Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: betadecay2000 am 19 Apr 05, 22:58

Titel: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 19 Apr 05, 22:58
Das Sammeln radioaktiver Mineralien ist nach wie vor sehr umstritten, daher habe ich mich entschlossen, mal eine Umfrage zu machen, wie Ihr es mit dem Sammeln aktiver Mineralien seht.



Viele Grüße,

Markus
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: mkannenberg am 19 Apr 05, 23:06
es gibt auch fossilien, die etwas mehr strahlen als erlaubt. wenn ich es weiß, lasse ich die finger von.


marco
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Harjo am 19 Apr 05, 23:25
Hi,

Fur mich ist das Problem mit das Sammeln von radioaktiven Mineralien nicht das Ich angst habe, aber Ich will nicht das meine Tochter (6 Jahre alt) in die nahe von radioakive sachen kommt.
Ich freue Mich das es Sammler gibt die das sammeln, dan kann ich mich die Bilder von die oft sehr schone Kristalle bewundern (Thorbernit, Autinit, Uranocircit etc.)!
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 20 Apr 05, 00:34
Als echter Erzgebirger, der mitten im Gebiet einer der weltgrößten Uranerzlagerstätten großgeworden ist, sollte mich das Thema eigentlich nicht weiter anheben.

Trotzdem habe ich eine ziemliche irrationale Angst vor radioaktiven Mineralien. Da bin ich irgendwie eigen.

Ich finde gerade im Bereich der Uranglimmer gibt es ganz wunderschöne Mineralien, die ich mir aber lieber auf Bildern angucke, als sie selbst zu besitzen. Ich höre jede meiner Neufunde oder Neuerwerbungen mit dem Geigerzähler ab. Was leicht strahlt kommt sofort in den Keller, was stärker strahlt sofort weg.

Habe noch eine leicht radioaktive Barytstufe von Pöhla, die ich nun aufgrund der leichten Strahlung auch nicht mehr mag und am liebsten loswerden würde.  Habe zuletzt auch auf der 371 mindestens drei Pechblende-Stufen gefunden, wovon ich aber nur eine aus Versehen überhaupt nach Hause mitgenommen habe und dann gleich nach der Entdeckung wieder weggebracht habe.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: uwe am 20 Apr 05, 09:09
Radioaktivität kommt, vor allem in Bergbaugebieten, auch in der Natur vor. Ich habe mal einen Fachvortrag gehört, nach dem, gemäß der BRD-Grenzwerte, in manchen Gegenden des Erzgebirges jegliche Gartenarbeit verboten werden müßte - Häuser mit Keller sowieso. Aber auch Bauten mit massivem Granitsockel sind nicht ganz ohne, da viele Granite schön strahlen.

Ich trage radioaktive Stufen natürlich nicht in der Hosentasche, obwohl das bei meinen 62 Jahren kein Problem mehr ist. Auch bewahre ich diese Stufen in einer Ecke des Kellers auf, wo normalerweise keiner vorbei geht. Riskant sind allerdings Uranglimmerstufen, da die staubfeinen Splitter schwer zu kontrollieren sind. Ich habe meine Uranglimmer-Stufen mit Haarlack fixiert und außerdem in Josi-Kästchen. Gefährlich sind ohnehin nur die Gammastrahlen, da Alpha- und Betastrahlen sich leicht abschirmen lasssen.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 20 Apr 05, 09:18
Riskant sind allerdings Uranglimmerstufen, da die staubfeinen Splitter schwer zu kontrollieren sind. Ich habe meine Uranglimmer-Stufen mit Haarlack fixiert und außerdem in Josi-Kästchen. Gefährlich sind ohnehin nur die Gammastrahlen, da Alpha- und Betastrahlen sich leicht abschirmen lasssen.

Hallo,

das möchte ich so eigentlich nicht stehen lassen.
a.) du hast recht was die Gefahr der Kontaminierung durch kleine Partikel angeht.
b.) Harte Gammastrahlen durchdringen den Körper, schädigen kaum das Gewebe. Partikelstrahlungen wsie Alpha- und Betastrahlen hinterlassen im Körper eine breite Spur an Ionen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit führt das zum Zelltod oder zur Mutation. Das Risiko vermindert Du durch die Josi-Kästen. Der direkte Kontakt ist nicht gegeben.
c.) Die Abschirmung: Was passiert, wenn ein Beta-Teilchen durch z.B. eine Bleifolie abgebremst wird? Es entsteht jede Menge Röntgenstrahlung. Je nach Teilchenenergie bis in den Gamma-Bereich. Also so simpel ist eine Abschirmung nicht.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schweizer Strahler am 20 Apr 05, 18:53
Hi,

ich habe das Problem eigentlich nicht, da ich alpine Mineralien sammel, und die (meines Wissens) nicht strahlen.

Allerdings, wenn ich die Wahl hätte, würde ich mir die strahlenden Mineralien doch lieber auf Fotos als in meiner Vitrine anshen.

Gruß Dominik
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Bernd G am 20 Apr 05, 19:09
wie war das mit dem  uranbergbau bei der  wismut ? die waren doch ständig strahlung ausgesetzt oder ? und odrt haben leute auch jahre lang im berg gearbeitet.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 20 Apr 05, 20:04
wie war das mit dem  uranbergbau bei der  wismut ? die waren doch ständig strahlung ausgesetzt oder ? und odrt haben leute auch jahre lang im berg gearbeitet.


Ja, das haben die. Viele von denen, die die wilden Anfangsjahre mitmachten mußten leben inzwischen auch nicht mehr. Das Hauptproblem war einerseits, daß damals Trockengebohrt wurde und andererseits eine nicht vorhandene oder nur dürftige Bewetterung. Gerade das Radon hat da seinen Hauptanteil geleistet. Erst später hat man darauf mehr Wert gelegt.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 20 Apr 05, 20:05
wie war das mit dem  uranbergbau bei der  wismut ? die waren doch ständig strahlung ausgesetzt oder ? und odrt haben leute auch jahre lang im berg gearbeitet.

Hallo,

Tja, ist so eine Sache. Bei der Strahlung gibt es zwei Arten von Schäden:
1.) deterministische = Auge wird trübe, Durchfall, Hautverbrennungen etc. Also etwas was direkt damit einhergeht,
2.) statistische, meist Tumore.  Es war vor kurzem eine Meldung, dass Radon (z.B. die angesprochenen Granitkeller usw) zusammen mit Rauchen das Risiko um das imho 160x steigert. Jetzt wundert mich eine fehlende, fundierte und statistisch stabile Auswertung der Wismut nicht.

Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
Ich habe einmal den chinesischen "Granit" meiner Treppe im Haus untersucht. Auf einer Fläche von 4cm2 waren knapp 50 Partikel die deutlich Thorium enthielten (Bis hin zum reinen Thoriumsilikat).  Davon sind nun bestimmt 20m2 im Haus verbaut. Soll ich die rausreissen? Das Material ist gebunden, also wohl eher nicht.

Trotzdem würde ich nicht einfach so staubige radioaktive Minerale sammeln und im Haus frei rumliegen lassen.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: popeye am 20 Apr 05, 20:20
 :o Schreck, lass nach!!!
Zitat
Riskant sind allerdings Uranglimmerstufen, da die staubfeinen Splitter schwer zu kontrollieren sind. Ich habe meine Uranglimmer-Stufen mit Haarlack fixiert und außerdem in Josi-Kästchen. Gefährlich sind ohnehin nur die Gammastrahlen, da Alpha- und Betastrahlen sich leicht abschirmen lasssen.
Ich muß mich da jetzt auch noch dazu auslassen, da es offensichtlich noch etwas mißverständliche Wertungen der verschiedenen Strahlungsarten gibt.
- Staub radioaktiver Stoffe stellt sicher das  größte gesundheitsgefährdende Potential radioaktiver Mineralien dar, da Staub in unsichtbarer Größe inhalierbar( trink-,essbar) ist und somit  in den Körper gelangen kann.
- die schädigende Wirkung inkorporierter Strahlung  ist bei der alpha-Strahlung mit Abstand am größten.
Dies drückt sich in der sogenannten Äquivalenzdosis (Sv) aus, bei der die Energiedosis (gemessen in Gy) mit dem Strahlungs-Wichtungsfaktor multipliziert wird.
Der wiederum beträgt für alpha-Strahlung 20, für beta-Strahlung,Positronen,-Röntgen-und Gammastrahlung 1!
Übersetzt heißt das, daß die biologische Wirkung einer gleich großen "Strahlenmenge" alpha  20 mal so hoch ist im Vgl. zu  den anderen genannten Strahlungsarten (dazwischen liegt noch die Neutronenstrahlung mit Faktor 10).
Der Grund hierfür liegt gerade eben darin (und das ist eben der Grund für die Mißverständnisse), daß die Eindringtiefe der alphastrahlung so gering ist! Weil, und jetzt kommts, die gesamte Energie eines alpha Teilchens auf geringer Strecke durch Wechselwirkung mit Gewebe  aufgebraucht wird. Dabei  wird die Energie von alpha-Strahlung auf einer Strecke von 0,005 mm (Beispiel Haut) vollständig abgegeben und erzeugt dabei ca 100 000 Ionisationen pro Zelle! ( im Vgl.beta :100 Ionisationen pro Zelle).Und das ist noch nicht mal die ganze Wahrheit, weil es nicht nur Ionisation sondern auch noch andere Formen des Energieverlustes gibt-z.b.Bremsstrahlung.
An der Haut ist das uninteressant, weil die Hornhautschicht (abgestorbene Zellen) dadurch nicht mal durchdrungen wird, im Körper (Bronchien, Lungengewebe, Darm-,Magenschleimhaut etc) ist die Wirkung aber am Ort wo großer Schaden resultieren kann.
Mit anderen Worten:
--Alles was alpha (und beta)strahlt (der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!), muß unbedingt so aufbewahrt werden, daß Staub nicht entstehen , bzw nicht inkorporiert werden kann, weil gerade diese Strahlung  biologisch am gefährlichsten ist.
--Das Gute daran ist, dass eine dünne luftdichte Verpackung aus z.B. Plastik schon ausreicht um außen keine Strahlung ankommen zu lassen.
Zu dem Thema gäbs  noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: uwe p. am 20 Apr 05, 21:45
@schweizer strahler
es gibt auch radiaktive kluftmineralien - so kommen z.b. im binntal durchaus kahlerite, tobernite und autunite vor.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 20 Apr 05, 22:12
Zitat
(der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!),

Einer meiner Geigerzähler (SVS-3 Fa. Step, siehe Bild) unten ist auch in der Lage, Betastrahlung (ab 200 keV) zu messen, das Gerät verfügt über eine Blende, mit der sich die Betastrahlung, mit der die Betastrahlung "ausgeblendet" werden kann, so das auch "nur Gamma-Messungen" möglich sind.


