Feuer in Richtung Gicht und ist der Wind zu schwach,friert der Ofen ein.Man muß auch über die Düsen für die Luftzufuhr nachdenken:nicht zu viele oder zuwenig.Auf alle Fälle muß die Luft(der Wind)gleicjmäßig durch den Ofen streichen.

Wichtig:Meine Ausführungen sind sehr vereinfacht dargestellt!Sollen nur als Gedankenstütze dienen.

Viel Erfolg und
MfG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: jürgen lange am 12 Apr 16, 22:42
Hallo Tom,

auch im Odenwald/Hessen gibt es Angefressene, die sich mit Rennofenversuchen auseinandersetzen. Hintergrund: hier gab es wohl um den Zeitraum Karls des Großen (Idee, Hoffnung ...) oder im Mittelalter Umsetzungen im erheblichen x00 kg/Bereich pro Tag.

Wir wollten dem Geheimnis des Rennofens auch mal nachgehen: Einsatz von gekörntem Material, Luftzufuhr über Gebläse ...waren dann beim letzten Versuch die Randparameter. Es hat auch magnetisches Material im Herausgeronnenen gegeben.

Es hat etwa 5 Versuche gegeben, die daneben auch zum Event zusammen mit dem Betrieb eines Kohlenmeilers, Schülerpädagogik etc. verbunden waren.

Ich kann Dich an die Hauptmatadore weiterreichen (vielleicht liest auch einer von denen hier jetzt mit) und Dir die Kontaktdaten per PM geben, wenn Du willst.

Glück Auf Jürgen

Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 12 Apr 16, 23:14
So Leute, hab heute von ca. 17:30Uhr bis ca 22Uhr mal wieder den kleinen Ofen / Herd betrieben.
Was bei rauskommt, kann ich aber frühestens morgen sagen.
Fakt ist:
Ich habe mich wie in den Nachrichten davor an die Parameter gehalten.
Das heißt, 3:1 Gemisch - 300g Holzkohle und 100g Erze.
Ungefähr 0,5bar, nicht mehr und Holzkohle sowie Erze habe ich recht klein gehämmert.
Schauen wir mal was der Ofen demnächst ausspuckt. Die Gichtflamme war übrigens wieder ein wunderschönes Blau
und der Ofen roch dabei so wunderbar nach Lehm :) Nur Schlacke blieb wohl aus, wollte nicht unnötig ständig von
unten im Inneren herumstochern.
Insgesammt habe ich heute also 36 Aufgaben meines 1:3 Gemisches (Erz:Holzkohle) -,hoffentlich verhüttet!

Kupperdroll, vielen Dank für diese Ausführungen. Klar sind sie stark vereinfacht, doch sind sie ebenso verständlich :)
Danke dafür!

jürgen lange, ich würde mich darüber wirklich freuen. Habt Ihr eigentlich alles irgendwie genauestens Dokumentiert? Von der Bauform, Größe und
die ganzen Parameter (Erze, Kohle, Luft usw.)?

Fabian99, Danke für das Bild der Luppe, konnte mit der Größe etwas anfangen.

Harzsammler, gerne, sag einfach was du dafür bekommst. Werde mir die dann aber aufsparen bis ich 100% sicher bin dass ich
auch wirklich schmiedbares Eisen herstellen kann ^^

Ich hätte da aber dennoch eine Frage.
Ich habe den Luftstrom so weit wie möglich minimiert, die Kohle rieselte brav in den Schacht, doch entsteht im Inneren dann trotz knapper Luft
eine Luppe? Ich meine reicht denn die Hitze dafür?

LG und vielen Dank Euch allen!
Drückt mir die Daumen dass ne kleine Luppe entstanden ist, oder wenigstens Nuggets! ;)
PS: Wenn Ihr mir evtl komplette oder richtige Dokumentationen zusenden könntet, wie es bei Euch geklappt hat und wie Ihr es erreicht habt(Baupläne, Anleitungen etc.), dann wäre ich Euch sehr Dankbar! :)
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 13 Apr 16, 12:51
Heute die Tat von gestern begutachtet.
Leider wieder nicht... Macht ihr die Luftzufuhr via Kompressor? welchen durchmesser haben Eure Düsen und wieviele habt ihr?
Ich überlege langsam alles per Blasebälge zu machen... 0,5 bar ist zwar an sich wenig, scheint aber zu kontinuierlich zu laufen?!
Was sagt Ihr dazu?
Hier erstmal bilder von dem verbranten Zeug mit kleinen Eisenpartikeln drin...

Teilweise ist der Ofen trotz wenig Bar von innen verglast...

Den Kompressor nutzte ich...

Und das war der kleine Rennherd.

Die Düse (stahlrohr) war vom Innendurchmesser ca. 20mm breit.

Klopft mir ruhig ordentlich auf die Finger wenn Ihr den Schnitzer findet.
Bis auf weiteres übe ich mich erstmal weiter in Demut und werd mich weiter belesen.

