Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: wolfi am 21 Jan 17, 20:51
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Servus,
im Moment ist in Südsüdost ein recht heller Stern zu sehen, der ganz auffällig in allen Farben "flackert".
Welcher Stern ist das? Ich vermute Orion oder Sirius.
Wieso strahlt der so in allen Farben?
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hallo,
http://www.heavens-above.com
hilft dir vielleicht. Orion steht genau jetzt im S, also vermutlich Sirius.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sirius#Sichtbarkeit
erklärt es mit, Zitat:"Sirius ist wegen seiner Helligkeit auch für den zufälligen Himmelsbetrachter ein auffälliger Stern. Sein grelles bläulich-weißes Licht neigt schon bei geringer Luftunruhe zu starkem und oft farbenfrohem Flackern."
Also das Luftflimmern ist die Ursache...
LG
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Moin
Orion ist ein Sternbild, kein Stern. Die beiden hellsten Sterne des Orion sind Rigel (bläulich, südlich des Himmelsäquators oder kurz unten rechts) und Beteigeuze (rötlich, nördlich des Himmelsäquators, oben links). Wenn der Orion sichtbar ist, ist jedoch Sirius der hellste Stern in dem Areal (er ist zugleich der visuell hellste Stern am Himmel), gehört aber zum Sternbild "Großer Hund", wahrscheinlich hast Du den gesehen. Außerdem gibt es in der Ecke noch den Prokyon, den Hauptstern des unscheinbaren Sternbild "Kleiner Hund". Allerdings ist Prokyon, obwohl er auch zu den scheinbar hellsten Sternen am Himmel zählt, nicht so auffällig wie Sirius.
Zur Zeit steht dann noch in südwestlicher Richtung die Venus in ihrer größten östlichen Elongation, d.h. dem östlichsten Punkt auf ihrer auf unseren Nachthimmel projizierten Umlaufbahn. Die ist nochmal eine ganze Ecke heller als Sirius und derzeit nach Sonne und Mond der hellste natürliche Himmelskörper.
Das Funkeln des Sirius wird durch Luftturbolenzen verursacht, welche aus Temperaturunterschieden entstehen. Warme Luft steigt auf, kalte sinkt ab. Dabei haben warme und kalte Luft geringfügig unterschiedliche Dichten, so das sie auch einen geringfügig unterschiedlichen Brechungsindex haben und so wirken diese Turbolenzen wie winzige mobile Linsen, die das Licht streuen. Sehr lästig, das Ganze. Tja, und wie jede Linse zerlegt auch die "Luftlinse" das Licht in seine verschiedenen Wellenlängen und daher zeigen besonders helle Sterne häufig auch ein farbenfrohes Funkeln. Bei lichtschwachen Sternen ist das Auge nicht mehr in der Lage diese Farben wahrzunehmen.
Übrigens (um mal Prof. Lesch nachzumachen ;-): Das Flackern ist eine praktische Hilfe, um Sterne (also ferne Sonnen) von Planeten zu unterscheiden. Da Sterne nahezu Punktquellen sind, reichen die normalen Luftturbolenzen aus, um sie zum Flackern (Funkeln) zu bringen. Das Licht der Planeten, auch wenn sie uns Punktförmig erscheinen, kommt dagegen von einem kleinen Scheibchen und ist nicht so extrem den Turbolenzen ausgeliefert. Daher Funkeln Planeten im Vergleich zu Sternen deutlich weniger bis gar nicht, ihr Licht wirkt ruhig.
Soweit die Antwort eines (passiven) Hobbyastronomen unter uns.
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Servus,
cool, ich danke euch für die Infos sehr herzlich! Werde jetzt zwar nicht zum Sternengucker mutieren, aber hochinteressant ist das allemal!
Servus + Glück auf
Wolfi