Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: Angler am 18 Feb 17, 14:21
-
Hallo Freunde,
ich habe bei einem Spaziergang am Werbellinsee (Brandenburg) diesen Kalkstein (4 x 1,5 x 2,5 cm) gefunden, der da noch schön weiß (Kreide) war. Ich würde ihn daher auch in die Kreidezeit verorten.
Von seiner Form erinnert er mich an einen Schwamm oder Koralle. Allerdings kann ich weder auf den Seitenflächen noch an dem kleinen Anbruch (unten rechts) einen Hinweis finden.
Nur die Unterseite des Steines sieht für mich einer „Anhaftscheibe“ ähnlich. Das Ganze kann aber auch eine Laune der Natur sein.
Bin schon sehr gespannt, was Ihr dazu sagen werdet.
Herzliche Grüße
-
kein Fossil (soweit auf den ersten beiden - zu kleinen und zu unscharfen - Fotos erkennbar ist).
Aber die "Anhaftscheibe" ist Chalzedon (traubig) mit Limonit (rostbraun).
und nachdem ich im Chalzedon auch eckige Abdrücke zu erkennen vermeine, könnte der Limonit das Umwandlungsprodukt einer vergammelten/aufgelösten Markasitkonkretion sein.
-
Hallo Oliver,
vielen Dank für Deine schnelle Aufklärung. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Vielfalt an Formen uns Mutter Natur stetig aufs Neue überrascht.
Viele Grüße nach Österreich!
-
Hallo,
Aber die "Anhaftscheibe" ist Chalzedon (traubig)
ich denke das sind kleine,teilweise abgerundete Quarzkristalle. Eisenoxid (Limonit) passt schon,
muß aber nicht unbedingt durch Markasit entstanden sein. Pyrit ist da wahrscheinlicher.
Gruß Norbert
-
ich denke das sind kleine,teilweise abgerundete Quarzkristalle
Dachte ich zuerst auch.
Aber in der Vergrößerung ist erkennbar, dass die "Halbkugeln" anscheinend nahtlos in den massigen (mikro-/kryptokristallinen) "Rand" übergehen, auch ist im Bruch nur homogenes Material und keine Kristallstruktur erkennbar (für mich zumindest). Was ich aber schon glaube, ist, dass wie so oft die Chalzedon"trauben" von winzigsten aufgewachsenen Quarzkriställchen "überzuckert" sind - die sind aber am Foto auch in der Vergrößerung nur zu erahnen.
Für eine entgültige Entscheidung (nur überzuckert oder kugelige Kristallaggregate) wäre wohl eine scharfe Nahaufnahme dieses Bereiches erforderlich - oder zumindest hilfreich.
-
Tut mir sehr leid, aber eine bessere Nahaufnahme bekomme ich leider nicht hin. Aber ich kann bestätigen, dass die Masse über den „Bodenanwuchs“ eine völlig homogene, dichte und graue Kalkmasse ist. Ich habe mit dem Hammer nachgesehen.
An der Bruchstelle des unteren „Bodenanwuchses“ konnte ich etwa 1mm lange und mit einem Durchmesser von ca. 0,3 mm – wie ich meine - zylindrisch-hexagone, dicht gepackte, gleichförmige und glasklare Kristalle sehen, die nur an der äußeren Sichtfläche die deutliche bräunlich-gelbliche Färbung hatten.
Ich hoffe, dass diese Informationen noch helfen konnten. Was mich betrifft, habt Ihr meine Bestimmungsfrage bestens klären können.
Nochmals danke dafür und beste Grüße.
-
ok, dann hat das Norbert richtig gesehen !
-
Hallo,
das könnte auch ein Teil einer verwitterten Toneisensteingeode sein, so etwas kommt im Geschiebe hin und wieder vor. Dann dürfte die kristalline Füllung aus Calcit bestehen.
Gruß
Andreas
-
die Calcit-Idee hatte ich auch schon -
aber da der Kalkstein extrem verwittert / angelöst aussieht, und der kristalline Anteil richtiggehend "natürlich herauspräpariert" ist, spricht das m.E. doch dafür, dass das Mineral deutlich verwitterungsresistenter (und härter) ist als das umgebende Gestein.
-
Warum raten ?
Säuretest !
-
...oder einfach mal die Haerte prüfen. Calcit ist viel weicher als Quarz.
-
Hallo
und sorry, nie hätte ich gedacht, dass Ihr darüber so lebhaft diskutiert. Ich musste die Kalkstückteile erst wieder aus dem Mülleimer holen.
Habe die fragliche - etwa 1mm starke - Schicht gebürstet, getrocknet und dann mit HCL getestet.
Ergebnis: es schäumt, also Kalzit, oder?
Noch allen einen schönen Sonntagabend!
-
jup, dann ist alles klar ...