Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Österreich / Austria => Thema gestartet von: oliverOliver am 02 Nov 16, 15:21
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Oberösterreich: Osmunda-Rhizome aus dem Hausruck
Die Osmunda-Rhizome aus Trimmelkam sind ja weithin bekannt, sehr beliebt und in vielen Sammlungen vertreten (siehe; https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,35343.0.html ).
Weitaus weniger bekannt ist, dass es eingekieselte Osmunda-Rhizome auch im Hausruck-Gebiet gibt, wenn auch deutlich seltener – die Stücke sind dort eher als Rarität zu bezeichnen.
Ich habe heuer meine ersten Hausruck-Osmundas gefunden, das erste Rhizom im Frühsommer, das zweite im Spätsommer. Das war jedes Mal ein ganz besonderes Glücksgefühl !
Die Stücke sind – im Gegensatz zu den Trimmelkam-Osmundas – sehr hell, aber von hervorragender Qualität, und können eine beachtliche Größe erreichen. Und auch hier sind die Rhizome manchmal von Nadelholzwurzeln durchwachsen.
Fotos folgen (hoffentlich) demnächst !
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Hallo Oliver,
Funde von dort zu sehen, würde mich auch sehr interessieren.
Österreichisches Material ist ja nicht gerade häufig!
Viele Grüße
Marian
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so, hier mal die Gesamtansicht des ersten Stücks. Details folgen später.
Ich hab es vorerst nur als "Osmunda sp." bezeichnet, denn da die Fossilien geringfügig (geologisch gesehen!) jünger sind als jene aus Trimmelkam, bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich auch die gleiche Art ist. Nachdem sich aber anscheinend die Trimmelkamer Osmunden kaum von den rezenten Unterscheiden, dürfte sich da stammesgeschichtlich/evolutionär wenig getan haben, weshalb ich mal vermute, dass die obermiozänen oberösterreichischen Stücke schon alle der selben Spezies angehören.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1480596064.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1480596064.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1480596088.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1480596088.jpg)
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Das zweite Stück ist eigentlich noch besser erhalten als das erste (u.v.a. wirklich komplett), zeigt aber an der Außenseite die charakteristischen „Augen“ der Petiolenquerschnitte nicht so deutlich wie der erste Fund, weshalb ich kurz sogar erwog, ob es sich dabei nicht um einen anderen Farn handeln könnte. Mittlerweile bin ich mir aber sicher, dass es doch auch eine Osmunda ist (alles andere wäre außerdem eine erstrangige Sensation).
Auch hierzu Details später.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1480598997.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1480598997.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1480599022.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1480599022.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1480599046.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1480599046.jpg)
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Wirds gesägt?
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nein, zumindest vorläufig nicht -
ich hab ja erst diese beiden.
Falls es mal mehr werden sollten, hab ich aber schon vor,
das eine oder andere Stück schneiden und schleifen zu lassen.
Ich werd dann gegebenenfalls an dich denken ... ;)
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Falls es mal mehr werden sollten, hab ich aber schon vor,
das eine oder andere Stück schneiden und schleifen zu lassen.
Ich werd dann gegebenenfalls an dich denken ... ;)
Ich wünsche dir auf jeden Fall noch VIELE gute Funde ;D
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Da kann man dich nur beglückwünschen. Schöne Funde!
Gruß aus der Niederlausitz
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Danke !
ich hab mich auch dementsprechend gefreut :D -
waren absolute highlights des Sammeljahres !
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So, hier mal zum ersten Rhizom die versprochenen Detailfotos:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481284586.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481284586.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481284566.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481284566.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481284603.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481284603.jpg)
Auf dem zweiten Bild sind an der alten/natürlichen Bruchstelle schön die annähernd radialstrahlig auseinanderlaufenden Petiolen zu sehen.
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und hier die Details zum zweiten:
Am ersten Bild das (vermutliche) "Zentrum" bzw. eigentliche Stämmchen, umgeben von Petiolen, am zweiten Bild Details zur Oberflächenstruktur.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481289029.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481289029.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481289047.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481289047.jpg)
Wie oben angesprochen und auch auf den Gesamt-Fotos (bzw. auf dem ersten Detailfoto links neben dem Stämmchen) zu sehen, sind die Rhizome von (Nadel-)Baumwurzeln durchwachsen, welche zum Teil als Abdrücke bzw. "Löcher", zum Teil aber auch - zumindest in Resten - körperlich erhalten sind.
Bild drei zeigt einen solchen eingekieselten Wurzelrest in struktureller Erhaltung, Bild vier einen Abdruck mit hervorragend erhaltenen Details der ehemaligen Wurzeloberfläche (es ist der oben auf der dritten Gesamtansicht diagonal verlaufende Abdruck).
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481289010.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481289010.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481288989.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481288989.jpg)
und zum Schluß nochmal eine Gesamtansicht mit Wurzelresten und Wurzellöchern.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1481297205.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1481297205.jpg)
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Hallo Oliver,
das sind wirklich sehr interessante und beeindruckende Funde und sehr gut aufbereitete und dargestellte Informationen!
Viele Grüße
Marian
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p.s., mir ist aufgefallen, dass ich oben nichts zum geologischen Kontext gesagt habe, was ich hiermit nachholen möchte:
Obwohl nicht in situ gefunden (sprich: nicht aus dem Anstehenden geborgen), stammen die Stücke mit Sicherheit (oder, um ganz korrekt zu sein: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) aus der Ampflwang-Formation (Sande, Tone und Kohletone mit zwischengeschalteten Kiesen: Obermiozän, Unteres Pannonium), welche mit den Schottern der Kobernaußerwald-Fm verzahnt ist, und von der oberpannonen Hausruck-Fm diskordant überlagert wird.
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ein Freund von mir hat mal eine angeschliffen -
sehen eh genau so aus wie die aus Trimmelkam, nur halt aus einem etwas anderen geologischen Kontext ...
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1506618056.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1506618056.jpg)