Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: TKMineral am 07 Jan 04, 23:01
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Hallo!
Jedem ist wohl das problem Markasit bekannt!
Da habe ich mir sehr schöne Stufen mit reichlich frischen Markasitkristallen aus Calcit herausgeätzt. Nun riechen die Stufen stark nach Schwefel , warscheinlich schon ein schlechtes Zeichen , das ich die Dinger entsorgen kann.
Normalerweise sind die frischen Markasite von diesem Fundort haltbar (die sind dann auch nicht geätzt). Oder soll hier eine chemische Reaktion durch die Behandlung mit Salzsäure stattgefunden haben?
Gruß
TK
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Möglich. Ich würde den Markasit jedenfalls mit Zapponlack o.ä. Lack überziehen. So machst Du ihn auf ewig haltbar.. ;)...
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Markasite zersetzen sich oft schon von selbst durch den Luftsauerstoff. vor allem in feuchter Umgebung. Die Feuchtigkeit hast Du bei der Behandlung mit Salzsäure in das Mineral gebracht. Die Zersetzung ist aber interessant. Ich habe mal die Zersetzung eines Stückes Markasit aus Ronneburg beobachtet. Es war erstaunlich, was sich alles für Substanzen auf der Stufen gebildet haben.
Aber bei der Zersetzung eine Glasscheibe unterlegen. Es bildet sich schweflige Säure.
Glück Auf
Uwe
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Das sich sekundäre Substanzen auf den Stufen bilden wusste ich noch nicht.
Der Markasit soll doch bei seiner Zersetzung Schwefelwasserstoff freigeben , der nicht allzugut für die anderen Mineralien in der Sammlung ist.
Gruß
TK
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wie uwe schon gesagt hat, markasit scheidet bei hoher luftfeuchtigkeit schwefelsäure aus (keine schwefelige säure, sondern ein wasserstoff atom mehr).
von chemischen standpunkt her lässt sich der schwefel geruch so erklären, dass sich wasser aus der h2so4 ausscheidet und gleichzeitig h2s entweicht.
denke ich zumindest ;)
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OK, OK, Ihr habt ja recht mit der Schwefelsäure. Es ist auch schon 4 Jahrzehnte her, daß ich mich intensiv mit Chemie befaßt habe.
Glück Auf
Uwe
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Hi
Jau (wie der Sauerländer sagt), dass habe ich auch leidvoll erfahren müssen. Besonders die Erzstufen aus Meggen konnten wir Erwerber Alle wegwerfen. Auch viele Stufen aus der Becke-Oese in Hemer zersetzen sich langsam. Irgendwann erscheint ein heller Belag und darunter bröckelt es. wenn man die Stufen anhebt, zerbrechen die manchmal komplett. Warum, ist hier schon richtig beschrieben. Allerdings kann ich ein Übergreifen auf da neben liegende Stücke nicht bestätigen.
Peter, es gab sogar mal Insider-Tipps zu einer haltbar machenden Klarlack-Mischung. Soundsoviel Zappon, soundsoviel Spezialklarlack usw. geholfen hat`s bei mir nicht. Weil....die Meggener Stufen zersetzten sich nicht nur an der Oberfläche, sondern Innen.
Die zerbrachen einfach.
Gruß der Sauerländer
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Hallo,
sollte zum konservieren nicht auch der Pyrit-Konservierer gehen
Pyrit-Konservierer (http://www.kristalldruse-shop.de/product_info.php?cPath=2_98&products_id=162&osCsid=71bdbe9c89c545fcffe0385573b60b1e)
Gruß Stefan
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Hallo alle,
aber es gibt doch auch Markasit der nicht zerfällt, woran liegt das?
Ich habe jedenfalls eine unbehandelte Stufe aus Cavnik RO schon seit mindestens 20 Jahren und da tut sich nichts mit Zersetztung. Das Markasit instabil ist oder sein kann ist klar aber es kann auch sein das der Zerfall durch abätzen anderer Bestandteile erst in Gang gebracht worden ist!