Zitat
Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
Ich habe einmal den chinesischen "Granit" meiner Treppe im Haus untersucht. Auf einer Fläche von 4cm2 waren knapp 50 Partikel die deutlich Thorium enthielten (Bis hin zum reinen Thoriumsilikat).  Davon sind nun bestimmt 20m2 im Haus verbaut. Soll ich die rausreissen? Das Material ist gebunden, also wohl eher nicht.

Auch in der Zerfallskette von Thorium gibt es Radon:

Die Zerfallsreihe von Uran-238 enthält das Edelgas Radon-222, das eine Halbwertzeit von 3,83 Tagen hat und somit recht viel Zeit hat, aus dem Gestein bzw. Mineral zu entweichen, was zur Folge hat, daß recht viel Radon aus dem uranhaltigen Stück entweichen kann.

Auch Thorium-232 hat in seiner Zerfallsreihe ein Radonisotop, nämlich das Rn-Isotop Rn-220 (auch "Thoron" genannt), dessen Halbwertzeit liegt aber nur bei 55,6 Sekunden, somit dürften bei Thoriumhaltigen Materialien bei weitem nicht so ausdünsten, wie bei uranhaltigen.
Ich halte Rausreißen daher nicht unbedingt für sinnvoll, zumal dabei sicher mehr Radioaktivität freigesetzt würde, als wenn man den Granit einfach drin läßt.


Zitat
Zu dem Thema gäbs  noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias

Mich zumindest nicht  :) , ich zumindest finde das Thema interessant, dem Beitrag ist übrigen nichts hinzuzufügen. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich sicher auch mehr dazu schreiben. Ich würde mich über weiteren Austausch zu diesem Thema freuen.


Viele Grüße,

Markus


Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 20 Apr 05, 22:41
Zitat
(der Gag ist, daß man das mit dem Geigerzähler nicht vernünftig messen kann!!),

Einer meiner Geigerzähler (SVS-3 Fa. Step, siehe Bild) unten ist auch in der Lage, Betastrahlung (ab 200 keV) zu messen, das Gerät verfügt über eine Blende, mit der sich die Betastrahlung, mit der die Betastrahlung "ausgeblendet" werden kann, so das auch "nur Gamma-Messungen" möglich sind.



Zitat
Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
Ich habe einmal den chinesischen "Granit" meiner Treppe im Haus untersucht. Auf einer Fläche von 4cm2 waren knapp 50 Partikel die deutlich Thorium enthielten (Bis hin zum reinen Thoriumsilikat).  Davon sind nun bestimmt 20m2 im Haus verbaut. Soll ich die rausreissen? Das Material ist gebunden, also wohl eher nicht.

Auch in der Zerfallskette von Thorium gibt es Radon:

Die Zerfallsreihe von Uran-238 enthält das Edelgas Radon-222, das eine Halbwertzeit von 3,83 Tagen hat und somit recht viel Zeit hat, aus dem Gestein bzw. Mineral zu entweichen, was zur Folge hat, daß recht viel Radon aus dem uranhaltigen Stück entweichen kann.

Auch Thorium-232 hat in seiner Zerfallsreihe ein Radonisotop, nämlich das Rn-Isotop Rn-220 (auch "Thoron" genannt), dessen Halbwertzeit liegt aber nur bei 55,6 Sekunden, somit dürften bei Thoriumhaltigen Materialien bei weitem nicht so ausdünsten, wie bei uranhaltigen.
Ich halte Rausreißen daher nicht unbedingt für sinnvoll, zumal dabei sicher mehr Radioaktivität freigesetzt würde, als wenn man den Granit einfach drin läßt.


Zitat
Zu dem Thema gäbs  noch ne Menge mehr zu erzählen oder zu diskutieren, hoffe ich hab euch nicht genervt.
Tobias

Ich würde mich über weiteren Austausch zu diesem Thema freuen.


Hallo Markus,

ich hatte Tobias so verstanden, dass Alpha-Teilchen gemeint waren. Die sind teilweise wirklich schwer zu fassen. (Eigenabsorption, Fensterabsorption, freie Weglänge usw.)

Das System mit der Betaausblendung verstehe ich nicht so ganz.  Vielleicht rettet Dich da die untere Nachweisgrenze der Energie, sicher bin ich mir nicht. Nimm einen Betastrahler mit vielleicht 1MeV. Die Elektronen der Strahlung prasseln auf die Blende und werden abgebremst.  Was passiert? Es entsteht Röntgenstrahlung.  Und bei 1MeV würde ich es langsam Gammastrahlung nennen.

Zum Thema Thorium:
Ich würde nie die Treppe rausreissen. Gib mir 10g Flussand und ich finde darin thorium- oder uranhaltige Partikel.  Spätestens am Monazit werde ich fündig.

Die Hauptquelle für natürliche Radioaktivität  ist, wenn ich mich recht erinnere, ausserdem das Kalium. Also provokant gefragt: Alle kaliumhaltigen Minerale wegsperren? Dein Spruch "Respekt aber keine Angst" möchte ich eigentlich unterstreichen und mit "Sorgfalt" ergänzen.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: McSchuerf am 21 Apr 05, 06:26
Zitat
Die Hauptquelle für natürliche Radioaktivität  ist, wenn ich mich recht erinnere, ausserdem das Kalium. Also provokant gefragt: Alle kaliumhaltigen Minerale wegsperren? Dein Spruch "Respekt aber keine Angst" möchte ich eigentlich unterstreichen und mit "Sorgfalt" ergänzen.

Hallo Krizu,

Es ist zwar richtig, dass zu den radioaktiven Elementen alle solchen mit einer Ordnungszahl über 82 (s. periodisches System der Elemente) sowie einige weitere Elemente, z.B. das Kalium gehören..ABER: in welcher Zerfallsreihe (Uran-Radium-Reihe?, Thoriumreihe? oder Uran-Aktinium-Reihe? soll sich denn das Kalium befinden??
Ich kenne auch kein 'strahlendes' Kaliummineral, dass ich mit meinem Geigerzähler erfassen könnte (weder Gamma, noch Alpha,- noch Betastrahler meiner Ansicht nach..)

Nur mal so an den Physiker gefragt.. ;): Müssen wir uns hier nicht einfach NUR bestimmte Isotope unter die Lupe nehmen bzw. nur auf Isotope (siehe Kalium) beschränken? Ich frage nur, ich bin kein Experte für radioaktive Elemente..

Noch was zu Cäsium..(Mineral wäre hier z.B. der Worobieffit = Cs-haltiger Morganit) und der strahlt auch nicht! oder ich muss meinen Geigerzähler entsorgen.. ;)
Bei Cäsium sieht das auch wieder ganz anders aus (Stichwort: Pilze und Tschernobyl)..da hat die Presse einen Riesen-Unsinn verbreitet..denn die Cäsiumbelastung zumindest in Hessen und in Rheinland-Pfalz bei Pilzen nach dem Fall Out (angebliche Partikelstreuung über Waldgebieten..) war = 0!! Mag sein, dass durch die entsprechende Windrichtung in Bayern und Bawü das anders aussieht aber ich bezweifle dies auch. Bei Hessen habe ich persönlich die Beweise gesehen, dass die Pilze völlig unbelastet sind!.. :-\
Trotzdem weiß jeder, dass Cäsium sehr schädlich ist und den Knochenbau z.B. abbaut während Calcium den Knochenbau fördert..etc..

