Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Restliche Bundesländer => Thema gestartet von: Chrischan am 23 Oct 16, 17:56
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Hallo,
anbei ein Fundstück aus einer Lausitzer Kiesgrube, es sieht für mich auf den ersten Blick wie ein halber Querschnitt eines Stamm/Kernstück aus. Nur komisch ist das die "Fasern" strahlartig vom Kern aus nach Aussen gehen, auch die eigenartige Form des Kernes im Längschnitt/bruch schaut seltsam aus. Handelt es sich hierbei überhaupt um ein Kieselholz oder ist es eher ein Pflanzenrest ?
Grüße
Christian
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Da dürftest du was Seltenes gefunden haben -
ich will mich jetzt aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wart mal weitere Antworten ab ...
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Handelt es sich hierbei überhaupt um ein Kieselholz oder ist es eher ein Pflanzenrest ?
Hallo. Grundsätzlich ist ein Kieselholz eine ehemalige Pflanze (Bäume sind keine Tiere ;D)
Ich glaube das du den halben Querschnitt eines Agathoxylon gefunden hast mit einen schön gezeichneten Artisia- Markraum
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1268493800.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1268493800.jpg)
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@ Oliver und Bernd, vielen Dank für die Antwort. ;)
@ Bernd, der Markraum schaut ja ähnlich aus wie bei deinem Stück, hast du evtl. auch ein Bild vom Querschnitt ?
Grüße
Christian
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Nein hab ich nicht. Aber deines ist mit großer Sicherheit ein Koniferenrest.
Gruß
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Ok Bernd, dann nochmal Danke für die Bestimmung ;)
Gruß
Christian
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Toller Fund Christian!!!!!
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Hallo Christian
Zur Einordnung deines Stückes wurde schon einiges gesagt. Eine Einordnung als Konifere würde ich aus folgenden Gründen jedoch in Frage stellen bzw. ich würde anders entscheiden.
Ohne Frage, dein Stück ist eine permische Gymnospermenachse, früher allgemein als Dadoxylon bezeichnet, wird heut der Genus Agathoxylon verwendet. Zur Zeit wird sehr viel neu- bzw. umkombiniert, aber alles wird nicht automatisch von Dadox zu Agathoxylon. Ein großes Problem, was Jahrzehntelang der Wissenschaft Kopfschmerzen bereitete, war die Unterscheidung dieser Hölzer nach Konifere oder Cordait. Dein Stück zeigt Artisia- Mark im Querschnitt. Artisia- Mark ist unter anderen ein Merkmal für Cordaiten (es gibt natürlich hier auch Ausnahmen). Um ganz sicher zu gehen, das wir hier ein Cordaitenholz vor uns zu haben, müsste man sich noch genauer den Übergang Markraum zum Primärholz und auch die Form der Tracheiden spielt eine Rolle. Ebenso die Anzahl der Tracheidenreihen zwischen den Markstrahlen.
Weitere Infos in RÖSLER: Der versteinerte Wald von Chemnitz und sehr gute Artikel in einigen Chemnitzer Museumsheften. Leider kann ich dir die Heftnummern nicht mitteilen, da ich zur Zeit wegen Umzug Sammlung und Bibliothek verpackt habe. Grüße Werner aus der Lausitz
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ist unter anderen ein Merkmal für Cordaiten
genau das meinte ich oben mit:
Da dürftest du was Seltenes gefunden haben -
ich will mich jetzt aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wart mal weitere Antworten ab ...
:D
gratuliere zum Fund !
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vielen Dank Werner, ich werd bei Gelegeheit das Stück mal Polieren und versuchen ein Gutes Makrobild hinzubekommen, evtl. kann man dann noch bessere Details sehen.
Danke auch an Patrick und Oliver ;)
Grüße
Christian
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Hallo,
wenn auch etwas verspätet, hier nun ein Foto nach dem schleifen und polieren.
Viele Grüße
Christian
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Hallo Chrischan,
Gratuliere, Tolles Stück.
Was mich jetzt noch Interessiert, was wäre es wenn man das Artisia- Mark nicht erkennen würde oder nicht da ist. Unter was würde man dieses dann einordnen?
Gruß Axel
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Hi Christian,
ein schönes Stück, Glückwunsch!
Beste Grüße
Armin
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was wäre es wenn man das Artisia- Mark nicht erkennen würde oder nicht da ist. Unter was würde man dieses dann einordnen?
dann wärs ein Problem -
aber die rein radialstrahlige Struktur gibt schon auch einen Hinweis ....
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Hallo
Warum ein Problem?
Benennung, was für die meisten dieser Funde zutrifft: permisches Gymnospermenholz Agathoxylon (früher Dadoxylon)
Sollte die Artisia-Struktur das einzige Merkmal sein, wird es nicht sofort zu Cordaioxylon. Viele Neubestimmen lauten weiterhin Agathoxylon sp. Nr...Artisia-Typ
@ Oliver
Auf was gibt die "rein radialstrahlige Struktur" einen Hinweis? Es zeigt nur, das die Markstrahlen deutlich zu sehen sind, sprich gut erhalten sind. Da eben das Stück eine gute Zellerhaltung hat, so könnte man mit einem guten Bino noch nach weiteren Cordaitenmerkmalen suchen. Wie:
- Form der Tracheiden und deren Zwischenräume
- Zahl der Hoftüpfelreihen zwischen den Markstrahlen
Weiterführende Literatur: R.RÖßLER: Der versteinerte Wald von Chemnitz
bzw. Veröffentlichungendes Museums für Naturkunde Chemnitz Heft 28 und Heft 35 sowie viele andere Publikationen zum Thema "Dadoxylon" Werner aus der Lausitz
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hallo Werner,
habe mich da offenbar mißverständlich ausgedrückt - bzw. zu extrem verkürzt, war wohl schon müde ....
Mit "Problem" meinte ich nur, dass, wenn das Artisia-Mark nicht erkennbar wäre, das Stück eben nicht zu einem Holz/Gewächs vom Artisia-Typ zugeordnet werden könnte, obwohl es eines ist.
Und wegen Radialstrahligkeit/Markstrahlen - anscheinend wollte ich lediglich darauf hinweisen, dass bei vielen Stücken, die typischerweise als Dadoxylon/Agathoxylon bezeichnet wurden/werden, die Markstrahlen im Gesamterscheinungsbild nicht gar so auffällig dominant sind wie hier - was aber eben, wie du schreibst, erhaltungsbedingt sein kann bzw. ist.
Aber du hast recht, natürlich hätte ich mir den wenig durchdachten Kommentar auch sparen können ....
(alerdings ist das ein wenig auch meine Moderatorentaktik - wenn ich auf eine Frage keine exakte Antwort weiß, schreibe ich manchmal, was ich mir ungefähr so dazu denke - in der Hoffnung, dass das dann jemand kompetenterer klarstellt ... ;))
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Könnte das ein Rhexoxylon sein? Hab ein ähnliches Stück gefunden. Leider ist es flach gequetscht und nicht so schön erhalten.
LG
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Hier mal noch eins aus der Lausitz - Ottendorf-Okrilla; 11 cm Länge => Cordait???
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Detailaufnahmen
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hallo Minpol,
lange her, aber trotzdem:
also zumindest das Artisia-Mark ist eindeutig, würde ich mal sagen. Was aber nicht automatisch ein Zuordnung zu Cordaites bedeutet - siehe den obigen Beitrag von Werner/Sargentodoxa.
lg + ga
oliver
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zu einem Stück aus Polen, das ich ebenfalls vorsichtig mal als Artisia-Mark ansprechen würde, siehe: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,58562.0.html