Jürgen
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Guten Morgen
Die Frage ist berechtigt. Ich besitze sit ca. 25 Jahren Markasit-Stufen aus Lengerich bei Osnabrück. Ausgesäuert mit HCl.
Da passiert nix. Auf den Meggen- und Becke-Oese-Stufen zerfielen auch nie die "puren" Markasite, sondern Immer die Matrix. Ausser FeS2 muss da noch irgend etwas ne Rolle spielen. Das Schwefelkies an der Luft schweflige Säure bildet, ist bekannt.
Warum nicht immer? Ich weiss das nicht.
Gruß der Sauerländer
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Ich denke das ist eine Frage des Kristallgitters. Je gleichmäßiger der Aufbau ist, um so haltbarer ist das Mineral. Das hat dann wohl was mit den Bedingungen bei der Kristallisation zu tun und ist bestimmt lagerstättenspezifisch.
Glück Auf
Uwe
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Markasit vom Steinbruch Höver z.B. wird auch 'brüchig' aber erst nach langer Zeit.. :)..ist ja auch kein Wunder, wenn auch das weiche Tongestein (Sediment) langsam verwittert..
..meine selbst gefundenen Markasite von der Saalgasse (siehe meine Beiträge und Fotos dazu in den Foren)..sind dagegen 'wie unzerstörbar'.. ;D..
..übrigens hatte ich z.T. auch einen Baggerfahrer zu Hilfe, der mir damals eine ganze Wand mit seinem Bagger einbrach, damit ich auch dann die schönen Stücke nur noch aufsammeln brauchte.. ;D
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Hallo,
ich möchte das alte Thema der Markasitzersetzung nochmal aufgreifen, da ich selbst zersetzte xx in meiner Sammlung fand und mich das Zersetzungsprodukt - der weiße Belag interessierte.
Ich denke es ist Gips, wobei das Calcium im Gips aus dem umgebenden Material verwendet wird. Die Bildbreite 4 mm.
Glück Auf
Reinhold
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Hallo,
Eisensulfate sind auch denkbar, oder Alaunschiefer analoge Alaune, je nach Matrix.
Eisennachweis geht über das Berliner Blau (rotes oder gelbes erlauben sogar die Unterscheidung der Wertigkeit) recht einfach oder zur Unterscheidung die Löslichkeit. Eisensalze lösen sich schneller und besser in Wasser.
LG
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Hallo,
Der Zerfall ist häufig abhängig von bakteriellen Einflüssen. Markasit wird durch bestimmte Bakterien/Archaeen (z.B. Acidothiobacillus) schneller zersetzt als ohne bakterielle Besiedelung.
@Reinhold: Das lockige Material ist mit ziemlicher Sicherheit Halotrichit (evtl. könnte es noch Rozenit sein), also Eisensulfat. Das gelbe Mineral dürfte Copiapit sein. Für die Fundstellen im Schwarzwald (Artenberg, Münstertal, Schauinsland etc.) absolut typisch.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo Fabian, hallo Sebastian,
danke für eure Beiträge. Da ich sehr wenige Chemiekentnisse habe, werde ich die Bildbeschriftung ändern, aber eine Frage hätte ich doch an
@Sebastian: wie kann in einer eingdosten Markasitstufe Halotrichit mit Aluminium in der chem. Formel entstehen? Die Matrix dieser Pyrite/ Markasite ist ein schiefriger Mergel.
Glück Auf
Reinhold
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Hallo,
Im Mergel ist Ton, sprich Aluminiumsilikat. In Erzstufen ist häufig Illit oder Kaolinit (Letten oder Ton, umgewandeltes Nebengestein) zugegen.
Die Lösung ist sauer (schwefelige Säure aus dem Markasit) und löst Aluminium aus dem Gestein. Halotrichit durfte ich schon des öfteren bewundern und zwar auf Stücken vom Artenberg und vom Teufelsgrund.
Bei Mergel mache ich mir da noch weniger Gedanken, da hat man feinste Flocken von Tonmineralen.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo Sebastian,
ich sag einfach mal wieder danke.
Glück Auf
Reinhold