Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: 54321 am 27 Feb 17, 11:09
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Guten Tag!
Ich bin neu hier. In unregelmäßigen Abständen nehme ich Steine, die mir gefalllen (Form, Farbe, Musterung...) nach Hause. Tausche diese dann auch gegen neue Steine aus, die mir besser gefallen. Inhaltlich habe ich mich mit der Thematik Mineralien aber noch nicht beschäftigt - dies ändert sich gerade. Dank Eures Forums konnte ich schon Wallsteine / Maaseier, die ich habe, identifizieren.
Nun meine erste Frage: Was ist das für ein Stein? Metabasalt?
Fundort: Rheinufer bei Köln (einen kleineren und matteren Stein dieser Art habe ich auch an der Isar bei München gefunden).
Die beiden Steine waren die einzigen, die mir an den Fundorten aufgefalllen sind...
Der Stein fühlt sich eher spreckig an - sehr angenehmes Gefühl in der Hand.
Warum dieser Stein? Das Grün mit der stufigen Musterung gefällt mir. Vermutlich gibt es diesen Stein am richtigen Ort massenhaft.
Vielen Dank für Eure Hilfe!
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Gesteinsbestimmung ist ein schwieriges Geschäft - nur anhand eines wenig geeigneten Fotos umso mehr. Es fehlt wirklich alles: Das Bild ist stark verschattet. Irgendwelche Maßangaben fehlen. Was ist mit der Dichte? Lässt sich das Gestein ritzen (z.B. mit dem Fingernagel, einer Kupfermünze, einem Taschenmesser oder einer Glasscherbe)? Reagiert das Gestein auf Säure (Essig oder Salzsäure)? Ist das Gestein magnetisch? Sind Minerale mit bloßem Auge oder einer Lupe erkennbar?
Viele Grüße
Sprotte
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Weitere Informationen lassen sich z.B. hier finden: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fragen%20zur%20Bestimmung
Viele Grüße
Sprotte
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Aufgeklickt gibt das Bild sehr gut Farbe und Bänderung wider (Aufnahme bei Tageslicht und geöffneten Fenster).
Zu den weiteren Punkten:
Der Stein ist nicht magnetisch und auch nicht magnetisierbar.
Er hat eine Masse von 64,14g und eine Dichte von 2,62 g/cm3.
Keine Mineralien sichtbar.
Ritzen: Da mir der Stein gefällt, will ich ihn nicht beschädigen. Ich habe deswegen nur versucht mit einer CuNi Münze und einem Schlüssel zu ritzen: Kein Einritzen, aber deutliche Metallspuren auf dem Stein (Hinweis auf Prüf- / Probierstein?).
Kann es sich bei dem Stein um einen Lydit (mesozoischer Radiolarit der Alpen*) handeln?
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Lydit
*Quelle: http://www.kristallin.de/suedliche/lydit-druck.htm
PS:
Dies habe ich noch gefunden:
"Lydit, also quarzhaltiger schwarzer Kieselschiefer, besitzt nach Krumm tendenziell eine geringere Dichte (um 2,65 g/cm³) [...]"
Quelle: http://www.sucherforum.de/smf/index.php?topic=35020.0;wap2
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Hier noch zwei weitere Bilder.
Habt Ihr irgendeine Vermutung? Vielen Dank!
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Lydiit möchte ich mal ausschließen, und Radiolarit kann ich definitiv ausschließen.
Denke da an etwas Metamorphes ... am ehesten aus einem sedimentären Ausgangsgestein.
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Ich denke auch an einen chloritführenden Quarzit.
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Ich würde das Stück als Hornfels einordnen.
Grüße,
Michael
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Ohne Dünnschliff wird sich das alles nicht bestätigen lassen.
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Vielen Dank für Eure Antworten!!!
Es bedarf also einer weiteren technischen Untersuchung. Was kann man mit einem Dünnschliff (=eine dünne Scheibe abschneiden?) mehr sehen?
Die Steinbestimmung scheint also doch nicht so einfach zu sein, wie ich mir es gedacht habe...
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Dünnschliff (=eine dünne Scheibe abschneiden?)
Ein Dünnschliff ist ganz was anderes.
Gib hier im Atlas im Suchfeld "Dünnschliff" ein !
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Danke für den Hinweis!
"Dünnschliff nennt man nur wenige 1/100 mm dünne Plättchen von Gesteinen oder Mineralien. Standarddünnschliffe für die Petrologie haben eine Dicke von 25-30 µm (1 µm = 1/1000 mm). Man erzeugt Dünnschliffe, indem man aus Gesteins- oder Mineralproben mit einer Diamanttischsäge ein ca. 4x2x1 cm großes Stück heraussägt, dieses auf einen Glasträger aufkittet und dann von der freien Seite her zuerst abschneidet, dann herunterschleift. Die gewünschte Dicke ist erreicht, wenn der Quarz im Gestein nur noch graue Interferenzfarben zeigt. Bei Marmoren oder Basiten ohne Quarz ist die Bestimmung der Schliffdicke für den Präparator oft schwierig. Siehe auch Dünnschliffmikroskopie."
Quelle: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/D%FCnnschliff
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in Uni Köln Mittwochs 14-20 Uhr Mineralbestimmung.
www.geomuseum.uni-koeln.de/2235.html (http://www.geomuseum.uni-koeln.de/2235.html)
Gruß
Milo
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Dies ist ein klasse Tipp Milo!!!!! Vielen Dank!!!!
Ich werde Euch berichten...
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Jetzt kommt die Fortsetzung:
Auch bei der Uni Köln ist man sich nicht so ganz schlüssig... ein Dünnschliff würde helfen... Nicht hilfreich war auch der Fundort Fluss, da der Stein auf unterschiedlichen Wegen dorthin gelangt sein kann.
Ich habe mitgeschrieben, möglicherweise etwas verdreht, bitte korrigiert mich dann!
Mikrokristallines Quarz mit Einlagerungen – vielleicht Seladonit. Die grünlichen Flecken könnten auch von Tonmineralien stammen. Es gibt auch leichte eisenförmige Lösungen.
Permische Vulkanite (wie klassischer Achat), die gangartig gefüllt sind.
Weitere Stichworte. Vulkangestein, hydrothermaler Gang (gangförmig), Kieselsäureablagerungen.
Alternativ zu der Spalten- und Gangfüllung, die eigentlich reiner sein sollten (!), käme auch verkieselter vulkanischer Tuff in Frage.
Ihr könnt mit der Beschreibung mehr anfangen. Habt Ihr auch an soche Entstehungsprozesse gedacht?
Vielen Dank!