..aber gut..ich will nicht vom eigentlichen Thema abschweifen..bitte nur nochmal eine spezifizierte Antwort zum Kalium als radioaktives Element und zu möglichen Isotopen liefern...damit wäre mir schon weitergeholfen. Danke... ;)

Gruß Peter
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Reaktor am 21 Apr 05, 07:59
bitte nur nochmal eine spezifizierte Antwort zum Kalium als radioaktives Element und zu möglichen Isotopen liefern...damit wäre mir schon weitergeholfen.
"Natürliches Kalium enthält zu 0,0117% radioaktives K-40, das mit einer Halbwertszeit von 1,28x10^9 a in Ca-40 bzw. Ar-40 zerfällt." aus dem Jander-Blasius abgeschrieben

In "Anorganische Chemie" von L. Kolditz steht noch zu Kalium:
"Isotope: K-39 (39,23%), K-40 (0,01%), K-41 (6,76%)"

Hab keine Ahnung wie man die Zahlen hochstellt deshalb die etwas andere Schreibweise ;)

Zum Thema muss ich sagen das ich ich radioaktive Mineralien sehr interessant finde und das auch recht unproblematischsehe wenn man das entsprechend lagert. Wenn man in Sachsen oder Thüringen groß geworden ist hat man wahrscheinlioch sowieso recht ordentlich radioaktiven Staub in der Lunge ;)
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 21 Apr 05, 09:23

Es ist zwar richtig, dass zu den radioaktiven Elementen alle solchen mit einer Ordnungszahl über 82 (s. periodisches System der Elemente) sowie einige weitere Elemente, z.B. das Kalium gehören..ABER: in welcher Zerfallsreihe (Uran-Radium-Reihe?, Thoriumreihe? oder Uran-Aktinium-Reihe? soll sich denn das Kalium befinden??
Ich kenne auch kein 'strahlendes' Kaliummineral, dass ich mit meinem Geigerzähler erfassen könnte (weder Gamma, noch Alpha,- noch Betastrahler meiner Ansicht nach..)

Nur mal so an den Physiker gefragt.. ;): Müssen wir uns hier nicht einfach NUR bestimmte Isotope unter die Lupe nehmen bzw. nur auf Isotope (siehe Kalium) beschränken? Ich frage nur, ich bin kein Experte für radioaktive Elemente..


Hallo Peter,

dann oute ich mich mal als Physiker ;-)

Der Mensch hat  140g Kalium im Körper. Daraus resultiert der nicht schlechte Anteil von 4000Bq. Lege doch einfach eine 500g Dose KCl unter deinen Zähler  ;-)

Quelle:
http://www.environmental-studies.de/Radiooekologie/Radiocaesium/radiocaesium.html

Zu den natürlichen Radionukliden
http://www2.lfu.baden-wuerttemberg.de/lfu/abt3/strahlenschutz/radio95/kap_1.htm

Allerdings ist die Gammaernergie in MeV und nicht in keV, wie in Quelle 1 behauptet.


Das Technetium ist auch ein Beispiel für ein radioaktives (nicht natürliches) Element Z=43 ohne Bezug zu den Zerfallsreihen.

Es gibt in der Reihe der Isotope sogenannte "magische Zahlen" und besondere Stabilitäten. He 4 2 ist so ein Kern (imho doppelmagisch). Wenn nun ein Isotop weit weg von der Linie der stabilen Isotope ist oder eine ungünstige Kernkombination von Protonen und Neutronen hat, kann es durch Aussendung von z.B. Alpha- oder Beta-Strahlung zu stabilen Kernen kommen.  Ein Beispiel um aus einem Bereich der Instabilität zu Stabilität zu kommen sind die Zerfallsreihen. Die Elemente mit hohen Ordnugnszahlen sind so weit von der Stabilität weg, dass es ganze Reihe von Zerfällen stattfindet.

Jetzt ist das Kalium mit der extrem langen Zeitdauer von 1.3 Millarden Jahren gerade mal auf ein achtel seines ursprünglichen Wertes abgesunken und als "biologisches Element" von Bedeutung. Der Nachteil vom Kalium ist also, dass es im Körper natürlich vorhanden ist und aufgenommen wird, der Vorteil ist, dass dein Sylvin in der Vitrine keine radioaktiven Gase freisetzt, nur Gammastrahlen, und dass dein Körper Kalium ausscheiden kann. Bei Kaliummineralien kannst Du unter webmineral die errechneten Aktivitäten nachschlagen.

Ich gebe Dir recht, als Mineraliensammler kommst Du eher an hohe Aktivitäten vom Uran und Thorium. Aber wenn Du einmal verschiedene Gesteine oder Sande untersuchst, findest Du an den unglaublichsten Stellen Uran und Thorium. Rekord bisher war mein Granit mit einem mir unbekannten Thoriumsilikat, gefolgt von verschiedenen Monaziten mit bis zu  20% Thoriumoxid (wenn ich der Analyse glaube).

Aber ich glaube wir kommen vom Thema der Mikromounts + Stufen ab.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 21 Apr 05, 12:11
Hallo,

habe nochmal etwas gegooglet und gesurft.

Webmineral gibt als (amerikanischen?) Grenzwert zur Definitiion von radioaktiven Mienralien 70 Bq/g an. Somit würden Kalium-Verbindungen mit den weniger als 40 Bq/g nicht darunter fallen.

zum Vergleich reines UO2: 157.000 Bq/g (webmineral) andere Quellen sprechen von 50.000Bq/g für Natururan. Vermutlich muss man mal mit der Halbwertszeit und den Isotopenverhältnissen die Aktivität selber ausrechnen  :-\

hth

Frank

Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Peter Haas am 21 Apr 05, 18:31
Ergänzende Bemerkungen zu einigen in der Diskussion angeschnittenen Themen:

Bremsstrahlung: Die Energie der beim Abbremsen von beta-Strahlung in Materie entstehenden Strahlung ist immer niedriger als die kinetische Energie der beta-Partikel. Partikel aus dem beta-Zerfall (meistens Elektronen, seltener Positronen) von Radionukliden besitzen keine besonders große kinetische Energie. Die Situation ist keinesfalls mit einem Elektronenmikroskop, bzw. einer EMPA-Quelle vergleichbar, bei der durch Beschleunigung in einem elektrischen Feld Energien erreicht werden, die zur Röntgenanregung (d.h. zur Entfernung von Elektronen aus inneren Bahnen) ausreichen. Beta-Partikel ionisieren Atome oder Moleküle nur durch Entfernung äußerer (weniger fest gebundener) Elektronen. Entsprechend ist auch das Bremsspektrum deutlich langwelliger - eventuell ist langwellige Röntgenstrahlung zu erwarten, jedoch ganz sicher keine Gamma-Strahlung.

Strahlungsmessung:  Da die Intensität jeder Strahlung mit dem Abstand zur Strahlungsquelle abnimmt - für Gamma-Strahlung ist die Intensität umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands; bei Partikelstrahlung wird durch Absorptionseffekte eine noch stärkere Schwächung festgestellt - sind die Skalen von Strahlungsmessgeräten in der Regel für definierte Abstände vom strahlenden Objekt kalibriert. Mit der Bewertung eines Messergebnisses, das man erhält, indem man die Sonde direkt über die Oberfläche des Prüfgegenstands hält, sollte man daher vorsichtig sein: bei einer solchen Messanordnung  ist die Anzeige ist falsch positiv (bis zu mehreren Größenordnungen). 

Messung von beta-Strahlung: Die mit den handelsüblichen (um nicht zu sagen: billigen ...) Geräten messbare beta-Strahlung ist im allgemeinen keine Primärstrahlung, sondern überwiegend eine Sekundäremission, die durch Stoß von gamma-Photonen mit Gasmolekülen entsteht. Der überwiegende Anteil der primären beta-Strahlung durchdringt die Folie vor dem Zählrohr nicht.

Konservierung durch Haarspray: Haarspray enthält organische Polymere mit ionisierbaren funktionellen Gruppen, die durch elektrostatische Wechselwirkungen fest an der gegensinnig geladenen Haaroberfläche adsorbiert werden. Ionisierbare funktionelle Gruppen sind immer auch Orte erhöhter Elektronendichte und daher mit einem hohen Absorptionsquerschnitt für ionisierende Strahlung. Organische Polymere sind allgemein wenig stabil gegen energiereiche Strahlung. So bewirkt z.B. selbst bei einem relativ inerten Material wie Poly(ethylen) der UV-Anteil des Tageslichts eine schnelle Alterung, der man durch Zusätze geeigneter Inhibitoren entgegenwirkt (Zusätze in der Größenordnung von einem Gewichtsprozent sind durchaus üblich). Werden besonders anfällige Polymere - wie die aus Haarsprays -  energiereicher Strahlung - z.B. gamma-Strahlung - ausgesetzt, verläuft die Alterung besonders schnell: das Material verliert seine Elastizität, wird extrem spröde und bietet auf den Sammlungsstücken keinen Schutz mehr vor der Ablösung feinster Partikel. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass solche Polymere GASDURCHLÄSSIG sind, selbst Radon wird zum größten Teil nicht zurückgehalten.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: McSchuerf am 21 Apr 05, 18:58
Hallo Krizu und Reaktor,

danke für Eure erschöpfenden Erklärungen. Das hilft mir weiter!.. ;)

Gruß Peter
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 21 Apr 05, 21:27
Zitat
eventuell ist langwellige Röntgenstrahlung zu erwarten, jedoch ganz sicher keine Gamma-Strahlung.

M.W.n unterscheidet man Gamma- und Röntgenstrahlung auch nicht unbedingt nach der Wellenlänge (Energiegehalt), sondern nach dem Ursprung der Strahlung:

Von Gammastrahlung redet man, wenn es sich um Strahlung handelt, die vom Atomkern ausgeht.


Exkurs: Warum entsteht bei Radioaktivität häufig auch Gammastrahlung?

