Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Quarzsammler am 24 Aug 16, 14:53
-
Hallo liebe Mineralienfreunde,
ich brauche Hilfe bei der Bestimmung eines Minerals ???.
Es ist ein Erbstück, weshalb ich keine Angaben zu einem Fundort machen kann.
Da ich ein Laie im Gebiet Mineralienbestimmung bin, kann ich keine sehr genauen Angaben zu den Eigenschaften machen.
Das Spezifische Gewicht ist ungefähr 7,13 und die Härte (nach Mohs) liegt bei der von Apatit (5). Das Mineral braust beim Kontakt mit verdünnter, kalter Salzsäure und ich meine eine minimale Farbveränderung gesehen zu haben. Unter der gold-/bronzefarbenen "Schicht" glänzt das Fundstück stark metallisch. Es ist nicht magnetisch :( .
Vielen Dank für eure Hilfe schonmal im Voraus.
PS: Ich bin neu auf dem Forum, finde es aber total schön - Dank an die Menschen die ihr Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen!! :) :)
-
Wird in Richtung Pyrit , Chalkopyrit , Bornit gehen .
Mach damit mal nen Strich auf unglasiertes weißes Porzellan (der Rand auf dem Kaffetassen stehen ) , das hilft weiter .
-
Sieht aus wie stark angelaufener Chalkopyrit oder Pyrit (Mohs-Härte und Farbe frischer Bruchfläche können leicht zur Unterscheidung dienen).
Was gebraust hat waren vielleicht Reste von Calcit oder Malachit.
-
Vielen Dank für die Antworten! :)
Die Strichfarbe ist grauschwarz (großer Strich auf der Tafel) und die Mohshärte beträgt 5 - 6. Ich schätze, dass Bruchflächen den gleichen metallischen Glanz zeigen, wie an den vom Härtetest "demolierten" Stellen. Die Dichte ist sehr groß - 7,13 g/cm3 -, weshalb ich vorher ein Nickelerz oder Ähnliches vermutet habe.
Dieses Mineral ist so seltsam... ::) :)
-
Hallo,
schlage trotzdem mal eine Ecke mit dem Kopf eines Nagels ab. Etwas tiefer als eine schwach abgekratzte Oberfläche sollte man schon gehen. Der Strich kann auch von der angelaufenen Oberfläche kommen und den Strichtest verfälschen.
Nickelin fände ich etwas seltsam mit der gelben, leicht bunt angelaufenen, Phase. Falls es doch welcher ist, solltest du das Einatmen von Bröseln vermeiden.
-
Hallo,
und vielen Dank an Alcest. Ich bin dem guten Stück nun mit einem Hammer zu Leibe (ging besser als der Nagel) gerückt. An der Bruchstelle konnte ich auch einen kleinen goldenen Streifen erkennen. Vielleicht kann mir nun jemand helfen das Mineral zu bestimmen - Danke für die tollen Antworten.
??? ???
-
PS.: Der Strich veränderte sich nicht!!
-
Hm. Ist der Blaustich nur auf dem Foto so oder auch in natura?
Welche Farbe hat der frische Bruch? Wirklich gelb (Chalkopyrit), bronzefarben (Bornit) oder hell kupferrot (Nickelin) wirkt das nicht. Auf dem Foto wirkt es graumetallisch.
-
Hallo Alcest,
ich finde, dass die Farbe eher silber ist (sogar zinnweiß). Ich vermute vielleicht sogar das Mineral Skutterudit dabei...
-
Glück Auf!
also wenn es ein Erz ist, würden Co/Ni-Erze wie Skutterudit von der Härte, Dichte und Strichfarbe her passen. Andere Erze wie Löllingit passen da auch noch dazu. Aber der Glanz erscheint mir dazu etwas seltsam und die Bruchflächen erscheinen recht glatt, also ohne nennenswerte Mikrorauigkeit.
Da ja jetzt Bruchstücke von dem fraglichen Objekt bestehen, vielleicht nochmal einen Splitter separat der Salzsäure aussetzen und Beobachtungen und das Ergebnis hier mitteilen.
Weisen die frischen Bruchflächen kleine Poren auf? Falls Ja, wie sehen diese aus - eher rund oder eckig?
Zum Magnetismus? Wie wurde die magnetische Eigenschaft bestimmt? Am besten einen starken Neodymmagneten an einen Faden baumeln und ihn dann langsam auf das fragliche Objekt zu oder beginnend mit unmittelbarem Kontakt von ihm weg bewegen. Bei Unregelmäßigkeiten im Bewegungsverhalten ist zumindest ein schwacher Magnetitsmus gegeben.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
-
Glück Auf, felsenmammut!
Vielen Dank, dass du mir hilfst. Ich habe den Splitter der Salzsäure ausgesetzt und es war nach dem Kontakt ein Brausen zu vernehmen. Die Kontaktstelle hat sich dabei dunkel verfärbt.
Die Bruchfläche weist, soweit ich das beurteilen kann, kleine mehr rund als eckige Hohlräume auf. Die Bruchfläche scheint aus vielen Plättchen zu bestehen.
