Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Schluchti am 01 May 05, 22:29
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Habe hier eine kleine Quarzstufe von der Grube Daniel, bei der sich in Klüften so grau-grünlich-bräunliche "Kugeln" befinden (Durchmesser etwa 2mm). Die "Kugeln" sind jedoch schichtartig aufgebaut. An Bruchstellen glänzt das Mineral dunkelgrün bis schwarz und hat stellenweise rote Reflexe.
Ich habe keine Ahnung, was das sein könnte. Evtl. Zinkblende oder eher Symplesit?
Der Symplesit soll ja auch grün bis grünlichschwarze kugelige, grobradialfaserige Aggregate bilden.
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Hallo Schluchti,
also das sieht mir eher sehr wie Klinochlor aus (vermutlich bereits oberflächlich angewittert und daher matt bzw. überhaupt nicht glänzend), der auch so auftreten kann (gestapelt oder auch als 'kubische' xx)..ob auch von der Grube Daniel weiß ich nicht. Das andere Mineral (schwarz) dürfte Zinkblende sein.
Klinochlor gehört aber mit Sicherheit zu den 'Allerweltsmineralen' - also weltweit sehr verbreitet.
In mindat.org gibt es nur 2 Fotos von Symplesit (ich selbst habe auch noch keinen gesehen)
http://www.mindat.org/picshow.php?id=11155
Alle anderen 'Daniel-Mineralien' wie z.B. Hörnesit, Arseniosiderit, etc. schließe ich definitiv aus.
Gruß Peter
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Hallo Schluchti,
Ich schließe mich dem Peter an, es handelt sich ganz sicher um Klinochlor.
Das schwarze Mineral meiner Meinung nach aber auch, das ist doch einfach eine aufgebrochene "Kugel"!
Gruß, Erik
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Danke für Eure Ideen! :D
Ja, richtig, das dunkle, schwärzlich-grüne ist nur eine aufgebrochene Kugel.
Vom Aufbau der xx könnte es schon Klinochlor sein. Allerdings kommt Klinochlor zwar weltweit recht häufig vor, für Schneeberg habe ich es aber noch nie beschrieben gefunden. Mmmh, daß ich da einen Neufund, noch dazu von Schneeberg habe, kann ich eigtl. nicht glauben. Was meint ihr ???
Die Bruchfläche sieht für mich exakt so aus, wie die von Erythrin, nur halt eben dunkelgrün bis schwarz... Mmmh, Habe leider auch keinen Vergleich mit Symplesit. Mein Parasymplesit von der Grube Daniel sieht auch wieder anders aus, was ja aber normal ist...
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Aggregate von Parasymplesit bzw. Symplesit sehen deutlich anders aus. Es könnte sich um um Chlorit handeln. Hinsichtlich Klinochlor habe ich Zweifel.
Glück Auf
Uwe
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Eindeutig ein Mineral aus der Chloritgruppe (Klinochlor? Chamosit?).
Uwe Kolitsch
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Gut, also scheint einiges auf einen Vertreter der Chlorit-Gruppe hinzudeuten. Also "Chlorite" sind auch für den Schneeberger Raum ganz allgemein beschrieben, aber soweit für mich ersichtlich keine bestimmten Vertreter, wie Klinochlor oder Chamosit. Zudem bilden die ja offenbar noch eine Mischreihe. Na mal schauen, was noch dabei rauskommt.
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Schluchti - Chamosit wäre wiederum kein Problem.
Gruß Moni
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So, die Ergebnisse der EDX-Analyse sind folgende:
- Masseanteil % Atomanteil %
Fe 32,59 13,75
Si 8,80 7,38
Al 9,0 7,86
Mg 2,19 2,12
P 1,38 1,05
O 46,04 67,84
gesamt 100 100
Hab schon die halbe Nacht bei Webmineral verbracht, aber nix passendes gefunden. Besonders das Vorhandensein von P bringt mich ins Grübeln. Auch von den Mengenanteilen der anderen Elemente (Fe und Mg), dürfte Chamosit oder Klinochlorit eher nicht in Betracht kommen.
Wer hat eine zündende Idee?
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Hab schon die halbe Nacht bei Webmineral verbracht, aber nix passendes gefunden. Besonders das Vorhandensein von P bringt mich ins Grübeln. Auch von den Mengenanteilen der anderen Elemente (Fe und Mg), dürfte Chamosit oder Klinochlorit eher nicht in Betracht kommen.
Wer hat eine zündende Idee?
Hallo,
Phosphor macht eine Linienüberlagerung mit:
- Gold (typsiche REM-Beschichtung!)
- Niob
- Zirkon
Weist Du, ob der Sauerstoff gerechnet oder gemessen wurde?
MfG
Frank
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Auf dem Fotor sieht es so aus, als wäre auf den Kristallen ein hauchdünner Belag. Bei dem in den Schneeberger Lagerstätten nicht seltenen Phosphor kann der P-Anteil auch aus dem Belag stammen.
Glück Auf
Uwe
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Auf dem Fotor sieht es so aus, als wäre auf den Kristallen ein hauchdünner Belag. Bei dem in den Schneeberger Lagerstätten nicht seltenen Phosphor kann der P-Anteil auch aus dem Belag stammen.
Hallo,
dann macht eine etwas andere EDX-Analyse Sinn:
- zuerst mit etwa 5kV die leichten Elemente an der Oberfläche bestimmen (Fe fällt raus)
- dann mit 30kV in die Tiefe gehen und eine Gesamtanalyse machen. Sauerstoff fällt dann aber meist flach.