Infolge eines Radioaktiven Zerfalls (Gammastrahlung entsteht dann, wenn nach einer Kernumwandlung -z.B. Alpha- , Nukleonen sich in einen angeregten Zustand befinden, sprich, sich auf ein höheren Energieniveau befinden als normal. Wenn man sich den Atomkern auch als Schalenmodell vorstellt, kann man sich das so vorstellen, daß sich nach der Umwandlung ein (oder mehrere) Nukleonen, auf höheren Bahnen (Energieniveaus) befinden, wenn sie dann wieder in einen niedrigeren Energiezustand zurückfallen, wird die überschüssiger Energie als Elektromagnetische Strahlung ausgesandt (da die Massen -und damit auch die Energien- der Kernbauteilchen wesentlich größer sind, als die der Elektronen, wird bei einer Änderung des Energieniveaus wesentlich höhere Energie abgegeben, somit wird hier sehr harte Strahlung (Gamma) ausgesendet - Statt wie bei den analogen Ereignissen in der Elektronenhülle Licht, UV oder Röntgen).
Die Gamma-Umwandlung folgt meistens praktisch sofort auf die Alpha-, Beta-, oder sonst. Umwandlung (z.B. Spontanspaltung).
Wenn der Kern danach über längere Zeit, mit meßbarer Halbwertszeit, spricht man auch von metastabilen Kernen, in dem angeregten Zustand bleibt, spricht man auch von Kernisomerie, Gekennzeichnet werden solche Isotope durch ein m: z.B. Pa-234m .

Wenn die Strahlung von einen Ereignis herrührt, welche in der Elektronenhülle (z.B. Brensstrahlung)  seinen Ursprung hat, spricht man von Röntgenstrahlen.

Es gibt eine Form des Radioaktiven Zerfalls, wo auch Röntgenstrahlung frei wird: Der Elektroneneinfang, wo im Gegensatz zum Beta (Minus)-Zerfall ein Elektron (meistens aus der inneren Schale, der K-Schale, daher wird er auch oft als K-Einfang bezeichnet und mit K abgekürzt), vom Kern eingefangen wird (mit der Folge, daß sich ein Proton in ein Neutron verwandelt und der Kern um eine Ordnungszahl tiefer rutscht), dieses Ereignis ist zwar strahlungslos, aber da die entstandene Lücke durch Elektronen aus höheren Bahnen wieder aufgefüllt wird, und diese dabei Energie abgeben, entsteht meist Röntgenstrahlung, die Strahlung kann aber u.U. auch noch im UV-Bereich liegen.
Da aber hier die Strahlung ihren Ursprung in der Elektronenhülle hat und nicht im Kern, spricht man hier z.B. von Röntgenstrahlung!
Auch K-40 kann neben Beta auch durch diese Art zerfallen.

Wenn man den Ursprung als Kriterium für die Unterscheidung von Röntgen- und Gamma zugrundelegt, überschneiden sich die Röntgen- und Gammaspektren. Daß Gamma aber dennoch meist wesentlich energiereicher ist als Röntgen liegt daran, daß man es im Atomkern mit ganz anderen Massen (und damit auch Energien)  zu tun hat als bei den Elektronen.


Viele Grüße,

Markus

Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 22 Apr 05, 09:46
Ergänzende Bemerkungen zu einigen in der Diskussion angeschnittenen Themen:

Bremsstrahlung: Die Energie der beim Abbremsen von beta-Strahlung in Materie entstehenden Strahlung ist immer niedriger als die kinetische Energie der beta-Partikel. Partikel aus dem beta-Zerfall (meistens Elektronen, seltener Positronen) von Radionukliden besitzen keine besonders große kinetische Energie. Die Situation ist keinesfalls mit einem Elektronenmikroskop, bzw. einer EMPA-Quelle vergleichbar, bei der durch Beschleunigung in einem elektrischen Feld Energien erreicht werden, die zur Röntgenanregung (d.h. zur Entfernung von Elektronen aus inneren Bahnen) ausreichen. Beta-Partikel ionisieren Atome oder Moleküle nur durch Entfernung äußerer (weniger fest gebundener) Elektronen. Entsprechend ist auch das Bremsspektrum deutlich langwelliger - eventuell ist langwellige Röntgenstrahlung zu erwarten, jedoch ganz sicher keine Gamma-Strahlung.

Also da kann ich nicht mit Dir konform gehen. Die Bremstrahlung erreicht im Grenzwert die Eletronenenergie. Wenn ich den Meier-Kuckuck noch richtig in Erinnerung habe, ist die Beta-Energie eines Verfalls auch nicht gleichmäßig verteilt und liegt im Bereich um 1MeV, grenzwertig höher. Die Bremsstrahlung entsteht durch Abbremsung (Es sind Elektronen und Kern für Energie- und Impulssatz nötig!). Alles was mit Elektronen und Schalen zu tun hat ist die charakteristische Strahlung. Zur Energie der charakteristischden Strahlung: Die K\alpha des Urans liegt bei 98keV, die Absorptionskante bei 116keV (Du must das K-Elektron ja ins Kontinuum bringen).  Also werden diese inneren Linien garantiert und locker angeregt. Zum Vergleich der Energien: REM bis 30keV, medizinische Röhre meist 80keV, TEM typisch 200keV bis zu MeV.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 22 Apr 05, 09:49

M.W.n unterscheidet man Gamma- und Röntgenstrahlung auch nicht unbedingt nach der Wellenlänge (Energiegehalt), sondern nach dem Ursprung der Strahlung:

Von Gammastrahlung redet man, wenn es sich um Strahlung handelt, die vom Atomkern ausgeht.

Ok, schöne Definition!

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: McSchuerf am 22 Apr 05, 19:51
Ich darf auch nochmal zu Ergänzung an folgenden Link in unser aller Atlas erinnern..

.. einen größeren Teil dazu hatte ich wohl damals auch schon hierzu zusammengetragen.. :D ;)

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Radioaktivit%E4t

Gruß Peter
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: popeye am 22 Apr 05, 19:54
Hallöchen, :)
zu
Zitat
sind die Skalen von Strahlungsmessgeräten in der Regel für definierte Abstände vom strahlenden Objekt kalibriert. Mit der Bewertung eines Messergebnisses, das man erhält, indem man die Sonde direkt über die Oberfläche des Prüfgegenstands hält, sollte man daher vorsichtig sein: bei einer solchen Messanordnung  ist die Anzeige ist falsch positiv (bis zu mehreren Größenordnungen). 

hätte ich noch eine Anmerkung:
Man muß sich immer vor Augen halten, was ich eigentlich messe:
messe ich Aktivität (= Zerfälle /Zeiteinheit,gemessen in Becquerel,1Bq=1Zerfall/sec) als Maß für die Stärke eines Strahlers (frühere Einheit Curie) oder
messe ich Energiedosis (gesamte adsorbierte Strahlungsenergie in einer bestrahlten Masseeinheit,gemessen in Gray , Gy,(1J/Kg-Energie/Masse)
messe ich Äquivalenzdosis (Energiedosis mal  Bewertungsfaktor der Strahlenart,gemessen in Sievert,Sv(ebenfalls 1J/Kg)-als Maß für die biologische Wirkung)
messe ich Ionendosis(elektrische Ladung der in Luftkammer erzeugten Ionen geteilt durch Masse der Luft,gemessen in Coulomb/Kg Luft-früher Röntgen)
messe ich Energie-,Dosis-,Ionenleistung (o.g.Werte pro Zeiteinheit).
Das heißt,
dass selbstverständlich die Aktivität des Strahlers völlig unabhängig vom Ort der Messung  ist,

dass  die Energiedosis und die Äquivalenzdosis ebenso wie die Ionendosis im bestrahlten ´Volumen/in der bestrahlten Masse/bestrahlten Gewebe selbstverständlich abhängig ist von der Entfernung zur Strahlenquelle, also im Quadrat des Abstandes abnimmt.
Also kommts darauf an, was ein "Strahlenmessgerät" eigentlich  misst bzw was damit gemeint ist.
Wenn damit "Bq eines Strahlers"gemessen werden sollen muß sich der Hersteller natürlich bei Handgeräten (also keine Messkammer , in die hinein die Probe gelegt wird und alle Zerfälle gezählt werden) auf Annäherungswerte stützen, d.h. die  gemessenen Zerfälle werden in einer bestimmten Entfernung vom Strahler gemessen und dann in der Annahme einer allseits gleichen Abstrahlung  auf der gedachten Kugeloberfläche mit dem Radius :Abstand von der Strahlenquelle: auf die Zerfälle  rückgerechnet. Wen ich dann zu nahe dran bin bekomme ich einen zu hohen Wert (immer ausgegangen von einem Gammastrahler).
Ciao
Tobias



Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: McSchuerf am 22 Apr 05, 20:00
So ähnlich hatte ich das damals auch noch ergänzt..guckst Du hier..

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,683.0.html

 ;) :D
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: popeye am 22 Apr 05, 20:08
Hallo  Mc Schuerf,
es kommt immer nur auf das  (entsprechend radioaktive) Isotop an, nicht der Cs-Gehalt ist  das Problem, sondern der
Cs45 Gehalt. Iod ist gesund, nicht aber das Isotop131 oder J123. ;)
Tobias
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: CARCHARIAS am 23 Apr 05, 14:15
Moin!
Naja wenn es nicht zu heftig strahlt würde ich es einpacken.
Seekuhrippen und Haizähne aus m Mainzer Becken strahlen ja auch ein wenig ;D
Sammele sei 20 Jahren und bis jetzt gehts mir noch gut ;)
Gruß Carcharias!
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 23 Apr 05, 23:03
Hallo!