LG

Edit: siehe Post von Oliver, keine fremdverlinkten Fotos
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: oliverOliver am 13 Apr 16, 14:05
hallo Tom,
fremdverlinkte Bilder sind im Forum unerwünscht -
bitte direkt hier hochladen !
danke + Glück auf
oliver
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 13 Apr 16, 23:27
Das sind die bilder
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Gerdchen am 14 Apr 16, 10:17
Hallo Tom,

geh mal davon aus, dass es jetzt nicht mehr an der Temperatur liegt. Wie ich sehe hast du den Versuch nur etwa 4 1/2 Stunden laufen lassen. Das dürfte zu kurz sein. Meine Versuche liefen mindestens 8 Stunden. So wie das Produkt deines Versuchs aussieht, hast du ganz einfach zu wenig Erz in den Ofen gegeben. Wie viel Erz hast du verwendet? Bedenke, dass nur ein Teil davon zum Eisen wird. Dies braucht Zeit um sich an der heißesten Stelle (gleich an der Düse) zu sammeln.
Gruß
Gerdchen
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 14 Apr 16, 11:12
Das waren 36 Aufgaben Erz im Maßstab 1:3 mit Holzkohle. 100g Erz und 300g Holzkohle.
in dem falle also 3,6kg erze.
Ich weiß es nicht, evtl liegt es auch daran dass ich einen kompressor verwende?
Ich würde ja gerne mal andere gut gepflegte dokumentationen sehen wo alles genau erklärt und beschrieben wird.

gruß
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Gerdchen am 14 Apr 16, 12:28

hier eine Seite die ich empfehlen kann. Die Jungs richtig sind richtig gut.

http://www.die-roemer-online.de/index.html?/eisenherstellung/projekt_eisen.html

vielleicht kannst du mit ihnen Kontakt aufnehmen.
Gruß
Gerdchen
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: heli am 14 Apr 16, 14:14
oder "schmiededaseisen.de".
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 15 Apr 16, 08:17
Habe mich jetzt mal ein weilchen bei schmiede das eisen aufgehalten.
Resultata: Warscheinlich hatte ich zwar genügend bar, aber nicht die geforderte
Luftmenge. Ich hatte den Gedankensalat von Sauerstoffreduzierung im Kopf.
An sich richtig aber ich verlief mich darin es mengenabhängig zu machen und nicht chemisch...
Kurz gesagt mein kompressor bringt nicht die gewünschte luftmenge (Druck ja, aber nicht Menge).
Hab mir deshalb nun ein Seitenkanalverdichter ranbesorgt.

Mit was pumpt ihr so eure Luft in Eure Öfen?

Gruß Tom
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Fabian99 am 15 Apr 16, 08:48
Hallo,

dann denk mal über eine Venturi-Düse nach ;-) Du nimmst den hohen Druck durch eine kleine Düse in eine grosse Öffnung in den Ofen.Auf der anderen Seite "liter" mal die Menge aus. Also wie lange braucht der 10l Eimer unter Wasser um gefüllt zu werden. Oder schau auf das Diagramm auf dem Kompressor. Aber wenn die Flächen verglasen, dann sollte es von der Temperatur ausreichen.

LG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 21 Apr 16, 09:12
Ok irgendwo interessant, und die Luftmenge regelt man dann, wenn Erz und Kohle
nicht im gewünschten Zeitplan nach unten sacken, mittels eines Abluft-Hahnes?
Muss mich auch in dieses Prinzip erstmal vertraut machen.
Zuerst kommt aber sowieso erstmal ne normale Düse.

Gruß
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Fabian99 am 21 Apr 16, 10:34
Hallo,

entweder hast
Du zuviel an Luft = Bypass setzten
Du hast zuwenig Luft: Venturi-Düse bauen

Eine einfache Düse sehe ich eher als Problem: Ein "hochenergetischer" Strahl mit x bar der das Bett durcheinander wirbelt. Ich würde vom Gefühl eher auf 30-50mm erweitern und mehrere Einlässe machen. Du willst doch reduzierende Bereiche erzeugen - nicht nur Hitze.

LG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 25 Apr 16, 23:19
Hallo,

Ich habe mir jetzt einen Seitenkanalverdichter organisiert, da die Luft wohl nicht ausgereicht hat.
Ebenso hat der Ofen nun nicht nur eine sondern zwei Düsen.
Weiteres zu der Sache mit der Luft, ich habe mir guten Rat geholt und nach dessen
Anleitung eine Art Adapter für den Verdichter gebaut. Mit diesem kann ich nicht nur überschüssige Luft ausblasen lassen, sondern auch
die Luftmenge einstellen.

Die Venturi Düse probiere ich evtl mal ein anderes mal. Erstmal mag ich endlich eine Luppe bekommen ;)
Wenn du magst kannst mir aber dennoch gerne Bilder davon hochladen.


LG
Titel: Re: Rennofenversuche
Beitrag von: Draugr am 04 May 16, 15:04
Hallo mal wieder!
Ich denke ich sollte nun mal endlich sagen dass ich Erfolgreich war!
Zur Auflösung, es lag an der Windmenge!
Mit einem Seitenkanalverdichter bzw Vakuumpumpe hat man genug davon! ;)
Ich hatte also in der zwischenzeit 3 weitere Ofenreisen - und alle 3 waren erfolgreich mit einem Spitzen Ergebnis!
Der Knüller war natürlich unser Ulf (ein ca. 2m hoher Rennofen) der uns eine ca. 25Kg schwere Luppe bescherte!
Bin total froh! Jetzt kann es weiter gehen mit einem Holzkohle-Wootz-Ofen!

LG