Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: Enola am 26 Dec 16, 11:31
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Hallo liebe Interessenten,
ich hoffe, Ihr hattet / habt schöne Weihnachten...
Mir hat vor zwei Wochen ein sehr lieber Freund einen Stein aus Lubumbashi / Rep. Kongo als Geschenk mitgebracht. Er sammelte ihn einfach in der Gegend auf. Da in Lubumbashi Bergbau betrieben wird, könnte der Stein auch dort her stammen. Ich habe ihn erst einmal vom Sediment befreit, er war voll mit rotem Staub. So kamen jetzt die Strukturen schön raus, es gibt viele dreieckige, pyramidenartige Strukturen. Grundsätzlich besteht er aus rotbraunem Gestein (???), einem metallischen Material (pyramidenartig und irgendwie auch geschichtet) und Calzit, so glaube ich.
Könntet ihr mir bitte bei der Bestimmung helfen, aus was der Stein (rot/weiß/Metall) Eurer Meinung besteht ?
Ich danke Euch vielmals.
LG Enola
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Meine erste Idee dazu wäre: weiß -> Quarz, metallisch -> Hämatit, rot -> irgendwas verwittertes eisenhaltiges.
Günter
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Hallo Günter,
erst einmal vielen Dank für Deine Idee. Ich hab derweil mal getestet, ob das metallische Material magnetisch ist. Ist es nicht.
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Quarz und Hämatit, wobei der Hämatit wohl schon zu einem großen Teil in Limonit umgewandelt ist.
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Also ich sehe pegmatitischen Quarz mit verwitterten feldspatresten und evtl Reste von Biotit oder seltener was aus der Columbit/Tanatlitreihe. Und natürlich Fe-Oxide und hydroxide.
Grus Sebastian
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Hallo,
Das metallische dürfte Hämatit sein, evtl. kommt auch Ilmenit in Betracht. Ein Strichtest auf einer unglasierten Rückseite einer Porzellanfliese kann Aufschluss geben. Hämatit hat einen rotbraunen, Ilmenit einen dunkelbraunen Strich (= Farbe vom Mineralpulver). Der Rest ist rätselhaft. Irgendwie erinnert mich die Form der braunen Einschlüsse an Wolframit. Wenn der gelbbraune Inhalt ganz fest ist und eher speckig glänzt, könnte Scheelit in Frage kommen. Es gibt Umwandlungen von Wolframit in Scheelit und Hämatit. Ansonsten kann es auch Limonit sein, wenn es total weich ist.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo,
wenn ich ganz kurz schlaumeiern darf: Lubumbashi liegt in der Dem. Rep. Kongo und nicht in der Rep. Kongo.
Von Wolframmineralisationen in der Gegend habe ich noch nie gehört/gelesen, zumal die vermeintlichen Spaltflächen allerdings schon recht stark an Wolframit erinnern. W-, Ta- und Nb-Minerale gibt es meines Wissens nur in anderen Teilen der DR Kongo, wie den Pegmatitlagerstätten in Kivu. Nahe Lubumbashi dominieren doch eher Cu, Co und Fe.
Mein Tipp wären hier ebenfalls größere Hämatittafeln (metallisch) mit Verwitterungsprodukten (rot) wie Limonit und einer Matrix aus derbem Quarz (weiß). Pyrit mag in früheren Zeiten auch mal dabei gewesen sein.
Grüße
Jan
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Liebe Ideengeber,
vielen vielen Dank für die Einschätzungen.
Sagt mir bitte, was ich zuarbeiten soll...dann kommen wir der Sache sicher näher. Detektivarbeit ;D
Auf einer unglasierten Porzellanfliese habe ich jetzt mit dem metallischen Material einen Strichtest gemacht (Foto). Er ist dunkelbraun. Dann wäre es Ilmenit ? Die gelbbraunen Einschlüsse im Quarz sind ganz fest und glänzen speckig, wie der restliche Quarz. Weich ist an dem Stein, so wie er jetzt zu sehen ist nichts mehr. Ich habe ihn kräftig geschrubbt. Das ist sicher Stümperhaft aber vorher war er umschlossen von rotem, losen Material.
Mich wundern in diesem Stein die vielen pyramidenartigen Vertiefungen im roten Muttergestein (ich finde nichts vergleichbares in meinen Büchern).
Ich lege noch einmal andere Fotos an.
Ganz liebe Grüße
Enola
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Die negativen "Pyramiden" sind einfach negative von ehemaligen Kristallen, die sich dort vor ihrer Verwitterung befunden haben, beispielsweise von Pyrit. Quarz ist wesentlich unanfälliger gegenüber einer Auflösung und zeigt dann diese Abdrücke.
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Stimmt, da hätte ich auch drauf kommen können ::) Was sagt der Strichtest für Euch aus ? Hämatit oder Ilmenit ?
Das mit der Herkunft war mein Fehler, ich hab mal wieder Worte sparen wollen. Lubumbashi liegt tatsächlich an der Grenze der Dem. Rep. Kongo zu Sambia, sozusagen im Copperbelt. Ich ging Anfangs von Kobalt aus und nicht von Hämatit...aber ich hab halt noch nicht viel Ahnung.
Gruß Enola
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also da bin ich mir recht sicher das es weggegammelte feldspäte sind. Und ich würde den biotit auch wieder zurücknehmen. Der Glanz ist ja wirklich metallisch, allerdings seit das auch nicht aus wie Hämatit.
Gruss Sebastian
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Hallo,
Vom Strich her ist es Hämatit. Der ist rotbraun. Wenn man das Pulver mit dem Finger verreibt, sollte es eher rot bis purpur werden. Ilmenit ist dunkler, eher gegen braunschwarz und niemals so stark rot.
Glück Auf!
Sebastian
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Hallo,
vielen Dank für Eure Einschätzungen !
Liebe Grüße
Enola ;D