Zitat
Cs45

Cs (Cäsium -Ordnungzahl 55-) 45 gibt es nicht als Isotop, ich gehe mal davon aus, daß Du Calcium (Ca) meinst, da ist das Isotop 45 wirklich nicht unbedingt bekömmlich (Beta-Minus-Strahler mit sehr schwacher Gammastrahlung -12keV- und 163 Tagen Halbwertszeit).

Calcium hat im übrigen eine abgeschlossene Protonenschale und ist daher recht stabil (6 stabile Isotope), das Isotop 48 gehört zu den sog. doppelmagischen Isotopen, mit abgeschlossener Neutronen und Protonenschale.

Viele Grüße,

Markus
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: popeye am 24 Apr 05, 00:35
Ups  :o , kann Dir offensichtlich kein s für`n a vormachen.  :-[  :D  :-*
Tobias
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Peter Haas am 25 Apr 05, 19:51

M.W.n unterscheidet man Gamma- und Röntgenstrahlung auch nicht unbedingt nach der Wellenlänge (Energiegehalt), sondern nach dem Ursprung der Strahlung:

-----------------------

Von Gammastrahlung redet man, wenn es sich um Strahlung handelt, die vom Atomkern ausgeht.

-----------------------

(...) Gammastrahlung entsteht dann, wenn nach einer Kernumwandlung -z.B. Alpha- , Nukleonen sich in einen angeregten Zustand befinden, sprich, sich auf ein höheren Energieniveau befinden als normal (...)
(...) Wenn die Strahlung von einen Ereignis herrührt, welche in der Elektronenhülle (z.B. Bremsstrahlung)  seinen Ursprung hat, spricht man von Röntgenstrahlen (...)

-----------------------

Es gibt eine Form des Radioaktiven Zerfalls, wo auch Röntgenstrahlung frei wird: Der Elektroneneinfang (...)



Unterscheidung von Gamma- und Röntgenstrahlung:
Diese beiden Strahlungsformen werden in der Literatur nicht einheitlich unterschieden. Für die Gamma-Strahlung findet man eine Definition, nach der darunter Strahlung mit Wellenlängen kleiner oder gleich 1 pm zu verstehen ist, woraus eine untere Energieschwelle von etwa 1,2 MeV resultiert. Röntgenstrahlung umfasst einen viel größeren Energiebereich, der auch den gesamten Bereich der Gamma-Strahlung umfassen kann.  Umgekehrt betrachtet schließt die Gamma-Strahlung jedoch nur den kurzwelligen Röntgenbereich mit ein; der Begriff "langwellige Röntgenstrahlung" mag daher zwar einer strengen Definition entbehren, drückt aber verständlich genug aus, dass damit keine Gamma-Strahlung gemeint ist.
Die Definition über den Ursprungsort - aus dem Kern oder aus der Hülle - erscheint zwar auf den ersten Blick pragmatisch, erweist sich aber bei näherer Betrachtung ebenfalls als ungeeignet. Elektronische Übergangsprozesse in der Hülle können auch zur Emission von UV-Strahlung oder sichtbarem Licht führen, die zu Recht nicht als Röntgenstrahlung aufgefasst werden sollten. Ähnliches gilt für den K-Einfang: die in der Folge dieses Prozesses emittierte Strahlung müsste dann konsequenterweise als Gamma-Strahlung bezeichnet werden. In diesem Zusammenhang sei noch bemerkt, dass ich den eigentlichen Einfangprozess nicht für strahlungslos halte (immerhin verliert das eingefangene Elektron eine beträchtliche Menge an potentieller Energie - das müsste ich aber erst nachschlagen), und bei einer solchen Emission bestünde eine erhebliche Unklarheit darüber, ob sie schon aus dem Kern oder noch aus der Hülle kommt.
Persönlich favorisiere ich eine mechanistische Definition, nach der die Strahlungsformen über die Elementarprozesse beschrieben werden, die für ihre Emission verantwortlich sind. Röntgenstrahlung ist demnach die Strahlung, die emittiert wird, wenn ein äußeres Elektronen eine Lücke auf einer inneren Schale besetzt. Gamma-Strahlung wird emittiert, wenn Nukleonen aus angeregten Zuständen in den Grundzustand zurückkehren (Anmerkung: Zerfallsreaktionen führen primär zu einer energetisch vorteilhafteren Nukleonenzahl; die Umordnung der Nukleonen in die dadurch möglich gewordene stabilere Konfiguration führt unmittelbar im Anschluss zur Gamma-Emission). Eine weitere Ursache für Gamma-Emissionen sind Massendefekte: bei manchen Zerfallsprozessen entspricht die Summe der Massen der Produkte nicht der Summe der Massen der Edukte; die Massendifferenz wird gemäß E = m c^2 in elektromagnetische Strahlung umgewandelt. Auch diese Definition schließt jedoch nicht alle Möglichkeiten ein. So werden z.B. auch bei Materie-Antimaterie-Zerstrahlungen (die übrigens im allgemeinen außerhalb von Atomen stattfinden) Gamma-Photonen emittiert.

Bremsstrahlung:
Der Begriff Bremsstrahlung ist eindeutig definiert (vgl. z.B. DIN 25 401). Darunter versteht man die Strahlung, die beim Verzögern (Abbremsen) geladener Teilchen durch Materie freigesetzt wird - und zwar ganz unabhängig davon, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind. Beim Stoß mit Elektronen in der Hülle können nur bestimmte Energiebeträge übertragen werden, weshalb nicht bei jedem Stoß eine Energieübertragung stattfinden muss. Sehr viel effizienter ist die Abbremsung in Metallen: die quasi freien Valenzelektronen halten sich dort im Zwischengitterraum auf; in einem solchen "Elektronengas" sind innerhalb bestimmter Grenzen  (sog. Bänder) alle Energiezustände erlaubt, weshalb Energie (fast) beliebig übertragen werden kann. Die Stöße finden hier außerhalb der Hülle statt !!
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 25 Apr 05, 21:23

Bremsstrahlung:
Der Begriff Bremsstrahlung ist eindeutig definiert (vgl. z.B. DIN 25 401). Darunter versteht man die Strahlung, die beim Verzögern (Abbremsen) geladener Teilchen durch Materie freigesetzt wird - und zwar ganz unabhängig davon, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind. Beim Stoß mit Elektronen in der Hülle können nur bestimmte Energiebeträge übertragen werden, weshalb nicht bei jedem Stoß eine Energieübertragung stattfinden muss. Sehr viel effizienter ist die Abbremsung in Metallen: die quasi freien Valenzelektronen halten sich dort im Zwischengitterraum auf; in einem solchen "Elektronengas" sind innerhalb bestimmter Grenzen  (sog. Bänder) alle Energiezustände erlaubt, weshalb Energie (fast) beliebig übertragen werden kann. Die Stöße finden hier außerhalb der Hülle statt !!

Hallo,

beim Stoß mit einem Hüllenelektron muss meines Wissens nach nicht ein definierter Energiebetrag übertragen werden, da Du die Elektronen ins Kontinuum beförderst.  Wenn die Mechanismen im Metall und Isolator so verschieden sind, dürfte es eigentlich keine standartfreie EDX geben. Bei Oxiden ist die gesamte Elektronendichte (abgesehen von B2O3) geringer als in den Metallen (höhere Dichte).

Vielleicht sollten wir aber - bevor wir hier gesteinigt wergen ;-) -  das Thema per PN weiter vertiefen. Ich bin sehr daran interessiert.

MfG

Frank

Zitat
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: McSchuerf am 25 Apr 05, 21:29
Da komme ich z.B. nicht mehr mit. Das ist mir auch trotz Abi zu hoch..

Kleine Anregung / Tipp:
Ich plädiere für ein 'Physiker- oder Chemiker-Spezial-Unterforum (gibt es auch bei MinMax).

Gruß Peter
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Peter Haas am 26 Apr 05, 04:48
beim Stoß mit einem Hüllenelektron muss meines Wissens nach nicht ein definierter Energiebetrag übertragen werden, da Du die Elektronen ins Kontinuum beförderst.  Wenn die Mechanismen im Metall und Isolator so verschieden sind, dürfte es eigentlich keine standartfreie EDX geben. Bei Oxiden ist die gesamte Elektronendichte (abgesehen von B2O3) geringer als in den Metallen (höhere Dichte).

Nur ein paar Stichworte, um die Diskussion nicht ausufern zu lassen:

- Stoß mit Hüllenelektronen: OK - aber es gibt Energieschwellen, unterhalb derer gar nichts läuft
- Metalle und Isolatoren: Die Röntgenanregung wird in jedem Fall durch Stoß mit inneren Elektronen der Hülle initiiert - insofern sind die Mechanismen identisch. Beim Metall kann zusätzlich durch äußeren Photoeffekt (Elektronengas -> Kontinuum) Energie absorbiert werden; die freigesetzten Elektronen kommen meines Wissens im Detektor gar nicht an. Bandübergänge der quasifreien Elektronen sind eher niederenergetisch.
- B2O3: Ist als Polymer anzusprechen (Makromolekül mit ausschließlich kovalenten Bindungen), weshalb abweichende Eigenschaften zu erwarten sind

Gruß
Peter
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 16 Sep 05, 12:14
So, entgegen meiner ursprünglichen Absicht habe ich nun doch einige kleine uranhaltige Mineralstufen meiner Sammlung hinzugefügt.

Dabei handelt sich einerseits um Uranocircit (wollte den auf der Halde nicht liegenlassen) und um Pechblende auch in kleineren Stücken (die hatte ich zunächst gar nicht als solche erkannt, weil sie sich neben Schwarzschiefer auf der Unterseite der Stufe getarnt hatte).

