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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Embarak am 20 May 16, 23:24
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Hallo,
Und noch ein Stück aus einer älteren Sammlung: gelabelt als Strontianit aus der Minerva No.1 Mine (http://www.mindat.org/loc-3754.html), Cave in Rock, Illinois, USA
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1463775691.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1463775691.jpg)
Beim Überprüfen der Angaben fiel auf, daß ähnlich gebänderte Stufen aus der Minerva No.1 Mine mal als Calcit, mal als Strontianit
zugeordnet sind. 2 Beispiele:
http://www.mindat.org/photo-569666.html
http://www.mindat.org/photo-370571.html
Auch zeigt eine Diskussion im Mindat-Forum, daß die Unterscheidung nicht sooo einfach ist.
http://www.mindat.org/forum.php?read,106,307965,308049
Im Lexikon gibt es noch eine Seite zu Strontiancalcit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Strontiancalcit), in der selbiges oben als "Calzium haltige Varietät von Strontianit" bezeichnet wird,
aber nur wenige Zeilen tiefer liest man "Varietät / Polytyp von Calcit". Aha...
Am FO gibt es wohl keinen Zweifel, aber welchem Mineral sollte die Stufe zugeordnet werden? ???
orthorhombisch gegen trigonal? Wenn es strontiumhaltige Calcite gibt, wird man weder mit Flammprobe noch EDX weiter kommen.
Im Anhang noch das ausführliche Karteikärtchen des Vorbesitzers, das er zu JEDER seiner Stufen angelegt hat.
Schreibmaschine statt Excel/Word.
Nur in einem Punkt lag er nicht richtig: der schmutzig-schwarze Überzug auf der Fluoritmatrix der Unterseite ist nicht aus Metallsulfiden,
sondern ist eine feste, dünne Bitumenschicht, wie auch in einigen mindat-Bildern beschrieben.
Nun ist eure Meinung zur Zuordnung gefragt ;D
Norbert
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Strontianit habe ich so noch nicht gesehen.
Ich hätte auf Aragonit getippt.
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Hallo Embarak, (Norbert)
eine EDS-Analyse würde 20 Euro kosten und die Stufe nicht beschädigen.
Frage ist, ob es Dir soviel wert ist?
MfG und GA
Günter Blaß
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Hallo Günter,
Nach den bisherigen Infos gehe ich davon aus, daß sowohl Ca als auch Sr nachgewiesen werden könnte.
Könnte man dann mit einem quantitativen Ergebnis die Zuordnung zu Strontianit, Calcit oder der Varietät Strontiancalcit tatsächlich festlegen ?
In der Diskussion um meinen vermeintlichen Kempit habe ich gesehen, daß man EDX/EDS-Ergebnisse durchaus verschieden interpretieren kann.
Mit Analyseverfahren begebe ich mich auf dünnes Eis, bin aber gerne bereit, ein paar Euronen auszugeben,
wenn mich das Ergebnis weiterbringt.
Gibt es eigentlich eine Mischungsreihe zwischen Calcit und Strontianit?
Grüße
Norbert
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Moin Norbert
Mischkristall zwischen Calcit und Strontianit wird es kaum geben, da die beiden in unterschiedlichen Kristallsystemen kristallisieren (Calcit - trigonal, Strontianit - rhombisch). Eher sind Mischkristall zwischen Aragonit und Strontianit denkbar, allerdings - meine ich - gibt es den nicht. Auf dem Foto sind recht deutlich eher spitz zulaufende, flache Kristalle zu erkennen, die zu Aragonit/Strontianit passen würden. Bei der Zusammensetzung kann Dir aber nur ein Analyse weiterhelfen. Die könnte die Sache allerdings auch verkomplizieren, da es durchaus sein kann, das die Zusammensetzung innerhalb dieser Aggregate ändert. So könnten z.B. die bräunlichen Bereiche Sr-reich und die Spitzen Sr-arm sein oder umgekehrt.
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Hi Norbert,
stimme Markus zu!
Wären wohl sicherheitshalber 2 Analysen bzw. mindestens 2 Messpunkte nötig!
Gruß
Günter
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Mischkristall zwischen Calcit und Strontianit wird es kaum geben, da die beiden in unterschiedlichen Kristallsystemen kristallisieren (Calcit - trigonal, Strontianit - rhombisch)
Hi Markus,
Günter hat mich auch schon daran erinnert, daß Strontianit aus der Aragonitgruppe 5.AB.15 ist, und nicht aus der Calcitgruppe 5.AB.05.
Habe mich durch die Mindat-Beispielbilder auf Strontianit versus Calcit eingelassen, ohne das zu hinterfragen. Peinlich.. 8)
Aragonit ist für die Minerva No.1 Mine nicht beschrieben, was aber auch an einer unvollständigen Liste liegen kann.
Wenn eine Mischungsreihe Aragonit-Strontianit unbekannt ist, sollte ich das Bild wohl doch so zuordnen, wie auf dem Original-Etikett angegeben.
Hinzu kommt...
....kann Dir aber nur ein Analyse weiterhelfen.
Die könnte die Sache allerdings auch verkomplizieren, da es durchaus sein kann, das die Zusammensetzung innerhalb dieser Aggregate ändert. So könnten z.B. die bräunlichen Bereiche Sr-reich und die Spitzen Sr-arm sein oder umgekehrt.
Das ist ein schwerwiegendes Argument. Man müsste die Stufe an mehreren Stellen analysieren.
Bei der Namensgebung wäre es dann immer noch ein Strontianit, selbst wenn Sr-arme Bereiche dabei sind.
Eine Beobachtung spricht sogar für eine unterschiedliche Zusammensetzung: Da auf dem Label UV vermerkt war, habe ich's getestet.
Fluoreszenz KW schwach, aber unterschiedlich in den beiden Bereichen.
Fluoreszenz LW stärker, die Spitzen grauweiß, der bräunliche Bereich etwas stärker und in hellem orange-rosa.
( Habe noch kein Foto. Werde es bei Gelegenheit mit längerer Belichtungszeit probieren.)
Grüße
Norbert