Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => (Ver-) Fälschungen, Montagen / Fakes, Assemblages => Thema gestartet von: Brodi69 am 05 Nov 12, 07:28
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Das Heutige Bild des Tages ist eine wirklich gute Aufnahme, fototechnisch würde ich der Stufe auch eine Benotung so knapp um eine 9 geben, aber......
Ich habe schon viele Pyrite in Navajun gesammelt, solche Kuben sind echt selten, dass gerade zwei auf einer Stufe sitzen, ist fast eine Sensation... aber was sehe ich auf der Aufnahme: Die beiden Flächen im Vordergrund haben eine von mir in Navajun nie gesehene Struktur, die mich an das innere eines Kristalls erinnert. Die Fläche links davon hat zudem einen Kratzer in Längsrichtung, was beim schneiden passiert sein könnte. Auch die Anwachsstellen sind irgendwie fast zu schlecht präpariert, für ein solches Wunderstück. Ohne dir etwas vorzuwerfen Philip, bist du sicher, dass diese Kuben nicht geschnitten und montiert sind?
Bitte meinen Verdacht kritisch prüfen, insbesondere weitere Kenner der Navajun-Pyrite !
Gruß
Christian
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Ich hoffe und denke nicht, dass Philip das als Vorwurf nimmt. Ich selbst kenne das ärgerliche Problem (gottseidank nur aus sehr wenigen Fällen), dass eine Stufe als manipuliert entlarvt wird; aber dem, der es rausfindet, ist man dann trotz Ärger doch eher dankbar. Zur Sache:
Ich kenne mich mit diesen Pyriten auch ein wenig aus und habe mir das Bild
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1351970478.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1351970478.jpg)
genau angeschaut und schließe mich Christian komplett an: Die gestreckte Form an sich kommt vor, ist aber selten, deswegen ist eine Stufe mit zwei solchen Kristallen noch nicht gefälscht. Stutzig machen aber auch mich die dem Betrachter zugewandten Flächen. In der Regel haben die Pyrite von Navajun entweder absolut glatte Flächen oder sind leicht gestreift, manchmal auch ein wenig uneben geschuppt. Das hier jedoch sieht in der Tat aus wie das gesägte und polierte Innere eines solchen Kristalls, das hat Christian gut bemerkt. Diese kleinen Hohlräume an der vermeintlichen Außenseite des Kristalls sind merkwürdig, die gibt es sonst eigentlich wirklich eher im Inneren (sieht man bei angeschliffenen Deko-Objekten, und zwar bei sehr vielen Pyriten weltweit). Ich hoffe für Philip, dass es nicht so ist, aber der Verdacht von zurechtgesägten Kristallen drängt sich auf :-\
P.S. Das BILD ist super 8)
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Glück Auf,
so hart wie es klingt,was Tobi und Christian schreiben,war mein erster Gedanke beim betrachten des Bildes,ohne von den Beiden es gelesen zu haben!Obwohl ich mich mit Pyriten von da nicht auskenne.
Mein Verdacht beruhte aber mehr auf den Anwachsflächen,welche mir zu schlecht präpariert sind!Jetzt sehe ich das mit den "Schnittflächen?"auch so.
Wäre zwar bedauerlich,aber das Foto,die Arbeit hat" Bild des Tages ",verdient!
Glück Auf
Lutz
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".................aber der Verdacht von zurechtgesägten Kristallen drängt sich auf ..."
Es ist immer wieder interessant, Diskussionen zu den spanischen Pyriten aus Navajún zu lesen , soweit diese faktisch gerechtfertigt sind - wenngleich es manchmal angebrachter wäre, sich vorher zu informieren, bevor man "Verdacht" schöpft und bevor sich "Gedanken aufdrängen".
Diese langgestreckten Hexaeder (nicht Kuben !) oder Quader, in Spanien auch "Caja de cerillas" (Streichholzschachteln) genannt, gibt es seit vielen Jahren; sie sind bekannt und wirklich nicht selten. Ich habe die ersten davon schon in den 1970er Jahren gefunden.
Diese hochglänzenden, aber auch matten Pyrite sind weder gesägt noch geschnitten, wohl aber oft auf eine Matrix geklebt. Manchmal ganz schlecht geklebt, manchmal auch geschickt montiert. Auf keinen Fall gibt es echte "Anwachsflächen".
Diese Quader kommen nicht aus Navajún, sondern aus der Umgebung von Cornago und aus der aufgelassenen Mina Blanquiza in Valdeperillo in La Rioja (ein Teil von Cornago); nicht weit von Ambasaguas und Navajún. (allgemein als Fundort wird Valdeperillo verwendet). In Spanien, bzw. auf spanischen und manchen französischen Börsen werden diese Kristalle, lose und als Matrixstufen, regelmäßig angeboten. (zwischen 15.- bis 50.- €, je nach Größe und Qualität
Da jedoch die meisten Ausländer dieses Vorkommen von Valdeperillo nicht kennen, wird immer fleißig Navajún als Fundort angegeben.
Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass auch aus Navajún solche Quader bekannt sind, halt nur nicht so häufig wie in Valdeperillo. (siehe auch Bilder und Bericht zu Navajun in Bocamina N.1, 1995).
Nur so nebenbei: Nicht nur in Valdeperillo, auch nahe bei Navajún kann man Pyrite selber sammeln, ohne dafür zu zahlen (wie in Navajún oder Ambasaguas).
Gruß
Peter
Anbei ein paar Schnappschüsse von Valdeperillo-Pyriten.