Nun habe ich mir einen kleines "atomares Endlager" im Keller mit folgendem Aufbau gebastelt:

Alle Stufen in Klarsichtkästchen gedost und mit Klebeband die Stöße versiegelt. Damit sollte erstmal jeglicher Staub und ein Großteil des Radon drinnenbleiben. 

Dann eine größere luftdichte Frischhaltedose von innen nach allen Seiten mit 1mm starken Walzblei vom Dachdecker ausgekleidet (den Deckel aus Blei klemme ich dann vor dem schließen der Dosen wie eine Spange von oben über die Bleiseitenwände). Darauf dann der luftdichte Deckel.

Die messbare Gammastrahlung reduziert sich bei gleichem Abstand zu den Stufen durch das Blei ganz erheblich, auch wenn der Kasten immer noch etwas stärker als normal knistert.

Dann habe ich noch aus dem restlichen Blei eine "Röhre" für die Frischhaltedose gebastelt in der die reingeschoben wird, so daß da die großen Flächen alle nochmal geschirmt sind (d.h. alle ausßer die beiden kleinen Stirnflächen).

Das Ding steht jetzt im Keller in einem alten Schrank. Durch die Schranktür kann man kaum noch eine erhöhte Aktivität messen.

Wäre schön, wenn ihr mal Eure Meinung zum Sinn oder Unsinn einer solchen Verwahrung schreiben würdet.   

   
 
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 16 Sep 05, 12:29
Hallo,

es gibt einige einfache Grundregeln:

u.A.
* A wie Abschirmung (Hast Du mit der Dose gegen Alpha und vermutlich einen grossen Teil der Betas gemacht
* A wie Abstand (Ab in den Keller) Doppelter Abstand = viertel Dosis
* D wie Dauer (Nimm die Dose nicht stundenlang in die Hand oder in die Hosentasche) - war auch irgendwie mal ein A im Lehrgang  ???

Bei radioaktiven Materialien gilt auch noch:
* Sauberkeit! Keinen Staub machen oder versuchen einzuatmen, zu essen, rauchen trinken usw.
Wenn die Stufe erstmal in der Dose ist, ist die Gefahr geringer.

Vielleicht ein Vorschlag:
Lass Dir doch eine schöne Holzdose machen, die kannst du mit Blei auskleiden und bist fertig zur Aufbewahrung. Notfalls Samt über das Blei  ;D ODer giesse Dir kleine 5mm Platten und verlöte die passend...

MfG

Frank

Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: geomueller am 16 Sep 05, 16:02
Hallo Schluchti,

wenn du meinst dich vor radioaktiver Strahlung schützen zu müssen hast du im Prinzip alles richtig gemacht. Man könnte auch das Plumbum ;D durch aufgemahlenen Schwerspat ersetzen. Die wohl einfachste Lösung ist einen doppelwandigen (also kleines Gefäß in großes Gefäß) Holzkasten oder Wustbüchse zu nehmen und den Zwischenraum mit aufgemahlenem Schwerspat auszufüllen. Vor zig Jahren hatte ich mir mal sowas gebaut.

Aber alles in allem finde ich solche Vorsichtsmaßnahmen für total überzogen. Die Gefahr die von einer kleinen Menge an Sammlungsstufen ausgeht ist vernachlässigbar. Wichtig ist meiner Meinung nach nur das die Sücke in Dosen untergebracht werden um herumfliegende Partikel zu vermeiden und das radioaktive Minerale nicht in Kinderhände gehören. Unters Kopfkissen sollte man sie auch nicht gerade legen ;)

Gruß Jürgen
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 16 Sep 05, 16:27
Hallo,

wenn ich jetzt noch die Zahlen ohne den Aktenordner im Kopf habe, liegt die im Strahlenschutz zulässige Strahlendosis durch berufliche Belastung ohne Überwachung etc cbei 2.8mSv. Die Stufen von Schluchti machen 300µS/h. Also nach 9 Stunden Kontakt die Jahresdosis.

Da finde ich etwas Sorgfalt bei der Lagerung angebracht.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Robin am 16 Sep 05, 17:23
Hallo,

Strahlenschutz --> 20 mSv max. (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/strlschv_2001/__5.html)
"Die Grenzwerte der effektiven Dosis im Kalenderjahr betragen nach § 46 Abs. 1 für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung 1 Millisievert und nach § 55 Abs. 1 Satz 1 für den Schutz beruflich strahlenexponierter Personen bei deren Berufsausübung 20 Millisievert."

300µS/h.. stimmt das wirklich?

dieses Jahr habe ich in Frankreich ein Uraninit-reicherz Stück gemessen --> 45 µS/h ... und glaub mir, das war ein riesiges Block.
hoffe der Geigerzähler ist nicht falsch kalibriert ;D

Gruß Robin
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 16 Sep 05, 19:18
Strahlenschutz --> 20 mSv max. (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/strlschv_2001/__5.html)
"Die Grenzwerte der effektiven Dosis im Kalenderjahr betragen nach § 46 Abs. 1 für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung 1 Millisievert und nach § 55 Abs. 1 Satz 1 für den Schutz beruflich strahlenexponierter Personen bei deren Berufsausübung 20 Millisievert."

Hallo,

Das gilt für mit Dosimetern überwachte und geschulte Personen.  Ich kann am Mo mal genau nachlesen (muss ich wohl mal wieder).
Die 300µS sind "Hörensagen". Aber vielleicht sollte man das mal kurz durchrechnen. Auch am Mo auf der Arbeit  8)

MfG

Frank
(Schau nicht nach was 100g Paranüsse anrichten)
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: geomueller am 16 Sep 05, 19:45
Hallo alle,

also ich glaube es handelt sich nicht um 300µSv/h sondern um 300nSv/h oder vielleicht höchstens 3µSv/h. Irgendwie liegt hier eine Verwechslung vor, das kann aber nur Thomas (Schluchti) beantworten. Ich habe bei mir in der Vitrine je einen Uraninit, Autunit und Uranocircit, alles Kleinstufen aber sehr gut besetzt. Diese bringen es zusammen auf 1,5µSv/h, was bekräftigt das 300µSv/h für das Material was Schluchti beschrieben hat einfach nicht sein kann.

MfG Jürgen
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 17 Sep 05, 12:04
Nun, also mein Geigerzähler zeigt die Dosisleistung in mR/h an. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war die Umrechung mR/h in µSv/h doch 1mR/h=10µSv/h. Oder? 

Wenn dieser Ansatzpunkt richtig ist, dann brachte es das Ausgangsstück von etwa 8x6 cm Reicherz auf Dolomit (woraus dann 7 Einzelstufen wurden) aus nächstmöglicher Nähe gemessen auf eine Dosisleistung von ca. 30-35 mR/h = 300-350 µSv/h. Habe keine Ahnung, ob da was mit meinem Geigerzähler  nicht stimmt, aber er lieferte eigtl. bisher immer nachvollziehbare Werte. 

Das Gangstück, wo ich mir diese Brocken Pechblende aus versehen abgeschlagen habe, weil dort Kupferkiese bis 0,5 cm im Dolomit saßen, hatte übrigens die Maße 50x30x30 cm. keine Ahung ob dort der Dolomit auch mit dem Erz besetzt war. 

Das war eine dumme Geschichte, weil ich den Brocken auf der Halde noch zerlegt habe, ohne etwas von der Anwesenheit der Pechblende zu ahnen und den Geigerzähler im Auto hatte. hab es erst bei der NAchkontrolle am Auto gemerkt. Bei Gelegenehit fahre ich dort nochmal vorbei und messe mal die Reststücken des Brockens aus.   
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Robin am 17 Sep 05, 14:18
hmm ja stimmt

100 rem = 1 Sv --> 100 mR/h = 1 mSv/h
1 mR/h = 0.01 mSv/h = 10 µSv/h

welche Werte bekommst du bei andere Stücke? (Uranglimmer z.B.)
Oder die Hintergrundstrahlung?

Eigene Messungen:

großes Block Pechblende Reicherz: 45 uSv/h
1/2 Obstkiste Pechblende Reicherz + Autunit: 10 uSv/h
Flat Torbernit: 3 uSv/h
2 Handstufen und ca. 5 MM mit Pechblende Reicherz und Autunit: 2.5 uSv/h
10 MM von Wittichen: 0.35 uSv/h
Hintergrundstrahlung: 0.1 uSv/h

die Werte von geomüller kann ich nachvollziehen..

übrigens habe ich nicht alles genannte zu Hause ;D
(wäre schlimm)

Gruß Robin
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Granulit am 17 Sep 05, 16:15
Auch wenn ich nicht alle Beiträge gelesen habe, werden meiner Meinung nach ein paar Aspekte zum Thema nicht berücksichtigt.
Beim Uranzerfall entsteht Radon, ein strahlendes Edelgas. Eine reine Abschirmung mit Blei oder Barium mindert zwar die Gammastrahlung, aber wenn das Ganze nicht gasdicht ist, hindert es das Radon nicht daran in den Raum zu diffundieren.