Den Magnetismus prüfte ich mit einem starken Lautsprechermagneten (ich denke Neodym). Auch bei Beachtung des Bewegungsverhaltens ist mir nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Leider weiß ich nicht, ob Löllingit auf HCl reagiert.
Gruß
Ein Quarzsammler
-
Sieht für mich aus wie Pyrit.
Arsenide würde ich nicht in Betracht ziehen wollen, aber das mag aufgrund der Bilder täuschen.
Falls Karbonate an dem Stück waren kann das schon hinkommen, aber bitte mach doch etwas aussagekräftigere Bilder, damit kann man besser Farbe etc. erkennen und eine Bestimmung ist fast sofort möglich ohne raten.
Gruß Sebastian
-
Für Nickelin sieht der frische Anschlag dann doch zu düster aus. Sowas wie Skutterudit habe ich noch nie in solchen Anlauffarben gesehen.
Pyrit würde ich anhand der gegebenen Merkmale und Bilder eher ausschließen wollen. Da ich aber keine bessere Idee habe, klinke ich mich hier mal aus.
-
Ich habe den Splitter der Salzsäure ausgesetzt und es war nach dem Kontakt ein Brausen zu vernehmen. Die Kontaktstelle hat sich dabei dunkel verfärbt.
Löst sich denn der Splitter komplett in der HCl auf oder hört das Brausen nach kurzer Zeit auf?
Ist das Stück evtl. elektrisch leitfähig?
Grüße,
Michael
-
Hallo zusammen,
ich habe nun die Leitfähigkeit des Minerals geprüft und es hat sich herausgestellt, dass es Strom problemlos leitet (am besten auf den frischen Bruchflächen) - die genaue Leitfähigkeit konnte ich nicht bestimmen. In HCl gibt es die, wie beschrieben, heftige Reaktion, wobei ich lediglich eine schwärzliche Verfärbung der Oberfläche sehen konnte. Aufgelöst hat sich der Splitter nicht (vielleicht durch nur geringe Konzetration der Salzsäure 5%).
aber bitte mach doch etwas aussagekräftigere Bilder
Anbei sind noch ein paar Bilder. Allerdings kann ich nicht die Bildqualität eines Profifotografen liefern, da die Kamera das nicht hergibt. Ich hoffe, ihr könnt damit trotzdem etwas anfangen.
Vielen Dank für die Hilfe
Gruß
Ein Quarzsammler
-
PS.: Die Reaktion mit der Salzsäure ist exotherm!!
-
Hallo,
bei den genannten Eigenschaften wirst Du hier wohl ein Stück recht reines Mangan haben.
Bleibt noch zu prüfen ob es sich bei dem Reaktionsgas um Wasserstoff handelt.
Ein Erz ist mit diesen Eigenschaften eher unwahrscheinlich.
Grüße,
Michael
-
Hallo Harzsammler,
vielen, vielen Dank für die Bestimmung. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, wenn man dem Mineral endlich einen Namen geben kann. Ich bin mir sicher, dass es Mangan ist, da ich bei den Salzsäureversuchen nun eine Feuerzeugflamme hinzugezogen habe und es sind dabei kleine Flämmchen zu sehen gewesen. ;D ;D ;D ;D
Dank auch an die anderen Experten, die bei der Bestimmung geholfen haben!!!!
Viele Grüße
Ein Quarzsammler
-
Tut mir leid, aber für mich sieht es künstlich bzw. wie ein metallurgisches Erzeugnis aus.
Gruß
Uwe
-
Hallo Uwe,
ich hatte zeitweise auch an eine "nicht natürliche" Herkunft gedacht. Welches Produkt ist es ??
Viele Grüße
Ein Quarzsammler
-
Ich habe ein wenig recherchiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es die Legierung Ferromangan sein müsste.
Viele Grüße
Ein Quarzsammler
-
Ich habe ein wenig recherchiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es die Legierung Ferromangan sein müsste.
Viele Grüße
Ein Quarzsammler
... dann wäre es aber magnetisch ;)
Grüße,
Michael
-
Hallo Harzsammler,
da in Ferromangan bis zu 80% Anteil an Mangan und bis zu 8% Kohlenstoff enthalten sein kann, (vgl. Seite „Ferromangan“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2015, 16:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ferromangan&oldid=137673800 (Abgerufen: 4. September 2016, 09:13 UTC)) gehe ich davon aus, dass der Eisenanteil in diesem Fall derart gering ist, sodass man einen Magnetismus mit den einfachen Mitteln nicht mehr bestimmen kann. ("[...] das unmagnetische Ferromangan wird nach Hogg (1892) magnetisierbar, wenn man ihm Aluminium zusetzt." (Chemische Technologie der Leichtmetalle und ihrer Legierungen, von Friedrich F. Regelsberger, S. 108).
Viele Grüße
Ein Quarzsammler
-
Ich tippe auf etwas künstliches,aufbereitetes Erz, auf Bild 2681 sind kleine Blasen-Hohlräume zu sehen. Evtl. Crom -oder Vanadiniterz.
Grüße