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Hallo Peter,
wenn du mich schon zitierst und kritisierst, dann bitte beziehe dich auch genau auf meine Aussage: Ich habe doch extra gesagt, dass die FORM der Kristalle absolut nicht das Problem ist, sondern mir lediglich die Flächen komisch vorkommen. Und ich hatte in meinem Leben schon unzählige Pyrite aus dieser Region in der Hand um mit Bestimmtheit sagen zu können, dass ich solche "löchrigen" Flächen noch nie gesehen habe. Diese Flächen erinnern eben stark an die Struktur von geschnittenem und poliertem Innerem vom Pyrit, dabei bleibe ich und freue mich umso mehr, wenn Philips Stufe dennoch natürlich ist! Ich habe mich also vorher "informiert", nämlich bei meiner eigenen Erfahrung mit diesen Stufen. Und warum sollte ich dann nicht anmerken, wenn mir was komisch vorkommt?
Habe in der Zwischenzeit das Bild auch mal einem Sammlerfreund von der spanischen Halbinsel gezeigt, der eine große Sammlung dieser Pyrite hat und selber schon vor Ort (in seinem Fall Navajun) die Mine besichtigt hat. Auch er meinte, dass er solche Flächen kennt und die Stufe für nicht manipuliert hält :)
Gruß
Tobi
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@ Collector
Es freut mich, dass sich ein Kenner zu Wort meldet. Wie ich explizit erwähnt habe, wünsche ich eine Kritische Überprüfung meines geäußerten Verdachts, denn ich will niemanden eine gute Stufe schlecht reden. Darum wünschte ich mir eine Aussage zu den Verdachtsmomenten, die ja nicht in erster Linie die Form betreffen, sondern vielmehr ein vermeintlicher Kratzer und die Flächenstruktur. Sind diese aus der anderen Fundstelle so bekannt? Ist eine Klärung aufgrund des Fotos überhaupt möglich? Danke im voraus für zusätzliche Aussagen zu den Verdachtsmomenten.
Gruss
Christian
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Hallo,
kenne mich mit dem Material überhaupt nicht aus, das vorneweg. Aber auf dem Bild von Peter erkenne ich die für Pyrit typischen Flächenzeichnungen, desgl. auf dem Bild von Philip auf der Fläche links von der gekennzeichneten. Es wäre interessant zu wissen, ob bei Peters Pyriten solche glatten Flächen auch auszumachen sind bzw. ob so etwas dort vorkam.
Gruß
Andreas
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Hallo zusammen,
ich hatte gerade das Stück von Phil in der Hand, und alle Flächen sind Natürlich, hat die typischen zeichnungen von Pyrit.
MfG Christian
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Hallo Kollegen,
dann melde ich mich auch mal zu Wort. Vielen Dank für die zahlreichen Bewertungen, die zum Bild des Tages geführt haben! Das ist für mich das erste Mal und ehrt mich sehr. :)
Die Stufe ist spitze, ich konnte mich bei den Aufnahmen aber schwer entscheiden, welches Bild das beste ist. Daher die drei zusätzlich verlinkten Bilder.
@Brodi69
es sind nicht zwei, sondern drei Kristalle! ;)
@alle anderen
Die Stufe ist zwar montiert (wie so gut wie alle Mergel-Pyrite), aber die Kristalle sind keine Fälschung. Die Flächen weisen die typische Streifung auf, glatte Flächen und diese unregelmäßigen, welligen Kristallwachstumsfiguren, die - zum Glück hat Peter ein Bild eingestellt - ich nicht mit Namen benennen kann. Am großen Kristall befindet sich auch ein ganz kleiner Knick, den hätte man nicht schleifen können. Auf manchen Flächen befinden sich zwar leichte Vertiefungen (keine Löcher!), diese Flächen sind aber eh unregelmäßig flach (s.o.). Die vielen dunklen Stellen auf dem Bild sind Schatten oder Spiegelungen.
Abgesehen von zwei winzigen Treffern an dem Hauptkristall sind die Kristalle unbeschädigt.
@Peter
Herzlichen Dank für die Fundstellenkorrektur. Ich wusste nicht, dass es noch weitere Fundstellen gibt außer Navajun und Ambasaguas.
Bei Bedarf mache ich gerne Nahaufnahmen der Kristalle. Für mich besteht aber keinerlei Annahme zu einer Fälschung.
Liebe Grüße
Philip
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Ich freue mich sehr, dass sich mein Verdacht nicht bestätigt hat. Immerhin hat es zu einer besseren Fundortbestimmung geführt. Und das Foto an sich hat es - wie ich auch schon eingangs erwähnt hatte - seine Bewertung verdient, Pyrit ist nicht einfach zu fotografieren.
Grüße
Christian
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Die Flächen weisen die typische Streifung auf, glatte Flächen und diese unregelmäßigen, welligen Kristallwachstumsfiguren, die - zum Glück hat Peter ein Bild eingestellt - ich nicht mit Namen benennen kann. Am großen Kristall befindet sich auch ein ganz kleiner Knick, den hätte man nicht schleifen können.
Hi,
die welligen Strukturen heissen Vinizialflächen und sind oft als "Pyramiden" angeordnet.
BTW: was glaubst du, wieviele Knicke ich in Kristalle in der Anfangszeit poliert haben ;-) Einmal verkanten und fertig...
Von einem Bild auf eine Fälschung zu schliessen ist schwer! Schöne Stücke und schöne Stufe.
MfG
Frank
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Heisch des net Vizinalfläche? ???
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jupp - und der Kleber schreibt die sogar mit "C".
Danke
Frank
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Kommo auch mache...