Dazu kommt, Radon ist ein Alpha-Strahler. Die Alpha-Strahlung ist um ein Vielfaches biologisch wirksamer als Gamma-Strahlung (man wichtet sie um den Faktor 20 (!) gegenüber der Gamma-Strahlung, d.h. 1 mGy entspricht bei Alpha-Strahlung nicht wie bei Gamma-Strahlung 1 mSv, sondern 20 mSv). Sie hat in Luft eine Reichweite von nur wenigen Millimetern und in dichteren Material noch geringer. Bereits ein Blatt Papier schirmt Alpha-Strahlung ab. Aus diesen Gründen ist meines Wissens nach (??) Alpha-Strahlung nicht mit einem gewöhnlichem Geigerzähler meßbar. Wenn Radon nicht gasförmig wäre, wäre das alles kein Problem.
Nur ist es aber eben gasförmig, diffundiert aus dem Mineral in die Luft, wird eingeatmet und die hochwirksame Alpha-Strahlung kann trotz ihrer sehr geringen Reichweite direkt an den Zellen des Lungengewebes wirken. Der typische Radon-Krebs ist darum ein Lungenkrebs.
Eine gasdichte Abschirmung und eine möglichst gute Belüftung der entsprechenden Räume wäre meiner Ansicht nach darum bei Uranhaltigen Mineralien viel wichtiger als irgendwelche Blei- oder Bariumkontainer.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 17 Sep 05, 22:18
Als Vergleichswert:

Grundaktivität im Erzgebirge bis max 0,1-0,4 µSv/h

Uranocircit etwa 1x0,5 cm kommt auf 3-4 µSv/h.

Übrigens messe ich immer mit aufgelegtem Zählrohr und die Stufen natürlich ohne Abdeckung. Also Zählrohr an Stufe, um  einen möglichst minimalem Abstand sicherzustellen.

Zudem wird zumindest von meinem Zählrohr auch mit Sicherheit ein Großteil der Betastrahlung mitgemessen, da das Meßfenster dort nur mit einer hauchdünnen Kunsstofffolie bedeckt ist und zudem sich dort auch ein "B" befindet, auf der Rückseite des Zählrohrs, ohne dieses Fenster dagegen ein "G". Es ist ein Meßgerät aus den 70er Jahren, welches in einer Uniklinik in Berlin im Einsatz war, um dort Patienten nach Therapien "auszumessen".  Es ist recht sensibel, hat aber einen recht großen Meßbereich von 0,1 µSv/h bis 2500 µSv/h.     

Ich denke, es wird auch auf die Größe der Einzelstücke ankommen bei der Messung, denn wenn kleinere Stufen einzeln sind, sind sie auch weiter verstreut und können nicht mehr so konzentriert gemessen werden, als auf engem Raum. Denn der Abstand von der Strahlenquelle ist ja noch eine der wesentlichsten Einflußgrößen. Ich könnte mir gut vorstellen, daß z.B. bei einem Flat Tobernit ohnehin nur die unmittelbar in der Nähe des Zählrohrs befindlichen Stufen einen maßgeblichen Einfluß auf die Messung haben könnten. 


Mmmh, da bin ich nun etwas unschlüssig. Man müßte mal eine Vergleichsmessung an ein und demselben Stück machen.

@Granulit: Deswegen auch die doppelte luftdichte Abschirmung.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 18 Sep 05, 17:39
Auch wenn ich nicht alle Beiträge gelesen habe, werden meiner Meinung nach ein paar Aspekte zum Thema nicht berücksichtigt.
Beim Uranzerfall entsteht Radon, ein strahlendes Edelgas. Eine reine Abschirmung mit Blei oder Barium mindert zwar die Gammastrahlung, aber wenn das Ganze nicht gasdicht ist, hindert es das Radon nicht daran in den Raum zu diffundieren.

Dazu kommt, Radon ist ein Alpha-Strahler. Die Alpha-Strahlung ist um ein Vielfaches biologisch wirksamer als Gamma-Strahlung (man wichtet sie um den Faktor 20 (!) gegenüber der Gamma-Strahlung, d.h. 1 mGy entspricht bei Alpha-Strahlung nicht wie bei Gamma-Strahlung 1 mSv, sondern 20 mSv). Sie hat in Luft eine Reichweite von nur wenigen Millimetern und in dichteren Material noch geringer. Bereits ein Blatt Papier schirmt Alpha-Strahlung ab. Aus diesen Gründen ist meines Wissens nach (??) Alpha-Strahlung nicht mit einem gewöhnlichem Geigerzähler meßbar. Wenn Radon nicht gasförmig wäre, wäre das alles kein Problem.

Hallo,
der Faktor ist für Alpha "nur" der Faktor 10. 20 sind Rückstoßkerne.

Das Radon tritt gasförmig auf. Aber wieviel Radon kommt aus der Stufe innerhalb der Zerfallstzeit raus? Das System Kalium-Argon ist ein Langzeit-Chronometer. Das muss auch ein Edelgas aus dem Kristall herausdiffundieren - und schafft es meist nicht.

Zitat
Eine gasdichte Abschirmung und eine möglichst gute Belüftung der entsprechenden Räume wäre meiner Ansicht nach darum bei Uranhaltigen Mineralien viel wichtiger als irgendwelche Blei- oder Bariumkontainer.

In meinen Augen ist eine mit Tesafilm verklebte Dose sehr gut luftdicht.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 19 Sep 05, 10:05
Hallo,

http://www.webmineral.com/data/Uraninite.shtml

1g Uranit liefert in etwa 20µs/h.
Das Problem ist vermutlich eher die Eigenabsorption, Geometrie und Effizienz des Zählrohrs usw.

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 22 Sep 05, 11:48
Hier mal ein kleiner Versuch:

Es handelt sich um eine kleine Stufe, die auf einer Fläche von 4 x 3 cm etwa 1 mm stark mit Pechblende besetzt ist.

Die Stufe ist gedost und versiegelt.

Der Meßabstand beträgt rund 1,5 cm, weil ich die Dose nicht wieder aufmachen wollte. Daher die "geringen" Werte. 

Einmal die Messung ohne sonstige Abschirmung: Ergebnis rund 2 mR/h = 20 µSv/h

Einmal mit Bleiabschrimung von 1mm Stärke: Ergebnis rund 0,5 mR/h =5 Sv/h

Also reduziert das Blei die meßbare Strahlung (vor allem Beta und Gamma) um rund drei Viertel.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Krizu am 22 Sep 05, 11:53
Hallo Thomas,

vielleicht kannst Du mit einen Gefallen tun:
Nimm mal über den Abstand die Strahlung auf.
1.5 2 2.5 3 4 5 7 10 15 cm ohne Blei  ;)

Es zählt Mitte Zählrohr!

MfG

Frank
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 22 Sep 05, 11:56
mmmh, das geht leider net mehr, weil die Stufe nicht mehr bei mir ist.

Aus 15-20 cm habe ich aber in Erinnerung, konnte man kaum eine erhöhte Aktivität mehr messen.

Aber ich werde diese Meßreihe mal mit dem mir verbleibenden kleineren Stück durchführen.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: wolfilain am 24 Sep 05, 10:14
Hallo

Vor einiger zeit habe ich bereits mal ne meßreihe unter laborbedinungen gemacht.
Gegenstand der messung war ein gamma Strahler unter verschiedenen entfernungen gemessen.
Neben der abschwächung wirkt die entfernung von der strahlungsquelle eben auch sehr stark, weil die gamma quanten sehr starke streuung haben.
Die stärke in 50 cm entfernung liegt bei 100 s sozusagen auf der natürlichen umgebungsstrahlung.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Don.Bilbo am 24 Sep 05, 18:52
,nun will ich aber auch noch etwas zum Thema sagen  ;)
im kleinen Dorf Wittichen im Schwarzwald kommt es im "oberen Dörfle"  (1km nördlich des Klosters)
zu starker radioaktiver Strahlung.
Laut Franz Kirchheimer (Berichte über das vorkommen von Uran im Schwarzwald 1;2 und 3)
werden im "Dörfle" Werte von über 300 imp/sec  erreicht.
Das erstaunliche daran finde ich das ausgerechnet an der Stelle wo die Strahlung mit am größten ist ein Haus steht in welchem alle Bewohner über 90 Jahre alt geworden sind. Erst vor ca einem halben Jahr starb eine Frau im Alter von 94 Jahren.
Noch erstaunlicher finde ich das 500m östlich von diesem Haus, also direkt bei der Schmiedestollenhalde vor langer Zeit ebenfalls ein Haus stand, (Zangerhaus)
der Bewohner dort allerdings mit 40 Jahren an Krebs erkrankte und starb.
Laut Franz Kirchheimer erreicht die Strahlng auf der Schmiedestollenhalde deutlich über 500 imp/sec.

Merkwürdig ...nicht...?
mit freundlichem Gruß aus Wittichen
Julian Gruber


Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 21 Oct 05, 20:45
Zitat
Merkwürdig ...nicht...?

Hört sich erst mal merkwürdig an, aber aufgrund der genannten einzelnen Fälle Rückschlüsse auf die Ursache des Krebses bei dem 40 jährigen Einwohner zu ziehen und damit gleich die "Schuld" bei der Strahlung aus dem U-Lagerstätten zu suchen oder anders herum die Bewohner, die über 90 Jahre alt geworden sind als Widerlegung der möglichen Risiken der Strahlung heranzuziehen, halte ich für etwas dürftig.
U.U. könnte ich sogar so dem Zigarettenrauchen einen Unbedenklichkeitsstempel aufdrücken, da meine Oma 87 Jahre alt wurde bei recht guter Gesundheit bis zuletzt doch recht fit war trotz der täglichen Schachtel "Sargnägel".

Allenfalls groß erfasste Untersuchungen in diesen Regionen und ein groß angelegter Vergleich mit Regionen, die nicht so belastet sind, würde hier Aufschluß bringen, wie die Strahlung die Gesundheit der Menschen beeinflußt. Hier gilt im übrigen nicht die direkte Strahlung aus dem Grund, sondern das Edelgas Radon für das größte Problem.