Wenn sich das Verhältnis von P zu z.B. Si ändert, ist das Material nicht homogen. Dann sollten eher Spaltflächen untersucht werden.
hth
Frank
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Könnte auch eine Überlagerung von P mit H in Betracht kommen? Weil H vermisse ich, würde aber mengenmäßig mit dem P-Anteil zu erwarten sein, bei Klinochlor etwa.
Ob der Sauerstoff gerechnet oder gemessen wurde, weiß ich nicht. Auf den REM-Fotos steht auch was von 14kV, weiß nun aber nicht, ob das die Meßspannung war.
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Update:
Also die Meßspannung scheint tatsächlich 14 kV gewesen zu sein.
Das Nichtvorhandensein von H in den Messergenissen ist wohl durch das geringe Atomgewicht zu erklären, so daß der H nicht wahrgenommen wurde.
Die Werte sind allesamt gemessen worden.
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Wenn ich mein Stück so betrachte würde ich auch sagen das das Phosphor von der Oberfläche kommt.
Andernfalls ist das so wenig das es eigentlich kaum eine rolle spielt.
Es verzerrt dann nur den Sauerstoffwert und eventuell einige sowieso auf die Art nicht messbare elemente.
Da ja Klinochlor auch in verschiedenen mengenanteilen Aluminium Eisen und Mangan enthalten kann ist das nicht so sicher.
Gibt es Eisenreichen Chamosit ?
grüße
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Update:
Also die Meßspannung scheint tatsächlich 14 kV gewesen zu sein.
Das Nichtvorhandensein von H in den Messergenissen ist wohl durch das geringe Atomgewicht zu erklären, so daß der H nicht wahrgenommen wurde.
Die Werte sind allesamt gemessen worden.
Alle Elemente leichter als Berylium können mit der EDX nicht gemessen werden. Wenn man Glück hat und die Sauerstoffanalyse genau genug ist, kann man manchmal den Wassersoff "ausrechnen". Korund und Böhmit sind typische Beispiele.
Mir sind im Moment keine Elemente schwerer als Bor bekannt, die mit der EDX nicht zu messen sind. Wenn Eisen bei 6.4 keV gemessen wurde, muss Mangan mit 5.9keV auch zu messen gewesen sein. Aluminium liegt bei 1,5keV. Mit 14keV wird alles bis 7keV sicher gemessen. Bei schweren Elementen weicht man dann auf die höheren Röntgenserien (L + M) aus.
Wurde die Probe beschichtet? Wurde mit sonst mit Niederdruck gemessen? Wurde auf die Aufladung geachtet? War der Detektor für die Messspannung kalibriert? Du kannst Dih auch gerne per PN melden, wenn das Thema hier OT sein sollte. Ich weiss nicht, wer die Messungen gemacht hat, aber das sind immer so die ersten Fragen, falls eine EDX-Analyse nicht passt.
Fang doch mal mit einer Fe2-Al1-Si1-O8-Verbindung an, und hangel dich dann durch Mindat.
MfG
Frank
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Also, die Messung wurde mit Unterdruck und ohne Beschichtung gemacht. Die EDX wurde an einer Hochschule, die eigtl. täglich solche Messungen machen durchgeführt.
Ich werde mal weiter schauen. Es wäre schon möglich, daß der P Wert von einem oberflächlichen Belag kommt, den lasse ich also mal Beiseite.
Vom Aufbau der Kristalle wird es schon ein Schichtsilikat sein, evtl. auch in Vertreter der Chlorit-Gruppe. Möglicherweise ein magnesiumarmer Klinochlor. Na mal schauen, ob man das noch weiter eingrenzen kann. Vielleicht ist deswegen bisher für Schneeberg auch nur allgemein "Chlorit" beschrieben, weil sich vorher ähnliche Problem stellten bei Analysen.
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Hallo Schluchti,
melde Dich mal bei mir.
Mein Fazit aus allen oberen Beiträgen:
Man sollte seinen Kunden bittschön immer eine analytische Schlußfolgerung mit auf den Weg geben, sonst steht er im Regen und wird aus dem Ergebnis nicht schlau ... Nix für ungut, aber den Ausdruck aus Gerät, noch ein REM-Foto und dann? Naja ....
Hast Du keinen Kontakt zu demjenigen der die Untersuchung gemacht hat?
Liebe Grüße Moni
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Hallo Moni, doch den Kontakt habe ich. War eine sehr freundliche Gefälligkeit. Bei einem vermuteten Chlorit kommt bei der Auswertung aber halt einerseits der Umstand erschwerend hinzu, daß die einzelnen Schichten eine unterschiedliche Zusammensaetzung haben können und zudem die einzelnen Chlorite Mischreihen bilden und auch noch in verschiedenen Varietäten auftreten.
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Aha --- okay ich denke, alles ist Kurz besprochen worden.
Gruß Moni
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So, die Ergebnisse der EDX-Analyse sind folgende:
- Masseanteil % Atomanteil %
Fe 32,59 13,75
Si 8,80 7,38
Al 9,0 7,86
Mg 2,19 2,12
P 1,38 1,05
O 46,04 67,84
gesamt 100 100
Passt von der Tendenz doch mit Orthochamesit, oder?
MfG
Frank
(gefunden bei Mindat)
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ich kann dir noch meine 8x lupe ausleihen, vllt hilfts ja
;D
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Äh ja, danke für das Angebot, aber mein Bino tut seinen Dienst eigtl. auch, wenn ich es recht bedenke. :D
Orthochamosit wäre schon eine Idee, aber dann eigtl. genauso auch Chamosit, da die ja dimorph sind. Werde mal weitere Prüfungen bei Gelegenheit vornehmen.
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jaja und hinterher wieder angekrochen kommen und nach der lupe fragend...