Wer sich weitergehend damit beschäftigen will, findet hier weitere Infos:

http://www.bfs.de/ion/radon

http://www.stmugv.bayern.de/de/strahl/radon/auswirkungen.htm

Anmerkung: Interessantes habe ich in ein amerikanischem Handbuch über anorganische Chemie gefunden. Titel: Gmelin Handbook of inorganic chemistry, Voulume A7: U.
Das Buch beschäftigt sich neben Analyseverfahren auch mit den biologischen Auswirkungen des Elementes 92 und seiner Folgeprodukte.

In einen Bericht geht es um die Untersuchung von männlichen Minenarbeitern in Uranminen, wo man neben der Radonbelastung der Arbeiter auch noch ihr Rauchverhalten einbezogen hat und diese dann mit Leuten verglichen hat, die nicht in Uranminen arbeiten. Dieses hat zu interessanten Ergebnissen geführt: Bei den Nichtrauchern unter den Arbeitern war die Lungenkrebsrate sogar noch geringer als in der Vergleichsgruppe der Nichtminenarbeiter, aber je länger die Arbeite in der Mine beschäftigt sind, desto geringer wird der Nichtrauchervorteil gegenüber den Nichtminenarbeitern, wer sehr lange beschäftigt ist hat auch dann ein aber nur geringfügig höheres Risiko an Lungenkrebs zu sterben.

Anders sieht es bei den Rauchern aus, davon abgesehen, daß bei ihnen das Risiko schon beim Eintritt in dem Arbeitsverhältnis in Vergleich zum Nichtraucher recht groß ist, steigt es durch die zusätzliche Radoninhaltation rasant an und vervielfacht sich, besonders wenn 20 oder mehr Glimmstengel am Tag konsumiert werden.

Glück auf,

Markus
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 21 Oct 05, 20:51
@ Schlucht:

Interessanter Geigerzähler: Welcher Hersteller und welche Modell? Auch die Tasche sieht recht edel aus. :D

Glück auf!

Markus

Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 21 Oct 05, 20:56
Hallo Markus,

der Geigerzähler ist ein polnisches Modell des Herstellers Polon, Pocket Radiometer RK-67.
Es stammt aus den 70er Jahren und war in berlin in ner uniklinik im Einsatz zum Ausmessen von Schilddrüsenpatienten die eine Jodbehandlung bekommen haben.
Hab es mal letztes Jahr günstig bei ebay ergattert.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: betadecay2000 am 21 Oct 05, 21:03
Hallo Schluchti!

Danke für die schnelle Info!  :) Da muß ich mal bei Ebay die Augen offen halten, das Gerät macht einen soliden Eindruck!

Viele Grüße,

Markus
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: funkycameo am 26 Jun 06, 11:22
Habe zuletzt auch auf der 371 mindestens drei Pechblende-Stufen gefunden, wovon ich aber nur eine aus Versehen überhaupt nach Hause mitgenommen habe und dann gleich nach der Entdeckung wieder weggebracht habe.


Hallo muss man diese Platten nicht entfernen, wegen Gefahr?

Mir machr Radioaktivität Angst
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Hg am 26 Jun 06, 12:41
Zitat
Hallo muss man diese Platten nicht entfernen, wegen Gefahr?
Mir machr Radioaktivität Angst

welche Platten willst Du entfernen ?  ???

alles weitere kannst Du hier nachlesen. Ist alles bestens erklärt  ;)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Radioaktivit%E4t

Gruß
Hg
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: funkycameo am 26 Jun 06, 12:49
Hallo, hatte mich auf den Beitrag von Schluchti bezogen, der solche Pech-Stufen, nicht Platten,  gefunden hatte und nicht alle mitgenommen hat. Es wäre doch möglich, dass diese Platten vielleicht auch Kinder oder Erwachsende finden, die keine Ahnung davon haben.

Das war sein Beitrag, Schluchti:

Als echter Erzgebirger, der mitten im Gebiet einer der weltgrößten Uranerzlagerstätten großgeworden ist, sollte mich das Thema eigentlich nicht weiter anheben.

Trotzdem habe ich eine ziemliche irrationale Angst vor radioaktiven Mineralien. Da bin ich irgendwie eigen.

Ich finde gerade im Bereich der Uranglimmer gibt es ganz wunderschöne Mineralien, die ich mir aber lieber auf Bildern angucke, als sie selbst zu besitzen. Ich höre jede meiner Neufunde oder Neuerwerbungen mit dem Geigerzähler ab. Was leicht strahlt kommt sofort in den Keller, was stärker strahlt sofort weg.

Habe noch eine leicht radioaktive Barytstufe von Pöhla, die ich nun aufgrund der leichten Strahlung auch nicht mehr mag und am liebsten loswerden würde.  Habe zuletzt auch auf der 371 mindestens drei Pechblende-Stufen gefunden, wovon ich aber nur eine aus Versehen überhaupt nach Hause mitgenommen habe und dann gleich nach der Entdeckung wieder weggebracht habe.

Gruss, Ingo
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 26 Jun 06, 14:35
Hallo, hatte mich auf den Beitrag von Schluchti bezogen, der solche Pech-Stufen, nicht Platten,  gefunden hatte und nicht alle mitgenommen hat. Es wäre doch möglich, dass diese Platten vielleicht auch Kinder oder Erwachsende finden, die keine Ahnung davon haben.

Gruss, Ingo


Nunja, die Stufen lagen frei zugänglich direkt an der Oberfläche der Halde. Das heißt jeder, der dort sucht, egal ob er was von der Materie versteht oder nicht, kann diese Stufen finden und damit in Kontakt kommen. Dieses Risiko trifft jeden der auf erzgebirgischen Wismuthalden unterwegs ist. Nicht umsonst stehen dort Warnschilder... 

Aber zur Beruhigung: um gegebenenfalls nochmals auf die Stücken zugreifen zu können, habe ich die zwei gleich erkannten Stücke  in Folie verpackt und dort vergraben (inzwischen dürften diese beiden Stufen bei Uwe ein neues Zuhause gefunden haben, dem ich den Ort mitgeteilt habe, weil ich keine Verwendung dafür hatte). Die dritte Stufe habe ich ebenfalls auf der Halde wieder vergraben, inzwischen aber wieder geborgen und eingetauscht gegen andere Stufen.

Also an diese drei Stufen kommt keiner mehr ran.

Aber auf der 371 gibt es noch genug davon...   
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Erik am 26 Jun 06, 14:47
Hi Thomas,

das nächste mal kannst Du die Stufen auch sehr gerne bei mir "entsorgen" - macht auch viel weniger Arbeit... ;)

Gruß, Erik
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 26 Jun 06, 15:14
Derzeit hätte ich nur Uranocircit aus Bergen zum "Entsorgen". Sind aber nur Belege. 
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Clara Lover am 26 Jun 06, 21:45
Hallo

Ich persönlich finnde radioaktive Mineralien faszinierend,
jedoch bin ich darauf bedacht diese lediglich im MM bereich zu sammeln
und diese ausschliesslich in MM Dosen aufzubewahren um die Strahlenbeslastung so gut es geht zu dezimiren.

Glück Auf

Clara Lover
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Waidler am 26 Jun 06, 23:05
Grundsätzlich nein!
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: smoeller am 02 Jul 06, 22:19
Hallo,

Ich sammle auch Uranminerale.
Bin Regionalsystematiker Schwarzwald und Kaiserstuhl. Da gehören für mich U-Minerale einfach auch dazu. Da ich aber immer in der Nähe der Stücke lebe, versuche ich, die Menge gering zu halten. Große Stufen kommen für mich kaum Infrage. Im Allgemeinen kaufe ich an U-Mineralen nur Seltenheiten (Billietit, Rutherfordin, Walpurgin) zu, die häufigeren Arten finde ich entweder mal selber oder warte, bis ich eine Wohnung mit Sammlungszimmer oder Keller habe. Die Uranocircite von Bergen, die ich noch zu verkaufen gedenke, stehen in der Garage. Sind halt noch Reste meiner Erzgebirgssammlung.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Torben am 03 Jul 06, 19:48
Hi!

Ich vermeide strahlende Dinge, so gut es geht. Allerdings... unter bestimmten Umständen und wenn die Belastung gering bleibt...
Bei meinem analysierten Kobaltlotharmeyerit (TL) ist Zeunerit in geringen Mengen bei. Den gebe ich trotz U-Haltigkeit nicht wieder raus. Die Belastung geht ohnehin kaum über die Hintergrundstrahlunng hinaus.
Ein strahlendes Mineral als gezieltes Sammelobjekt schließe ich allerdings aus.

Bis denn

Torben
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: Schluchti am 23 Sep 06, 13:00
Ja, mein MM mit Zeunerit aus der Grube  Weißer Hirsch, Schneeberg  mit ein paar (4-5)  schönen Kristallen um 1 mm, ist auch nicht wirklich messbar bzw. von der Hintergrundstrahlung zu unterscheiden.
Titel: Re: Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
Beitrag von: vandendrieschen am 01 Jul 21, 14:30
Hallo,

ist jemand schon mal auf diese Seite gestoßen? http://www.radioaktive-mineralien.de/ (http://www.radioaktive-mineralien.de/) ist derzeit in Wartung, muss aber erst sehr neu sein, da das Gründungsjahr auf 2020 liegt.